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Sebastian Gemkow

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Sebastian Gemkow (2025)

Sebastian Gemkow (* 27. Juli 1978 in Leipzig) ist ein deutscher Jurist und Politiker (CDU). Er ist seit 2009 Mitglied des Sächsischen Landtags und seit 2019 sächsischer Staatsminister für Wissenschaft. Zuvor war er von November 2014 bis Ende 2019 sächsischer Justizminister.

Studium und Beruf

1997 legte Gemkow das Abitur an der Leipziger Neuen Nikolaischule ab<ref>Sebastian Gemkow – Leipzig. In: www.stayfriends.de. Abgerufen am 27. Oktober 2016.</ref> und absolvierte von 1998 bis 2004 an den Universitäten Leipzig, Hamburg und der Humboldt-Universität Berlin ein Studium der Rechtswissenschaften. Nach seinem ersten juristischen Staatsexamen 2004 arbeitete er als Referendar in Leipzig und konnte daraufhin 2006 sein zweites Staatsexamen ablegen. In der Folge ließ er sich als Rechtsanwalt in Leipzig nieder und betrieb bis Ende 2014 eine gemeinsame Rechtsanwaltskanzlei mit Denis van Ngoc.<ref>Rechtsanwaltskanzlei Denis van Ngoc in Leipzig. In: www.kanzlei-vanngoc.de. Abgerufen am 15. November 2016.</ref><ref>Mutmaßlicher Gemkow-Angreifer ist vorbestrafter Neonazi. Abgerufen am 1. Januar 2020.</ref>

Politik

Datei:2019-04-12 Sitzung des Bundesrates by Olaf Kosinsky-9975.jpg
Sebastian Gemkow im Bundesrat, 2019

Seit 1998 ist Gemkow Mitglied der CDU. Bei der Landtagswahl 2009 gelang ihm als Direktkandidat im Wahlkreis Leipzig 2 mit einem Stimmenanteil von 28,5 % (dem niedrigsten Erststimmenanteil aller gewählten Wahlkreiskandidaten) der Einzug in den Sächsischen Landtag. Im 5. Sächsischen Landtag gehörte er dem Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule, Kultur und Medien, dem Wahlprüfungsausschuss, dem Parlamentarischen Kontrollgremium sowie dem 1. Untersuchungsausschuss des 5. Sächsischen Landtags „Abfall-Missstands-Enquete“ an. Bei der Landtagswahl in Sachsen 2014 gewann Gemkow den Wahlkreis Leipzig 4 mit einem Stimmenanteil von 24,9 % knapp vor dem Kandidaten der Linken (23,8 %).<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wahl zum 6. Sächsischen Landtag am 31. August 2014 (Memento vom 1. Januar 2015 im Internet Archive). Webpräsenz der Stadt Leipzig, abgerufen am 1. Januar 2015</ref>

Am 13. November 2014 wurde Gemkow von Ministerpräsident Stanislaw Tillich zum sächsischen Staatsminister der Justiz in der sächsischen Landesregierung ernannt.<ref name="PM">Pressemitteilung der Sächsischen Staatskanzlei vom 13. November 2014: Tillichs neue Regierung steht, abgerufen am 13. November 2014.</ref>

In der Nacht zum 24. November 2015 wurde auf seine Wohnung in Leipzig ein Buttersäureangriff verübt, bei dem auch mehrere Pflastersteine in das Wohnzimmer geschleudert wurden.<ref>F.A.S. Nr. 34, 27. August 2017, S. 4.</ref> Nachdem zunächst ein linksextremer Hintergrund für die Tat angenommen wurde, wurde bald bekannt, dass es sich bei dem Täter um einen vorbestraften, gewalttätigen Neonazi handelt, der über die Free-Fight-Szene mit Gemkows Kanzleipartner Denis van Ngoc befreundet ist.<ref name="l-iz-194583">Michael Freitag: Gemkow-Prozess: Zweite Runde vor dem Landgericht – L-IZ.de. In: Leipziger Zeitung. 18. September 2017, abgerufen am 17. Januar 2020.</ref><ref name="kreuzer--181129">Rechte Spur — kreuzer online. In: kreuzer-leipzig.de. 29. November 2018, abgerufen am 17. Januar 2020.</ref> Das Amtsgericht Leipzig geht von einer Verwechslungstat aus. Vermutlich haben die Täter die Wohnung aufgrund vertauschter Klingelschilder verwechselt. Auf gleicher Etage befand sich eine Wohngemeinschaft, deren Meldeadresse im Impressum einer in der linken Szene beliebten Kleidungsmarke verzeichnet ist.<ref>Falsche Wohnung angegriffen — kreuzer online. Abgerufen am 16. Februar 2020.</ref>

