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Sardinien

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Sardinien

Datei:Sardegna, Italy.jpg
Satellitenbild Sardiniens
Gewässer Mittelmeer
Geographische Lage 40° 2′ N, 9° 4′ OKoordinaten: 40° 2′ N, 9° 4′ O
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Fläche 23.833 km²
Höchste Erhebung Punta La Marmora
1834 m
Einwohner 1.598.000
67 Einw./km²
Hauptort Cagliari
Datei:Reliefkarte Sardinien 2023.png
Reliefkarte Sardinien
Reliefkarte Sardinien

Sardinien ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value), {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die Insel gehört politisch zu Italien und bildet mit den kleinen vorgelagerten Inseln die Autonome Region Sardinien. Die Region hat eine Fläche von 24.090 km² und zählt 1.561.339 Einwohner (Stand 31. Dezember 2024).

Geschichte

Historische Namen der Insel

Die Phönizier nannten die Insel auf der Stele von Nora Šrdn. Ein Fremdvolk, das ebenfalls als Šrdn (meist zu Scherden oder Schardana transkribiert) bezeichnet wurde, begegnet in ägyptischen Texten des 14. bis 12. Jahrhunderts v. Chr., jedoch ist strittig, ob dieses aus Sardinien stammte. Die Euboier nannten die Insel „Ichnoussa“ und die Griechen „Sandalyon“, da ihre Form an einen Fußabdruck erinnert. Als Namensgeber wird auch der Gott Sardus Pater genannt.

Geschichte und Vorgeschichte

Bevölkerung

Viele Sarden sprechen noch etwas Sardisch, eine Sprache, die zur Familie der romanischen Sprachen gehört. Im öffentlichen Leben herrscht jedoch heute eindeutig das Italienische vor; aufgrund der kulturellen und linguistischen Italianisierung Sardiniens seit dem späten 18. Jahrhundert gilt die sardische Sprache als hochgradig gefährdet.

Darüber hinaus wird in Alghero seit dem 14. Jahrhundert ein katalanischer Dialekt gesprochen, entlang der Nordküste Sardiniens halten sich korsische Dialekte, und im Südwesten gibt es eine ligurische Sprachinsel.

Der größte Teil der sardischen Bevölkerung gehört der römisch-katholischen Kirche an.

In der Barbagia gibt es eine demografische Besonderheit. In der Blauen Zone leben die Menschen überdurchschnittlich lang, was sich jedoch auf Basis einer 2024 mit dem Ig-Nobelpreis ausgezeichneten Forschungsarbeit als nicht stichhaltig herausgestellt haben könnte.<ref>Saul Justin Newman: Supercentenarian and remarkable age records exhibit patterns indicative of clerical errors and pension fraud. 14. März 2024, abgerufen am 4. September 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Steven Vass: Langlebigkeit : »Die Daten sind durch Betrug, Irrtum und Wunschdenken vernebelt«. In: Spektrum.de. 2. Oktober 2024, abgerufen am 5. September 2025.</ref> 2019 hatte Sardinien mit 5,4 Lebendgeburten je 1000 Einwohner die niedrigste Geburtenrate in Italien.<ref>Istat 2019, nuovo minimo storico di nascite dall'unità d'Italia. Abgerufen am 12. Januar 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geographie

Lage

Sardinien ist eine politisch zu Italien gehörende Insel im Mittelmeer. Sie liegt 190 km von der Italienischen Halbinsel entfernt; dazwischen liegt das Tyrrhenische Meer. Im Norden liegt das zu Frankreich gehörende Korsika, nur durch die 12 km breite Straße von Bonifacio (Bocche di Bonifacio) getrennt. Im Westen liegt die 335 km entfernte, zu Spanien gehörende Balearen­insel Menorca. Im Süden liegt Tunesien 184 km entfernt.

