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al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel

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Datei:Situation au Yémen.svg
Situation im Jahr 2015:
  • Unter Kontrolle von Abed Rabbo Mansur Hadi, dem gewählten Präsidenten des Jemen
  • Unter Kontrolle der Huthi-Rebellen
  • Unter Kontrolle von al-Qaida auf der arabischen Halbinsel
  • Al-Qaida auf der arabischen Halbinsel (arabisch القاعدة في جزيرة العرب, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value), nach seiner englischen Bezeichnung al-Qaʿida on the Arabian Peninsula meist als AQAP oder QAP abgekürzt) ist ein regionaler Ableger der islamistischen Terrororganisation al-Qaida, der im Januar 2009 aus einer Fusion jemenitischer und saudischer Zweige dieser Organisation hervorging<ref name="Vgl. Laurent Bonnefoy 2011">Vgl. Laurent Bonnefoy: Salafism in Yemen. Transnationalism and Religious Identity. Hurst & Company, London, 2011, S. 255.</ref> und heute hauptsächlich im südlichen Jemen aktiv ist. Die wichtigsten militärischen Anführer der Gruppe waren bzw. sind Nāsir al-Wuhaischī (1976–2015), Saʿīd ʿAlī asch-Schihrī und Qāsim ar-Raimī (1978–2020).

    Vorgeschichte in Saudi-Arabien

    Schon vor der jetzt bestehenden AQAP bestand zwischen 2002 und 2005 eine gleichnamige Organisation in Saudi-Arabien. Sie ging aus einer Gruppe von jungen Muslimen hervor, die sich Ende der 1980er und Anfang der 1990er Jahre regelmäßig in einem Haus in der Umgebung von Riad trafen, das als Bait Schubrā bekannt war. Sie standen den Gelehrten der Sahwa-Bewegung, die ihnen zu politisch waren, kritisch gegenüber und beschäftigten sich vor allem mit den Schriften von Dschuhaimān al-ʿUtaibī, Abū Muhammad al-Maqdisī und bestimmten wahhabitischen Gelehrten des 19. Jahrhunderts.<ref>Vgl. Wagemakers: A quietist Jihadi. 2012, S. 122.</ref> Als eigentlicher Gründer und erster Führer von AQAP gilt der Afghanistan-Kämpfer Yūsuf al-ʿUyairī. Er rekrutierte 1998 die ersten Führungspersönlichkeiten von AQAP wie Chālid al-Hāddsch und ʿAbd al-ʿAzīz al-Muqrin aus seinem Bekanntenkreis.<ref name="Vgl. Meijer 2007">Vgl. Meijer: „Yūsuf al-ʿUyairī“. 2007, S. 431.</ref> Die eigentliche Gründung von AQAP erfolgte im Jahre 2002 auf Befehl von Osama bin Laden.<ref>Vgl. Wagemakers: A quietist Jihadi. 2012, S. 126.</ref> Mehrere frühere Mitglieder der Bait-Schubrā-Gruppe schlossen sich in den frühen 2000er Jahren der AQAP an.<ref>Vgl. Wagemakers: A quietist Jihadi. 2012, S. 128.</ref>

    Nach der amerikanischen Invasion des Irak im Frühjahr 2003 unternahm AQAP eine Serie von Bombenanschlägen gegen westliche Einrichtungen in Saudi-Arabien, die sich bis zum Jahre 2004 fortsetzte.<ref>Vgl. Wagemakers: A quietist Jihadi. 2012, S. 126, 129.</ref> Als Rechtfertigung für ihre Anschläge dienten ihnen die Schriften von Abū Muhammad al-Maqdisī, in denen dieser Saudi-Arabien zu einem ungläubigen Staat erklärt hatte.<ref>Vgl. Wagemakers: A quietist Jihadi. 2012, S. 137.</ref> Die saudischen Behörden konnten aber die terroristischen Aktivitäten der AQAP erfolgreich bekämpfen, Yūsuf al-ʿUyairī wurde am 31. Mai 2004 bei einem Zusammenstoß mit der Polizei in der Nähe von Ha'il getötet.<ref name="Vgl. Meijer 2007"/> Viele militante Islamisten der AQAP flohen daraufhin in den Jemen.<ref name="Vgl. Laurent Bonnefoy 2011"/> In Saudi-Arabien selbst hörte AQAP schon 2005 auf zu existieren.<ref>Vgl. Wagemakers: A quietist Jihadi. 2012, S. 120.</ref>

