Calberwisch
Calberwisch Hansestadt Osterburg (Altmark)
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(98)&title=Calberwisch 52° 46′ N, 11° 49′ O
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| Höhe: | 23 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 6,71 km²<ref name="HOB-12" /> | |||||
| Einwohner: | 98 (31. Dez. 2024)<ref name="EW-2024" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 15 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 20. Juli 1950 | |||||
| Eingemeindet nach: | Düsedau | |||||
| Postleitzahl: | 39606 | |||||
| Vorwahl: | 03937 | |||||
Lage von Calberwisch in Sachsen-Anhalt
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Calberwisch gehört zur Ortschaft Düsedau und ist ein Ortsteil der kreisangehörigen Hansestadt Osterburg (Altmark) im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt.<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Calberwisch, ein Reihendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt etwa 4 Kilometer südöstlich von Osterburg am Rande der Wische in der Altmark.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Nachbarorte sind Osterburg im Westen, im Norden die Wohnplätze Ottos Hof 1 und 2, Meseberg und Meierbusch, im Nordosten Packebusch und Königsmark, im Osten Uchtenhagen, im Süden der Büssenhof, im Südwesten Düsedau.<ref name="TOP50" />
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Im Jahre 1271 wurde ein Ruthardus, Johannes et Hyo milites, fratres, dicti de kalverwichs in Werben in einer Urkunde als Zeuge aufgeführt.<ref name="Riedel-6">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref> Kurz danach 1285 wurde Yone de Calverwisch in Stendal genannt.<ref name="Riedel B-1" /> Im Jahre 1309 wird das Dorf als Kalverwisch<ref name="HOB-12" /><ref name="Riedel-15" /> erwähnt. Weitere Nennungen sind 1518 tho der Caluerwisk, 1687 Calberwische<ref name="HOB-12" /> und 1804 Dorf und Gut Calberwisch mit einer Windmühle.<ref name="Bratring-1" />
Am 18. August 1902 wurde die amtliche Schreibweise auf Kalberwisch festgelegt,<ref name="AB-RB-Magdeburg-1902" /> die am 19. Dezember 1902 auf die heute übliche Calberwisch geändert wurde.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1903" />
Wasserburg und Bussenhof
Die mittelalterliche Wasserburg, auch „Altes Schloss“ genannt, also „die ehemalige Hofstätte, war von einem Befestigungsgraben rings umschlossen, in der Mitte war ein starker Festungsturm. Das aus früherer Zeit stammende, 1629 restaurierte alte »Haus Calberwisch« wurde 1839 niedergelegt.“<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" /> Wie Paul Grimm<ref name="Grimm-Burgwällle" /> 1958 ermittelte, ist von der Wasserburg nur eine in einem ovalen See liegende rundliche, wenig erhöhte Insel übrig geblieben. Vor dem Zugangsdamm im Nordwesten befindet sich eine geringe Erhöhung als Rest eines Schlossbaues. Ein ebenfalls nur in Resten erhaltener Graben umschließt das frühere Gutsgelände, in dessen Südteil sich der See mit dem Kernwerk befindet.
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|name=Bussenhof
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}} <ref name="TOP50" /> war der Name für die Siedlung um das ehemalige Gut am heute südlichen Ortseingang von Calberwisch, Dorfstraße 1 und 3.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Herkunft des Ortsnamens
Der Name könnte abgeleitet werden vom althochdeutschen kalo (kalwer) für kahl oder licht oder vom angelsächsischen calf für Rind, Wisch bedeutet Wiese.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />
Eingemeindungen
Dorf und Gut gehörten bis 1807 zum Seehausenschen Kreis, danach bis 1813 zum Landkanton Osterburg im Königreich Westphalen, ab 1816 kamen sie in den Kreis Osterburg, den späteren Landkreis Osterburg in der preußischen Provinz Sachsen.<ref name="HOB-12" />
Am 17. Oktober 1928 wurde der Gutsbezirk Calberwisch mit der Landgemeinde Calberwisch vereinigt.<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928" />
Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Calberwisch nach Düsedau eingemeindet.<ref name="2VO-LSA-1950" />
Am 1. Juli 2009 wurde die Gemeinde Düsedau zusammen mit anderen Gemeinden zur neuen Einheitsgemeinde Hansestadt Osterburg (Altmark) vereinigt.<ref name="AB-SDL" /> Damit kam Calberwisch als Ortsteil zur neu gebildeten Ortschaft Düsedau und ebenfalls als Ortsteil zu Osterburg.
Einwohnerentwicklung
| Jahr | 1734 | 1775 | 1789 | 1798 | 1801 | 1818 | 1840 | 1864 | 1871 | 1885 | 1892 | 1895 | 1900 | 1905 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Dorf Calberwisch | 70 | 123 | 138 | 93 | 153 | 137 | 149 | 115 | 92 | 93 | 193<ref name="Zahn-1928" /> | 69 | 118<ref name="Zahn-1928" /> | 58 |
| Gut Calberwisch | 32 | 52 | 62 | 72 | 106 | 120 |
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1946:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Calberwisch, die früher zur Pfarrei Walsleben gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird heute betreut vom Pfarrbereich Königsmark im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Nach Ernst Machholz stammen die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Calberwisch aus dem Jahre 1815.<ref name="Machholz" /> Frühere Einträge finden sich bei Walsleben. Ernst Haetge teilt jedoch mit, dass die ältesten Kirchenbücher nebst Register von 1672 stammen.<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Dorfkirche
Die Kirche ist im Ursprung ein romanisches Feldsteinbauwerk aus Westquerturm, gedrungenem, fast quadratischem Schiff und eingezogenem Rechteckchor, vermutlich aus den Jahren 1164/69. Der Chor ist mit einem kuppeligen Kreuzgratgewölbe geschlossen. Schiff und Turm sind im aufgehenden Mauerwerk in Backsteinverband ausgeführt, der im Ursprung gotisch ist, mehrfach verändert und 1880 grundlegend erneuert wurde.