Nach dem Suizid des Terrorverdächtigen Dschaber al-Bakr im Oktober 2016 in der Justizvollzugsanstalt Leipzig, der bundesweite Reaktionen nach sich zog, übernahm Gemkow die politische Verantwortung für die sächsische Landesregierung. Einen Rücktritt schloss er aus.<ref>Christian Fuchs, Anne Hähnig, Stefan Schirmer: Unter Stümpern. In: zeit.de. 15. November 2016, abgerufen am 23. November 2016.</ref><ref>Sachsens Justizminister weist Vorwürfe zurück. In: lto.de. 13. Oktober 2016, abgerufen am 23. November 2016.</ref><ref>Sebastian Gemkow – eine ungewöhnliche Erscheinung. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Oktober 2016, abgerufen am 21. Oktober 2016.</ref>

Bei der Landtagswahl in Sachsen 2019 wurde er im Wahlkreis Nordsachsen 2 mit 34,3 % der Direktstimmen zum Wahlkreisabgeordneten gewählt.<ref>Landtagswahl Sachsen 2019 Ergebnisse Wahlkreis Nordsachsen 2. tagesschau.de. 1. September 2019, abgerufen am 3. September 2019.</ref>

Am 20. Dezember 2019 wurde Gemkow zum Staatsminister im Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus im Kabinett Kretschmer II ernannt.<ref>Referat Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit: Regierungsmitglieder. staatsregierung.sachsen.de, abgerufen am 20. Dezember 2019.</ref> Seit dem 19. Dezember 2024 übt er dieses Amt weiterhin im Kabinett Kretschmer III aus.

Am 18. November 2019 nominierte ihn die Leipziger CDU im Kunstkraftwerk zum Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl 2020 mit 99,25 % ihrer Stimmen.<ref>Mit 99,3 Prozent nominiert: Leipziger CDU schickt Sebastian Gemkow ins Rennen. In: Leipziger Volkszeitung. 18. November 2019, abgerufen am 19. November 2019.</ref> Im ersten Wahlgang am 2. Februar 2020 erhielt er 31,6 Prozent der abgegebenen Stimmen vor dem SPD-Amtsinhaber Burkhard Jung (29,8 Prozent). Der zweite Wahlgang, bei dem eine einfache Mehrheit ausreicht, folgte am 1. März 2020. Diesen gewann Jung mit 49,1 Prozent der Stimmen, also etwa 3.300 Stimmen Vorsprung, knapp vor Gemkow, der 47,6 Prozent erhielt. Die dritte Kandidatin, Ute Elisabeth Gabelmann, kam auf 3,3 Prozent der Stimmen.<ref>Wahlergebnis 2. Wahlgang. Abgerufen am 2. März 2020.</ref>

Bei der Landtagswahl in Sachsen 2024 kandidierte Sebastian Gemkow erneut für ein Direktmandat im Wahlkreis Nordsachsen 2. Dort unterlag er knapp dem AfD-Kandidaten Ferdinand Wiedeburg.<ref>Wahlergebnisse Sachsen: Ferdinand Wiedeburg (AfD) gewinnt den Wahlkreis Nordsachsen 2. Mitteldeutscher Rundfunk, 18. September 2024, abgerufen am 11. Oktober 2024.</ref> Über die Landesliste zog er trotzdem in den Landtag ein.

