Zum Inhalt springen

Achim Stocker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. Februar 2026 um 07:33 Uhr durch imported>Troubled asset (Nachfolge und Vermächtnis: Weniger Prosa. Die enzyklopädische Erwähnungsfähigkeit der Ehefrau in diesem Personenartikel ist ohnehin zweifelhaft.).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Porträt von Achim Stocker
Achim Stocker (1993)

Achim Stocker (* 27. Mai 1935 in Konstanz; † 1. November 2009 in Freiburg im Breisgau<ref>Achim Stocker ist tot. In: n-tv.de. SID, 1. November 2009, abgerufen am 3. Juni 2021.</ref>) war ein deutscher Fußballfunktionär. Er war 36 Jahre lang 1. Vorsitzender des SC Freiburg und führte den Verein mit geringen finanziellen Mitteln von der Amateurliga bis in die 1. Bundesliga.

Leben

Achim Stocker wuchs in Konstanz auf, studierte Jura in Freiburg und kam so als 23-jähriger, aktiver Spieler zum SC Freiburg.<ref name=":4"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Achim Stocker - eine Chronologie (Memento vom 5. November 2009 im Internet Archive)</ref> Er musste jedoch mit 28 Jahren das Fußballspielen aufgeben, nachdem er sich eine schwere Knöchelverletzung zugezogen hatte.<ref name=":3">Hans-Joachim Kästle: SC Freiburg: Achim Stocker – ein Mann schwimmt gegen den Strom. Badische Zeitung, 21. Mai 2004, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. November 2009; abgerufen am 27. Dezember 2025.</ref>

Er war Jurist und bis zu seiner Pensionierung als Regierungsdirektor bei der Oberfinanzdirektion Freiburg tätig.

Stocker starb im Alter von 74 Jahren an den Folgen eines Herzinfarkts und eines Schlaganfalls, den er am 28. Oktober 2009 erlitten hatte.<ref>Präsident Stocker verstorben. In: spiegel.de. Der Spiegel, 1. November 2009, abgerufen am 3. Juni 2021.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Achim Stocker ist tot – SC Freiburg unter Schock (Memento vom 4. November 2009 im Internet Archive)</ref> Stocker hinterließ seine Frau, eine Tochter und einen Sohn und zwei Enkel. Er wurde in Freiburg-Littenweiler beigesetzt.<ref>Klaus Nerger: Das Grab von Achim Stocker. In: knerger.de. Abgerufen am 3. Juni 2021.</ref><ref name=":1">Dieter Salomon: Dokumentation: OB Salomon nimmt in bewegenden Worten Abschied von Achim Stocker. 6. November 2009, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).</ref>

Funktionärstätigkeit

Allgemein

Stocker war von 1970 bis 1972 dritter Vorsitzender des SC Freiburg zuerst unter dem 1. Vorsitzenden Gundolf Fleischer und dann unter Heinz Stoll.<ref>ahl: Auf Heinz Stoll folgt nun Rolf Ziegelbauer. In: badische-zeitung.de. 13. April 2010, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).</ref> Im Jahr 1972 wurde er auf Vorschlag von Helmut Köbele zum 1. Vorsitzenden des Vereins gewählt. Er hatte das Amt bis zu seinem Tod 2009 inne und war mit 36 Amtsjahren der dienstälteste Präsident eines Vereins im deutschen Profifußball. In den Anfangsjahren war er auch ehrenamtlicher Sportdirektor, Manager und Spielerscout, bis er 1998 den ersten hauptamtlichen Manager einstellte.

Stocker übernahm den SC Freiburg 1972 in der 1. Amateurliga Südbaden (heutige Verbandsliga) und führte ihn bis 1978 zunächst in die damals zweigeteilte 2. Bundesliga-Süd, dann 1981 in die damals neue eingleisige 2. Bundesliga und 1993 in die 1. Bundesliga.<ref name=":2">Michael Dörfler: SC Freiburg: Achim Stocker: Die Vaterfigur des SC Freiburg ist tot. Badische Zeitung, 1. November 2009, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. November 2009; abgerufen am 27. Dezember 2025.</ref><ref name=":3" />

1972–1991 Amateurliga bis 2. Bundesliga

1972 machten Helmut Köbele (2. Vorsitzender) und Stocker (3. Vorsitzender) den Spieler Manfred Brief zum Trainer des SC Freiburg.<ref>Robert Kauer: Manfred Brief: Der Mann, der den SC Freiburg in die zweite Liga führte. In: badische-zeitung.de. 13. Januar 2001, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).</ref> Sechs Jahre später holte die Mannschaft 1978 unter ihm die Meisterschaft in der 1. Amateurliga Südbaden. Nach Spielen gegen den SSV Ulm 1846, den SSV Reutlingen und den FV Weinheim stieg der Sport-Club erstmals in die geteilte 2. Bundesliga Süd auf und spielte damit erstmals im Profifußball. In den folgenden 13 Jahren bis 1991 spielte der SC unter 17 verschiedenen Trainern, darunter Fritz Fuchs, Anton Rudinski und Jörg Berger.

