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Tupolew Tu-22M

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Tupolew Tu-22M
Datei:Tu-22M3 Ryazan2.JPG
Tu-22M3 im Landeanflug
Typ Schwerer Mittelstreckenbomber
Entwurfsland
Hersteller OKB Tupolew
Erstflug 30. August 1969
Indienststellung 1972
Produktionszeit

1967 bis 1997<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ту-22М (Ту-22М2/Ту-22МЗ) – {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). (Memento vom 31. Juli 2013 im Internet Archive) In: oaokapo.ru (russisch)</ref>

Stückzahl 497

Die Tupolew Tu-22M ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), NATO-Codename: Backfire) ist ein vom sowjetischen Konstruktionsbüro Tupolew entwickelter viersitziger Schwenkflügel-Überschallbomber. Nach ihrer Identifizierung durch die NATO wurde sie mit der vermuteten Bezeichnung „Tu-26“ benannt. Erst bei den Abrüstungsverhandlungen (SALT 1972) mit den USA wurde ihre Bezeichnung Tu-22M bekannt.

Geschichte

Datei:Tupolev Tu-22M3 Backfire, Russia - Air Force JP7618917.jpg
Tu-22M3 im Flug

Die Tu-22M entstand als Weiterentwicklung der Tupolew Tu-22, als klar wurde, dass diese die gestellten Anforderungen nicht erfüllen konnte. Nur ein geringer Teil der Einsätze konnte mit dieser Maschine tatsächlich im Überschallbereich, für den sie eigentlich entwickelt wurde, ausgeführt werden. Zudem lagen Reichweite und Zuladung der Tu-22 bei erhöhten Betriebskosten unter dem Niveau der Tupolew Tu-16, die sie eigentlich ablösen sollte. Das OKB Tupolew begann deshalb ab 1965 in Eigeninitiative an einem als Projekt „145“ bezeichneten Nachfolger zu arbeiten. Es nutzte hierbei auch die Ergebnisse, die im Jahre 1964 bei Untersuchungen von schwenkbaren Flügeln beim ZAGI gemacht wurden. Dabei hatte sich gezeigt, dass Schwenkflügler im Vergleich zu Starrflüglern Vorteile bei der Länge der benötigten Start- und Landestrecke sowie bei Reichweite und Nutzlast aufweisen. Der Entwurf erhielt deshalb als sichtbaren Unterschied zur Tu-22 einen Schwenkflügel. Weiterhin wurden die Triebwerke vom Außenheck oberhalb in den Rumpf verlagert. Die Tragflächen wurden in Tiefdeckeranordnung konzipiert und verfügten über relativ große Ansätze. Anfangs waren zwei Drittel der Tragflächen dreistufig schwenkbar, wobei die einzelnen Stellungen bei der Start- und Landephase sowie der Erhöhung der Reichweite im Unterschallbereich (20°), der Erhöhung der Reichweite im Überschallbereich (65°) und für Flüge in geringer Höhe im schallnahen Bereich (72°) Verwendung finden sollten. Später wurde die Zahl der Stellungen auf vier erhöht und die Fixierungswinkel auf 20°, 30°, 50° und 60° geändert. Die Pfeilung des starren Tragflügelteils betrug anfangs 65° und wurde im Laufe der Entwicklung auf 56° verringert.

