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Ermenrod

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Ermenrod
Gemeinde Feldatal
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(284)&title=Ermenrod 50° 39′ N, 9° 8′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(284) 50° 39′ 12″ N, 9° 8′ 18″ O
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Höhe: 303 (297–357) m ü. NHN
Fläche: 7,24 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 284 (31. Dez. 2017)<ref name="DF">Einwohnerzahlen von der Gemeinde Feldatal. In: Internetauftritt. Gemeinde Feldatal, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 21. Juni 2018.</ref>
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1971
Postleitzahl: 36325
Vorwahl: 06637

Ermenrod ist ein Ortsteil der Gemeinde Feldatal im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort liegt am Vogelsberg im Naturpark „Hoher Vogelsberg“. Im Ort treffen sich die Landesstraße 3071 und die Bundesstraße 49.

Ortsgeschichte

Datei:Feldatal Ermenrod AlsfelderStrasse Kirche dfo.png
Evangelische Kirche in Ermenrod

Mittelalter

Der auf -rod endende Ortsname lässt nicht automatisch auf eine Gründung zwischen 800 und 1000 n. Chr. schließen. Eine Gründung am Ende Rodungszeit ist wahrscheinlicher. Die Ersterwähnung datiert um das Jahr 1300: „... Sedes in Ufleyden ..., it. Irmenrade ...“ (Niederlassungen in Ofleiden, ebenso in Ermenrod.)<ref>Stephan Alexander Würdtwein: Dioecesis Moguntia. Band III. Mannheim 1777. S. 284.</ref> Diese Ersterwähnung wurde in einem Kopiar aus der Zeit zwischen 1400 und 1425 überliefert. 1382 wird „... eyn gut czu Ermerode ...“ genannt.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1–5. Band 1. Darmstadt 1860–1873. Nr. 1137, S. 757.</ref>

Der Ortsname enthält den Rufnamen Ermo oder Irmo.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 112.</ref> Das Grundwort „-rade“ verweist ins 13., eher 14. Jahrhundert.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. S. 23.</ref>

Am 24. Januar 1354 bekannten Godebrecht von Ermenrod und seine Frau Pauline, dass ihnen von Graf Johann von Nassau-Hadamar der Ort Ellar und das zugehörige Amt Ellar mit allen Orten übertragen wurde.<ref>StAM, Urk. 1, Nr. 3138.</ref>

In der Gemarkung Ermenrod findet sich der Schmitthof. Dort gab es früher eine Waldschmiede.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. S. 23.</ref> Landgraf Wilhelm III. bestätigte am 15. Dezember 1495, dass der frühere Rentmeister von Romrod, Christian von Büdingen das „Smit-Gutgen“ an den Waldschmied Hermann Schütz zu Ermenrod verliehen hat. Dafür musste dieser jedes Jahr an Martinstag 4 Turnosen Frankfurter Währung nach Romrod liefern.<ref>StAM, Kopiar 17, Nr. 227, fol. 151 v.</ref> Erwähnt wird der Hof auch in einem Salbuch 1582: „... Schmitthof bey Ermenrodtt“.<ref>Eduard Edwin Becker: Die Salbücher des Kreises Alsfeld. Alsfeld 1940. S. 281.</ref> Das „Smitgutgen“ war vorher „zu woisten orten gebrucht“ worden.<ref>Edwin Eduard Becker: Alsfelder Regesten, S. 206, Nr. 62.</ref> Der Schmitthof war also vorher eine Wüstung gewesen.

Neuzeit

1776 wurde, an der Stelle der Vorgängerkirchen, die heute unter Denkmalschutz stehende evangelische Fachwerkkirche, Martin-Luther-Kirche genannt, erbaut. Sie steht direkt an der Bundesstraße.

Im Mittelalter gehörte der Ort zu Grafschaft Ziegenhain. 1450 starb der letzte Graf von Ziegenhain und Nidda Kinderlos. Nach einer Vereinbarung mit den Landgrafen von Hessen fiel in diesem Fall das Erbe an die Landgrafschaft Hessen. Aber erst 1495 konnte ein Erbstreit mit den Grafen von Hohenlohe beigelegt werden, indem die hessischen Landgrafen die Hohenloher mit 9000 Gulden für die beiden Grafschaften abfanden.<ref name="Nidda" />

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Ermenrod:

„Ermenrod (L. Bez. Kirtorf) evangel. Pfarrdorf, liegt 312 St. von Kirtorf an der von Giessen nach Alsfeld ziehenden Chaussee, hat 71 Häuser, 354 Einw., die außer 1 Kath. evangelisch sind, 1 Kirche, 2 Mahl- und Oelmühlen, 1 Hof und einen Basaltsteinbruch. Die Einwohner beschäftigen sich vorzüglich mit Spinnerei und Leineweberei. – Der Ort, der früher unter dem Namen Jrmenrade vorkommt, gehörte zum Kirchengebiete von Oberofleiden.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>

In Ortsnähe steht die Herrenmühle, die heute noch in Betrieb ist.