Die Nord-Süd-Ausdehnung Sardiniens beträgt ca. 270 km, die Ost-West-Ausdehnung ca. 145 km. Die Insel Sardinien hat eine Fläche von 23.833 km² und ist damit nach Sizilien die zweitgrößte Insel Italiens und des Mittelmeers.<ref>Sardegna. In: Enciclopedia on line. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom. Vorlage:Abrufdatum</ref>

Zu Sardinien zählen auch etliche vorgelagerte kleinere Inseln und Inselgruppen wie der Sulcis-Archipel im Südwesten, Asinara im Nordwesten und der La-Maddalena-Archipel sowie der Tavolara-Archipel im Nordosten.

Klima

Das Klima ist im Wesentlichen mediterran, mit warmem Frühling und Herbst, heißem Sommer und mildem Winter.


Klimatabelle Cagliari
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Tagesmax. (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 21,1
Mittl. Tagesmin. (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 12,3
Niederschlag (mm) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
Regentage (d) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Σ Vorlage:Klimatabelle/Format
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Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Vorlage:Klimatabelle/Diagramm Niederschlag

Winde

(für die Herkunft der Bezeichnungen auf der Windrose)

  • Tramontana – Nord-Wind: tritt häufig mit sehr starken Böen und Regen auf. Kann sowohl bei stabiler Schönwetterlage als auch bei wolkenverhangenem Himmel auftreten. In den meisten Fällen kommt es zu kurzfristigen Temperaturstürzen.
  • Greco – Nordost-Wind: kalter, meist böiger Wind, der häufig in Tiefdruckgebieten auftritt.
  • Levante – Ost-Wind: leichter, warmer Wind, der in der Regel auf den Mistral (Maestrale) folgt und den starken Scirocco ankündigt. Er entsteht in der Sahara.
  • Scirocco – Südost(Süd)-Wind: heißer Wind, der aus Südosten bzw. häufig auch aus Süden weht. Er kann besonders in den Sommermonaten sehr heiß sein und hohe Luftfeuchtigkeit erzeugen. Vereinzelt weht er auch Saharasand nach Sardinien.
  • Ostro – Süd-Wind: ähnelt dem Scirocco, nur in abgeschwächter Form und ohne Saharasand.
  • Libeccio – Südwest-Wind: im Winter leichter Wind, der Regen und Gewitter mitbringen kann. Im Sommer starker Wind, der starke Böen entwickelt und gewöhnlich zu hohem Seegang führt.
  • Ponente – West-Wind: schwacher Wind, der in der Regel im Sommer auftritt und für klaren Himmel sorgt.
  • Maestrale – Nordwest-Wind: stürmischer Wind, der meistens im Frühling und Herbst auftritt. Sorgt für kaltes, aber sonniges Wetter.

Politik

Die Autonome Region Sardinien (sardisch Regione Autònoma de Sardigna, italienisch Regione Autonoma della Sardegna) ist eine der 20 Regionen der Italienischen Republik. Präsidentin der Region Sardinien ist seit März 2024 Alessandra Todde (M5S).Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.

Verwaltungsgliederung

Die autonome Region Sardinien war politisch lange in drei Provinzen unterteilt: Cagliari, Sassari und Nuoro. 1974 wurde die Provinz Oristano gebildet. Ab den 2000er Jahren gab es dann mehrere Gebietskörperschaftsreformen. 2001 wurden die Provinzen Olbia-Tempio, Ogliastra, Carbonia-Iglesias und Medio Campidano geschaffen, so dass die Region in 8 Provinzen aufgeteilt war. 2016 wurde die Gebietskörperschaften wieder auf die vier Provinzen Oristano, Nuoro, Sassari und Sud Sardegna und die Metropolitanstadt Cagliari reduziert. 2021 wurde Sardinien erneut in sechs Provinzen und zwei Metropolitanstädte unterteilt.<ref>Erneute Territorialreform: Sardischer Provinz-Reigen. In: SWZ. 21. Mai 2021, abgerufen am 29. Dezember 2021.</ref> Gegen diese Neueinteilung klagte 2021 die italienische Regierung. Der italienische Verfassungsgerichtshof wies die Klage jedoch 2022 ab. Mit der Auflösung der Provinz Sud Sardegna am 1. Juni 2025 und der Einrichtung der beiden Provinzen Medio Campidano und Sulcis Iglesiente war die 2021 von der Regionalregierung verabschiedete Reform schließlich abgeschlossen.<ref>Operatività nuove Province: Canali istituzionali e contatti. In: provincia.sudsardegna.it. 26. Mai 2025, abgerufen am 18. Januar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Region ist seitdem in folgende acht Gebietskörperschaften mit insgesamt 377 Gemeinden unterteilt: Metropolitanstadt Cagliari, Metropolitanstadt Sassari, Provinz Gallura Nord-Est Sardegna, Provinz Medio Campidano, Provinz Nuoro, Provinz Ogliastra, Provinz Oristano und Provinz Sulcis Iglesiente.