Ein offizieller Auftrag seitens der Regierung wurde im November 1967 mit der Forderung erlassen, einen Nachfolger für die Tu-22K unter der Bezeichnung Tu-22KM zu entwickeln. Das „M“ stand hierbei zwar für „modernisiert“, am Ende verließ jedoch ein Entwurf die Werkshallen, der mit der Tu-22 keinerlei strukturelle Gemeinsamkeiten mehr besaß. Als Antriebe waren zwei NK-144-22 von Kusnezow vorgesehen. Tupolew legte noch im selben Monat die ersten Entwürfe unter der Projektbezeichnung „45-00“ vor. Anschließend begann im Flugzeugwerk Kasan der Bau eines ersten, als Tu-22M0 bezeichneten Prototyps, der Mitte 1969 abgeschlossen wurde. Die am 30. August gleichen Jahres begonnenen Flugtests brachten einige Mängel zutage. Bis 1972 wurden zehn Tu-22M0 gebaut, von denen fünf in die laufende Erprobung eingebunden, die anderen nach Rjasan geschickt wurden, um am dortigen Institut für Gefechtsausbildung zur Schulung des fliegenden Personals zu dienen. Da die Leistungen der Tu-22M0 nicht zufriedenstellend ausfielen, wurde ab 1970 unter dem Projektnamen „45-01“ an einer verbesserten Variante gearbeitet. Diese erhielt die Bezeichnung Tu-22M1 und wies eine um 1,5 m vergrößerte Spannweite, veränderte Lufteinlässe, aerodynamische Verbesserungen sowie eine um 3000 kg verringerte Leermasse auf. Das Flugzeug verfügte über das automatische Steuersystem ABSU-145 und auf Betreiben der Luftstreitkräfte auch über zwei ferngesteuerte GSch-23L-Zwillingskanonen, die das hintere Schussfeld abdeckten. Zwischen Sommer 1971 und Ende 1972 wurden in Kasan neun Tu-22M1 gebaut, von denen fünf für Tests genutzt wurden. Die restlichen gingen an das Gefechtsausbildungszentrum der Seefliegerkräfte.

Das endgültige Serienmodell Tu-22M2 (NATO-Code: „Backfire-B“) besaß zwei NK-22-Triebwerke und war für den Transport von bis zu drei Ch-22- oder Ch-26-Langstrecken-Antischiffslenkwaffen ausgelegt. Es wurde mit dem Navigationssystem NK-45, dem Radarzielsystem PNA, dem Bombenzielgerät OPB-15T und dem automatischen Bordsystem ABSU-145M ausgerüstet und von 1975 bis 1983 an die Streitkräfte ausgeliefert. Oberhalb der Radarnase war ein Betankungsstutzen eingebaut. Nach den START-Abkommen musste dieser demontiert werden, um aus einem Langstrecken- einen Mittelstreckenbomber zu machen.<ref name="Ausairpower">Ausairpower</ref> Ein Teil der Maschinen wurde später mit den leistungsstärkeren NK-25–Triebwerken nachgerüstet. Diese tragen die Bezeichnung Tu-22ME. Weitere Flugzeuge wurden zur Aufklärungsversion Tu-22MR umgerüstet. Des Weiteren existiert die Ausführung Tu-22MP zur elektronischen Kriegsführung. Die zweite Serienversion, die Tu-22M3 („Backfire-C“), flog am 20. Juni 1977<ref>Viktor Schunkow: Die Geschichte der russischen Militärluftfahrt 1945 bis heute. Motorbuch, Stuttgart 2023, ISBN 978-3-613-04573-6, S. 141.</ref> erstmals und wurde 1983 bei den Streitkräften eingeführt. Diese Version bildete den Großteil der insgesamt 497 Flugzeuge umfassenden Tu-22M-Flotte der Sowjetunion. Sie verfügt über abgeänderte Lufteinlässe, einen um 0,8 m verlängerten Bug und ist mit NK-25- oder NK-32-Triebwerken ausgerüstet. Daneben verfügt sie über ein OBP-15T-Bombenzielgerät, das PNA-D-Radar (NATO-Code: Down Beat) und über das HK-45-Flugkontrollsystem. Dieses ermöglicht der Tu-22M3 den Terrainfolgeflug bis unter 100 Meter über dem Boden bei Geschwindigkeiten knapp unter der Schallgrenze. Im abgeänderten Bombenschacht können bis zu sechs Ch-15-Luft-Boden-Raketen mitgeführt werden. Die Heckbewaffnung wurde auf eine GSch-23 reduziert. Die aus der Tu-22M3 abgeleitete Aufklärungsversion trägt die Bezeichnung Tu-22M3R. Die letzten Flugzeuge wurden 1993 ausgeliefert. Insgesamt wurden von der Tu-22M3 und ihrer Varianten 268 Stück gebaut. Die aktuelle Tu-22M3-Flotte besteht sowohl aus neugebauten Flugzeugen wie auch aus nachgerüsteten Tu-22M2-Maschinen.