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Am 31. Dezember 1971 wurden im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbstständigen Gemeinden Ermenrod, Groß-Felda, Kestrich, Köddingen, Stumpertenrod, Windhausen und Zeilbach zur neuen Großgemeinde Feldatal zusammengeschlossen.<ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Ermenrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>

Gerichtszugehörigkeit seit 1803

In der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt wurde mit Ausführungsverordnung vom 9. Dezember 1803 das Gerichtswesen neu organisiert. Für die Provinz Oberhessen wurde das Hofgericht Gießen als Gericht der zweiten Instanz eingerichtet. Die Rechtsprechung der ersten Instanz wurde durch die Ämter bzw. Standesherren vorgenommen und somit war für Ermenrod das „Amt Homberg an der Ohm“ zuständig. Nach der Gründung des Großherzogtums Hessen 1806 wurden die Aufgaben der ersten Instanz 1821 im Rahmen der Trennung von Rechtsprechung und Verwaltung auf die neu geschaffenen Landgerichte übertragen. „Landgericht Homberg an der Ohm“ war daher von 1821 bis 1831 die Bezeichnung für das erstinstanzliche Gericht in Homberg an der Ohm, das für Ermenrod zuständig war. 1831 wurde die Gemeinde Ermenrod zum Gerichtsbezirk des Landgerichts Grünberg abgetreten.

Anlässlich der Einführung des Gerichtsverfassungsgesetzes mit Wirkung vom 1. Oktober 1879, infolge derer die bisherigen großherzoglichen Landgerichte durch Amtsgerichte an gleicher Stelle ersetzt wurden, während die neu geschaffenen Landgerichte nun als Obergerichte fungierten, kam es zur Umbenennung in „Amtsgericht Grünberg“ und Zuteilung zum Bezirk des Landgerichts Gießen.<ref>Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungsgesetzes und des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetze vom 14. Mai 1879. In: Großherzog von Hessen und bei Rhein (Hrsg.): Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt. 1879 Nr. 15, S. 197–211 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 17,8 MB]).</ref> Mit Wirkung vom 1. Januar 1882 wurde Ermenrod dem Amtsgericht Alsfeld zugeteilt.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Ermenrod 282 Einwohner. Darunter waren 6 (2,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 48 Einwohner unter 18 Jahren, 114 zwischen 18 und 49, 60 zwischen 50 und 64 und 60 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 120 Haushalten. Davon waren 36 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern, sowie 12 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 21 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 75 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

• 1791: 353 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD" />
• 1800: 362 Einwohner<ref name="Adr-LG-HD-1800" />
• 1806: 358 Einwohner, 71 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
• 1829: 354 Einwohner, 71 Häuser<ref name="GW" />
• 1867: 387 Einwohner, 71 bewohnte Gebäude<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref>
• 1875: 393 Einwohner, 72 bewohnte Gebäude<ref name="WP75">Vorlage:BibOCLC</ref>
Ermenrod: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2016
Jahr  Einwohner
1791
  
353
1800
  
362
1806
  
358
1829
  
354
1834
  
358
1840
  
370
1846
  
446
1852
  
380
1858
  
381
1864
  
379
1871
  
404
1875
  
393
1885
  
364
1895
  
374
1905
  
359
1910
  
353
1925
  
346
1939
  
350
1946
  
526
1950
  
476
1956
  
369
1961
  
346
1967
  
343
1970
  
306
1980
  
?
1990
  
?
2011
  
282
2013
  
284
2016
  
268
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: <ref name="lagis" /><ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />

Historische Religionszugehörigkeit

• 1829: 353 evangelische, ein katholischer Einwohner<ref name="GW" />
• 1961: 306 evangelische (= 88,44 %), 37 katholische (= 10,69 %) Einwohner<ref name="lagis" />

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis">Ermenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 3. Februar 2017). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Nidda"> Martin Röhling: Niddaer Geschichtsblätter. Heft 9. Die Geschichte der Grafen von Nidda und der Grafen von Ziegenhain. Hrsg.: Niddaer Heimatmuseum e. V. Im Selbstverlag, 2005, ISBN 3-9803915-9-0, S. 115. </ref> <ref name="Adr-LG-HD"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1791, S. 191 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 205 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 248 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="PR"> Vorlage:BibOCLC </ref> <ref name="NLVK"> Neuste Länder und Völkerkunde. Ein geographisches Lesebuch für alle Stände. Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und die freien Städte. Band 22. Weimar 1821, S. 419 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="STH-Oberhessen"> Georg W. Wagner: Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen: Provinz Oberhessen. Band 3. Carl Wilhelm Leske, Darmstadt 1830, S. 143 ff. (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 74, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> </references>

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