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Chinesischer Bocksdorn

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Chinesischer Bocksdorn
Datei:Lycium chinense 12.JPG

Chinesischer Bocksdorn (Lycium chinense)

Systematik
Asteriden
Euasteriden I
Ordnung: Nachtschattenartige (Solanales)
Familie: Nachtschattengewächse (Solanaceae)
Gattung: Bocksdorne (Lycium)
Art: Chinesischer Bocksdorn
Wissenschaftlicher Name
Lycium chinense
Mill.

Der Chinesische Bocksdorn (Lycium chinense) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Bocksdorne (Lycium) innerhalb der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Sie ist in Eurasien weitverbreitet.

Beschreibung

Datei:Lycium chinense 14.JPG
Habitus
Datei:Lycium chinense 2.JPG
Zweig mit Laubblättern und Knospen
Datei:Korina 2018-08-15 Lycium chinense 5.jpg
Gestielte einfache Laubblätter
Datei:Lycium chinense 15.JPG
Blühender Zweig
Datei:Lycium chinense marnay 25 sept 2008.jpg
Früchte
Datei:30 Lycium chinense par Pierre-Joseph Redouté.jpeg
Illustration von Pierre-Joseph Redouté

Vegetative Merkmale

Der Chinesische Bocksdorn wächst als selbstständig aufrechter oder kletternder, bewehrter oder unbewehrter Strauch und erreicht Wuchshöhen von meist 1,2 bis 1,8 (0,5 bis zu 2 Metern).<ref name="FoC1994" /><ref name="FoPakistan" /> Die ausgebreiteten oder aufrechten Äste sind stark verzweigt.<ref name="FoC1994" /> Die Rinde der dünnen, gekrümmten oder hängenden Zweige ist hell-grau.<ref name="FoC1994" /> Die Dornen sind 5 bis 20 Millimeter lang.<ref name="FoC1994" />

Die einzeln oder zu zweit bis viert in Gruppen angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und -spreite gegliedert.<ref name="FoC1994" /> Die einfache, kahle Blattspreite ist bei einer Länge von 15 bis 50 Millimetern sowie einer Breite von 5 bis 25 Millimetern (bei kultivierten Exemplaren können sie größer sein) eiförmig, rhombisch, lanzettlich oder linealisch-lanzettlich,<ref name="FoC1994" /> länglich-eiförmig bis fast kreisförmig mit keilförmiger Spreitenbasis.<ref name="FoPakistan" />

Berry oblong or elliptic-ovoid. Seeds c. 2.5 broad, reniform, minutely reticulate, brownish-yellow.<ref name="FoPakistan" />

Generative Merkmale

Die Blüten sind einzeln oder paarweise, selten zu dritt an Lang- oder Kurztrieben angeordnet.<ref name="FoC1994" /><ref name="FoPakistan" /> Der Blütenstiel ist meist 1 bis 1,2 (0,8 bis 2) Zentimeter lang.<ref name="FoC1994" /><ref name="FoPakistan" />

Die Blüten sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle. Die meist fünf 3 bis 4 Millimeter langen und ungleichen Kelchblätter sind bis etwa der Hälfte ihrer Länge becher- bis glockenförmig verwachsen und die 1 bis 2 Millimeter langen Kelchzähne enden spitz oder stumpf und sind dicht bewimpert.<ref name="FoC1994" /><ref name="FoPakistan" /> Die meist fünf purpurfarbenen oder weiß mit einer purpurfarbenen Tönung, zu einer 9 bis 12 Millimeter langen Kronblätter sind weniger höchstens der Hälfte ihrer Länge trichterförmig verwachsen, innen kahl und die länglichen Kronlappen sind an ihren Rändern flaumig behaart.<ref name="FoC1994" /><ref name="FoPakistan" /> Die Staubblätter sind weit oben in der Kronröhre inseriert und sind etwas kürzer oder länger als die Blütenkrone. Etwas oberhalb der Basis der Staubfäden und nahe der Kronröhre befindet sich ein Ring aus zottigen Haaren.<ref name="FoC1994" />