Modernisierung

Datei:Cockpit of Tupolev Tu-22M3 (8).jpg
Cockpitdetail einer Tu-22M3
Datei:Cockpit of Tupolev Tu-22M3 (6).jpg
Arbeitsplatz des Navigators einer Tu-22M3

Bis zum Ende des Jahres 2022 wurden 30 Tu-22M3 zur Tu-22M3M Version modernisiert.<ref>Крамник, Илья: {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) Ту-22М3М. {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value) – iz.ru, 17. August 2018, abgerufen am 17. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Rian.ru (Memento vom 2. Februar 2012 im Internet Archive)</ref> Hierbei stand die Einrüstung neuer Navigationssysteme einschließlich Radar sowie von Geräten für elektronische Gegenmaßnahmen und auch die Verwendung neuer Waffen im Vordergrund. Zu den Neuerungen zählten u. a. das NW-45-Radarsystem (Novella-45) mit dem 1NW-1-Radar von Saslon, das NO-45.03M-Navigationssystem sowie das ABSU-145MTs-Flugkontrollsystem.<ref>First upgraded Tu-22M3M rolled out. In: combataircraft.keypublishing.com. Combat Aircraft, 13. April 2015, abgerufen am 3. September 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> So wurde in den kommenden Jahren, möglicherweise bis 2030, mit einer weiteren Verwendung des Bombers bei den russischen Streitkräften inklusive der Einbindung in avisierte Neustrukturierungen und mit der Ausrichtung auf mögliche kleinere regionale Konflikte gerechnet. Das Rollout der ersten auf den Tu-22M3M-Stand nachgerüsteten Maschine erfolgte am 16. August 2018. Diese Maschine verfügte über keine Abwehrbewaffnung mehr am Heck. Vor dem Cockpit ist eine aufgesetzte zentrale Wulst ersichtlich, die für die Luftbetankungssonde vorgesehen ist.<ref>Russia rolls out latest Tu-22M3M supersonic strike bomber. In: defence-blog.com. 16. August 2018, abgerufen am 16. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Als Hauptbewaffnung sollten diese modernisierten Maschinen die Lenkwaffen Ch-32 und Ch-15 tragen.<ref name="diplomat">Russia’s Upgraded Tu-22M3M Long-Range Bomber to Be Rolled Out on August 16. In: thediplomat.com. 7. August 2018, abgerufen am 16. August 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ebenso sollten auch konventionelle Marschflugkörper Ch-101, Ch-555, Ch-59MK2 und Ch-50 mitgeführt werden können.<ref name="Ausairpower" /> Weiter wurde über die Bewaffnung mit Präzisionsbomben vom Typ KAB-1500S und KAB-500S mit Glonass-Lenksystem sowie der Luft-Boden-Rakete Ch-47M2 Kinschal spekuliert. Am 28. Dezember 2018 erfolgte der Erstflug der modernisierten Variante.<ref name="flugrevue">Tu-22M3M startet zum Erstflug. FlugRevue.de, 28. Dezember 2018, abgerufen am 31. Dezember 2018.</ref>

Nutzerstaaten

Datei:TU-22 scrapyard.jpg
Verschrottung einer ukrainischen Tupolew Tu-22M3, 2002
Datei:Ukrainian Tu-22 M3.jpg
Ukrainische Tupolew Tu-22M3, SIAD-2002-Luftfahrtausstellung, Bratislava, Slowakei

