Wallenrod
Wallenrod Stadt Lauterbach
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|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(741)&title=Wallenrod 50° 40′ N, 9° 20′ O
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dim=10000 | globe= | name=Wallenrod | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 357 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 12,62 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 741 (31. Dez. 2016)<ref name="DF">Einwohnerzahlen nach Ortsteilen. (PDF; 55 kB) In: Webauftritt. Stadt Lauterbach, archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen im Mai 2018.</ref> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 59 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 31. Dezember 1971 | |||||
| Postleitzahl: | 36341 | |||||
| Vorwahl: | 06638 | |||||
Wallenrod ist ein Stadtteil der Kreisstadt Lauterbach des hessischen Vogelsbergkreises.
Der Ort liegt in Oberhessen und hatte bis Dezember 2011 einen Bahnhof an der Bahnstrecke Gießen–Fulda. In Wallenrod treffen sich die Landesstraßen 3144 und 3165.
Ortsgeschichte
Mittelalter
Das Dorf wurde erstmals im Jahre 1294 urkundlich erwähnt: „... in villa Waldenrode...<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden aus dem Großherzoglich Hessischen Haus- und Staatsarchive. Band 1 - 5. Band 1. Darmstadt 1860 - 1873. Nr. 1302, S. 878.</ref>“ Hier wird der Ort in seiner Organisationsform als villa bezeichnet. 1313 heißt es: „... zu Waldinrode ...<ref>Universitatsbibliothek Gießen, Handschrift N. F., 201, S. 15.</ref>“ Am Ausgang des Mittelalters wird der Ort 1447 als „villa Wallenrod“ und als „Wallenrode“ bezeichnet.<ref>Ludwig Baur: Hessische Urkunden. Band 4. Nr. 162, S. 153 f.</ref>
Der heutige Ortsname wird in der Namensforschung als „Siedlung des Waldo“ erklärt. Er entstand durch Assimilation von - ld - zu - ll -.<ref>Lutz Reichardt: Die Siedlungsnamen der Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach in Hessen. Namenbuch. Dissertation. Göppingen 1973. S. 382 f.</ref>
In der heutigen Gemarkung findet man vier Wüstungen. Auf „Dorkelnrode“ weist der Flurname „zur Dorkelnrod“ hin.<ref>Gertrud Mackenthun: Die Wüstungen im Kreis Lauterbach (Hessen). Dissertation Marburg 1948. In: Lauterbacher Sammlungen 5 (1950). S. 1–170. S. 77 f.</ref> „Hohenwarte“ wurden zwei „wüste“ militärische Anlagen genannt, welche oberhalb der Warte lagen. Von dort bestand eine Blickverbindung auf Schloss Eisenbach.<ref>Gertrud Mackenthun: Die Wüstungen im Kreis Lauterbach. S. 101.</ref> Die Siedlung lag südwestlich von Wallenrod.<ref>Gertrud Mackenthun: Die Wüstungen im Kreis Lauterbach. S. 72 ff.</ref> Schließlich befand sich „Wüstenfeld“ südöstlich von Wallenrod.<ref>Gertrud Mackenthun: Die Wüstungen im Kreis Lauterbach. S. 76.</ref>
Neuzeit
Die Kirche wurde 1728 erbaut. Im Jahre 1806 wurde der Ort hessisch. Seit 1902 hat Wallenrod eine Molkerei.
Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Wallenrod:
„Wallenrod (L. Bez. Lauterbach) evangel. Pfarrdorf; liegt im Vogelsberg, 1 St. von Lauterbach, und gehört dem Freiherrn von Riedesel. Man findet 130 Häuser und 759 Einwohner, die alle evangelisch sind, und welche sich stark mit der Verarbeitung des Flachses beschäftigen. Wallenrod hat 1 Kirche und 1 Schulhaus, so wie eine sehr fruchtbare Gemarkung.“<ref name="GW">Vorlage:BibOCLC</ref>
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Wallenrod am 31. Dezember 1971 auf freiwilliger Basis in die Kreisstadt Lauterbach eingegliedert.<ref></ref> Für Wallenrod wurde, wie für die übrigen durch die Gebietsreform nach Lauterbach eingegliederten Gemeinden, ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher eingerichtet.<ref>Hauptsatzung. (PDF; 30 kB) §; 6. In: Webauftritt. Stadt Lauterbach, abgerufen im März 2019.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Wallenrod angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref><ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen, Zent Lauterbach der Riedesel Freiherr zu Eisenbach
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Oberherrschaft: Landgrafschaft Hessen-Marburg, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)<ref name="Amt">
Die Zugehörigkeit der Zent Lauterbach anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg)
- ab 1604: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach)<ref>Vorlage:BibOCLC</ref>
- 1787: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Darmstadt (Oberfürstentum Hessen), Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (Freiherren Riedesel zu Eisenbach)
- ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),<ref group="Anm.">Mediatisierung infolge der Rheinbundakte.</ref> Fürstentum Oberhessen, Oberamt Alsfeld, Zent Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)<ref name="Adr-LG-HD-1806" />
- ab 1815: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande), Provinz Oberhessen, Amt Lauterbach (zur Herrschaft Riedesel)
- ab 1821: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Landratsbezirk Herbstein<ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz: Landgericht Lauterbach und Verwaltung.</ref>
- ab 1825: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Umbenennung in Landratsbezirk Lauterbach
- ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Alsfeld
- ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1867: Norddeutscher Bund,<ref group="Anm.">Der Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs. Infolge des Deutschen Krieges wurde die Provinz Oberhessen dort zwangsweise Mitglied.</ref> Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1871: Deutsches Reich, Großherzogtum Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1918: Deutsches Reich (Weimarer Republik), Volksstaat Hessen, Provinz Oberhessen, Kreis Lauterbach
- ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis Lauterbach<ref name="RB1937" /><ref group="Anm.">Im Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Oberhessen aufgelöst.</ref>
- ab 1945: Amerikanische Besatzungszone,<ref group="Anm.">Infolge des Zweiten Weltkriegs.</ref> Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1946: Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Lauterbach
- ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Vogelsbergkreis, Stadt Lauterbach
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Vogelsbergkreis, Stadt Lauterbach
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Wallenrod 765 Einwohner. Darunter waren 9 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 117 Einwohner unter 18 Jahren, 282 zwischen 18 und 49, 153 zwischen 50 und 64 und 213 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 315 Haushalten. Davon waren 69 Singlehaushalte, 108 Paare ohne Kinder und 111 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 84 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 174 Haushaltungen lebten keine Senioren.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| • 1806: | 722 Einwohner, 121 Häuser<ref name="Adr-LG-HD-1806" /> |
| • 1829: | 759 Einwohner, 130 Häuser<ref name="GW" /> |
| • 1867: | 828 Einwohner, 131 Häuser<ref name="WP">Vorlage:BibOCLC</ref> |
| Wallenrod: Einwohnerzahlen von 1785 bis 2015 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1785 | 604 | |||
| 1800 | 604 | |||
| 1806 | 722 | |||
| 1829 | 758 | |||
| 1834 | 783 | |||
| 1840 | 834 | |||
| 1846 | 882 | |||
| 1852 | 818 | |||
| 1858 | 956 | |||
| 1864 | 815 | |||
| 1871 | 794 | |||
| 1875 | 778 | |||
| 1885 | 724 | |||
| 1895 | 735 | |||
| 1905 | 687 | |||
| 1910 | 691 | |||
| 1925 | 696 | |||
| 1939 | 742 | |||
| 1946 | 984 | |||
| 1950 | 979 | |||
| 1956 | 909 | |||
| 1961 | 908 | |||
| 1967 | 929 | |||
| 1970 | 916 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2003 | 853 | |||
| 2005 | 828 | |||
| 2010 | 802 | |||
| 2011 | 765 | |||
| 2015 | 724 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" /> 1785<ref name="Adr-LG-HD-1795" />; 1800<ref name="Adr-LG-HD-1800" />;<ref name="DF" />; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| • 1829: | 758 evangelische und ein katholischer Einwohner<ref name="GW" /> |
| • 1961: | 776 evangelische (= 85,46 %), 125 katholische (= 13,77 %) Einwohner<ref name="lagis" /> |
Politik
Ortsvorsteher ist Frank Caspar (Stand: Juni 2022).<ref>Ortsvorsteher in den Stadtteilen. In: Internetauftritt. Stadt Lauterbach, abgerufen im Juni 2022.</ref>
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <ref name="Adr-LG-HD-1795"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1791. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1795, S. 194 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <references> <ref name="lagis">Wallenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 1. April 2011). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="RB1937"> Gesetz über die Aufhebung der Provinzen Starkenburg, Oberhessen und Rheinhessen vom 1. April 1937. In: Der Reichsstatthalter in Hessen Sprengler (Hrsg.): Hessisches Regierungsblatt. 1937 Nr. 8, S. 121 ff. (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 11,2 MB]). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1800"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1800. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1800, S. 192 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Adr-LG-HD-1806"> Hessen-Darmstädter Staats- und Adresskalender 1806. Im Verlag der Invaliden-Anstalt, Darmstadt 1806, S. 234 (Vorlage:HathiTrust Buch). </ref> <ref name="Z2011E">Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 38 und 78, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> </references>
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Wallenrod. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Stadtteil Wallenrod im Internetauftritt der Stadt Lauterbach. (aus archive.is)
- Wallenrod, Vogelsbergkreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
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