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Eugen Block

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Eugen Theodor Block (* 13. September 1940 in Harkebrügge, Oldenburg) ist ein in Hamburg ansässiger Unternehmer. Ab dem Jahr 1968 baute er eine Unternehmensgruppe auf, die hauptsächlich in den Geschäftsbereichen Systemgastronomie, Hotellerie und Lebensmittelproduktion tätig ist und heute den Namen Eugen Block Holding trägt. Zu ihr zählen im Wesentlichen die Steakhaus-Kette Block House und die Burger-Restaurants Jim Block, die Block House Fleischerei und die Block Menü sowie das Grand Elysée Hamburg. Die Unternehmen sind über Zwischenholdings unter dem Dach der Eugen Block Holding zusammengefasst.

Leben und Karriere

Eugen Block wurde als zweites von fünf Kindern des Kaufmanns und Gastwirts Heinrich Block und seiner zweiten Frau Maria in Harkebrügge (Ortsteil von Barßel, Landkreis Cloppenburg) im Oldenburger Münsterland geboren.<ref>NWZonline.de: Und am Sonntag schimpfte der Pastor. 20. Juli 2008, abgerufen am 27. Juli 2025.</ref><ref name="zeit2">Anna Marohn: Der ewige Gründer. In: Die Zeit. 16. April 2015, abgerufen am 24. August 2015.</ref> Er hat zwei ältere Halbgeschwister. Seine Eltern betrieben in Harkebrügge eine Gaststätte sowie einen Kolonialwarenladen und ein Postamt, in dem Block bereits in jungen Jahren aushalf.<ref name=":7">Daniela Stürmlinger: Patriarch Eugen Block – Porträt eines Getriebenen. In: Hamburger Abendblatt. 8. Juli 2011, abgerufen am 30. Januar 2023.</ref><ref>Der Ursprung meiner Karriere: Eugen Block – Gründer der Restaurantkette Block House. In: WirtschaftsWoche. Nr. 41/2022, 7. Oktober 2022, S. 98.</ref> Nach der Schulzeit absolvierte er 1960 eine Ausbildung zum Gaststättenfachmann in Münster.<ref name=":1">Eugen Block, Hotelier und Gastronom. In: Welt am Sonntag. Nr. 33, 16. August 2015, S. 15.</ref> Es folgte die mittlere Reife und eine Ausbildung zum Hotel- und Gaststättenkaufmann an der Hotelfachschule Heidelberg.<ref>Eugen und Dirk Block. In: Handelsblatt. 2. Februar 2006.</ref> 1966 absolvierte Block sein Hotelfachdiplom.<ref name=":1" /> Anschließend arbeitete er als Kellner im Ausland, unter anderem in Paris, London, New York und San Francisco.<ref name=":12">Doris Banuscher: Ziel erreicht, Halleluja! 600 Gäste feiern 50 Jahre Block House. In: Welt am Sonntag. Nr. 39, 30. September 2018, S. 16.</ref><ref name=":2">Unternehmer der Woche: Steakhaus-Pionier Eugen Block baut auf eine gelungene Premiere als Hotelier auf. Per Bleistift hat sich Eugen Block vom Block House zum Elysee Hotel emporgerechnet. In: Handelsblatt. Nr. 68, 8. April 1994, S. k02.</ref> In den Vereinigten Staaten entstand die Idee, auch in Deutschland Steaks in Restaurants anzubieten.<ref name="zeit2" />

Systemgastronomie

Im Jahr 1968 eröffnete Block in Hamburg-Winterhude sein erstes Block House, in welchem er argentinische Steaks verkaufte.<ref>Porträt Eugen Block: Aus Liebe zum Steak. In: Handelsblatt. 2. Februar 2006.</ref> 1973 entstand die Burger-Marke Jim Block zur Verwertung der Fleischabschnitte aus der Steak-Produktion in Form von Hamburgern.<ref name=":122">Matthias Kaufmann: Edel-Fastfood: Hamburger mit Kobe-Rind und Trüffeln. In: Manager Magazin. 24. August 2010, abgerufen am 30. Januar 2023.</ref>