Gebiete

Datei:SAR-Subregioni.jpg
Die historischen Landschaften Sardiniens

Die Insel ist in Gebiete (Landschaften) eingeteilt, die sich durch Gebirge oder Ebenen ergeben.

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Größte Gemeinden

Stadt Einwohnerzahl
31. Dezember 2024
Cagliari 146.627
Sassari 120.497
Quartu Sant’Elena 68.108
Olbia 61.658
Alghero 41.956
Nuoro 33.106
Oristano 30.007
Selargius 28.323
Carbonia 25.588
Assemini 25.577
Iglesias 24.634

Küsten

Datei:Costa Smeralda.jpg
Abschnitt der Costa Smeralda mit Blick Richtung Südosten auf die Landzunge Petra Ruja, Halbinsel Golfo Aranci und Isola Tavolara

Einschließlich der kleinen vorgelagerten Inseln erreicht Sardinien eine Küstenlänge von 1848,6 Kilometern. Einige Küstenabschnitte haben bekannte Namen: Costa Smeralda – Costa Rei – Costa Verde – Costa Paradiso – Costa del Sud.

Flüsse

Die längsten Flüsse Sardiniens sind der bei Oristano an der Westküste mündende Tirso mit 150 km Länge, der Coghinas mit 123 km, der an der südlichen Ostküste ins Meer mündende Flumendosa mit 122 km und der bei Bosa mündende sechs bis acht Kilometer lange schiffbare Temo.

Berge

Hügel- und Berglandschaften prägen mehr als vier Fünftel der Insel. Das felsige Hochland nimmt eine Fläche von 16.352 km² ein, die Berge 3.287 km² (also 14 % des Territoriums).

Die höchsten Berge sind mit 1834 m s.l.m. die Punta La Marmora und mit 1829 m der Bruncu Spina im zentral gelegenen Gebirge Gennargentu. Nordöstlich davon liegt Supramonte, der mit bis zu 1463 m zweithöchste Gebirgszug der Insel. Im Norden dominiert der mit der Punta Balistreri in 1359 m kulminierende Monte Limbara. Im Süden findet sich die älteste geologische Formation Sardiniens, die Monti del Sulcis.

Im Südteil gibt es viele verlassene Minen mit ehemals Gold-, Silber- und Eisen­vorkommen.

Inseln

Datei:Capo Sandalo (Carloforte).jpg
San Pietro

Der Hauptinsel Sardinien sind zahlreiche Inseln vorgelagert:

Asinara La-Maddalena-Archipel, Tavolara-Archipel
Mal di Ventre Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Ogliastra
Sulcis-Archipel Cavoli, Serpentara

Fauna

Sardinien gilt als Naturreservat, in dem tausende seltener Tier- und Pflanzenarten unter Schutz gestellt sind.

Säugetiere

Datei:CervusElaphusCorsicanus-pjt.jpg
Tyrrhenischer Rothirsch

Auswahl bisher bekannter Säugetierarten:

Vögel

Datei:Passer Hispaniolensis Male.JPG
Weidensperling

Auswahl bisher bekannter Vogelarten:

Amphibien

Datei:Hyla sarda (spotted).jpg
Tyrrhenischer Laubfrosch


Auswahl bisher bekannter Amphibienarten:

Reptilien

Datei:Testudo marginata7.jpg
Sardische Breitrandschildkröte
Datei:Podarcis tiliguerta 1 MHNT.jpg
Tyrrhenische Mauereidechse

Auswahl bisher bekannter Reptilienarten:

Transport und Verkehr

Datei:Olbia Airport during high season.jpeg
Flughafen Olbia, General Aviation Terminal
Datei:Ferrovie sardegna tutte 2008-03.png
Eisenbahnstrecken: Rot: Italienische Staatsbahn; Blau, Lila und Grün: Ferrovie della Sardegna; (stillgelegte Strecken gelb)
Datei:Dual carriageways in Sardinia.svg
Sardinien ist die einzige Region Italiens ohne Autobahn: Es gibt öffentliche und gebührenfreie Schnellstraßen, die die wichtigsten Städte verbinden und von denen Nebenstraßen in alle Ortschaften abzweigen.

Neben den Eisenbahnen der Ferrovie dello Stato Italiane gibt es mehrere schmalspurige Regionalstrecken der Ferrovie della Sardegna sowie deren Tourismusprojekt unter ihrer volkstümlichen Bezeichnung Trenino Verde u. a. zwischen Bosa Marina – Macomer und Arbatax – Mandas. Die Elektrifizierung der Strecken der Ferrovie dello Stato wurde – abweichend von den elektrifizierten Strecken auf dem Festland und Sizilien mit Einphasenwechselstrom 25 kV/50 Hz – begonnen, allerdings nach kurzer Bauzeit wieder eingestellt. Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden. Der öffentliche Überlandverkehr besteht aber vor allem aus einem engmaschigen Netz an Überlandbusverbindungen, die von verschiedenen Gesellschaften bedient werden. Im Jahr 2016 lag der Motorisierungsgrad (Personenkraftwagen pro 1000 Einwohner) bei 619.<ref name="eurostat">Archive:Verkehrsstatistiken auf regionaler Ebene. In: ec.europa.eu, März 2019.</ref>

Neben den Verkehrsflughäfen von Cagliari, Olbia und Alghero gibt es auf Sardinien noch zivile Flugplätze bei Oristano (Fenosu) und Arbatax (Tortolì). Von den beiden letzteren aus findet oder fand zeitweise kein Flugbetrieb mehr statt.

Wenige Kilometer nordwestlich des Flughafens Cagliari befindet sich der Militärflugplatz Decimomannu, den auch die NATO-Streitkräfte nutzen, darunter bis 2016 die deutsche Luftwaffe (Taktisches Ausbildungskommando der Luftwaffe in Italien – TaktAusbKdoLwIT (aufgelöst)). In Salto di Quirra an der Ostküste Sardiniens gibt es einen Startplatz für militärische Raketen und für Raketen zur Erforschung der Hochatmosphäre.

Wappen

Datei:Gelre Folio 62r.jpg
Armorial Gelre (Folie 62r) mit der Darstellung der Flagge Sardiniens

Beschreibung des Wappens (sowie der Flagge bis 1999): In Silber wird ein durchgehendes rotes Kreuz (Georgskreuz) von nach rechts gewandten Maurenköpfen mit silbernen Augenbinden bewinkelt. Wappen und Flagge gehen auf Peter I. von Aragon zurück. Sie sollen an dessen Sieg in der Schlacht von Alcoraz während der Reconquista erinnern. Mit dem Friede von Anagni kam Sardinien Ende des 13. Jahrhunderts unter die Krone Aragons. Dort wurde das Georgskreuz mit den vier Maurenköpfen als Symbol des Landes übernommen. Der Oberherrschaft Aragons entsprechend ordnete das um 1400 entstandene Armorial Gelre die Flagge Sardiniens der Krone Aragons zu. Flagge und Wappen sind im Wesentlichen identisch. 1999 erfuhr allerdings die Flagge zwei auf den ersten Blick unscheinbare, aber nicht unwesentliche Änderungen: Die Blickrichtung wurde gedreht, und die Augenbinde wurde zum Stirnband. Die Detailzeichnung des Maurenkopfs ist nun dieselbe wie bei der Flagge Korsikas, jedoch seitenverkehrt.