Aktueller Nutzer

Ehemalige Nutzer

Einsätze

Sowjetische Intervention in Afghanistan

Der erste Gefechtseinsatz der Tu-22M erfolgte von 19 bis 21. April 1984 beim Krieg in Afghanistan, am Anfang der Pandscher-Operation. Sechs Tu-22M2 des 1225. schweren Bomberregiments wurden zum Flächenbombardement aus großer Höhe eingesetzt. Dabei trug jedes Flugzeug bis zu 64 250-kg-Bomben. Weiter führten Tu-22M3 des 185. Garde-, 402. und 840. schweren Bomberregiments von Oktober 1988 bis Februar 1989 Bombardements aus großer Höhe durch. Bei diesen Einsätzen kamen auch schwere Fliegerbomben vom Typ FAB-3000 (Gewicht 3000 kg), FAB-5000 (Gewicht 5000 kg) sowie FAB-9000 (Gewicht 9000 kg) zum Einsatz.<ref>David Donald: Tupolev Bombers. AIRtime Publishing, Vereinigte Staaten, 2003, ISBN 978-1-880588-62-8.</ref>

Tschetschenienkriege, Kaukasuskrieg 2008 und russischer Militäreinsatz in Syrien seit September 2015

Der nächste Kampfeinsatz erfolgte während der Tschetschenienkriege. Auch hier wurden die Tu-22M zum Flächenbombardement aus großer Höhe eingesetzt.

Datei:Групповой Удар Ту 22М3.jpg
Russischer Tu-22M3-Gruppenluftangriff in Syrien

Russische Tu-22M3 wurden beim Kaukasuskrieg 2008 eingesetzt. Eine Tu-22M3 des 52. schweren Garde-Bombenfliegerregiments (Schaykowka) wurde von georgischen Buk M1 abgeschossen.<ref>Russia confirms lost 2 warplanes in S.Ossetia. In: reuters.com. 9. August 2008, abgerufen am 22. Januar 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref> </ref>

Am 17. November 2015 griffen Tu-22M3 der strategischen Fernfliegerkräfte im Rahmen des Militäreinsatzes in Syrien von Russland aus Ziele der Terroristengruppe Islamischer Staat, im Osten Syriens mit 250-kg und 500-kg-Freifallbomben.<ref>Nicholas de Larrinaga: Russia launches long-range air sorties into Syria. In: janes.com. 17. November 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. November 2015; abgerufen am 19. November 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Massierte Luftschläge russischer Langstrecken-Bomber auf IS-Objekte in Syrien. In: de.sputniknews.com. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. November 2015; abgerufen am 17. November 2015.</ref>

Russischer Überfall auf die Ukraine seit Februar 2022

Beim Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine im Februar 2022 feuerten Tu-22M-Flugzeuge laut ukrainischen Angaben im Februar 16 Marschflugkörper auf Ziele in der Ukraine. Sie seien außerhalb der Ukraine abgefeuert worden.<ref>Russian Tu-22M3 Strategic Bomber Dropped 16 Precision Missiles on Kharkiv: Ukrainian MoD, defenseworld, 2. März 2022</ref> Ab Mitte April wurden Tu-22M zur Bombardierung des belagerten Mariupol eingesetzt. Dabei starteten Tu-22M Marschflugkörper aus der Region Krasnodar und warfen bei Angriffe aus großer Höhe Freifallbomben ab.<ref>Russian Bombers Just Carpet-Bombed Mariupol, Forbes, 15. April 2022; Supersonic Russian jets drop dumb bombs on Mariupol steel plant, The Times</ref><ref>Ukraine: Russland setzt Überschallbomber ein. In: Tagesschau.de. ARD, 15. April 2022, abgerufen am 15. April 2022.</ref><ref>Таня Герасимова: Russian Invaders First Hit Mariupol From Long-Range Tu-22M3 Bombers – Motuzianyk. In: Ukrainian News. 15. April 2022, abgerufen am 15. April 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Mai 2022 starteten russische Tu-22M-Bomber Raketen vom Typ Ch-22 gegen Ziele in der Ukraine. Die aus der Sowjetzeit stammenden Raketen wurden gegen Ziele in der Region Donezk eingesetzt.<ref>Perild.com: Russia first hit Ukraine with Soviet X-22 missiles</ref><ref>Defence-ua.com: Russians Use Obsolete Missiles to Launch Strikes on Ukraine</ref><ref>Twitter.com – Massimo Frantarelli: The launch of two supersonic cruise missiles kh-22 from a long-range supersonic missile-carrying bomber Tu-22.</ref> Im Laufe des Krieges starteten Tu-22M, die Ch-22- und Ch-32-Marschflugkörper aus dem russischen Luftraum zunehmend gegen Ziele in der gesamten Ukraine einsetzten; die Fähigkeit des Flugzeugs, außerhalb der Reichweite der ukrainischen Luftabwehr zu bleiben, ermöglichte die Teilnahme an einer Vielzahl von Distanzangriffen auf die Ukraine.

