Rasmus Andresen
Rasmus Andresen (* 20. Februar 1986 in Essen) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Andresen war von 2009 bis 2019 Mitglied und vom 6. Juni 2017 bis Juni 2019 Vizepräsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages. Seit dem 2. Juli 2019 ist er Mitglied des Europäischen Parlamentes.
Biografie
Andresen wurde in Essen geboren, wuchs aber vom zweiten Lebensjahr an in Flensburg auf, wo er auch heute noch wohnt.<ref>Flensburg | Rasmus Andresen. In: rasmus-andresen.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 23. November 2016; abgerufen am 22. November 2016.</ref> Er besuchte Schulen der dänischen Minderheit und machte 2005 am dänischen Gymnasium Duborg-Skolen sein Abitur. Nach der Ableistung seines Zivildienstes in einem Wohnheim für Menschen mit Behinderung studierte er im dänischen Roskilde und erlangte einen Bachelor-Abschluss in Verwaltungs- und Kommunikationswissenschaften. Er studiert an der Fernuniversität in Hagen den Masterstudiengang „Governance“.
Politik
Seit seinem 15. Lebensjahr engagiert sich Andresen für die Grüne Jugend sowie später für die Grünen selbst. Darüber hinaus engagiert er sich bei der dänischen Socialistisk Folkeparti (SF) und deren Jugendorganisation SFU. Im Jahr 2008 begleitete er den Wahlkampf von Barack Obama in den USA und verfasste seine Bachelorarbeit über den Einfluss der Finanzkrise auf den US-Wahlkampf.
Rasmus Andresen ist Gründungsmitglied des Instituts Solidarische Moderne.<ref>Institut Solidarische Moderne: Gründungsmitglieder</ref>
Abgeordneter im schleswig-holsteinischen Landtag (2009–2019)
Für die schleswig-holsteinische Landtagswahl am 27. September 2009 kandidierte Andresen auf Listenplatz 10 für Bündnis 90/Die Grünen. Aufgrund des für Bündnis 90/Die Grünen sehr guten Wahlergebnisses von 12,4 % und den damit erreichten zwölf Landtagsmandaten zog Andresen am 27. Oktober 2009 als Abgeordneter in den schleswig-holsteinischen Landtag ein. Im Landtag war er stellvertretendes Mitglied des Sozialausschusses und des Bildungsausschusses.
Bei der Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2012 wurde Andresen erneut in den Landtag gewählt. Seither war er erster stellvertretender Fraktionsvorsitzender und haushalts-, hochschul- und minderheitenpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Seit November 2012 war er Mitglied im 16-köpfigen Führungsgremium, dem Bundesparteirat, seiner Partei.
Rasmus Andresen gewann bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2013 als erster Grüner in Flensburg ein Direktmandat, im Innenstadt-Wahlkreis 11.
Im August 2014 forderte Rasmus Andresen den Oberbürgermeister von Flensburg Simon Faber dazu auf, sich um eine Olympia-Austragung in Flensburg zu bemühen. Es ging ihm dabei um Segelwettbewerbe und das Handball-Turnier, die bei einer möglichen, erneuten Bewerbungs-Initiative Hamburgs an eine andere Stadt vergeben werden könnten.<ref>Joachim Pohl: Flensburg denkt an Olympia. In: shz.de, 8. August 2014, abgerufen am 8. August 2014.</ref>
Für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein 2017 wurde Rasmus Andresen zum Direktkandidaten von Bündnis 90/Die Grünen für den Wahlkreis Flensburg gewählt.<ref>Flensburger Grüne nominieren Rasmus Andresen als Direktkandidaten. In: GRÜNE Flensburg. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 2. Dezember 2016; abgerufen am 22. November 2016.</ref> Gewählt wurde er über die Landesliste.
