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Pentosane

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Pentosane sind Schleimstoffe in Pflanzenteilen, vor allem im Getreidekorn, und gehören zu der Gruppe der Hemicellulosen.

Aufbau

Sie bestehen aus den Pentosen Arabinose und Xylose, die zusammen ein Arabinoxylan bilden.<ref>Waldemar Ternes: Naturwissenschaftliche Grundlagen der Lebensmittelzubereitung. Behr‘s, Hamburg 2008, ISBN 978-3-89947-422-0.</ref>

Dazugezählt werden mitunter aber auch Arabinogalactane aus Arabinose (Pentose) und Galactose (Hexose).

Je nach Art der Bindung und Anzahl der Arabinosereste kommt es zu unterschiedlichem Lösungsverhalten in Wasser (wasserlösliche und wasserunlösliche Pentosane).

Vorkommen

Pentosane sind in vielen pflanzlichen Produkten zu finden. Roggen enthält etwa 6–8 % Pentosane (über das ganze Korn verteilt)<ref name="Belitz">Hans D. Belitz: Lehrbuch der Lebensmittelchemie. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-662-08310-9, S. 528 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>, Weizen etwa 2–3 %,<ref name="Belitz" /> die sich aber in den Randschichten des Korns konzentrieren.

Die Schleimstoffe haben eine hohe Wasserbindekraft, was bei der Teigbildung von Roggenteigen in der Bäckerei von Bedeutung ist: Da sich im Roggenteig kein Klebergerüst wie beim Weizenteig ausbildet, sind die Schleimstoffe für die Teigbildung verantwortlich.

Verdaubarkeit

Da der menschliche Körper im Verdauungstrakt keine Pentosanasen (Enzyme, die Pentosane spalten) produziert, können sie nicht verdaut werden und gehören daher zu den Ballaststoffen.

Medizinischer Nutzen

Pentosanpolysulfat (Fibrenzym®) zählt zu den Heparinoiden, wird also zur Hemmung der Blutgerinnung bei Patienten verwendet, die Heparin nicht vertragen.

Eine Studie zur symptomatischen Behandlung der Interstitiellen Zystitis mit Pentosanpolysulfat unter Zuhilfenahme von elektrischem Strom<ref>Annemie Loch, Olaf Dilk, Tillmann Loch, Michael Stöckle: EMDA (Electromotive Drug Administration) mit Pentosanpolysulfat (PPS) in der Therapie von IC. (PDF) 2004</ref> zeigt einen vorübergehenden Ersatz der Glycosaminoglycan-Barriere in der Harnblase.

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Einzelnachweise

<references />