1991–2007 Die Ära Volker Finke – Aufstieg in die 1. Bundesliga

1991 verpflichtete Stocker Volker Finke vom SC Norderstedt aus der Fußball-Oberliga Nord als neuen Trainer. 1993 stieg die Herren-Fußballmannschaft erstmals in die 1. Bundesliga auf. In der Folge konnten mit dem dritten Gesamtrang 1995 und mit den Teilnahmen am UEFA-Cup 1996 und 2002 die größten Erfolge der Vereinsgeschichte erreicht werden. 1997 und 2002 stieg der SC Freiburg ab und im Folgejahr jeweils wieder auf. 2004 folgte wieder der Abstieg in die 2. Bundesliga.

2007–2009 Wiederaufstieg

Nach einer weniger erfolgreichen Hinrunde im dritten Jahr in der 2. Bundesliga verpflichtete Stocker 2007 Robin Dutt als Finkes Nachfolger.<ref name=":2" /> 2009 gelang daraufhin der Herren-Fußballmannschaft der Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga.

Nachfolge und Vermächtnis

Bei Stockers Tod Ende 2009 war der Verein schuldenfrei.<ref>Dominik Bloedner: Der Schatzmeister des SC Freiburg steht nicht gerne im Rampenlicht. In: Badische Zeitung. 10. Oktober 2013, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref> Sein Nachfolger als 1. Vorsitzender wurde Fritz Keller.<ref>Frank Zimmermann: SC-Vorstand wiedergewählt – Neues zur Stadionfrage. In: Badische Zeitung. 26. September 2011, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref> Seine Ehefrau Hannelore Stocker ist Ehrenmitglied des Vereins, Mitglied des Aufsichtsrats und Vorstandsmitglied der Achim-Stocker-Stiftung.<ref>Daniela Frahm: "Ein positiver Pessimist"". In: Badische Zeitung. 23. August 2018, abgerufen am 14. Februar 2026.</ref>

Gemeinsam mit Volker Finke baute Achim Stocker ab 2001 die Freiburger Fußballschule auf. 2004 wurde zu deren weiterer Finanzierung die Achim-Stocker-Stiftung Freiburger Fußballschule vom Verein und der Stadt Freiburg gegründet.<ref>Sascha Kurzrock: Fußballschule, Freiburg. In: 11km.de. 27. Dezember 2019, abgerufen am 24. April 2025.</ref> Als „Ausbildungsverein“ sollten die strukturellen Wettbewerbsnachteile der Region ausgeglichen und der SC Freiburg langfristig in der Bundesliga etabliert werden.<ref>Ausbildungsidee und Entwicklung junger Spieler beim SC Freiburg. In: Bund Deutscher Fußball-Lehrer e. V. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref><ref>Frank Campos: Jugendarbeit des SC Freiburg: Bei der Nachwuchsförderung machen die Breisgauer viel richtig. Schwarzwälder Bote, abgerufen am 23. Januar 2026.</ref><ref>Streich: Durch Verkäufe Personal bezahlen – „Junge Spieler elementar für die Philosophie“. In: transfermarkt.de. 9. November 2023, abgerufen am 12. Januar 2026.</ref><ref>Freiburger Fußballschule: Doppelpass mit der Region. In: SC Freiburg. Abgerufen am 12. Januar 2026.</ref> Bei Stockers Tod konnte die Freiburger Fußballschule zahlreiche ausgebildete Nachwuchsprofis vorzeigen.<ref>Oliver Maywurm: Keller will Freiburg wie Stocker weiterführen | SPOX. In: Spox. 26. Oktober 2010, abgerufen am 23. Januar 2026.</ref><ref>Klaus Schlütter: Butterbrote für Freiburg: "Präses" Stocker ist tot - WELT. In: WELT. Abgerufen am 23. Januar 2026.</ref>

Stocker und der Verein genossen eine überwiegend positive Wahrnehmung.<ref name=":6">Sill: Achim Stocker – ein Mann klarer Worte. 1. November 2009, abgerufen am 15. Oktober 2025 (Hinter Paywall).</ref><ref name=":10">Fabian Herling: Nicolas Höfler: Das macht SC Freiburg zu besonderem Verein. 9. Dezember 2024, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref><ref>Maximilian Lotz: Auch Hoeneß war von ihm beeindruckt. In: Sport1. 1. November 2024, abgerufen am 7. Januar 2026.</ref><ref>Michael Horeni: Bundesliga: was den FC Bayern München und den SC Freiburg eint. 4. Oktober 2021, abgerufen am 10. Januar 2026.</ref> Die Trauerrede hielt Oberbürgermeister Dieter Salomon, zahlreiche Trauergäste sowie Weggefährten ergriffen das Wort, um seine Verdienste zu würdigen.<ref name=":1">Dieter Salomon: Dokumentation: OB Salomon nimmt in bewegenden Worten Abschied von Achim Stocker. 6. November 2009, abgerufen am 16. Oktober 2025 (Hinter Paywall).</ref><ref name=":7">Ulrich Fuchs: Im Gedenken an Achim Stocker | 27.05.1935 - 01.11.2009. In: scfreiburg.com. Abgerufen am 15. Oktober 2025.</ref>

Ehrung

Straßenschild der Achim-Stocker-Straße in Freiburg im Breisgau
Achim-Stocker-Straße in Freiburg

Literatur

  • Bernd Sautter: Heimspiele Baden-Württemberg. Wahre Fußball-Geschichten, die unter die Grasnarbe gehen. Silberburg-Verlag, Tübingen 2015, ISBN 978-3-8425-1409-6, S. 18 ff.

Weblinks

Commons: Achim Stocker – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein