Zum Inhalt springen

Alsfeld-Lingelbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 13. April 2026 um 22:57 Uhr durch imported>Fan-vom-Wiki ({{Anker|Kirche}} Kulturdenkmäler: tk).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Lingelbach
Stadt Alsfeld
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(566)&title=Lingelbach 50° 46′ N, 9° 24′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(566) 50° 45′ 34″ N, 9° 24′ 8″ O
 {{#coordinates:50,759444444444|9,4022222222222|primary
dim=10000 globe= name=Lingelbach region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code type=city
  }}
Höhe: 376 (374–402) m ü. NHN
Fläche: 16,6 km²<ref name="lagis" />
Einwohner: 566 (31. Dez. 2021)<ref name="DF">Stadtteil Linelbach. Stadt Alsfeld, abgerufen im März 2024.</ref>
Bevölkerungsdichte: 34 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. August 1972
Postleitzahl: 36304
Vorwahl: 06639
Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben!

Lingelbach ist ein Stadtteil von Alsfeld im mittelhessischen Vogelsbergkreis. Der Ort liegt östlich der Kernstadt. Im Ort treffen sich die Bundesstraße 62 und die Landesstraßen 3157 und 3161.

Geschichte

Ortsgeschichte

Durch die Endung des Ortsnamens -bach lässt sich vermuten, dass es sich um eine fränkische Siedlung handelt. Das Gewässer Lintenbah ist bereits 812 zu belegen. Bekanntermaßen erstmals urkundlich erwähnt wurde das Dorf 1458 als Lyndelbach, darauf 1492 als Lingelbach, ist aber durch andere Belege schon für das 13. Jahrhundert zu erschließen.<ref name="lagis" />

Erster evangelischer Pfarrer war um 1569 Johannes Maar, 1607 wechselte die Gemeinde zum reformierten Bekenntnis.

Für Lingelbach ist eine eigene Rotwelschvariante überliefert, die Lingelbacher Musikantensprache.<ref>Siehe dazu u. a. H. Weber: Die Lingelbacher Musikantensprache und die Geheimsprache der Vogelsbergmaurer. In: Hessische Blätter für Volkskunde. Nr. 11, 1912, S. 141–146.</ref>

Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Zum 1. August 1972 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Lingelbach im Zuge der Gebietsreform in Hessen kraft Landesgesetz in die Stadt Alsfeld eingegliedert. Gleichzeitig wechselte der Ort damit vom Kreis Ziegenhain in den Vogelsbergkreis.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Alsfeld und Lauterbach (GVBl. II 330-12) vom 1. August 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 215, §§ 2 und 12 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 1,2 MB]).</ref><ref></ref> Für den Stadtteil Lingelbach, wie für die übrigen Stadtteile von Alsfeld, wurde ein Ortsbezirk eingerichtet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 208 kB) § 8. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im Februar 2012.</ref>

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Lingelbach angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>

Gerichte seit 1821

Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Kreisen übernommen. In Ziegenhain wurde der Kreis Ziegenhain für die Verwaltung eingerichtet und das Amtsgericht Oberaula war als Gericht in erster Instanz für Lingelbach zuständig.<ref name="NK" /> Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen 1866 erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Oberaula.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094)</ref><ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224http://vorlage_digitalisat.test/1%3D%7B%7B%7B1%7D%7D%7D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10509837~SZ%3D237~doppelseitig%3D~LT%3DPr.%20JMBl.%20S.%20221%E2%80%93224~PUR%3D)</ref> Auch mit dem Inkrafttreten des Gerichtsverfassungsgesetzes von 1879 blieb das Amtsgericht unter seinem Namen bestehen. Das Amtsgericht Oberaula war ab dem 15. Juli 1943 nur noch Zweigstelle des Amtsgerichts Treysa und ab März 1947 Zweigstelle des Amtsgerichts Neukirchen. Die Zweigstelle wurde am 30. Juni 1969 aufgehoben. Der Bezirk des ehemaligen Amtsgerichts Oberaula ging mit diesem Tag im Bezirk des Amtsgerichts Treysa auf, das 1970 in Amtsgericht Schwalmstadt umbenannt wurde.

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Lingelbach 600 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 84 Einwohner unter 18 Jahren, 235 zwischen 18 und 49, 147 zwischen 50 und 64 und 150 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 255 Haushalten. Davon waren 63 Singlehaushalte, 81 Paare ohne Kinder und 81 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 159 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />

Einwohnerentwicklung

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1585: 52 Hausgesesse
• 1681: 20 Hausgesesse, 1 Ausschuss
• 1780: 70 Wohnhäuser mit 396 Einwohnern
Lingelbach: Einwohnerzahlen von 1780 bis 2020
Jahr  Einwohner
1780
  
396
1800
  
?
1834
  
729
1840
  
723
1846
  
704
1852
  
724
1858
  
701
1864
  
690
1871
  
702
1875
  
636
1885
  
644
1895
  
609
1905
  
675
1910
  
678
1925
  
655
1939
  
654
1946
  
919
1950
  
936
1956
  
753
1961
  
705
1967
  
714
1970
  
753
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
600
2015
  
552
2020
  
558
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" />; Stadt Alsfeld: 2015<ref>Haushaltsplan 2017, Vorbericht.</ref>, 2020<ref>Einwohner 2020.</ref>

Historische Religionszugehörigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1861: 697 evangelisch-reformierte, ein evangelisch-lutherischer, ein römisch-katholischer Einwohner
• 1885: 637 evangelische (= 98,91 %), 3 katholische (= 0,47 %) und 4 jüdische (= 0,62 %) Einwohner
• 1961: 632 evangelische (= 89,65 %), 71 römisch-katholische (= 10,07 %) Einwohner

Erwerbstätigkeit

Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" />
• 1780: Einwohnern. Erwerbspersonen: zwei Müller, vier Schmiede, vier Schneider, zwei Schreiner, ein Zimmermann, ein Wagner, vier Tagelöhner, drei Weibspersonen, die sich vom Spinnen und Tagelohnen nähren.
• 1838: Familien: 37 Ackerbau, 30 Gewerbe, 77 Tagelöhner.
• 1961: Erwerbspersonen: 225 Land- und Forstwirtschaft, 101 produzierendes Gewerbe, 31 Handel und Verkehr, 17 Dienstleistungen und Sonstiges.

Politik

Für Lingelbach besteht ein Ortsbezirk (Gebiete der ehemaligen Gemeinde Lingelbach) mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat besteht aus neun Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 63,4 %. Alle Kandidaten gehörten der „Bürgerliste Lingelbach“ an.<ref>Ortsbeiratswahl Lingelbach. In: Votemanager. Kommunales Gebietsrechenzentrum, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Gerd Hebel zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher. In: Webauftritt. Stadt Alsfeld, abgerufen im September 2023.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Anker“ ist nicht vorhanden. Kulturdenkmäler

Datei:Alsfeld Lingelbach Grebenauer Strasse 15 Kirche 12554.png
Evangelische Kirche in Lingelbach

Die evangelische Kirche, die zum Kirchspiel Bechtelsberg im Kirchenkreis Schwalm-Eder der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck gehört, wurde 1793 nach Plänen von J.A. Engelhardt erbaut (datiert durch eine Jahreszahl über dem Hauptportal). Ein wohl spätmittelalterlicher Taufstein und eine Glocke von 1443 mit mehreren Pilgerzeichen sowie zwei vor 1600 geschaffene, farbig gefasste Stein-Epitaphien für Mitglieder der Familien Dörnberg bzw. Zerssen belegen eine ältere, 1485 archivalisch belegte Kirche, vermutlich in der heutigen Gemarkung „Kapelle“ 2,5 km südwestlich des Ortes. Eines der Epitaphien wurde 1587 von den Kasseler Bildhauer Antonius Herber geschaffen, vermutlich sein frühstes Werk. Die Kanzel ist am intarsierten Schalldeckel auf 1794 datiert. Die Orgel wurde um 1864/65 errichtet.<ref>Website der Kirchengemeinde.</ref>

Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Vereine

Das Vereinsleben im Ort prägen folgende Vereine:

  • Bauernverband
  • Burschenschaft Lingelbach
  • Freiwillige Feuerwehr Lingelbach
  • Gesangverein Eintracht Lingelbach
  • Jagdgenossenschaft Lingelbach
  • Jugendclub Lingelbach
  • Landfrauenverein Lingelbach
  • Motorradclub „Quetschedell“ Lingelbach,
  • Evangelischer Posaunenchor Lingelbach
  • Schützenverein Lingelbach
  • Turn- und Sportverein Lingelbach
  • Westerntanzgruppe „Hot Spurs“.

Windpark

Datei:Windpark Alsfeld Lingelbach 20120911 by Emha.jpg
Der Windpark von Süden

Westlich von Lingelbach wurde im Jahr 2003 in Nachbarschaft zur B 62 ein Windpark mit insgesamt sechs Windkraftanlagen in Betrieb genommen. Die Anlagen des Typs Pfleiderer PWE 600 haben eine Nennleistung von je 600 kW. Sie zählen damit aus heutiger Sicht bereits zu den leistungsschwächeren Typen und werden auch nicht mehr hergestellt, da sich die Firma Pfleiderer bereits 2004 wieder aus der Windenergiebranche zurückgezogen hat.

Westernstadt Lingelcreek

In Lingelbach wird seit 2006 das Country- und Westernfest Lingelcreek in einer eigens dafür errichteten Westernstadt, einer Kulisse von der US-amerikanischen Besiedlungsgeschichte nachempfundenen Gebäude aus dem sogenannten Wilden Westen gefeiert. Außerhalb der dreitägigen Veranstaltung im Juni ist das nicht ständig bewirtschaftete Gelände frei zugänglich.<ref>https://www.instagram.com/lingelcreek/?hl=de. Abgerufen am 18. Juni 2025.</ref><ref>https://www.alsfeld.de/ausflugsziel/der-wilde-westen-lebt/. Abgerufen am 18. Juni 2025.</ref>

Besondere Ereignisse

Im April 2000 wurde die ermordete Johanna Bohnacker entdeckt.

Literatur

Weblinks

Anmerkungen und Einzelnachweise

Anmerkungen <references group="Anm." />

Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Lingelbach, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. September 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,0 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 34 und 74, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020;. </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 86–87 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein