Oberwalgern
Oberwalgern Gemeinde Fronhausen
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(505)&title=Oberwalgern 50° 43′ N, 8° 40′ O
{{#coordinates:50,71|8,6666666666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Oberwalgern | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 259 (239–264) m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 3,85 km²<ref name="lagis" /> | |||||
| Einwohner: | 505 (31. Dez. 2014)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein., abgerufen im August 2015.</ref>
| |||||
| Bevölkerungsdichte: | 131 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1974 | |||||
| Postleitzahl: | 35112 | |||||
| Vorwahl: | 06426 | |||||
| Das Bild bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
Oberwalgern ist ein Ortsteil der mittelhessischen Großgemeinde Fronhausen im äußersten Süden des Landkreises Marburg-Biedenkopf. Der Ort liegt etwa anderthalb Kilometer (nord)westlich des Hauptortes Fronhausen (Lahn).
Geschichte
Ortsgeschichte
Der Ort Walangere marca wurde um 770 bekanntermaßen erstmals urkundlich erwähnt. Es ist nicht geklärt ob damit Ober- oder Nieder-Walgern gemeint war.<ref name="lagis" />
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen erfolge am 1. Juli 1974 kraft Landesgesetz der Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Bellnhausen, Erbenhausen, Fronhausen mit Sichertshausen, Hassenhausen, Holzhausen und Oberwalgern zur neuen Großgemeinde Fronhausen.<ref>Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Biedenkopf und Marburg und der Stadt Marburg (Lahn) (GVBl. II 330-27) vom 12. März 1974. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 9, S. 154, § 12 (Vorlage:HessAmtsBL/LinkText [PDF; 3,0 MB]).</ref><ref></ref> Für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Fronhausen wurden Ortsbezirke gebildet.<ref name="HS">Hauptsatzung. (PDF; 122 kB) § 4. In: Webauftritt. Gemeinde Fronhausen, abgerufen im September 2021.</ref>
Verwaltungsgeschichte im Überblick
Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,<ref group="Anm.">Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan.</ref> denen Oberwalgern angehört(e):<ref name="lagis" /><ref>Vorlage:Verwaltungsgeschichte.de</ref>
- vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Marburg, eigenes Gericht (Gericht Lohra Oberhof des Gerichts)
- ab 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Marburg, Amt Marburg, eigenes Gericht (Gericht Lohra Oberhof des Gerichts)<ref name="Amt">
Die Zugehörigkeit des Amtes Frohnhausen anhand von Karten aus dem Geschichtlicher Atlas von Hessen: Hessen-Marburg 1567–1604., Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt 1604–1638. und Hessen-Darmstadt 1567–1866. </ref>
- 1604–1648: Heiliges Römisches Reich, strittig zwischen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt und Landgrafschaft Hessen-Kassel (Hessenkrieg), Amt Marburg, eigenes Gericht (Gericht Lohra Oberhof des Gerichts)
- ab 1648: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, eigenes Gericht (Gericht Lohra Oberhof des Gerichts)
- ab 1571: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Gericht Lohra
- ab 1686: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen, Gericht Lohra
- ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Fronhausen, Gericht Lohra
- 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Marburg, Kanton Lohra
- ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Fronhausen, Gericht Lohra<ref name="KHK1818" />
- ab 1821: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg<ref>Verordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August., (kurhess GS 1821) S. 73 f.</ref><ref group="Anm.">Trennung zwischen Justiz (Justizamt Fronhausen) und Verwaltung.</ref>
- ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Marburg
- ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Oberhessen, Landkreis Marburg
- ab 1867: Norddeutscher Bund, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Marburg
- ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg
- ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Fronhausen
- ab 1981: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Gießen, Landkreis Marburg-Biedenkopf, Gemeinde Fronhausen
Gerichte seit 1821
Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung (1807–1813 und endgültig 1822) sind die Ämter neben der Verwaltung für die Rechtsprechung (meist Niedere Gerichtsbarkeit bzw. Erste Instanz) zuständig. Mit Edikt vom 29. Juni 1821 wurden in Kurhessen Verwaltung und Justiz getrennt. Nun waren Justizämter für die erstinstanzliche Rechtsprechung zuständig, die Verwaltung wurde von Kreisen übernommen. Der Kreis Marburg war für die Verwaltung und das Justizamt Fronhausen war als Gericht in erster Instanz für Oberwalgern zuständig. Das Oberste Gericht war das Oberappellationsgericht in Kassel. Untergeordnet war das Obergericht Marburg für die Provinz Oberhessen. Es war die zweite Instanz für die Justizämter.<ref name="NK" />
Nach der Annexion Kurhessens durch Preußen wurde das Justizamt Fronhausen 1867 zum königlich Preußischen Amtsgericht Fronhausen. Im Juni 1867 erging eine königliche Verordnung, die die Gerichtsverfassung in den zum vormaligen Kurfürstentum Hessen gehörenden Gebietsteilen neu ordnete. Die bisherigen Gerichtsbehörden sollten aufgehoben und durch Amtsgerichte in erster, Kreisgerichte in zweiter und ein Appellationsgericht in dritter Instanz ersetzt werden.<ref>Verordnung über die Gerichtsverfassung in vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf vom 19. Juni 1867. (PrGS 1867, S. 1085–1094.)</ref> Im Zuge dessen erfolgte am 1. September 1867 die Umbenennung des bisherigen Justizamtes in Amtsgericht Fronhausen. Die Gerichte der übergeordneten Instanzen waren das Kreisgericht Marburg und das Appellationsgericht Kassel.<ref>Verfügung vom 7. August 1867, betreffend die Einrichtung der nach der Allerhöchsten Verordnung vom 19. Juni d. J. in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen und den vormals Königlich Bayerischen Gebietstheilen mit Ausschluß der Enklave Kaulsdorf, zu bildenden Gerichte (Pr. JMBl. S. 221–224)</ref>
Das Amtsgericht Fronhausen wurde 1943 geschlossen. Es wurde zunächst als Zweigstelle des Amtsgerichts Marburg geführt und 1948 endgültig aufgelöst. Der Gerichtsbezirk wurde dem Amtsgericht Marburg zugeschlagen. In der Bundesrepublik Deutschland sind die übergeordneten Instanzen das Landgericht Marburg, das Oberlandesgericht Frankfurt am Main sowie der Bundesgerichtshof als letzte Instanz.
Bevölkerung
Einwohnerstruktur 2011
Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Oberwalgern 525 Einwohner. Darunter waren 9 (= 1,7 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 75 Einwohner unter 18 Jahren, 189 zwischen 18 und 49, 132 zwischen 50 und 64 und 129 Einwohner waren älter.<ref name="Z2011E" /> Die Einwohner lebten in 228 Haushalten. Davon waren 71 Singlehaushalte, 81 Paare ohne Kinder und 69 Paare mit Kindern, sowie 21 Alleinerziehende und 6 Wohngemeinschaften. In 54 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 141 Haushaltungen lebten keine Senioren/-innen.<ref name="Z2011E" />
Einwohnerentwicklung
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1502: | 15 Hausgesesse |
| • 1577: | 22 Hausgesesse |
| • 1630: | 15 Hausgesesse |
| • 1745: | 154 Einwohner |