    Bekämpfung von AQAP im Jemen seit 2009

    Im Jemen war al-Qaida bereits seit den frühen 2000er Jahren aktiv. Anschläge erfolgten im Jahr 2000 auf die Cole, 2008 auf die amerikanischen Botschaft sowie in mehreren Fällen auf ausländische Touristen. Dadurch geriet Jemen international immer mehr unter Druck, gegen al-Qaida vorzugehen. Nachdem sich der saudische und der jemenitische Zweig von al-Qaida im Januar 2009 unter dem Namen AQAP zusammengeschlossen und zu dem gescheiterten Versuch der Sprengung des Northwest-Airlines-Flug 253 im Landeanflug auf Detroit bekannt hatte, kam es zu einem erheblichen amerikanischen Engagement bei Operationen gegen die Organisation, die nun ihr Hauptzentrum im Jemen hatte. Dazu gehörten Ausbildung, Austausch nachrichtendienstlicher Erkenntnisse mit der jemenitischen Regierung und die Entsendung „mehrerer Dutzend Truppen“ aus dem Joint Special Operations Command. Ende 2009 intensivierte auch die jemenitische Regierung ihren Kampf gegen AQAP.<ref name="WaPo">Dana Priest: U.S. military teams, intelligence deeply involved in aiding Yemen on strikes. The Washington Post, 27. Januar 2010, abgerufen am 27. Januar 2010.</ref>

    Die Oberkommandierenden der jemenitischen Streitkräfte waren die Präsidenten Ali Abdullah Saleh und Ali Mohammed Mudschur. Insgesamt kämpfen bis zu 10.000 jemenitische Soldaten<ref>Yemeni troops target al-Qaeda. al-Dschasira, 5. Januar 2010, abgerufen am 23. Januar 2010.</ref> mit einigen dutzend amerikanischen Streitkräften<ref name="WaPo" /> gegen 300<ref>Yemen says may harbor up to 300 Qaeda suspects. Reuters, 29. Dezember 2009, abgerufen am 23. Januar 2010.</ref> islamistische Terroristen. Insgesamt wurden über 85 Personen auf der Seite der jemenitischen Regierung getötet.<ref>Yemeni government casualties: In Yemen, soldiers kill al-Qaeda leader and militant ambush kills 2 troops, Yemeni troops target al-Qaeda</ref><ref>http://www.criticalthreats.org/yemen/aqap-and-suspected-aqap-attacks-yemen-tracker-2010</ref> Höchstens 105 al-Qaida-Kämpfer sind seit Ausbruch des Konflikts getötet worden.<ref>al-Qaeda casualties: Yemen Tribe Protecting American-Yemeni Islamic Cleric, Yemen Says It Killed 2 Militants in Arhab, In Yemen, soldiers kill al-Qaeda leader and militant ambush kills 2 troops, Yemen says al-Qaeda militant killed in clash</ref> Dagegen sind mindestens 45 Zivilisten umgekommen.<ref name="guardian" /><ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.irishtimes.comCivilian casualties (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2023. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref><ref>In poorest Arab state, war against terror is war without means. Irishtimes.com, 20. Januar 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 12. September 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.irishtimes.com (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

    Chronologie

    Neben dem landesweiten Kampf gegen die sunnitische al-Qaida in mehreren Provinzen kämpfen im Nordjemen auch schiitische Aufständische, und im Süden erhalten Separatisten Zulauf, siehe Südjemen-Aufstand.<ref name="guardian">Hugh MacLeod und Nasser Arrabyee: Yemeni air attacks on al-Qaida fighters risk mobilising hostile tribes. Abgerufen am 5. Februar 2015.</ref>

    Anschlag auf Charlie Hebdo

    Im Januar 2015 bekannte sich die al-Qaida auf der arabischen Halbinsel im Jemen zum Terroranschlag auf das Redaktionsbüro von Charlie Hebdo am 7. Januar 2015.<ref>https://www.tagesschau.de/ausland/charlie-hebdo-al-kaida-101.html</ref>

    Siehe auch

    Literatur

    • Thomas Hegghammer: Jihad in Saudi Arabia. Violence and Pan-Islamism since 1979. Cambridge University Press, Cambridge [u. a.] 2010, S. 186–226.
    • Joas Wagemakers: A quietist Jihadi: the ideology and influence of Abu Muhammad al-Maqdisi. Cambridge Univ. Press, Cambridge 2012, S. 120–144.
    • Roel Meijer: „Yūsuf al-ʿUyairī and the Making of a Revolutionary Salafi Praxis“ in Die Welt des Islams 47 (2007), S. 422–459.

    Weblinks

    Commons: Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

    Einzelnachweise

    <references />