Wirtschaft

Im Gebiet um Carbonia wurde von 1854 bis 2012 Steinkohle gefördert, in größeren Mengen zwischen 1936 und 1971.<ref>Edgar Bergstein: Bergbau auf Sardinien. In: Industriekultur, Jg. 10 (2004), Heft 4, S. 22–26, ISSN 0949-3751</ref>

Im Vergleich mit dem BIP der EU erreichte Sardinien 2017, ausgedrückt in Kaufkraftstandards, einen Index von 70 (EU-28=100).<ref>2015 GDP per capita in 276 EU regions. In: ec.Eurostat.eu. 30. März 2017, abgerufen am 15. April 2018.</ref> Mit einem Wert von 0,863 erreicht Sardinien Platz 15 unter den 20 Regionen Italiens im Index der menschlichen Entwicklung.<ref>Sub-national HDI. (1990-2021). In: Global Data Lab. Abgerufen am 25. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahr 2017 betrug die Arbeitslosenquote 17 %.<ref>Arbeitslosenquote, nach NUTS-2-Regionen. In: Eurostat. 14. Dezember 2023, abgerufen am 25. Dezember 2023.</ref>

Die sardische Wirtschaft lebt hauptsächlich vom Tourismus und von der Erdölindustrie; weitere wichtige Bereiche: Handel, Dienstleistungen, Informationstechnik und Gastronomie. Von Bedeutung sind außerdem Wein (Cannonau) und Schafskäse (Pecorino sardo). Im Norden der Insel spielt die traditionelle Korkproduktion eine herausragende Rolle.

Kultur

Datei:Tenores di bitti mialinu pira 2.jpg
Tenores di bitti Mialinu Pira

Sardische Literatur

Sardische Musik

Im Norden Sardiniens, um die Region Barbagia, ist die a-cappella-Gesangsform Canto a Tenore bekannt, die sich bei den Schäfern der Insel entwickelt hat.<ref>Thorsten Bednarz: Das Geheimnis eines uralten Gesangs. In: deutschlandfunkkultur.de. 7. Januar 2016, abgerufen am 26. Dezember 2023.</ref> Dabei wird ein Sänger (boche) von drei Männerstimmen (bassu, mesu boche und contra) in monotonen Harmonien begleitet. Die beiden unteren Stimmen werden durch besondere Kehlkopf-Techniken mit Obertönen angereichert, die Begleitsänger stehen eng im Halbkreis vor dem Solisten. Das Repertoire reicht von Serenaden bis zu Tanzliedern, die Texte beschreiben historische und aktuelle Ereignisse und können so als traditionelle wie auch zeitgenössische kulturelle Darbietungen bezeichnet werden. Dieser traditionelle Gesang wird ebenso bei informellen Treffen in zilleri (Gaststätten) wie bei religiösen Veranstaltungen, Hochzeiten oder dem sardischen Karneval vorgetragen und wurde 2008 in die UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen.<ref>Canto a tenore, Sardinian pastoral songs. UNESCO Intangible Cultural Heritage, 2008, abgerufen am 25. Dezember 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bildung

Auf Sardinien sind folgende universitären Einrichtungen angesiedelt:

Tourismus

Im Jahr 2009 verzeichnete Sardinien rund 2,46 Millionen Ankünfte und knapp 12,3 Millionen Übernachtungen. In den Beherbergungsbetrieben standen ca. 199.000 Schlafgelegenheiten zur Verfügung.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Sardinien - Interessante Zahlen und Fakten (sardegne.com) (Memento vom 16. Januar 2014 im Internet Archive) Abgerufen am 16. Januar 2014.</ref>

Historische Ziele

Datei:Nuraghe Loelle.jpg
Nuraghe Loelle


Geographische Sehenswürdigkeiten

Datei:Punta Sebera.JPG
Nationalpark Parco del Sulcis

Segeln/Surfen

Die gesamte Insel ist aufgrund ihres Klimas und der vorherrschenden Winde nicht nur bei Italienern ein sehr beliebtes Segel- und Windsurfrevier. Es gibt zahlreiche gut ausgerüstete Häfen und Marinas als Ausgangspunkte für diese Sportarten.<ref>Klaus-Jürgen Röhring: Törnführer Korsika - Sardinien - Elba. Delius Klasing Verlag, Bielefeld 2022, ISBN 978-3-667-12485-2 (EPUB).</ref>

