Waschenbach
Waschenbach Gemeinde Mühltal
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(611)&title=Waschenbach 49° 48′ N, 8° 42′ O
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| Höhe: | 209 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 2,16 km²<ref name="DF" /> | |||||
| Einwohner: | 611 (30. Okt. 2023) HW+NW<ref name="DF">Mühltal in Zahlen. Gemeinde Mühltal, abgerufen am 25. Oktober 2024.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 283 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. April 1972 | |||||
| Eingemeindet nach: | Nieder-Ramstadt | |||||
| Postleitzahl: | 64367 | |||||
| Vorwahl: | 06154 | |||||
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Waschenbach ist der kleinste Ortsteil der Gemeinde Mühltal im südhessischen Landkreis Darmstadt-Dieburg.
Geographie
Waschenbach liegt von bewaldeten Höhenzügen umgeben, im Vorderen Odenwald im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald im Granitgebiet. Es führen keine Hauptdurchgangsstraßen durch das Dorf.
Geschichte
Ortsgeschichte
In den historischen Dokumenten ist der Ort im Laufe der Jahrhunderte unter wechselnden Ortsnamen belegt (in Klammern das Jahr der Erwähnung):<ref name="lagis" /> Wassenbach (1340), Wassinbach (1352), Wassenbach; Wachsenbach; Wassinbach (1. Hälfte 15. Jahrhundert), Wassenbach (1457), Waschenbach (1560) und Waschenbach (1669).
Erstmals urkundlich erwähnt wird Waschenbach im Jahre 1340.
Im 14. Jahrhundert ist Waschenbach im Besitz der Grafschaft Katzenelnbogen und wechselt im 15. Jahrhundert in den Besitz der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt.
Ein Hinweis von 1403 auf eine Mühle meint vermutlich die Waschenbacher Mühle.
Aus historischen Dokumenten ist überliefert:<ref name="lagis" />
1383 erhält der Edelknecht Johann Bach von Waschenbach von Graf Wilhelm von Katzenelnbogen Güter zu Waschenbach zum Mannlehen.
1489 belehnt Landgraf Wilhelm von Hessen den Philipp von Rohrbach mit Waschenbach.
1571 steht Waschenbach den Junkern Mosbach und Kalb zu, der Landgraf hat die Cent und hohe Obrigkeit, Gebot und Verbot.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1829 über Waschenbach:
„Waschenbach (L. Bez. Reinheim) luth. Filialdorf; liegt 2 1⁄2 St. von Reinheim, hat 37 Häuser und 251 Einw-, die außer 6 Kath. lutherisch sind, und unter denselben befinden sich 18 Bauern, 16 Gewerbsleute und 14 Taglöhner. Die Kalben von Reinheim und die Mosbach von Lindenfels hatten hier ein Gericht, welches später an Hessen gekommen ist. Nach diesem Dorfe nannte sich eine adelige Familie Bach von Waschenbach.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen schloss sich Waschenbach freiwillig zum 1. April 1972 mit Nieder-Ramstadt zusammen. Kraft Landesgesetz kam der Ort am 1. Januar 1977 zusammen mit Nieder-Ramstadt zur Gemeinde Mühltal.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Darmstadt und Dieburg und der Stadt Darmstadt (GVBl. II 330–334) vom 26. Juli 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 318, § 7 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,5 MB]).</ref> Für Waschenbach wurde wie für die übrigen ehemals selbständigen Gemeinden ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. §; 5. In: Webauftritt. Gemeinde Mühltal, abgerufen im Februar 2023.</ref> Sitz der Gemeindeverwaltung wurde Nieder-Ramstadt.