Im Innern ist das Bauwerk flach gedeckt; Kanzel und Gestühl stammen aus dem 17. Jahrhundert. Eine spätgotische Muttergottes auf der Mondsichel stammt vom Ende des 15. Jahrhunderts. Eine Bronzeglocke ist 1465 datiert.<ref>Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Sachsen-Anhalt I. Regierungsbezirk Magdeburg. Deutscher Kunstverlag, München/Berlin 2002, ISBN 3-422-03069-7, S. 148.</ref> In der Kirche sind Gedenktafeln für die Gefallenen der Kriege zu finden.<ref name="Denkmalprojekt" />
Weitere Sehenswürdigkeiten
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof. Er ist idyllisch gelegen und eine Besichtigung wert.
- Das Neorenaissance-Schloss Calberwisch ist ein 1875 errichteter und unter Denkmalschutz stehender Bau. Schloss und Park sind in Privatbesitz und nicht mehr frei zugänglich.
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
- Ernst Wollesen: Abschriften, Regesten und Urkunden aus dem Archiv des Rittergutes Calberwisch bei Osterburg, Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 36. Jahresbericht, 1909, S. 33–48 (altmark-geschichte.de [PDF]).
Weblinks
- Corrie Leitz: Der Ortsteil Calberwisch stellt sich vor. In: osterburg.eu. 2017.
- Calberwisch im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="2VO-LSA-1950">Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 277 (PDF).</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg-1902">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1902, ZDB-ID 3766-7, S. 433, Nr. 1760.</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg-1903">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1903, ZDB-ID 3766-7, S. 5.</ref>
<ref name="AB-RB-Magdeburg-1928">Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 232.</ref>
<ref name="AB-SDL">Landkreis Stendal: Gebietsänderungsvertrag zur Bildung der neuen Gemeinde Hansestadt Osterburg (Altmark). In: Amtsblatt für den Landkreis Stendal. 19. Jahrgang, Nr. 2, 28. Januar 2009, ZDB-ID 2665593-7, S. 13–19 (landkreis-stendal.de [PDF; 512 kB; abgerufen am 18. April 2020]).</ref>
<ref name="Almanach1903">Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903</ref>
<ref name="Bistum-MD">Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 19. Dezember 2020.</ref>
<ref name="Bratring-1">Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 312 (Digitalisat).</ref>
<ref name="Denkmalprojekt">Calberwisch, Stadt Osterburg, Landkreis Stendal. In: denkmalprojekt.org. Onlineprojekt Gefallenendenkmäler, 1. April 2020, abgerufen am 19. April 2020.</ref>
<ref name="EW-2012">So viele Einwohner zählen die einzelnen Orte. In: Volksstimme Magdeburg, Lokalausgabe Osterburg. 12. Januar 2013 (volksstimme.de [abgerufen am 11. April 2020]).</ref>
<ref name="EW-2019">Nico Maß: Nur noch vierstellig. In: Osterburger Volksstimme. 21. Januar 2020, DNB 1047269554, S. 13.</ref>
<ref name="EW-2020">Nico Maß: Osterburg schrumpft. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 9. Januar 2021, DNB 1047269554, S. 17.</ref>
<ref name="EW-2022">Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20.</ref>
<ref name="EW-2023">Nico Maß: Zurück im Minus. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 18. Januar 2024, DNB 1047269554, S. 13.</ref>
<ref name="EW-2024">Nico Maß: Osterburg schrumpft. In: Osterburger Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 8. Januar 2025, DNB 1047269554, S. 13.</ref>
<ref name="Grimm-Burgwällle">Paul Grimm: Handbuch der vor- und frühgeschichtlichen Wall- und Wehranlagen. Die vor- und frühgeschichtlichen Burgwälle der Bezirke Halle und Magdeburg (= Schriften der Sektion für Vor- und Frühgeschichte. Band 6). 1958, ZDB-ID 1410760-0, S. 371, Nr. 968. (zitiert nach Rohrlach)</ref>
<ref name="HOB-12">Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.</ref>
<ref name="Hauptsatzung">Hansestadt Osterburg (Altmark): Hauptsatzung Hansestadt Osterburg (Altmark), § 15 Ortschaftsverfassung vom 3. Juli 2019. 5. Juli 2019, abgerufen am 10. April 2020.</ref>
<ref name="Kunstdenkmale-Osterburg">Ernst Haetge: Der Kreis Osterburg (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 4). Hopfer, Burg bei Magdeburg 1938, DNB 361451652, S. 71–72.</ref>
<ref name="Machholz">Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925</ref>
<ref name="Pfarrbereich">Pfarrbereich Königsmark. In: ekmd.de. Abgerufen am 29. März 2024.</ref>
<ref name="Riedel-15">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA</ref>
<ref name="Riedel B-1">Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilB</ref>
<ref name="TOP50">Top50-CD Sachsen-Anhalt, 1:50.000, Landesamt für Landesvermessung und Geoinformation, Bundesamt für Kartographie und Geodäsie 2003</ref>
<ref name="Zahn-1928">Vorlage:BibOCLC</ref> </references>
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