Kulinarische Spezialitäten

Speisen

Datei:Formaggi e salumi sardi-2.jpg
Sardischer Pecorino
Datei:Preparazione casalinga delle seadas.jpg
Seadas
  • Burrida, Fischgericht
  • Pecorino, ein Schafskäse
  • Pane Carasau, dünnes getrocknetes Hirtenbrot, auch Carta di musica (Notenpapier) genannt; wird aus Weizenmehl, Hefe und Salz hergestellt; die dünnen Fladen werden schnell und sehr heiß zweifach gebacken, damit sie lange haltbar bleiben
  • Pane Guttiau, eine Version des Pane Carasau mit Olivenöl
  • Porcheddu, Spanferkel gegrillt
  • Culurgiones, eine Nudelspezialität Sardiniens, vergleichbar mit Ravioli
  • Seadas/Sebadas, große, in Olivenöl gebackene Käsetaschen mit Honig (Süßspeise)
  • Fregula, eine verbreitete Art Hartweizengrieß in kleiner Kugelform
  • Malloreddus, kleine sardische Gnocchi (Nudelsorte)
  • Bottarga, getrockneter Rogen, vor allem der Meeräsche, werden in Nudelgerichten (vorwiegend Spaghetti) verwendet
  • Casu Marzu, überreifer Schafskäse mit Fliegenmaden

Getränke

NATO-Truppenübungsplatz

Sardinien beherbergt mit dem „Poligono Salto di Quirra“ den größten NATO-Truppenübungsplatz Europas. Seit Jahrzehnten werden dort Waffen getestet, darunter nachweislich oder mutmaßlich auch Munition mit abgereichertem Uran. Neben italienischen Streitkräften nutzten auch andere NATO-Staaten, darunter die Bundeswehr, das Gelände für Übungen.<ref>M.-C. Bianco, A. Waibel: Müllkippe der Nato: Das vergiftete Paradies. In: Die Tageszeitung: taz. 22. November 2011, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 27. Juni 2025]).</ref>

Als Namensgeber

Sardinien ist Namensgeber von zwei auf der Insel erstmals entdeckten Mineralarten. Der 2008 nach der sardischen Bezeichnung der Insel benannte Sardignait<ref>P. Orlandi, M. Pasero, S. Bigi: Sardignaite: a new mineral, the second known bismuth molybdate: description and crystal structure. In: Mineralogy & Petrology, Band 100 (2010), S. 17–22 DOI:10.1007/s00710-010-0111-0, siehe auch Mineralienatlas:Sardignait</ref> sowie der 2013 nach der altgriechischen Bezeichnung benannte Ichnusait wurden in der Mine von Punta de su Seinargiu (auch Su Seinargiu) westlich der Gemeinde Sarroch entdeckt.

2008 wurde der Asteroid (53252) Sardegna nach der Insel benannt.

Siehe auch

Portal: Sardinien – Überblick über vorhandene Artikel, Möglichkeiten zur Mitarbeit

Literatur

  • Giulio Angioni: Sardinien: eine Insel für jede Jahreszeit, Umschau, München 1994, ISBN 3-524-67060-1.
  • Patricia Bourcillier: SardegnaMadre (version française). Flying Publisher, 2003, 268 S., PDF (ISBN 3-924774-38-2).
  • Jean Germain: Bibliographie sélective de linguistique française et romane. Boeck Université, éd Duculot, 1997 ISBN 2-8011-1160-0.
  • Henning Klüver: Gebrauchsanweisung für Sardinien. 2. Aufl. Piper, München 2014, ISBN 978-3-492-27616-0.
  • Martin Kremp: Die Araber im westlichen Mittelmeer: Sardinien, Korsika, Malta. Mediterranea, Frankfurt am Main 2004.
  • Rolf Ackermann: 8-mal Sardinien - Piper, München 1986, ISBN 3-492-05109-X

Weblinks

Commons: Sardinien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary: Sardinien – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

<references />

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