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Georgenhospital (Berlin)

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Georgenhospital (Berlin)

Datei:Berlin Georgentor.jpg
Georgenhospital, mit Kapelle und Pesthaus (mit Dachaufsatz), 1688
Ort Berlin-Mitte

Gründung vor 1272
Auflösung 1885
Website

Das Georgenhospital war ein Hospital für Kranke und Arme in Berlin. Es wurde 1272 erstmals erwähnt und 1885 verlegt.

Lage

Datei:Berlin Georgenkirchplatz.jpg
Georgenkirchplatz 1846 (Georgenhospital Nr. 34, links unterhalb der Kirche)

Das Georgenhospital stand zwischen der damaligen Neuen Königstraße (heute Otto-Braun-Straße) und der Landsberger Straße, den beiden Fernhandelsstraßen, die von Alt-Berlin nach Nordosten führten. Die Adresse vor der Auflösung lautete Georgenkirchplatz 34/35.

Seit den 1960er Jahren befindet sich etwa am früheren Standort das Haus der Statistik, direkt an der Ecke Otto-Braun-Straße und Karl-Marx-Allee. Es sind keine historischen Mauerreste erhalten.

Geschichte

Das St. Georgen-Hospital wurde in einem Brief der Bäckergilde im Jahr 1272 erstmals als Armenhaus erwähnt, ebenso wie erstmals das Heilig-Geist-Spital (das innerhalb der Stadtmauern lag).<ref>Richard Borrmann: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin, 1893, S. 180; mit detaillierten Angaben zu den ersten drei historischen Erwähnungen.</ref> Später, im Jahr 1278 wurde es als Siechenhaus (domus infirmorum, Krankenaufnahmeort) bezeichnet und 1288 als Aussätzigenhaus (domus leprosorum, für Leprakranke). Georgenhospitäler waren im Mittelalter für auswärtige Arme, Reisende und Kranke sowie für Personen mit ansteckenden Krankheiten eingerichtet worden und bestanden auch in vielen anderen mitteleuropäischen Städten, immer in einiger Entfernung vor den Stadttoren an wichtigen Handelswegen.<ref>Vorlage:LuiseBMS, S. 95; auch Borrmann, 1885, S. 180, und Paul Torge: Das Heiliggeist- und St. Georgshospital zu Berlin in vorreformatorischer Zeit. In: Mitteilungen des Vereins für die Geschichte Berlins, 50, Berlin 1933, S. 67 (@1@2Vorlage:Toter Link/www.4lx.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )) </ref> 1331 wurde erstmals die St. Georgenkapelle, die zum Hospital gehörte, erwähnt.<ref name="Stiftung" /> Aus den folgenden Jahrhunderten sind keine weiteren Angaben zu diesem Hospital überliefert. Erst in Karten des 17. Jahrhunderts und in einem Adressbuch von Berlin aus dem Jahr 1799 taucht auch ein Georgenfriedhof auf.<ref>Georgenfriedhof mit einem benachbarten Pfarrhaus. In: Karl Neander von Petersheiden: Anschauliche Tabellen, 1799, Teil I, S. 110 (Da die Sterberate der Hospitalinsassen hoch war, wurden sie in der Nähe begraben.).</ref> Hier gab es auch einen Armesündergrund für die Toten, denen „keine christliche Bestattung zuteil werden durfte“.<ref>Hans Jahn: Berlin im Todesjahr des Großen Kurfürsten. In: Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins. Heft 55, S. 40.</ref>

Im Jahr 1720 wurde das Hospitalgebäude wegen Baufälligkeit abgetragen und durch einen Neubau, wiederum zur Aufnahme von alten und kranken Menschen, ersetzt.<ref>Richard Borrmann: Die Bau- und Kunstdenkmäler von Berlin. Berlin 1893, S. 180 f.</ref><ref>Georgen-Hospital. In: Johann Christian Gädicke: Lexicon von Berlin. 1805, S. 237; Textarchiv – Internet Archive, Zitat</ref> „Die Hospitaliten müssen sich mit 250 Rthlr. einkaufen, und bekommen dafür freye Wohnung, Holz, wöchentlich 8 bis 9 Pfund Brod, und mehrere andere Bedürfnisse.“<ref>St. Georgenkirche an der Neuen Friedrichstraße und der Landsberger Straße. In: Berliner Adreßbuch, 1850, Teil 4, S. 287 (unweit des Alexanderplatzes. Zudem werden hier auch zwei Prediger, ein Küster, ein Hochzeits- und Leichenbitter genannt).</ref>

Am Georgenkirchplatz waren zuvor schon weitere karitative Einrichtungen errichtet worden,<ref>Friedrich Nicolai: Beschreibung der königlichen Residenzstädte Berlin und Potsdam. Teil 1, Berlin 1786, S. 34</ref> wie das Spletthaus<ref>Hospital, Spletthaus auf dem Georgenkirchhof. In: Berliner Adreßbuch, 1850, Teil 1, S. 286.</ref> für arme Witwen oder 1674 das Dorotheenhospital „für mittellose Fremde“. Diese mussten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch der intensiveren Bebauung im Umfeld des Alexanderplatzes weichen. Das Georgenhospital erhielt 1885 zusammen mit dem Heilig-Geist-Spital einen Neubau im Wedding in der Reinickendorfer Straße, ohne den Namen fortzuführen.<ref>Rudolf Virchow et al.: Die Anstalten der Stadt Berlin für die öffentliche Gesundheitspflege und für den naturwissenschaftl. Unterricht. Berlin 1886, S. 192 f.</ref><ref>Nikolaus Bernau: Berliner Geschichte: Spitäler zum Gesunden nicht geeignet. In: Berliner Abendblatt, 17. Mai 2020; abgerufen am 24. Oktober 2021.</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive > <ref name="Stiftung">Die Stiftung zum Heiligen Geist und St. Georg stellt sich vor, abgerufen am 21. März 2026.</ref> </references>