| • 1681: | 14 hausgesessene Mannschaften |
| • 1838: | Familien: 20 nutzungsberechtigte, 18 nicht nutzungsberechtigte Ortsbürger, 3 Beisassen |
| Oberwalgern: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2014 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner | |||
| 1834 | 201 | |||
| 1840 | 197 | |||
| 1846 | 180 | |||
| 1852 | 186 | |||
| 1858 | 197 | |||
| 1864 | 216 | |||
| 1871 | 209 | |||
| 1875 | 221 | |||
| 1885 | 229 | |||
| 1895 | 228 | |||
| 1905 | 270 | |||
| 1910 | 276 | |||
| 1925 | 309 | |||
| 1939 | 360 | |||
| 1946 | 468 | |||
| 1950 | 467 | |||
| 1956 | 421 | |||
| 1961 | 461 | |||
| 1967 | 495 | |||
| 1980 | ? | |||
| 1990 | ? | |||
| 2000 | ? | |||
| 2009 | 490 | |||
| 2011 | 525 | |||
| 2014 | 505 | |||
| Datenquelle: Historisches Gemeindeverzeichnis für Hessen: Die Bevölkerung der Gemeinden 1834 bis 1967. Wiesbaden: Hessisches Statistisches Landesamt, 1968. Weitere Quellen: LAGIS<ref name="lagis" />; ab 2000 Gemeinde Fronhausen; Zensus 2011<ref name="Z2011E" /> | ||||
Historische Religionszugehörigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1861: | alle Einwohner evangelisch-lutherisch |
| • 1885: | 216 evangelische (= 94,32 %), kein katholischer, 13 andere Christen (= 5,68 %) |
| • 1961: | 433 evangelische (= 93,93 %), 25 katholische (= 5,42 %) Einwohner |
Historische Erwerbstätigkeit
| Quelle: Historisches Ortslexikon<ref name="lagis" /> | |
| • 1775: | Erwerbspersonen: 13 Ackerleute, 3 Schmiede, 1 Leineweber, 1 Zimmermann, 5 Müller, 1 Schneider, 1 Branntweinbrenner, 1 Spielmann, 6 Tagelöhner. |
| • 1838: | Familien: 20 Ackerbau, 10 Gewerbe, 11 Tagelöhner. |
| • 1961: | Erwerbspersonen: 77 Land- und Forstwirtschaft, 97 Produzierendes Gewerbe, 18 Handel und Verkehr, 16 Dienstleistungen und Sonstiges. |
Politik
Für Oberwalgern besteht ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung. Er umfasst das Gebiet der ehemaligen Gemeinde Oberwalgern.<ref name="HS" /> Der Ortsbeirat Oberwalgern besteht aus sieben Mitgliedern. Bei den Kommunalwahlen in Hessen 2021 betrug die Wahlbeteiligung zum Ortsbeirat 56,88 %. Alle Kandidaten gehörten der „Offenen Liste Oberwalgern“ an.<ref>Ergebnis der Ortsbeiratswahlen Oberwalgern. In: Votemanager. Gemeinde Fronhausen, abgerufen im September 2023.</ref> Der Ortsbeirat wählte Thomas Pusch zum Ortsvorsteher.<ref>Ortsvorsteher der Gemeinde Oberwalgern. In: Webauftritt. Gemeinde Fronhausen, abgerufen im September 2023.</ref>
Infrastruktur
Im Ort gibt es eine historische evangelische Kirche und ein Dorfgemeinschaftshaus.
Literatur
- Vorlage:HessBib
- Suche nach Oberwalgern. In: Archivportal-D der Deutschen Digitalen Bibliothek
Weblinks
- Webauftritt der Gemeinde Fronhausen
- Oberwalgern, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
Anmerkungen und Einzelnachweise
Anmerkungen <references group="Anm." />
Einzelnachweise <references> <ref name="lagis"> Oberwalgern, Landkreis Marburg-Biedenkopf. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). </ref> <ref name="Z2011E"> Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 28 und 66, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 27. Oktober 2020. </ref> <ref name="KHK1818"> Kur-Hessischer Staats- und Adress-Kalender: 1818. Verlag d. Waisenhauses, Kassel 1818, S. 112 (online bei Google BooksSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.). </ref> <ref name="NK"> Neueste Kunde von Meklenburg, Kur-Hessen, Hessen-Darmstadt und den freien Städten, aus den besten Quellen bearbeitet. im Verlage des G. H. G. privil. Landes-Industrie-Comptouts., Weimar 1823, S. 158 ff. (online bei HathiTrust’s digital library). </ref> </references>