2024 umfasst die Unternehmensgruppe unter anderem 46 eigene Steakhäuser,<ref>Anne Kunze: Familie Block: Kampf um die Kinder. In: Die Zeit. Nr. 6. Hamburg 1. Februar 2024 (zeit.de [abgerufen am 17. Juli 2024]).</ref> zwölf Franchise-Betriebe im Ausland und elf Burger-Restaurants.<ref>Block House Franchise. In: Block Gruppe. Abgerufen am 17. Juli 2024.</ref><ref>Zahlen & Fakten. In: Block Gruppe. Abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Hinzu kommen weitere Restaurants in Hamburg und in Zarrentin am Schaalsee, ein Anteil an der Hansens Brauerei in Flensburg und das Privatbrauhaus Blockbräu bei den St. Pauli-Landungsbrücken. Die 1996 gegründete Eugen Block Holding GmbH dient als Dachgesellschaft für die verschiedenen Tochtergesellschaften.<ref name=":3">Block-House-Gruppe – Franchise in Spanien. Block bastelt an Holding. In: Handelsblatt. Nr. 16, 23. Januar 1996, S. 12.</ref>

Lebensmittelindustrie

Im Jahr 1972 gründete Block eine eigene Produktion zur Belieferung seiner Restaurants, zunächst mit Saucen, später mit Fleisch aus einer eigenen Fleischerei.<ref name="zeit2" /> Hieraus entwickelte sich die Block Foods AG mit der Block Menü GmbH,<ref>Block Foods AG, Hamburg. In: Northdata. Abgerufen am 17. Juli 2024.</ref><ref>Block Menü GmbH, Hamburg. In: Northdata. Abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> die auch Dritte beliefert, sowie die Block House Fleischerei GmbH.<ref>Block House Fleischerei GmbH, Hamburg. In: Northdata. Abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>

Hotellerie

Datei:Grand Elysée Hamburg - SAP Hamburg.jpg
Grand Elysée Hamburg (links) an der Moorweide

1985 eröffnete Block das gemeinsam mit dem Architekten Robert Vogel entwickelte Hotel Elysée<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Nun geht's voran mit dem Hotelbau (Memento vom 12. September 2018 im Internet Archive)</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Probewohnen im First-Class-Hotel (Memento vom 12. September 2018 im Internet Archive)</ref> in Hamburg-Rotherbaum, welches 2005/2006 mit einem Investitionsvolumen von 103 Millionen Euro durch einen Anbau zum Moorweidenpark auf 511 Zimmer erweitert und in Grand Elysée Hamburg umbenannt wurde.<ref>Matthias Rebaschus: Hier wächst Eugen Blocks Luxus-Block. In: Hamburger Abendblatt. 1. August 2005, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Im Grand Elysée Hamburg befindet sich eine allgemein zugängliche Kunstsammlung mit dem Schwerpunkt regionale gegenständliche Malerei, darunter Werke der Hamburgischen Sezession und der Norddeutschen Realisten.<ref>Einzigartige Sammlung Block. In: Grand Elysée. Abgerufen am 29. Februar 2020.</ref>

Im September 2018 kündigte Block an, mit einem Investitionsvolumen von rund 40 Millionen Euro ab 2019 ein Vier-Sterne-Plus-Hotel in Berlin-Mitte an der Tiergartenstraße zu bauen.<ref>Eugen Block baut Luxushotel am Tiergarten. In: Hamburger Abendblatt. 11. September 2018, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie wurden die Pläne zurückgestellt.

Seine Unternehmen wurden mehrmals als „bester Arbeitgeber“ ausgezeichnet. Er selbst gilt dabei als Patriarch ohne Scheu vor dem Tausch von Führungskräften, der sich zugleich sehr um das Wohl seiner Mitarbeiter bemüht, die ihm dafür teilweise jahrzehntelang die Treue halten.<ref name="zeit2" />

Die Hoteldirektoren des Grand Elysée behielten ihre Stellung im Durchschnitt nur zwei Jahre lang.

