Zum Inhalt springen

Zombeck-Turm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 7. Januar 2026 um 10:09 Uhr durch imported>UweRohwedder (+hinweis auf übergeordneten bunker-artikel).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Rundturm-Bunker Wiesendamm 7.jpg
Zombeck-Turm am Bahnhof Barmbek in Hamburg

Ein Zombeck-Turm (offiziell: Luftschutzturm der Bauart Zombeck, umgangssprachlich auch „Rundbunker“<ref name="ndr">Jochen Lambernd: Hamburg ist Bunker-Hochburg. Rundbunker mit neuer Funktion. In: www.ndr.de. Norddeutscher Rundfunk, 20. Dezember 2016, abgerufen am 21. Februar 2017.</ref>) ist ein normierter deutscher Hochbunkertyp aus dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1937 ließ der Konstrukteur Paul Zombeck den nach ihm benannten Rundturmtyp patentieren.<ref name="ndr" />

Bauart und Gestaltung

Ansteigende Rampe

Datei:Rundbunker Hasselbrook TdoD 2022-9.jpg
Spiralförmig ansteigende Rampe im Bunker am Bahnhof Hasselbrook
Datei:Rundbunker Hasselbrook TdoD 2022-14.jpg
Im Turmkern waren Toiletten untergebracht, darum herum einige Sitzbänke für Alte und Kinder angeordnet, die meisten Menschen mussten in diesen Bunkern aber stehend ausharren.
Datei:Rundbunker Hasselbrook TdoD 2022-12.jpg
„Harmlose“ Bilder und Sinnsprüche an den Wänden sollten die Bunkerinsassen ablenken und beruhigen.

Besonderes Kennzeichen der Zombeck-Türme ist die spiralförmig um einen Zylinderkern gelegte Rampe im Innern des Turms, wodurch die innere Struktur der Türme einem Schneckenhaus gleicht. Die sanft ansteigende Rampe besitzt keine Stufen und dient gleichzeitig zur Erschließung und als Aufenthaltsort. Im Zylinderkern befinden sich Waschräume und Toiletten. Durch diese Gestaltung konnten die Zombeck-Türme im Vergleich zu Hochbunkern mit einer Erschließung über Treppenhäuser in begrenzter Zeit deutlich mehr Menschen aufnehmen. Zombeck-Türme wurden primär an Verkehrsknotenpunkten wie Bahnhöfen und Brücken errichtet, wo sie bei Luftalarm die schutzsuchenden Fahrgäste von angehaltenen Zügen aufnahmen.<ref name="ndr-1312">Ndr: Hamburg ist Bunker-Hochburg (Seite 2). In: www.ndr.de. 28. Juni 2014, abgerufen am 9. Oktober 2019.</ref>

Die Türme des Typs B I waren für 500 Personen ausgelegt, nahmen jedoch mehr als 1000 Personen auf. Die Türme galten als splitter- und explosionssicher und besaßen eine Gasschleuse.

Tarnung

Zombeck-Türme sind aus Beton erbaut, besitzen jedoch meist eine Fassade aus Klinkern. Auch das kegelförmige Betondach, das Bomben abweisen soll, ist mit Dachpfannen verkleidet. Damit vermittelten sie der Bevölkerung das Gefühl einer Trutzburg und fielen bei Luftangriffen im Wohnumfeld weniger auf.<ref>Christina Busse: Die Geschichte der Trutzburg. In: Hamburger Wochenblatt, 1. Juli 2020, S. 5.</ref> Besonders an hervorgehobenen Standorten wurden zur Einfassung von Türen auch Werksteine eingesetzt, über dem Haupteingang befand sich dort ein Reichsadler mit Hakenkreuz, am Hamburger Turm an den Vorsetzen heute noch als leere Fläche in einem Kranz sichtbar.

Standorte

Datei:Reichsadler 1941 Rundbunker.jpg
Reichsadler mit entferntem Hakenkreuz am Bahnhof Hasselbrook

Die meisten Zombeck-Türme stehen noch heute in Hamburg (siehe auch: Bunker in Hamburg). Hier wurden elf Luftschutztürme der Bauart Zombeck gebaut.<ref name="ndr" /> Davon existieren gegenwärtig noch neun, die alle unter Denkmalschutz stehen:

 {{#coordinates:53,586555555556|10,044888888889|
   |dim=
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker, Wiesendamm 7
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }}</ref>
 {{#coordinates:53,544083333333|9,9764444444444|
   |dim=
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker, Vorsetzen 70
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }}</ref>
 {{#coordinates:53,562222222222|9,9903611111111|
   |dim=
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker, Rothenbaumchaussee
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }}</ref> Der Turm wird als Bar genutzt.<ref name="ndr-1312" />
 {{#coordinates:53,528|10,024777777778|
   |dim=
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker, Peutestraße 1
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }}</ref>
 {{#coordinates:53,53025|10,021888888889|
   |dim=
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker, Prielstraße 9
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }}</ref>
 {{#coordinates:53,56543|10,05675|
   |dim=500
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker Hasselbrook
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }})
 {{#coordinates:53,564337|9,966842|
   |dim=500
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker Sternschanze
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }})
 {{#coordinates:53,5527|10,027009|
   |dim=500
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker Berliner Tor
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }}) sowie der
  • Turm an der Billhorner Brückenstraße (ehemalige Station an der Hochbahnlinie nach Rothenburgsort, →Lage
 {{#coordinates:53,538509|10,032502|
   |dim=500
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker Billhorner Brückenstraße
   |region=DE-HH
   |type=landmark
  }})

Nicht mehr vorhanden:

  • Der im Jahr 1940 errichtete Turm am Zentralen Omnibusbahnhof Hamburg (Brockesstraße) wurde im Rahmen der Umbauarbeiten im Jahr 2002 abgerissen.<ref>ZOB-Abriss: Am ersten Tag lief alles schief, Hamburger Abendblatt vom 19. Juni 2001, S. 9</ref>
  • Bismarckstraße (heute: Ottenser Hauptstraße), Ottensen

Türme außerhalb Hamburgs:

Vorlage:Hinweisbaustein

 {{#coordinates:52,507138888889|13,4545|
   |dim=
   |globe=
   |name=Rundturm-Bunker, Reichsbahnausbesserungswerk "Franz Stenzer"
   |region=DE-BE
   |type=landmark
  }}</ref>
Datei:Trollturm Süd (Trollseelager II), der Bunker in der Steinstraße beim Trollseeweg (Flensburg 2014), Bild 006.JPG
Der südliche Zombeck-Turm im Trollseeweg in Flensburg (2014)
 {{#coordinates:53,516777777778|8,1280555555556|
   |dim=
   |globe=
   |name=Zombeck-Turm, Wilhelmshaven, Rheinstraße Ecke Lahnstraße
   |region=DE-NI
   |type=landmark
  }}</ref>
  • in Kiel Friedrichsort auf dem MAK Gelände
  • im norwegischen Trondheim (auf dem Gelände der U-Boot-Bunker) gab es Zombeck-Türme.

Siehe auch

Literatur

  • Michael Foedrowitz: Bunkerwelten – Luftschutzanlagen in Norddeutschland. Ch. Links, Berlin 1998, ISBN 3-86153-155-0.
  • Michael Foedrowitz: Luftschutztürme und ihre Bauarten 1934–1945. Edition Dörfler im Nebel-Verlag, Eggolsheim 2003, ISBN 3-89555-096-5.

Weblinks

Commons: Zombeck-Türme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweis Seiten-Koordinaten