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Windhausen (Feldatal)

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Windhausen
Gemeinde Feldatal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(235)&title=Windhausen 50° 39′ N, 9° 12′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(235) 50° 39′ 8″ N, 9° 12′ 5″ O
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Höhe: 409 (386–417) m
Fläche: 11,14 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 235 (30. Juni 2018)<ref name="DF">Einwohnerzahlen der Gemeinde Feldatal. In: Webauftritt. Gemeinde Feldatal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Mai 2020.</ref>
Bevölkerungsdichte: 21 Einwohner/km²
Postleitzahl: 36325
Vorwahl: 06637

Windhausen ist ein Ortsteil von Feldatal im mittelhessischen Vogelsbergkreis.

Geographische Lage

Windhausen liegt am Vogelsberg im Naturpark „Hoher Vogelsberg“, entlang der Rhein-Weser-Wasserscheide.<ref>Weyrauch u. a.: 1965, S. 72.</ref> Durch den Ort führt die Landesstraße 3070.

Geschichte

Der archäologische Fund des Diadems von Windhausen lässt schon eine Besiedlung zur Bronzezeit vermuten. Die älteste schriftliche Erwähnung von Windhausen erfolgte im Jahr 1302, als der ortsansässige Niederadlige „Giso von Winthusen“ erwähnt wird.<ref>Eduard Erwin Becker: Riedeselsches Urkundenbuch. 1200–1500. Offenbach 1924. Nr. 39, S. 14.</ref> In einer Urkunde von 1325 werden die Zehntverhältnisse des Dorfes geregelt.<ref>StAD Urkunden Oberhessen. Windhausen.</ref>

Der Ortsname wird in der Namensforschung als „dem Wind ausgesetzte Siedlung“ erklärt.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 402 f.</ref> Er besitzt das gleiche Bestimmungswort wie der Hof Windhain.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Windhausen:

„Windhausen (L. Bez. Alsfeld) evangel. Filialdorf; liegt im Vogelsberg 234 St. von Alsfeld, hat 1 Kirche, 83 Häuser und 461 Einwohner, die alle evangelisch sind und die größtentheils zum Bauernstand gehören.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

Am 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ermenrod, Groß-Felda, Kestrich, Köddingen, Stumpertenrod, Windhausen und Zeilbach zur neuen Großgemeinde Feldatal zusammengeschlossen.<ref></ref>

Territorialgeschichte und Verwaltung

Die folgende Liste zeigt im Überblick die Territorien, in denen Windhausen lag, bzw. die Verwaltungseinheiten, denen es unterstand:<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichte seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Windhausen das Amt Ulrichstein zuständig. Das Hofgericht war für normale bürgerliche Streitsachen Gericht der zweiten Instanz, für standesherrliche Familienrechtssachen und Kriminalfälle die erste Instanz. Die zweite Instanz für die Patrimonialgerichte waren die standesherrlichen Justizkanzleien. Übergeordnet war das Oberappellationsgericht Darmstadt.

Mit der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurde diese Funktion beibehalten, während die Aufgaben der ersten Instanz 1821–1822 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Land- bzw. Stadtgerichte übergingen. Windhausen fiel in den Gerichtsbezirk des Landgerichts Alsfeld. Durch Verfügung des Großherzoglich Hessischen Ministerium des Innern und der Justiz wurde am 1. Dezember 1838 Windhausen an den Bezirk des neu errichteten Landgerichts Ulrichstein abgetreten.<ref>Bekanntmachung, die Errichtung eines Landgerichts zu Ulrichstein betr. vom 31. Oktober 1938. In: Großherzogliches Ministeriums des Inneren und der Justiz (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1838 Nr. 36, S. 385 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 40,9 MB]).</ref>

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglich hessischen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Ulrichstein“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref>

Im Jahre 1943 verlor das Amtsgericht Ulrichstein seine Selbständigkeit und wurde zur Zweigstelle des Amtsgerichts Schotten.<ref>Verfügung des Landgerichtspräsidenten in Gießen vom 16. Juni 1943 — 3200 — Betrifft: Errichtung der Zweigstelle Ulrichstein des Amtsgerichts Schotten</ref> Mit Wirkung zum 1. Juli 1968 erfolgte die Auflösung des Amtsgerichts Schotten<ref>Zweites Gesetz zur Änderung des Gerichtsorganisationsgesetzes (Ändert GVBl. II 210–16) vom 12. Februar 1968. In: Der Hessische Minister der Justiz (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1968 Nr. 4, S. 41–44, Artikel 1, Abs. 5 c) und Artikel 2, Abs. 2 f) (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 298 kB]).</ref>, und Windhausen kam zum Gerichtsbezirk des Amtsgerichts Alsfeld. Die übergeordneten Instanzen sind jetzt, das Landgericht Gießen, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.

Einwohnerentwicklung

• 1791: 385 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 400 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 425 Einwohner, 75 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 461 Einwohner, 83 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 365 Einwohner, 77 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 398 Einwohner, 78 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Windhausen: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2018
Jahr  Einwohner
1791
  
385
1800
  
400
1806
  
425
1829
  
461
1834
  
467
1840
  
450
1846
  
457
1852
  
414
1858
  
419
1864
  
411
1871
  
402
1875
  
398
1885
  
407
1895
  
417
1905
  
400
1910
  
394
1925
  
391
1939
  
384
1946
  
584
1950
  
475
1956
  
391
1961
  
360
1967
  
369
1970
  
369
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
249
2018
  
235
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de</ref>

Religionszugehörigkeit

• 1829: 461 evangelische (= 100 %) Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 325 evangelische (= 90,28 %) und 32 (= 8,89 %) katholische Einwohner<ref name="lagis" />

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Datei:Windhausen (Feldatal) Evangelische Kirche 2486.JPG
Evangelische Kirche in Windhausen

Bauwerke

Vereine

Das kulturelle Dorfleben prägen folgende Vereine:

  • Gesangverein 1877 e. V. Windhausen
  • Jugendgruppe Windhausen
  • Obst- und Gartenbauverein Windhausen
  • Freiwillige Feuerwehr Windhausen

Infrastruktur

Persönlichkeiten

  • Ludwig Haberkorn (1810–1873), Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen und Oberförster in Windhausen
  • Konrad Neeb (1851–1899), Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen
  • Johannes Steuernagel (1805–1870), Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen

Literatur

Weblinks

Commons: Windhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="lagis">Windhausen, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Amt Ulrichstein"> Die Zugehörigkeit des Amtes Ulrichstein anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567-1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604-1638. und Hessen-Darmstadt 1567-1866. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 211 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 231 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 280 ff. (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 423 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 6 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> </references>

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