Aufgrund seiner Rolle bei Raketenabschussoperationen wurde es jedoch auch zunehmend zum Ziel ukrainischer Langstreckendrohnen.<ref>Jérôme Brahy: Ukraine destroys valuable Tu-22M3 strategic bomber in drone strike on key Russian airbase. armyrecognition.com, 15. April 2025, abgerufen am 2. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im August 2023 wurde eine Tu-22M3 auf dem Militärflugplatz Solzy vermutlich durch eine ukrainische Drohne zerstört.<ref>Dylan Malyasov: Russia Tu-22M3 bomber destroyed in drone attack. In: Defence Blog. Abgerufen am 20. August 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 19. April 2024 stürzte eine russische Tu-22M3 auf russischem Gebiet in der Region Stawropol ab. Der Kommandeur der ukrainischen Luftwaffe Oleschtschuk behauptete, es sei erstmals gelungen, trotz einer Entfernung von rund 300 km ein solches Flugzeug mit einer Flugabwehrrakete von ukrainischem Territorium aus abzuschießen. Ein Video zeigt eine Tu-22M in einer flachen Drehung mit Flammen am Heck. Einer der Piloten starb bei dem Absturz. Das russische Verteidigungsministerium behauptete, der Bomber sei aufgrund eines technischen Fehlers abgestürzt.<ref>Lea-Katharina Krause, dpa, Reuters, AFP: Krieg in der Ukraine: Ukraine meldet erstmals Abschuss von russischem Langstreckenbomber. In: Die Zeit. 19. April 2024, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. April 2024]).</ref><ref>{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value). tass.ru, 19. April 2024, abgerufen am 19. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Ukraine meldet Abschuss eines russischen Bombers – Russland spricht von "Fehlfunktion". 15. April 2024, abgerufen am 19. April 2024.</ref> Möglicherweise wurde am 27. Juli 2024 zwei weitere Tu-22M auf dem Militärflugplatz Olenja (Oblast Murmansk), rund 1800 km von der Ukraine entfernt durch eine Drohne schwer beschädigt.<ref>Russische Truppen melden erneut Erfolge – Putin droht mit Reaktion auf US-Raketenstationierung in Deutschland. Frankfurter Rundschau, 28. Juli 2024, abgerufen am 28. Juli 2024.</ref> Bei einer großangelegten Aktion („Operation Spinnennetz“) des Sicherheitsdienstes der Ukraine wurden am 1. Juni 2025 mittels mehr als 100 autonom gesteuerter Drohnen, die unmittelbar vor Ort gestartet wurden, laut ukrainischen Angaben mehr als 40 Flugzeuge der Typen A-50, Tu-160, Tu-95 und Tu-22M3 auf vier verschiedenen Militärflugplätzen beschädigt oder zerstört;<ref>Sasha Vakulina: 'Operation Spiderweb’: How Ukraine destroyed over a third of Russian bombers. Euronews, 1. Juni 2025, abgerufen am 2. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> auf Satellitenbildern konnte der Verlust bzw. die Beschädigung von mindestens vier Tu-22M3 allein auf dem Flugplatz Belaja bei Irkutsk in Sibirien bestätigt werden.<ref>Roman Pryhodko: Satellite Images Confirm Four More Tu-22M3 Bombers Destroyed at Belaya Air Base. NGO "MILITARNYI", 2. Juni 2025, abgerufen am 2. Juni 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Versionen