Weitere Engagements

Gemkow ist seit 2010 Präsident des Parlamentarischen Forums Mittel- und Osteuropa e. V.,<ref>Schaar, Sebastian: Sächsische Parlamentarier unterstützen europäischen Einigungsprozess. Parlamentarisches Forum Mittel- und Osteuropa gegründet, in: Landtagskurier. FreistaatSachsen. Hrsg. v. Sächsischen Landtag 7 (2010), S. 16; Ders.: "Weichenstellung nach Europa": Parlamentarisches Forum veranstaltet Parlamentarieraustausch zwischen Sachsen und Bosnien und Herzegowina im Sächsischen Landtag, in: Landtagskurier. Freistaat Sachsen. Hrsg. v. Sächsischen Landtag 3 (2012), S. 16.</ref> einer überparteilichen Vereinigung sächsischer Parlamentarier und Verantwortungsträger aus Wirtschaft und Gesellschaft, die eine Zusammenarbeit zwischen sächsischen sowie mittel- und osteuropäischen Akteuren aus Politik und Verwaltung fördert, mit dem Ziel, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und gesellschaftliche Entwicklungen zu unterstützen.

Die Bundesregierung hat Gemkow am 21. März 2014 das Exequatur als Honorarkonsul der Republik Estland erteilt.<ref>Honorarkonsularische Vertretung von Estland in Leipzig. (PDF; 220 kB) In: bundesanzeiger.de. 25. April 2014, abgerufen am 27. Januar 2022.</ref> Die honorarkonsularische Vertretung wurde in Anwesenheit von Taavi Rõivas, des Ministerpräsidenten der Republik Estland, in Leipzig eröffnet.<ref>Eröffnung estnisches Honorarkonsulat in Leipzig. Freistaat Sachsen, 19. Juni 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2016; abgerufen am 15. Oktober 2016.</ref> Der Konsularbezirk umfasst die Bundesländer Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.<ref>Estland eröffnet in Leipzig erstes Honorarkonsulat in Ostdeutschland. In: LVZ.de. 19. Juni 2014, abgerufen am 15. Oktober 2016.</ref> Sebastian Gemkow übte das Amt bis zu seiner Ernennung zum Staatsminister aus.

Er wurde im März 2016 in den Vorstand des Deutsch-Russischen Forums<ref>http://www.deutsch-russisches-forum.de,/ abgerufen am 3. März 2017.</ref> gewählt und ist Mitglied des Kuratoriums des forum thomanum Leipzig e. V.<ref>Kuratorium, www.forum-thomanum.de, abgerufen am 14. November 2016.</ref>

Privates

Gemkow lebt in Leipzig, ist geschieden und Vater von vier<ref>Sebastian Gemkow. In: bundesrat.de. Abgerufen am 26. April 2018.</ref> Kindern. Hans-Eberhard Gemkow (CDU), sein früh verstorbener Vater, war bis 1994 Ordnungsbürgermeister der Stadt Leipzig.<ref>Christine Keilholz: Ich muss keinen Knalleffekt haben. In: Lausitzer Rundschau. 6. Dezember 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. Oktober 2016.</ref> Verwandt ist er mit dem ersten Innenminister Sachsens nach 1990, Rudolf Krause (Großonkel)<ref>Sebastian Gemkow ist ein Kind dieser Sachsen-CDU. Sein Vater war nach der Wende Ordnungsbürgermeister in Leipzig, sein Großonkel Rudolf Krause wurde von Kurt Biedenkopf in dessen erstes Kabinett berufen. Fast zwangsläufig wurde das Eigengewächs der Partei mit nur 36 Jahren Deutschlands jüngster Minister. In: Sachsen, ein Trauerspiel. Zwischen Justizskandalen und Fremdenhass - ein Report über das dunkelste Bundesland. Der Stern vom 20. Oktober 2016.</ref>, und dem General und Widerstandskämpfer Hans Oster (Urgroßonkel).<ref>Cornelius Pollmer: Sebastian Gemkow – eine ungewöhnliche Erscheinung. In: Süddeutsche Zeitung. 14. Oktober 2016, abgerufen am 15. Oktober 2016.</ref>

Gemkow ist evangelisch-lutherischer Konfession.

Weblinks

Einzelnachweise

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