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Waschenbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1479: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Katzenelnbogen, Obergrafschaft Katzenelnbogen
- ab 1479: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen (durch Erbfall), Obergrafschaft Katzenelnbogen
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Obergrafschaft Katzenelnbogen (1783: zum Amt Darmstadt (später Oberamt Darmstadt, Amt Pfungstadt))
- ab 1803: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Fürstentum Starkenburg, Amt Pfungstadt
- ab 1806: Großherzogtum Hessen,<ref group="Anm.">Infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Starkenburg, Amt Pfungstadt<ref name="EW1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Amt Pfungstadt
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk Reinheim<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Landgericht Lichtenberg) und Verwaltung.</ref>
- ab 1832: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Dieburg
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Dieburg
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Darmstadt
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Darmstadt
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Darmstadt
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Darmstadt<ref name=RB1937 /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt, Gemeinde Nieder-Ramstadt<ref group="Anm.">Am 1. April 1972 als Ortsteil zur Gemeinde Nieder-Ramstadt</ref>
- ab 1977: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Darmstadt-Dieburg, Gemeinde Mühltal<ref group="Anm.">Am 1. Januar 1977 als Ortsbezirk zur Gemeinde Mühltal.</ref>
Gerichte
Die zuständige Gerichtsbarkeit der ersten Instanz war:<ref name=lagis />
- 1571: Zentgericht Pfungstadt
- ab 1821: Landgericht Lichtenberg, zweite Instanz: Hofgericht Darmstadt
- ab 1848: Landgericht Reinheim (Verlegung aus Lichtenberg), zweite Instanz: Hofgericht Darmstadt
- ab 1853: Landgericht Darmstadt, zweite Instanz: Hofgericht Darmstadt
- ab 1879: Amtsgericht Darmstadt II, zweite Instanz Landgericht Darmstadt
- ab 1932: Amtsgericht Darmstadt (Zusammenlegung der Amtsgerichte Darmstadt und Darmstadt II), zweite Instanz Landgericht Darmstadt
Einwohnerentwicklung
| • 1629: | 19 Hausgesesse<ref name="lagis" /> |
| • 1806: | 155 Einwohner, 27 Häuser<ref name="EW1806">Verzeichnis der Ämter, Orte, Häuser, Einwohnerzahl. (1806)HStAD Bestand E 8 A Nr. 352/4. In: Archivinformationssystem Hessen (Arcinsys Hessen), Stand: 6. Februar 1806.</ref> |
| • 1829: | 251 Einwohner, 37 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 255 Einwohner, 36 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Waschenbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1791 | 143 | |||
| 1806 | 155 | |||
| 1829 | 251 | |||
| 1834 | 242 | |||
| 1840 | 250 | |||
| 1846 | 256 | |||
| 1852 | 232 | |||
| 1858 | 235 | |||
| 1864 | 229 | |||
| 1871 | 228 | |||
| 1875 | 234 | |||
| 1885 | 224 | |||
| 1895 | 224 | |||
| 1905 | 227 | |||
| 1910 | 259 | |||
| 1925 | 279 | |||
| 1939 | 269 | |||
| 1946 | 373 | |||
| 1950 | 385 | |||
| 1956 | 371 | |||
| 1961 | 456 | |||
| 1967 | 502 | |||
| 1970 | 526 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2011 | 615 | |||
| 2013 | 656 | |||
| 2016 | 610 | |||
| 2018 | 615 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; 1791<ref name="Adr-LG-HD" />; ab 2013: Website Mühltal (Webarchiv)<ref>Mühltal in Zahlen: EWZ mit NW. Gemeinde Mühltal, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. Juli 2019; abgerufen im Juli 2019.</ref>; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021.</ref> | ||||
Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 245 lutheranische (= 97,61 %) und 6 katholische (= 2,39 %) Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 374 evangelische (= 82,02 %), 65 katholische (= 14,25 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Ortsbeirat
Für Waschenbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Waschenbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus fünf Mitgliedern. Ortsvorsteher ist Michael Reiser (parteilos).<ref>Ortsbeiräte. In: Rats- und Bürgerinformationssystem. Gemeinde Mühltal, abgerufen im Februar 2023.</ref>
Wappen
Blasonierung: „In Blau, beseitet von einem rechtsgewendeten stilisierten, dreizackig bekrönten und rotbezungten Löwenkopf und einem goldenen, sechsspeichigen und mit 12 Radschaufeln versehenen Mühlrad, ein silberner Schräglinkswellenbalke.“<ref>Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Waschenbach, Landkreis Darmstadt, Regierungsbezirk Darmstadt vom 25. Oktober 1968. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1968 Nr. 46, S. 1696, Punkt 1317 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,7 MB]).</ref>
Das Wappen wurde der Gemeinde Waschenbach im damaligen Landkreis Darmstadt am 25. Oktober 1968 durch den Hessischen Innenminister genehmigt. Gestaltet wurde es durch den Bad Nauheimer Heraldiker Heinz Ritt.
Der Löwenkopf verweist sowohl auf die frühere Katzenellenbogige, als auch die bis heute anhaltende Hessische Zugehörigkeit Waschenbachs. Der Wellenbalken ist ein redendes Element und gemeinsam mit dem Mühlrad ein Verweis auf die Bedeutung der Waschebacher Mühle.<ref>Wappen erzählen Geschichte - Die Mühltaler Wappen, Waschenbach. In: muehltal-odenwald.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20160817; abgerufen im Januar 2020.</ref>
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Bauwerke
Siehe Liste der Kulturdenkmäler in Waschenbach
-
Waschenbach (2015)
-
Panoramablick auf Waschenbach (2016)
-
Waschenbach (ganz oben links) (2010)
Naturdenkmale
In der Gemarkung Waschenbach liegt das geologische Naturdenkmal „Billersteine“. Ein weiteres Naturdenkmal ist der „Gipfel des Glockert“, ein Vogel- und Waldschutzgehölz. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Regelmäßige Veranstaltungen
- August: Kerb<ref>Darmstädter Echo, Freitag, 28. August 2015, S. 17</ref>
Weblinks
- Waschenbach. In: Internetauftritt der Gemeinde Mühltal.
- Das Mühltal und die Gemeinde. Geschichte, Waschenbach. In: Das Mühltal im Odenwald. Private Website
- Waschenbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
- Vorlage:HessBib
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Waschenbach, Landkreis Darmstadt-Dieburg. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 24. Mai 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 120 (Online bei HathiTrust’s digital library). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> </references>
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