Zum Inhalt springen

Bahnhof Gelnhausen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. April 2026 um 19:23 Uhr durch imported>Reinhard Dietrich (Zukunft: aktualisiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Gelnhausen
Datei:Gelnhausen-Bahnhof-nachts 0074 2 3.jpg
Empfangsgebäude bei Nacht
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Abkürzung FGEL
IBNR 8000117
Preisklasse 4
Eröffnung 1. Mai 1867
Profil auf bahnhof.de Gelnhausen
Architektonische Daten
Baustil Neoromanik
Architekt Paul Rowald
Lage
Stadt/Gemeinde Gelnhausen
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 50° 11′ 48″ N, 9° 11′ 22″ OKoordinaten: 50° 11′ 48″ N, 9° 11′ 22″ O
 {{#coordinates:50,196617|9,189453|primary
dim=2000 globe= name=Gelnhausen region=DE-HE type=railwaystation
  }}
Höhe (SO) 129 m ü. NHN
Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Gelnhausen
Bahnhöfe in Hessen

Der Bahnhof Gelnhausen ist der Bahnhof der Kreisstadt Gelnhausen an der Bahnstrecke Frankfurt–Göttingen in Hessen.

Geschichte

Der Bahnhof wurde im Zuge der Frankfurt-Bebraer Eisenbahn für die damalige Kreisstadt des Landkreises Gelnhausen eingerichtet. Die Betriebsaufnahme erfolgte am 1. Mai 1867. Im Laufe der Zeit wurden hier weitere drei Bahnstrecken angeschlossen:

  1. zum 30. November 1870 die Bahnstrecke Gießen–Gelnhausen. Sie ist noch heute in Betrieb.<ref>Landesamt: Eisenbahn …. S. 397.</ref>
  2. Am 15. Dezember 1895 nahm die schmalspurige Spessartbahn ihren Betrieb nach Bieber auf. Zum 23. Juli 1951 wurde der Verkehr der Spessartbahn eingestellt.<ref>Landesamt: Eisenbahn …. S. 759.</ref> Aufgrund der abweichenden Spurweite hatte sie eigene Betriebsanlagen, auch ein eigenes Empfangsgebäude, das südlich des „Staatsbahnhofs“ Gelnhausen lag.<ref name="Thomé">Thomé: Führer über die Linien des Bezirks der Reichsbahndirektion Frankfurt (Main).</ref>
  3. Am 15. Oktober 1904 folgte schließlich die Kleinbahn Gelnhausen–Langenselbold. Ihre Einrichtungen lagen ebenfalls südlich der Staatsbahngleise. Sie besaß im Bahnhof Gelnhausen der Staatsbahn einen eigenen Bahnsteig für den Personenverkehr.<ref name="Thomé" /> Da diese Kleinbahn in Normalspur errichtet war, bestand ein Verbindungsgleis zur Staatsbahn, so dass Güterwagen zwischen beiden Bahnen übergehen konnten. 1963 wurde – nachdem zuvor schon ein Abschnitt aufgegeben worden war – auch der letzte, von Gelnhausen ausgehende Abschnitt der Kleinbahn stillgelegt.<ref>Landesamt: Eisenbahn …. S. 895.</ref>

Der Bahnhof Gelnhausen war Ende der 1990er Jahre einer der „Pilotbahnhöfe“, in denen die – auch derzeit von der DB Station&Service verwendeten – dunkelblauen Bahnhofsschilder mit weißer Schrift ausprobiert wurden.

Ende Dezember 2019 wurde die Flutbrücke Gelnhausen erneuert, über mehrere Jahre genutzte Hilfsbrücken wurden ausgebaut. Der Bahnhof kann damit wieder mit 160 km/h befahren werden.<ref name="br-2020-2-54">Hessen. In: Bahn-Report. Nr. 2, März 2020, ISSN 0178-4528, S. 54–56.</ref> Die im Nordkopf des Bahnhofs eingesetzten Hilfsbrücken waren nur mit 90 km/h befahrbar.

In Vorbereitung für den Umbau des Bahnhofs wurde am 21. November 2023 ein Elektronisches Stellwerk (ESTW-UZ) in Betrieb genommen.<ref>Umfangreiche Technik-Checks vor Inbetriebnahme des elektronischen Stellwerks Gelnhausen: Ab 21. November steuert die DB Züge per Mausklick. DB Netz AG, 8. November 2023, abgerufen am 4. Dezember 2023.</ref>

Gebäude

Das Empfangsgebäude und die übrigen Hochbauten des Bahnhofs sind heute überwiegend Kulturdenkmäler nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Empfangsgebäude

Datei:DE HE Gelnhausen bearb.JPG
Empfangsgebäude, Gleisseite
Datei:Empfangsgebäude Gelnhausen Straßenseite.jpg
Empfangsgebäude, Straßenseite
Datei:Bahnhof Gelnhausen romanisches Klo.jpg
„Romanisches“ Toilettenhäuschen

Das Empfangsgebäude wurde in neuromanischem Stil aus Buntsandstein errichtet und nimmt so einerseits auf die Historie der Stadt Gelnhausen, eine stauferzeitliche Gründung, als auch auf das bekannteste romanische Gebäude der Stadt, die Pfalz Gelnhausen, aber auch etwa das Romanische Haus, Bezug.<ref>Grossart: Die Entwicklung der Eisenbahnhochbauten im Rhein-Main-Gebiet. In: Die Reichsbahn 16 (1940), S. 200–215 (204).</ref> Der Architekt Paul Rowald plante auch den Bahnhof Bad Hersfeld mit gleichem Grundriss und benutzte bei beiden Gebäuden ähnliche Stilformen.<ref name="Eisenbahn337">Landesamt: Eisenbahn …. S. 337.</ref>

Das Gebäude wurde 1882/83 errichtet, ist also ein Bauwerk der „zweiten Generation“ des Hochbaus an der Strecke. Das Empfangsgebäude ist symmetrisch auf einem H-förmigen Grundriss gestaltet. Straßenseitig wird die Fassade von drei Spitzgiebeln dominiert, gleisseitig entfällt der mittlere Giebel bei der Fassadengestaltung. Westlich an das Hauptgebäude angebaut ist ein „Fürstenpavillon“ mit drei Fensterachsen, östlich des Hauptgebäudes, freistehend, befindet sich ein ebenfalls neuromanisch gehaltenes Toilettenhäuschen.<ref name="Eisenbahn337" />

Weitere Gebäude

Zu den Bauten im Bahnhofsbereich gehört weiter eine Bahnmeisterei von 1868, also ein Bauwerk der „ersten Generation“ des Hochbaus an der Strecke, eine Güterabfertigung aus der Zeit um 1870, die 2011 abgerissen wurde, und ein Wasserturmarchitektonisch an die Türme der Gelnhäuser Stadtmauer angelehnt – aus dem Jahr 1937.<ref>Landesamt: Eisenbahn …. S. 336 ff.</ref>

Verkehr

Datei:HLB Gelnhausen.JPG
Diesel-Triebwagen der Hessischen Landesbahn als RB 46 von Gelnhausen nach Gießen. Dieser Zug verkehrt über die Lahn-Kinzig-Bahn.

Der Bahnhof hat einen Haus- und einen Inselbahnsteig. Neben dem Hausbahnsteig gibt es in seinem westlichen Bereich ein Kopfgleis, das den dort beginnenden und endenden Zügen der Lahn-Kinzig-Bahn nach und aus Richtung Büdingen und Gießen dient. Die übrigen drei Bahnsteigkanten werden ausschließlich von Zügen der Kinzigtalbahn angefahren, die von hier bis Hanau-Wolfgang für 200 km/h ausgebaut ist. Der Bahnhof Gelnhausen dient deshalb auch häufig für das Überholen der Nahverkehrszüge durch ICE- und IC-Züge. Der Bahnhof Gelnhausen selbst wird heute vom Nah- und Regionalverkehr bedient und hat eine große Bedeutung für den Pendlerverkehr aus Vogelsberg und Spessart in das Rhein-Main-Gebiet.

Linie Verlauf Takt Betreiber

Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 4X Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 5X Vorlage:Linienverlauf SPNV RMV 5X

Früher wurde der Bahnhof Gelnhausen durch zwei weitere Strecken bedient:

Die Bahnanlagen beider Bahnen lagen unmittelbar südlich des Gelnhäuser „Staatsbahnhofs“. Seit 1930 hatten beide Bahnen einen gemeinsamen Bahnsteig, der durch eine Unterführung mit den Bahnsteigen der Staatsbahn verbunden war. Bauliche Anlagen sind davon nicht mehr erhalten, hier liegen heute Parkplätze.

Des Weiteren bietet der zentrale Omnibusbahnhof in unmittelbarer Nähe den Nahverkehrsanschluss in umliegenden Dörfer und Gemeinden sowie einen Fernbusanschluss auf der Relation FrankfurtBerlin.

