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Maulbach (Homberg)

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Maulbach
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(399)&title=Maulbach 50° 44′ N, 9° 3′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(399) 50° 43′ 42″ N, 9° 3′ 24″ O
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Höhe: 305 (240–331) m
Fläche: 13,34 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 399 (31. Dez. 2024)<ref>Stadt Homberg (Ohm) | Daten & Fakten |. Abgerufen am 15. November 2025.</ref>
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Oktober 1971
Postleitzahl: 35315
Vorwahl: 06633

Maulbach ist ein Stadtteil von Homberg (Ohm) im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographie

Geographische Lage

Das Dorf liegt am Rande des Vogelsbergs. Durch den Ort führt die Landesstraße 3343. Im Süden verläuft die Bundesautobahn 5.

Nachbarorte

Appenrod Niederklein Kirtorf
Homberg Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Heimertshausen
Wäldershausen Nieder-Gemünden Ehringshausen

Geschichte

Ortsgeschichte

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung wird für die Zeit nach 1146 datiert, als der Ort Mulenbach in einem Kopialbuch des Klosters Fulda aus dem Jahr 1450 erwähnt wurde. Der Eintrag lautet: „In vfleiden ii mansi … In Abbenrode i mansus … in Mulenbach i mansus … In Dizesrode<ref>Heute Wüstung Diersrod.</ref> i mansus“.<ref>StAM, K 244, fol. 43 r.</ref> Dabei handelt es sich um Besitz des Klosters in den genannten Orten. 1280 nennt eine Urkunde „in Vfleiden et in Mulenbach“.<ref>Arthur Wyss:</ref> erwähnt. 1568 heißt es: „Maulnpach bei Honborgk“.<ref>StAD Abt. XIII, 3, Konv. 101, Fsc. 29.</ref> Ein Salbucheintrag aus dem Jahre 1574 gibt an „von Maulnpach nach Kirttorf“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 132.</ref> Der Ortsname ist wahrscheinlich von einem Gewässernamen auf eine Siedlung übertragen worden. Grundwort ist das mhd. „mule“ = Maultier.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 248 f.</ref>

Im Dreißigjährigen Krieg belagerte Erzherzog Leopold Wilhelm von Österreich im Jahre 1646 das Dorf von Appenrod aus.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Maulbach:

„Maulbach (L. Bez. Kirtorf) evangel. Pfarrdorf; liegt 112 St. von Kirtorf, 2 St. von Homberg, hat 76 Häuser und 433 Einwohner, die außer 11 Juden evangelisch sind. In der Gemarkung finden sich Grabhügel und ein Basaltsteinbruch. Der Ort gehörte zum Kirchengebiet von Oberofleiden, und hatte schon 1264 einen eigenen Pleban.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. Oktober 1971 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Maulbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen zeitgleich mit zehn weiteren Gemeinden auf freiwilliger Basis als Stadtteil in die Stadt Homberg (Ohm) – damals noch mit dem Namen Homberg (Kreis Alsfeld)eingegliedert.<ref>Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 14. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 9,2 MB]).</ref><ref></ref> Für alle durch die Gebietsreform nach Homberg eingegliederten Gemeinden und die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 2,99 MB) § 6. In: Webauftritt. Gemeinde Homberg (Ohm), archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 11. Januar 2021; abgerufen im Januar 2021.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Maulbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Die Zugehörigkeit des Amtes Homberg an der Ohm anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Maulbach das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übergingen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1879 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Maulbach zuständig war.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Homberg an der Ohm“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Am 15. Juni 1943 wurde das Gericht zur Zweigstelle des Amtsgerichtes Alsfeld<ref>Rundverfügung des Reichsministers der Justiz vom 20. Mai 1943 — 3200/7 — Ia9 995 — Betrifft: Vereinfachung der Gerichtsorganisation.</ref>, aber bereits wieder mit Wirkung vom 1. Juni 1948 in ein Vollgericht umgewandelt<ref>Erlass des Hessischen Ministers der Justiz vom 24. Mai 1948 — 3210/1 — Ia 1961 — Betrifft: Umwandlung des Zweigstellen-Amtsgerichts Homberg (Oberhessen). (Gesetz über Maßnahmen auf dem Gebiete der Gerichtsorganisation und Gerichtsverfassung vom 17. November 1953. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1953 Nr. 30, S. 189–191, Anlagen 1. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,3 MB]).)</ref>. Am 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Homberg und Maulbach wurde dem Bereich des Amtsgerichts Kirchhain zugeteilt.<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 2 b) und Artikel 2, Abs. 8 c) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref> 1973 wechselte die Stadt Homberg an der Ohm und mit ihr Maulbach in den Zuständigkeitsbereich des Amtsgerichts Alsfeld.<ref name="RVB-1973" /> In übergeordneten Instanzen sind jetzt das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung

• 1577: 074 Hausgesesse mit 12 Wagen<ref name="lagis" />
• 1791: 346 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 368 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 423 Einwohner, 69 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 433 Einwohner, 76 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 418 Einwohner, 75 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 423 Einwohner, 77 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Maulbach: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2024
Jahr  Einwohner
1791
  
346
1800
  
368
1806
  
423
1829
  
433
1834
  
540
1840
  
500
1846
  
464
1852
  
498
1858
  
508
1864
  
461
1871
  
420
1875
  
423
1885
  
425
1895
  
428
1905
  
410
1910
  
429
1925
  
432
1939
  
606
1946
  
631
1950
  
611
1956
  
555
1961
  
527
1967
  
507
1970
  
511
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
432
2015
  
395
2019
  
419
2024
  
399
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Stadt Homburg (Ohm)<ref name="Warchiv" />; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.</ref>

Religionszugehörigkeit

• 1829: 422 evangelische (= 97,46 %), 11 jüdische (= 2,54 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 457 evangelische (= 86,72 %), 59 katholische (= 11,20 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Vereine

Das kulturelle Leben im Dorf prägen folgende Vereine:

  • Burschenschaft
  • Evang. Kirchengemeinde
  • Evang. Posaunenchor der Pfarrei Maulbach
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Gesangverein Maulbach
  • KSG Maulbach
  • Landfrauenverein
  • Maulbacher Ausflugsgesellschaft
  • Soundhaufen (eine Chorgruppe des Gesangsvereins)
  • VdK Ortsverband Maulbach
  • Vogel- und Naturschutzgruppe

Sonstiges

Anmerkungen

<references group="Anm." />

Literatur

Weblinks

Commons: Maulbach (Homberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Maulbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Warchiv" > Daten und Fakten. In: Webauftritt. Stadt Homberg (Ohm), archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Januar 2021. </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 198 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 215 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 260 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 143 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RVB-1973"> Fünftes Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes vom 12. Juni 1973. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1973 Nr. 15, S. 199–201, Artikel 1, Punkt 10.33 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 385 kB]). </ref> </references>

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