Datei:Tupolev Tu-22M1, Riga Aviation Museum.jpg
Tupolew Tu-22M1, ausgestellt im Rigaer Luftfahrtmuseum
Tu-22KM u
offizielle Projektbezeichnung nach dem Ministerratserlass Nr. 1098-378.
Tu-22M0 (45-00)
erste Prototypenserie, zehn Stück gebaut.
Tu-22M1 (45-01, NATO-Code „Backfire-A“)
zweite, verbesserte Prototypenserie, neun Stück gebaut.
Tu-22M2 (45-02, „Backfire-B“)
erste Serienversion mit abgerundeten Lufteinläufen, 211 Stück gebaut.
Tu-22ME („Backfire-B“)
leistungsgesteigerte Version.
Tu-22MP („Backfire-B“)
Aufklärerversion.
Tu-22M3 (45-03, „Backfire-C“)
modernisierte Version mit rechteckigen Lufteinläufen.
Tu-22M3R („Backfire-C“)
Aufklärerversion.
Tu-22M3M („Backfire-D“)
Modernisierte Version mit Triebwerk NK-32 von Tu-160 (Reichweite durch Ökonomie wesentlich vergrößert, reduzierte Infrarotsignatur), Nachbetankungssystem, neuer Avionik; neue Bewaffnung (Ch-32, Ch-47, Ch-58, Ch-31), Navigation sowie Zielzuweisung über GLONASS-Satellitensystem.

Technische Daten

Datei:Tupolev Tu-26 BACKFIRE.png
Dreiseitenriss
Datei:Tu-22M prototyp.jpg
Tu-22M-Prototyp
Datei:Tupolew Tu-22M Kazan ul Maksimova.jpg
Ausgestellte Tupolew Tu-22M in Kasan, Russland
Kenngröße Daten der Tu-22M3 (Backfire-C)
Typ Mittelstreckenbomber
Besatzung 4 (Kommandant, stellvertretender Kommandant, Navigator, Operator)
Länge 42,46 m
Spannweite
  • ausgeschwenkt: 34,28 m (20°)
  • eingeschwenkt: 23,30 m (65°)
Flügelfläche (bei der Pfeilung von 20°) 183,57 m²
Flügelstreckung
  • ausgeschwenkt: 6,4
  • eingeschwenkt: 2,96
Tragflächenbelastung
  • minimal (Leermasse): 425 kg/m²
  • nominal (normale Startmasse): 610 kg/m²
  • maximal (maximale Startmasse): 686 kg/m²
Höhe 11,05 m
Leermasse 68.000 kg
normale Startmasse 112.000 kg
max. Startmasse 126.000 kg
Treibstoffkapazität 53.550 kg
Kraftstoffverhältnis 0,48
Höchstgeschwindigkeit
  • Mach 2,19 bzw. 2327 km/h (auf 10.975 m Flughöhe)
  • Mach 0,84 bzw. 1050 km/h (auf Meereshöhe)
Marschgeschwindigkeit 930 km/h
Dienstgipfelhöhe 13.300 m
max. Steigrate 15 m/s
Einsatzradius
  • im Überschallflug: 1850 km
  • im Unterschallflug in Bodennähe: 1650 km
  • im Unterschallflug: 2410 km
Überführungsreichweite ca. 7000 km
Triebwerke zwei Kusnezow/KKBM NK-25-Mantelstromtriebwerke
Schubkraft
  • mit Nachbrenner: 2 × 245,25 kN
  • ohne Nachbrenner: 2 × 142,24 kN
Schub-Gewicht-Verhältnis
  • maximal (Leermasse): 0,64
  • nominal (normale Startmasse): 0,45
  • minimal (maximale Startmasse): 0,4

Bewaffnung

Datei:X-22 under Tu-22M3.jpg
Ch-22-Marschflugkörper im Bombenschacht und an einer Außenlaststation
Datei:Tu-22M.Rakete.jpg
Ch-22 unter einer Tu-22M2