Die bei Reife roten Beeren sind mit einer Länge von 7 bis 15 Millimetern sowie einem Durchmesser von 5 bis 8 Millimetern (bei kultivierten Exemplaren können sie größer sein) eiförmig bis länglich<ref name="FoC1994" /> oder elliptisch-eiförmig<ref name="FoPakistan" /> und enthalten eine Vielzahl von Samen. Die gelben bis bräunlich-gelben Samen sind bei einer Breite von 2,5 bis 3 Millimetern nierenförmig mit winzig netzartiger Oberfläche.<ref name="FoC1994" /><ref name="FoPakistan" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 24, 36 oder 48.<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" />

Systematik und Verbreitung

Die Erstveröffentlichung von Lycium chinense erfolgte 1768 durch Philip Miller in The Gardeners Dictionary: eighth edition Lycium no. 5.<ref name="FoC1994" /><ref name="Tropicos" /> Das Artepitheton chinense bezieht sich auf die Herkunft aus China.

Der Chinesische Bocksdorn ist in Eurasien verbreitet.<ref name="FoC1994" /> In Europa (beispielsweise in Deutschland), in der Türkei, in Pakistan,<ref name="FoPakistan" /> Laos, Vietnam, Assam, Java und Nordamerika ist er ein Neophyt.

Von Lycium chinense gibt es etwa zwei Varietäten:<ref name="FoC1994" />

Molekularbiologische Untersuchungen belegen eine stark unterstützte Klade, die neben Lycium chinense aus dem Gemeinen Bocksdorn (Lycium barbarum) und Lycium ruthenicum besteht. Die Beziehungen der drei Arten zu anderen altweltlichen Arten ist jedoch nicht eindeutig geklärt.

Datei:Lycium chinense MHNT.jpg
Goji-Beeren, getrocknete Früchte

Nutzung

Der Chinesischen Bocksdorn wird in China gǒuqǐ (chinesisch {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) genannt.<ref name="FoC1994" /> Die Beeren des Chinesischen Bocksdorns sind zusammen mit denen des Gemeinen Bocksdorns (Lycium barbarum) bekannt als Wolfsbeeren oder Goji-Beeren.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Lycium chinense / barbarum – Goji-Beere bei Karlsruher Institut für Technologie (Memento vom 11. August 2018 im Internet Archive), abgerufen am 15. November 2024.</ref><ref>Helmut Pirc: Enzyklopädie der Wildobst- und seltenen Obstarten. Leopold Stocker Verlag, 2015, ISBN 978-3-7020-1635-7.</ref> Vorlage:HinweisbausteinDie säuerlich-bitteren Beeren werden teilweise dem üblichen grünen Tee unverarbeitet hinzugefügt. In der chinesischen Medizin gelten sie als sehkraftfördernd.

Quellen

Literatur

  • Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 4. Verlag Carl Hanser, München 1964. S. 2565.
  • Rachel A. Levin et al.: Evolutionary Relationships in Tribe Lycieae (Solanaceae). In: D. M. Spooner, L. Bohs, J. Giovannoni, R. G. Olmstead, D. Shibata (Hrsg.): Solanaceae VI: Genomics meets biodiversity. Proceedings of the Sixth International Solanaceae Conference. ISHS Acta Horticulturae 745, Juni 2007, ISBN 978-90-6605-427-1, S. 225–239.
  • Zhi-Yun Zhang, Anmin Lu, William G. D’Arcy: Solanaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994, ISBN 0-915279-24-X. Lycium chinense Linnaeus. S. 303 – textgleich online wie gedrucktes Werk.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Tropicos"> Lycium chinense bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Lycium chinense bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="FoPakistan"> Lycium chinense bei Tropicos.org. In: Flora of Pakistan. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="FoC1994"> Zhi-Yun Zhang, Anmin Lu, William G. D’Arcy: Solanaceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China, Volume 17: Verbenaceae through Solanaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 1994, ISBN 0-915279-24-X. Lycium chinense Linnaeus. S. 303 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Chinesischer Bocksdorn (Lycium chinense) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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