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Johanna Rachinger

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Johanna Rachinger (2015)

Johanna Rachinger (* 9. Jänner 1960 in Putzleinsdorf) ist eine österreichische Germanistin und war von 2001 bis 2025 Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek.

Leben

Johanna Rachinger ist das zweitjüngste von sieben Kindern, ihre Eltern betrieben in einer ländlichen und katholisch geprägten Umgebung ein Gasthaus mit dem Namen „Kirchenwirt“ und legten großen Wert auf Bildung.<ref>Im März 2020 widmete die "Kleine Zeitung" den Kindheitserinnerungen Rachingers einen Artikel.</ref> Nach dem Schulabschluss der Handelsakademie in Rohrbach 1979 studierte Rachinger Theaterwissenschaften und Germanistik an der Universität Wien. 1986 promovierte sie mit einer Arbeit über Das Wiener Volkstheater in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung des Dramatikers Ludwig Anzengruber. Nach dem Studium war sie als Lektorin für den 1980 gegründeten<ref>1980 wurde der Wiener Frauenverlag als Projekt schreibender Frauen gegründet.</ref> Wiener Frauenverlag tätig.

Von 1988 bis 1992 war Rachinger Leiterin der Buchberatungsstelle des österreichischen Bibliothekswerks in Salzburg.<ref>Literatur im Gespräch. Inhaltliche sowie methodisch-didaktische Aufbereitung eines Fortbildungskurses für Bibliothekarinnen und Bibliothekare. Projektarbeit BVÖ. 1990 (Katalogeintrag BVÖ [abgerufen am 18. April 2018]).</ref> Beim Ueberreuter Verlag war sie von 1992 bis 1995 Programmleiterin Bereich Jugendbuch, ab 1994 Prokuristin und von 1995 bis 2001 Geschäftsführerin.

2001 wurde Rachinger von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer zur Generaldirektorin der Österreichischen Nationalbibliothek bestellt,<ref>Powerfrau des österreichischen Verlagswesens wechselt in die Nationalbibliothek. Der Standard vom 16. Februar 2001.</ref><ref>Walter Schübler: „Die Generalin“ oder: Wie man eine Nationalbibliothek herunterwirtschaftet. Ein Kommentar. In: Recherche – Zeitung für Wissenschaft. 30. November 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. März 2016; abgerufen am 18. April 2018.</ref> 2010 und 2016 wurde der Vertrag um jeweils sechs Jahre verlängert.<ref>Nationalbibliothek: Johanna Rachinger bleibt bis 2016 Die Presse vom 28. April 2010.</ref><ref>orf.at - Nationalbibliothek: Rachinger bleibt Direktorin. Artikel vom 25. April 2016, abgerufen am 25. April 2016.</ref> Am 1. Juli 2021 wurde die neuerliche Verlängerung, wiederum für fünf Jahre angekündigt.<ref name="OTS_20210701_OTS0138">ÖNB: Führungsduo Rachinger/Starkel für weitere fünf Jahre bestätigt. In: ots.at. 1. Juli 2021, abgerufen am 1. Juli 2021.</ref><ref>Das Team des hdgö. Abgerufen am 26. November 2023.</ref>

Von 2004 bis 2009 war Rachinger Mitglied des österreichischen Wissenschaftsrats. Sie ist außerdem Jurymitglied für den Liese-Prokop-Frauenpreis, Senatsmitglied der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied im Aufsichtsrat der Erste Stiftung, Aufsichtsrätin der UNIQA Versicherungsverein Privatstiftung und Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats des oberösterreichischen Thinktanks Academia Superior.<ref>Academia Superior - Wissenschaftlicher Beirat. Abgerufen am 1. September 2017.</ref>

In der Funktionsperiode 2018 bis 2023 war sie Mitglied des Universitätsrates der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz.<ref>derStandard.at: Uni-Räte sind jetzt fast komplett. Artikel vom 30. April 2018, abgerufen am 2. Mai 2018.</ref><ref>Universitätsrat der Kunstuni Linz. Abgerufen am 2. Mai 2018.</ref><ref>Rachinger in Kunstuni-Rat gewählt. In: OÖ. Nachrichten. 24. März 2018, abgerufen am 16. April 2018.</ref>

Im August 2025 stürzte Johanna Rachinger derart schwer, dass sie ihre Funktion in der ÖNB auf Dauer nicht mehr ausüben konnte. Auf Antrag des ÖNB-Kuratoriums wurde sie im November abberufen, gut ein Jahr vor ihrem geplanten Ruhestand Ende 2026.<ref>Rachinger kehrt nicht als ÖNB-Direktorin zurück. 27. November 2025, abgerufen am 27. November 2025.</ref> Im März 2026 wurde bekanntgegeben, dass ihre bisherige Stellvertreterin Michaela Mayr per 1. April 2026 die Nachfolge als Generaldirektorin antritt.<ref name="standard20260316">Michaela Mayr leitet künftig die Österreichische Nationalbibliothek. 16. März 2026, abgerufen am 17. März 2026.</ref>

Auszeichnungen

Im Jahr 2003 erhielt sie den Wiener Frauenpreis. Für das Projekt der ÖNB, gemeinsam mit Google die gemeinfreien Bücherbestände der Bibliothek einzuscannen, wurde sie im Jahr 2010 von der Presse zur Österreicherin des Jahres in der Kategorie Kulturmanagement gewählt.<ref>Österreicher des Jahres vom 27. Oktober 2010, abgerufen am 27. Oktober 2010.</ref> 2012 wurde sie von der Wirtschaftsuniversität Wien als WU-Managerin des Jahres ausgezeichnet.<ref>dieStandard.at - Nationalbibliothekschefin Rachinger ist WU-Managerin des Jahres. APA-Meldung vom 24. September 2012, abgerufen am 17. Juni 2015.</ref> 2013 wurde sie „Kommunikatorin des Jahres“.<ref>Kommunikatorin des Jahres 2013 Public Relations Verband Austria</ref> 2016 wurde Rachinger das Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen.<ref>Pressemitteilung der ÖNB vom 30. Jänner 2016. Abgerufen am 1. Februar 2016.</ref>

Privates

Johanna Rachinger war mit dem Verlagschef Fritz Panzer bis zu dessen Tod verheiratet.

Weblinks

Commons: Johanna Rachinger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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