Das Umfeld der Reeperbahn ist laut Block, mit Blick auf weibliche Mitarbeiter, nicht als Standort eines Betriebes geeignet.<ref name="zeit2" />

Am 30. November 2023 fand die offizielle Eröffnungsfeier des Drei-Sterne-Landhotels Seehotel Zarrentin statt.<ref>Sarah Kleinen: Feierliche Eröffnung des Seehotels Zarrentin. In: Hogapage. 4. Dezember 2023, abgerufen am 4. Januar 2024.</ref>

Sonstige Aktivitäten

Block besaß in den 1990er-Jahren Beteiligungen an der Fluggesellschaft Saarland Airlines und gründete 1988 die Hamburg Airlines, die er 1997 wieder einstellte.<ref name="zeit2" />

2017 gründete er mit der Stiftung Block seine eigene Stiftung, die es sich zum Ziel gemacht hat, bedürftigen Menschengruppen zu helfen.<ref>Jörn Lauterbach: Eugen Block wird Stifter. In: Die Welt. Nr. 267. Hamburg 16. November 2017, S. 45.</ref><ref name=":5">Stiftung Block. Eugen Block Holding GmbH, abgerufen am 9. Februar 2023.</ref> Dabei werden unter anderem Bildungsprojekte im In- und Ausland sowie die Forschung im Bereich der gesunden Ernährung und der artgerechten Tierzucht und -haltung gefördert.<ref name=":5" /><ref name=":6">Nachhaltigkeit: Eugen Block stellt Millionenbetrag für Stiftung bereit. In: Allgemeine Hotel- und Gastronomie-Zeitung. 16. November 2017, abgerufen am 9. Februar 2023.</ref> Zudem unterstützt die Organisation die Ausbildung von jungen Menschen für gastronomisches Management.<ref name=":6" />

Unternehmensnachfolge

Von 2007 bis 2011 war Blocks Sohn Dirk Geschäftsführer der Eugen Block Holding, nach Meinungsverschiedenheiten mit seinem Vater trat er jedoch von dieser Position zurück.<ref name=":4">Zwist in der Steakfamilie Block. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 153, 5. Juli 2011, S. 18.</ref> Laut Eugen Block sollten ab diesem Zeitpunkt nur noch familienfremde Manager das Unternehmen führen; seit 2011 hält mit Stephan von Bülow ein langjähriger Angestellter diese Position inne.<ref name=":0">Das Eugen-Block-Imperium. In: Die Welt. 19. Juli 2011, abgerufen am 30. Januar 2023.</ref> Seitdem sind Blocks drei Kinder zu gleichen Teilen als Gesellschafter und Aufsichtsräte in der Holding.<ref>Eugen Block: Die Steakhaus-Dynastie. In: Handelsblatt. Nr. 24, 4. Februar 2015, S. 46.</ref><ref name=":7" /> 2017 gab Block an, dass seine drei Kinder „jeweils 30 Prozent [des Unternehmens] erben“ und die restlichen zehn Prozent in seiner Stiftung verbleiben werden.<ref>Vera Fengler: Unternehmer Eugen Block regelt sein Erbe. In: Hamburger Abendblatt. 15. November 2017, abgerufen am 9. Februar 2023.</ref>

Eugen Block ist seit 2016 altersbedingt nicht mehr im operativen Geschäft tätig und gab im Sommer den Aufsichtsratsvorsitz der Holding ab.<ref name=":8">Oliver Hollenstein, Sarah Levy: Eugen Block: „Ich habe mich überschätzt“. Interview mit Eugen Block. In: Die Zeit. 1. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref><ref>Jan Gänger: Das ist das Block-Imperium. In: Capital (Deutschland). 2. Januar 2024, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref><ref>Block-House-Gründer zieht sich zurück. In: Der Spiegel. 15. Juni 2016, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 17. Juli 2024]).</ref>