Rohrbewaffnung zur Selbstverteidigung

Tu-22M2
  • 1 × Heckstandeinheit UKU-9A-502 mit einer Lafette in einem Drehkuppelturm mit zwei doppelläufigen 23-mm-Maschinenkanonen Grjasew-Schipunow GSch-23 mit 600 Schuss Munition pro MK. Die Heckstandeinheit wird von einem Besatzungsmitglied ferngesteuert bedient. Als Zielhilfe ist oberhalb der Kugelblende das Feuerleitradar PRS-3 „Argon 2“ eingebaut. Am Ende der Einheit sind in einer Kugelblende zwei GSch-23 als Zwillingslafette beweglich eingebaut.<ref>Jefim Gordon, Wladimir Rigmant: Tupolev Tu-22 „Blinder“, Tu-22M „Backfire“. Aerofax, 1998.</ref>
Tu-22M3
  • 1 × Heckstandeinheit UKU-9A-502MA mit einer Lafette in einem Drehkuppelturm mit einer doppelläufigen 23-mm-Maschinenkanone Grjasew-Schipunow GSch-23 mit 600 Schuss Munition. Für das Heck der Tupolew Tu-22M3 wurde die Heckstandeinheit erneut angepasst und mittels Reduktion auf eine Maschinenkanone leichter gefertigt. Ein Besatzungsmitglied bedient die Maschinenkanone ferngesteuert vom Cockpit aus. Als Zielhilfe sind oberhalb der Kugelblende das Feuerleitradar PRS-4KM „Krypton“ sowie eine Videokamera eingebaut. Am Ende der Einheit ist in einer Kugelblende eine GSch-23 in einer Lafette beweglich eingebaut.

Abwurfwaffen

Waffenzuladung von 21.000 kg an zwei Außenlaststationen sowie im Bombenschacht. Im Bombenschacht können an einem internen MKU-6-1-Drehgestell Marschflugkörper mitgeführt werden.

Marschflugkörper (Auswahl)
Ungelenkte Bomben
  • 8 × Seeminen vom Typ RMI, UDM, UDM-5, APM, AMD-2M, oder AGDM
  • 12 × AMD-500M (Seemine)
  • 18 × IGDM-500 oder UDM-500 (Seemine)
  • 69 × FAB-100 (100-kg-Freifallbombe)
  • 69 × FAB-250 (250-kg-Freifallbombe)
  • 69 × OFAB-250 (250-kg-Splitter-Sprengbombe)
  • 69 × ZAB-250 (250-kg-Brandbombe)
  • 42 × FAB-500 (500-kg-Freifallbombe)
  • 42 × OFAB-500 (500-kg-Freifallbombe)
  • 42 × OFZAB-500 (500-kg-Brandbombe)
  • 42 × RBK-250-275 (275-kg-Streubombe)
  • 16 × RBK-500 (500-kg-Streubombe)
  • 16 × FAB-1000 (1.000-kg-Freifallbombe)
  • 8 × FAB-1500M-54 (1.500-kg-Freifallbombe)
  • 8 × FAB-1500T (1.500-kg-Freifallbombe)
  • 3 × FAB-3000 (3.000-kg-Freifallbombe)
  • 2 × FAB-5000 (5.000-kg-Freifallbombe)
  • 1 × FAB-9000 (9.000-kg-Freifallbombe)
  • 2–4 nukleare Freifallbomben

Zwischenfälle

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

Zivile Baureihen:

ANT-1ANT-2ANT-9ANT-14ANT-20ANT-25ANT-35Tu-70Tu-104Tu-110Tu-114Tu-116Tu-124Tu-134Tu-144Tu-154Tu-204Tu-214Tu-244Tu-324Tu-330Tu-334Tu-354Tu-414Tu-444

Militärische Baureihen:

ANT-3ANT-4ANT-5ANT-6ANT-7ANT-8ANT-10ANT-16ANT-22ANT-23ANT-25WWANT-26ANT-27ANT-28ANT-29ANT-31ANT-37ANT-40ANT-42ANT-44M-141M-143Tu-1Tu-2Tu-4Tu-8Tu-12Tu-14Tu-16Tu-22Tu-22MTu-75Tu-80/85Tu-82/83Tu-91Tu-95Tu-98Tu-107Tu-121Tu-123Tu-126Tu-128Tu-142Tu-156Tu-160Tu-2000PAK DAWoron

Vorlage:Klappleiste/Ende