Buslinie Weg Betreiber
054 Fernbus: Frankfurt – Hanau – Gelnhausen (nur bei Bedarf) – Fulda – Gotha – Erfurt – Weimar – Jena – Berlin Flixbus
374 (Nidda – Ranstadt – Effolderbach – Stockheim – Bleichenbach – Büches –) Büdingen – Vonhausen – Mittel-Gründau – Niedergründau – Rothenbergen – Lieblos – Roth – Gelnhausen (Schienenergänzungsverkehr für RB46) Reiseservice Frieda Gass
AB-30 (Schöllkrippen – Westerngrund – Großenhausen – Geislitz – Altenhaßlau –) Gelnhausen – Lützelhausen – Bernbach – Altenmittlau – Somborn Kahlgrund Verkehrs-GmbH
MKK-58 Gelnhausen – Eidengesäß – Geislitz – Großenhausen – Waldrode – Horbach Stroh Bus Verkehrs GmbH
MKK-60 Gelnhausen – Hailer – Meerholz – Niedermittlau – Neuenhaßlau – Langenselbold Stroh Bus Verkehrs GmbH
MKK-61 Höchst – Haitz – Gelnhausen – Hailer – Meerholz (Stadtbus) Regionalverkehr Main-Kinzig
MKK-62 Roth – Gelnhausen – Hailer – Meerholz (Stadtbus) Regionalverkehr Main-Kinzig
MKK-63 (Lützelhausen – Großenhausen) – Geislitz – Eidengesäß – Altenhaßlau – Gelnhausen Regionalverkehr Main-Kinzig
MKK-64 Gelnhausen – Höchst – Wirtheim – Kassel (MKK) – Lanzingen – Bieber (– Flörsbachtal) Regionalverkehr Main-Kinzig
MKK-66 Breitenborn – Hain-Gründau (– Gettenbach) – Mittel-Gründau – Niedergründau – Rothenbergen – Lieblos – Roth – Gelnhausen Regionalverkehrsdienst Gründau
MKK-67 Breitenborn – Hain-Gründau – Mittel-Gründau – Niedergründau – Rothenbergen – Niedermittlau – Meerholz – Hailer – Gelnhausen Regionalverkehrsdienst Gründau
MKK-68 Langenselbold – Niedergründau – Rothenbergen – Lieblos – Roth – Gelnhausen Regionalverkehrsdienst Gründau
MKK-82 Gelnhausen – Höchst – Wirtheim – Bad Orb (Schulbus) Regionalverkehr Main-Kinzig

Ausbau

Im Rahmen des viergleisigen Ausbaus zwischen Hanau und Gelnhausen (Aus- und Neubaustrecke Hanau–Würzburg/Fulda–Erfurt) wird der Bahnhof seit 2024 umgebaut. Im Endzustand soll er zwei durchgehende Gleise für den Fernverkehr und drei Bahnsteiggleise für den Nahverkehr aufweisen. Der bestehende Mittelbahnsteig wird wegfallen. Die Unterführung wurde auf der Nordseite gesperrt, der Bahnsteigzugang erfolgt über eine Behelfsbrücke.<ref>Wegeführung am Bahnhof Gelnhausen - Freigabe der Fußgängerbrücke - Hanau-Würzburg-Fulda. Abgerufen am 6. März 2025.</ref>

Literatur

  • Heinz Schomann: Kulturdenkmäler in Hessen. Eisenbahn in Hessen. Band 2.1 = Landesamt für Denkmalpflege Hessen (Hg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Theiss Verlag, Stuttgart 2005. ISBN 3-8062-1917-6
  • Eisenbahnatlas Deutschland. Ausgabe 2009/2010. Schweers + Wall, keine Ortsangabe 2009, ISBN 978-3-89494-139-0.
  • Thomé: Führer über die Linien des Bezirks der Reichsbahndirektion Frankfurt (Main). Hrsg.: Reichsbahndirektion Frankfurt [Main]. Frankfurt 1926, S. 25.
  • Rolf Makatsch: Gelnhausen. In: Oliver Strüber [vorm. Erich Preuß] (Hrsg.): Das große Archiv der deutschen Bahnhöfe (= 85. Ergänzungsausgabe). GeraMond Verlag, München 2009, ISSN 0949-2127 (1 Bl., 4 S.).

Weblinks

Commons: Bahnhof Gelnhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Darstellung der Bahnanlage und einzelner zulässiger Geschwindigkeiten auf der OpenRailwayMap

Einzelnachweise

<references />