Mitglied des Europäischen Parlaments (seit 2019)
Im Mai 2018 verkündete Andresen seine Kandidatur für die Bundesliste von Bündnis 90/Die Grünen zur Wahl des Europäischen Parlaments 2019.<ref>Rasmus Andresen: Europa vor Augen und im Herzen – meine Bewerbung als Norddeutscher Europakandidat. 13. Mai 2018, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 13. Dezember 2018; abgerufen am 24. Mai 2018.</ref> Er trat hierbei mit den Themen Haushalt und Digitalisierung auf dem Listenplatz 16 der Bundesliste an und wurde am 26. Mai 2019 ins Europäische Parlament gewählt. Er trat dort der Fraktion Die Grünen/EFA bei und war für die Fraktion in der 9. Legislaturperiode Mitglied im Haushaltsausschuss sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie und im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz.<ref>Home | Rasmus ANDRESEN | Abgeordnete | Europäisches Parlament. Abgerufen am 7. Juli 2019.</ref>
Am 16. März 2021 übernahm er die Patenschaft für Igor Bantser, Sänger der Band Mister X und politischen Gefangenen aus Belarus.<ref>Presseerklärung zu dem Musiker und politischen Gefangenen Igor Bancer/Ihar Bantsar. Audiolith, 16. März 2021, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 16. März 2021; abgerufen am 19. August 2021.</ref>
Am 14. Dezember 2021 wurde er als Sprecher der deutschen Gruppe in der Fraktion Die Grüne/EFA als Nachfolger von Sven Giegold gewählt.<ref>Rasmus Andresen - Neuer Sprecher der Grünen im EU-Parlament. 17. Dezember 2021, abgerufen am 13. Januar 2022.</ref>
Bei der Europawahl 2024 konnte er sein Mandat verteidigen.<ref>Europawahl 2024: Alle Gewählte in alphabetischer Reihenfolge. In: Die Bundeswahlleiterin. Abgerufen am 17. Juni 2024.</ref> Er ist in der 10. Legislaturperiode Mitglied im Haushaltsausschuss, im Ausschuss für Wirtschaft und Währung und im Unterausschuss für Steuerfragen sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für regionale Entwicklung. Er ist zudem Mitglied der Delegation für die Beziehungen zu den Vereinigten Staaten sowie stellvertretendes Mitglied der Delegation für die Zusammenarbeit im Norden und für die Beziehungen zur Schweiz und zu Norwegen, im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Island und im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss Europäischer Wirtschaftsraum (EWR).<ref>Abgeordneten-Datenbank: Rasmus ANDRESEN, 10. Wahlperiode. In: Europäisches Parlament. Abgerufen am 12. Oktober 2024.</ref>
Andresen stimmte am 21. Januar 2026 für die Überweisung des Mercosur‑Abkommens an den Europäischen Gerichtshof. Die Abstimmungsdaten zeigen, dass er Teil der acht deutschen Grünen war, die den Antrag unterstützten.<ref>Albert Link: EU-Parlament verzögert Freihandel-Deal: Bittere Klatsche für Deutschland! In: bild.de. 21. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref> Bemerkenswert ist, dass sein Votum deckungsgleich mit dem der Linken sowie der Abgeordneten der Europa‑Souveräner‑Nationen‑Fraktion, welcher auch die AfD angehört, ausfiel.<ref>Prüfung des EU-Mercosur-Abkommens auf Rechtmäßigkeit durch den EuGH | abgeordnetenwatch.de. 21. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref><ref>Hugo Müller-Vogg: Grüne stimmen in Straßburg mit der AfD: Moralweltmeister leisten Offenbarungseid / Im Europäischen Parlament machten die Grünen gemeinsame Sache mit der AfD, um das Mercosur-Abkommen zu verzögern. Das war wirtschaftspolitisch dumm und offenbart die doppelte Moral der Grünen gegenüber ganz Rechts. FOCUS, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref><ref>Maximilian Stascheit: EU-Parlament und Mercosur: Gemeinsam mit AfD – deutsche Grüne rechtfertigen Abstimmung in internem Papier - WELT. Die Welt, 22. Januar 2026, abgerufen am 22. Januar 2026.</ref>
Mitgliedschaften
Rasmus Andresen ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa einsetzt.<ref>Rasmus Andresen. Website der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 8. August 2025.</ref>
Rasmus Andresen hat den Aufruf Ende Gelände 2019 unterstützt.<ref>Unterstützer*innen. In: Ende Gelände. Abgerufen am 8. August 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Weblinks
- Website von Rasmus Andresen
- Rasmus Andresen im Landtagsinformationssystem Schleswig-Holstein (LIS-SH)
- Parlamentarische Initiativen auf der Seite des Schleswig-Holsteinischen Landtages
- Rasmus Andresen in der Abgeordnetendatenbank des Europäischen Parlaments
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Andresen, Rasmus |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen), MdL Schleswig-Holstein, MdEP |
| GEBURTSDATUM | 20. Februar 1986 |
| GEBURTSORT | Essen |
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