Privatleben

Block war von 1970 bis zu deren Tod am 21. Juli 2023 mit Christa geb. Hauschild (1941–2023)<ref>Järg Schürmeyer: Steakhaus-Gründer Eugen Block trauert um Ehefrau Christa. In: Nordwest-Zeitung. 25. Juli 2023, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> verheiratet. Er hat drei Kinder, die an seinem Unternehmen mit je acht Prozent beteiligt und Mitglieder des Beirates sind.<ref name=":02">Das Eugen-Block-Imperium. In: Die Welt. 19. Juli 2011, abgerufen am 30. Januar 2023.</ref><ref name=":13">Eugen Block, Hotelier und Gastronom. In: Welt am Sonntag. Nr. 33, 16. August 2015, S. 15.</ref> Er lebt in Hamburg.<ref>Hans Passmann: 79 Jahre ohne großen Luxus. In: Nordwest-Zeitung. 19. September 2019, abgerufen am 9. Februar 2023.</ref>

Sein älterer Sohn Dirk war zeitweilig sein Geschäftsführer der Holding, verlor diese Position aber wieder und machte sich daraufhin als Franchise-Nehmer von inzwischen sieben Restaurants der L’Osteria-Kette in Hamburg, Lübeck, Lüneburg und Kiel selbständig und betreibt außerdem die „Trattoria Brunello“ in Hamburg.<ref>Ulrich Gaßdorf: Hamburg und Sylt – das sind Dirk Blocks neue Lokale. Hamburger Abendblatt, 28. August 2020, abgerufen am 29. Oktober 2020.</ref> Seine Tochter Christina gründete mit einer kleinen Bistrokette ein eigenes Unternehmen, während Philipp Block als Jüngster zunächst Erzieher wurde, bevor er später Ratsmitglied der Stiftung Block wurde.<ref name="zeit2" /><ref>Marie Schnaidt: Stiftung Block und steps schaffen Räume. In: Stiftung steps for children. 31. Juli 2020, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Im Zusammenhang mit dem Sorgerechtsstreit um seine Enkel wurden im Mai 2024 das Hotel Grand Elysée sowie Wohn- und Geschäftsräume von Block in Hamburg von der Polizei wegen des Verdachts der Kindesentziehung durchsucht.<ref>https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2024-05/polizei-durchsucht-hotel-von-familie-block</ref>

Eugen Blocks Schwester Marlies Head (* 1942) führte als Inhaberin bis 2009 das Madison Hotel in Hamburg-Neustadt.<ref>Doris Banuscher: Hotelmanagerin feiert Geburtstag. In: Die Welt. 18. März 2012, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref><ref>Rüdiger zu Klampen: Gasthaus Block als Basis des Erfolgs. In: Nordwest-Zeitung. 9. März 2012, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref>

Eugen Block steht nach eigenen Angaben politisch der CDU nahe.<ref name="zeit2" /> Laut Eigenangaben wählte er jedoch bei der Bundestagswahl 2013 die AfD, er sei Protestwähler gewesen.<ref name="zeit2" /> Er ist Anhänger der Vollwerternährung nach Max Otto Bruker.<ref name="zeit2" />

Ehrungen

Literatur

  • Michael Seufert: Das Elysée – meine Leidenschaft. Hrsg.: Eugen Block. 1. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 2010, ISBN 978-3-455-50195-7.
  • Michael Seufert: Sudkessel, Seefahrt, Ozean – Die Geschichte des Hamburger Biers und der St. Pauli Landungsbrücken. Hrsg.: Eugen Block. 2012.
  • Jens Meyer-Odewald: Eugen Block: Gründer und Hanseat – sturmfest und erdverwachsen. 1. Auflage. KJM Buchverlag, Hamburg 2017, ISBN 978-3-95856-016-1.
  • Michael Seufert: 50 Jahre Block House – aus Gästen Freunde machen. Hrsg.: Eugen Block. 1. Auflage. Hoffmann und Campe, Hamburg 2018, ISBN 978-3-455-00572-1.
  • Jens Meyer-Odewald: Erfahrungsschatz Eugen Block: 60 Jahre Erfolg mit Herz, Verstand und System. Die Unternehmerlegende gibt ihr Wissen weiter. 1. Auflage. Funke Mediengruppe, Hamburg 2022, ISBN 978-3-96194-181-0.

Einzelnachweise

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Weblinks

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