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Karl Friedrich Moest

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Karl Friedrich Moest, um 1913
Datei:Mannheim Rheinbrücke Minvera.jpg
Minerva auf der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Eisenbahnbrücke Mannheim
Datei:Kaiserin-Augusta-Denkmal 11 Koblenz 2014.jpg
Das Kaiserin-Augusta-Denkmal in den Koblenzer Rheinanlagen (zusammen mit Bruno Schmitz)
Datei:Heinrich-Huebsch-Denkmal in Karlsruhe (cropped).jpg
Denkmal für Heinrich Hübsch in Karlsruhe
Datei:BW24 Denkmal Friedrich (cropped).jpg
Denkmal für Großherzog Friedrich I. von Baden in Badenweiler
Datei:Bismarckstatue Karlsruhe.jpg
Bismarck­denkmal in Karlsruhe
Datei:Galatea-Brunnen vor 1900.jpg
Galatea-Brunnen (vor 1900)

Karl Friedrich Moest oder Carl Friedrich Moest (* 26. März 1838 in Gernsbach, Baden; † 14. August 1923 in Karlsruhe; auch Möst)<ref>Deutsches Biografisches Jahrbuch, Band 5, 1923, Totenliste (335).</ref> war ein deutscher Bildhauer. Er war der Vater des Malers Hermann Moest, des Sängers Rudolf Moest<ref name="kosch">Wilhelm Kosch: Deutsches Theater-Lexikon, ed. 10:2. Klagenfurt, Wien: Kleinmayr, 1960.</ref><ref>† Kammersänger Rudolf Moest. In: Neue Freie Presse, Abendblatt, Nr. 19640/1919, 29. April 1919, S. 4, Mitte links. (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/nfp</ref> und des Schauspielers Friedrich Moest.<ref>Herrmann A. L. Degener: Wer ist’s? ed. 10. Degener, Berlin 1935.</ref>

Leben

Moest erlernte bei seinem Vater, einem Büchsenmacher, das Zeichnen, ätzte auch in Kupfer und Stahl, lernte mit dem Grabstichel umzugehen, schuf Intarsien und schnitzte in Holz. In Pforzheim begann er in einer Silberwarenfabrik das Modellieren und Gravieren.<ref name="freudundleid">Wilhelm Kaulen: Freund und Leid im Leben deutscher Künstler. Christian Winter, Frankfurt am Main 1878, S. 230–234.</ref> Später fertigte er Formen für Verzierungen auf Korken für Weinflaschen. Er arbeitete mehrere Jahre hart, um seine weitere Ausbildung finanzieren zu können. Sein Körper war damit allerdings überfordert und Moest erkrankte an Typhus, zwei Monate nachdem er ins Münchener Polytechnikum eingetreten war.<ref name="freudundleid" /> Nachdem er in seiner Geburtsstadt genesen war, begann er am Karlsruher Polytechnikum das Studium von Maschinenbau, Chemie und Architektur.<ref name="freudundleid" /> Nach einem halben Jahr entschied Moest sich allerdings für die Kunst. Nun wurde er an der Kunstschule von Adolf des Coudres und Johann Wilhelm Schirmer unterrichtet. Ein weiterer Lehrer Moests war der Bildhauer Hans Baur (1829–1897), der ein privates Atelier im Neubau der Akademie in der Bismarckstraße angemietet hatte und Moest dort zusammen mit Gustav von Kreß unterrichtete.<ref>Schmitt, S. 18.</ref>

Moests erste Werke waren Porträtbüsten wie vom Maler August von Bayer (1803–1875) und den Ministern Wilhelm Lamey und Franz von Roggenbach.<ref name="freudundleid" /> Sein Lehrer Carl Steinhäuser vermittelte Moest vermutlich den Auftrag, unter seiner Aufsicht<ref>Schmitt, S. 282 f.</ref> ein Denkmal für den 1863 verstorbenen Oberbaudirektor Heinrich Hübsch zu entwerfen.<ref>Schmitt, S. 54.</ref> Ab 1863 war er als Zeichenlehrer an der Gewerbeschule tätig.<ref name="schmitt686">Schmitt, S. 686.</ref> Nachdem er weitere Büsten und die großen Sandsteinkaryatiden für das Rathaus in Mannheim gestaltet hatte, ging er mit einem Reisestipendium 1864 nach Italien und studierte die Meisterwerke Michelangelos, Canovas und Thorwaldsens. Nach seiner Rückkehr folgten zunächst weitere Büsten (Johann Wilhelm Schirmer, Georg Gottfried Gervinus, Wilhelm Lamey (1904 in Mannheim),<ref name="schmitt686" /> Fürstin von Wied und das Großherzogenpaar) sowie sein erstes größeres Werk: die Gruppe der Minerva mit Handel und Industrie auf der Eisenbahnbrücke in Mannheim, die ihm einen bedeutenden Namen machte und andere Arbeiten nach sich zog. 1870 beantragte er, nach London reisen zu dürfen, um die antiken Bildwerke und Gipsabgüsse des British Museum sowie das South-Kensington-Museum besuchen zu können.<ref name="schmitt21">Schmitt, S. 21.</ref>

Am 26. Mai 1868 heiratete Moest in Bruchsal Louise Himmel (* 1. September 1839).<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.familysearch.orgEintrag des Paares (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im März 2022. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot FamilySearch.org; abgerufen am 28. Dezember 2009.</ref> Am 5. Dezember kam ihr Sohn Hermann zur Welt.<ref>Karl Friedrich Moest. In: Hans Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 25: Moehring–Olivié. E. A. Seemann, Leipzig 1931, S. Vorlage:VonBis (biblos.pk.edu.pl).</ref> Der Sohn Friedrich war bereits 1867 zur Welt gekommen, sein Bruder Rudolf folgte 1871.<ref name="kosch" />

Moest war ab 1867 (ab 1872 als Professor) Lehrer an der Kunstgewerbeschule in Karlsruhe<ref name="schmitt686" /> und wohnte in der Bismarckstraße 47.<ref>Geistiges Deutschland (Kurztitel). Das geistige Deutschland am Ende des 19. Jahrhunderts Enzyklopädie des deutschen Geisteslebens in biographischen Skizzen. Bd. 1 Die Bildenden Künstler. Leipzig/Berlin. 1898. Band 1.</ref> Zudem war er für das Unternehmen Dyckerhoff & Widman tätig, das neben dem Vertrieb von Baumaterialien auch Architekturteile und Plastiken in Zement goss. Das Unternehmen wurde beispielsweise von der Stadt Karlsruhe mit der Herstellung des Galatea-Brunnens beauftragt, den Moest dann ausführte.<ref name="Schmitt, S. 93">Schmitt, S. 93.</ref> 1879 schied Moest auf eigenen Wunsch aus der Kunstgewerbeschule aus, da sein Alternativvorschlag der Lohnerhöhung statt Kündigung von Gustav Kachel nicht akzeptiert wurde.<ref>Schmitt, S. 30; Fußnote 66</ref> Moests Nachfolger wurde Adolf Heer.<ref name="schmitt21" />

Im Jahr 1890 wurde Moest beim Wettbewerb um die Errichtung eines Denkmals für Kaiser Wilhelm I. disqualifiziert, da er sein Modell im falschen Maßstab angefertigt hatte. Er wäre auf Platz drei gelandet, hinter Hermann Volz und Adolf Heer, der es am Ende ausführte.<ref>Schmitt, S. 372.</ref> Mehr Glück hatte er zwischen 1900 und 1901 im zweiten Wettbewerb um die Errichtung eines Bismarck-Denkmals in Karlsruhe: Nachdem ein erster solcher Wettbewerb bereits ohne Sieger gescheitert war, wurde Fridolin Dietsche als Sieger der zweiten Konkurrenz beworben, da man den seinen noch als den „relativ besten“ Entwurf bezeichnete. Das Denkmalkomitee entschied sich jedoch später dafür, einen der drei Entwürfe ausführen zu lassen, die Moest eingereicht hatte.<ref>Schmitt, S. 420.</ref>

Werke

Zu den Werken, die Moest nach der Mannheimer Eisenbahnbrücke schuf, gehören die Gruppe des Triumphs der Galatea (Galatea-Brunnen), das Denkmal für die in Mannheim verstorbenen Krieger von 1870/71,<ref name="beringer">Joseph August Beringer: Mannheim – Stoff für den heimatkundlichen Unterricht, In: Jahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule (Lessingschule), Schuljahr 1912/13, Mannheim 1913, S. 20; dort allerdings fälschlicherweise als das Werk eines Hermann Moest ausgegeben, wurde vermutlich bei Friedrich Walter abgeschrieben, wo es auch schon falsch stand</ref> allegorische Figuren am Direktionsgebäude der pfälzischen Bahn in Ludwigshafen<ref name="freudundleid" /> und als sein Hauptwerk das Siegesdenkmal in Freiburg im Breisgau, sowie das 1879 enthüllte Kriegerdenkmal auf dem Pforzheimer Marktplatz,<ref>Pforzheim. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 12, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 976.</ref> bestehend aus einem altgermanischen Krieger von herkulischer Gestalt.<ref>Das Denkmal auf einer Postkarte von 1897</ref> Letzteres wurde spätestens beim Luftangriff auf Pforzheim zerstört.

In Karlsruhe finden bzw. fanden sich besonders viele seiner Werke, darunter die folgenden:

Stil

Moests Gesamtwerk orientiert sich am Spätklassizismus. Die Porträtbüsten ab 1890 sind zudem vom Naturalismus beeinflusst.<ref name="schmitt21" />

Auszeichnungen

Moest war Ritter des großherzoglich badischen Ordens vom Zähringer Löwen und des königlich preußischen Kronen-Ordens.

Rezeption

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Motiv: St. Sebastian (Mannheim), die großen Sandsteinkaryatiden für das Alte Rathaus in Mannheim

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

„Denkmäler und ausgezeichnete Bildnisbüsten sind die am meisten anerkannten Schöpfungen des Meisters.“

Kunstchronik zum 80. Geburtstag Moests<ref>Kunstchronik, 29. Jahrgang, E. A. Seemann, Leipzig 1918.</ref>

Literatur

Weblinks

Commons: Karl Friedrich Moest – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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