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Thomas Plenert

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 30. April 2026 um 15:00 Uhr durch imported>Hachinger (umformuliert, es gab sehr viele ausgezeichnete Kameramänner bei der DEFA... Bergmann, Dressel, Geick... ob Plenert nun der erfolgreichste war, haben wir nicht zu bewerten.).
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Thomas Plenert (* 1. Februar 1951 in Nauen; † 15. Juli 2023<ref>Newsletter der DEFA-Stiftung 04/2023, S. 6</ref> in Waren (Müritz)) war ein deutscher Kameramann, der an etwa 20 preisgekrönten Filmen wie Die Beunruhigung (1982), Winter adé (1988), Verriegelte Zeit (1991), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998), sowie Der Himmel über Berlin (1988) maßgeblich mitwirkte und damit einer der renommiertesten Kameramänner aus der DDR war.

Leben

Thomas Plenert war der Sohn des Kinderarztes Wolfgang Plenert. Er studierte 1972 bis 1976 Kamera an der Hochschule für Film und Fernsehen der DDR in Babelsberg sowie kurze Zeit als Stipendiat an der Staatlichen Film- und Theaterhochschule im polnischen Łódź.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.defa-stiftung.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive ) Biografie bei der Defa-Stiftung. Abgerufen am 4. März 2024</ref>

Als Dokumentarfilmkameramann machte er sich bereits zu DDR-Zeiten einen Namen und arbeitete seit Ende der 1970er Jahre mit renommierten Regisseuren wie Rainer Ackermann und Jürgen Böttcher (Rangierer (1984), Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner (1985) und Die Mauer (1990)). Besonders fruchtbar war Plenerts Zusammenarbeit mit Volker Koepp, für den er seit 1988 bei fast sämtlichen Filmen hinter der Kamera stand. Zu ihren preisgekrönten Dokumentarfilmen gehörten Die Wismut (1993), Kalte Heimat (1994), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998) und Holunderblüte (2007).

Neben seiner Dokumentarfilmarbeit drehte Plenert auch gelegentlich Spielfilme. Bereits für seinen ersten Kinospielfilm, den unter Lothar Warnekes Regie in Schwarzweiß gedrehten Die Beunruhigung, hatte Plenert 1982 auf dem 2. Nationalen Spielfilmfestival der DDR den Preis für die beste Kamera gewonnen. Später drehte er mit Regisseuren wie Jan Schütte (Fette Welt, 1998) und Bernd Böhlich (Du bist nicht allein, 2007) sowie einzelne Filme von Fernsehserien wie Polizeiruf 110, Die Kommissarin, Im Namen des Gesetzes und Stubbe – Von Fall zu Fall.

Ab 1997 war Plenert Mitglied der Berliner Akademie der Künste, Sektion Film- und Medienkunst. Thomas Plenert war mit der Filmeditorin Gudrun Steinbrück-Plenert verheiratet, die an einigen seiner Filme mitarbeitete. Er starb nach kurzer Krankheit im Alter von 72 Jahren im Krankenhaus Waren (Müritz).<ref>Ulrich Seidler: Die Geduld des Blicks: Der Kameramann Thomas Plenert ist tot. In: Berliner Zeitung. 17. Juli 2023, abgerufen am 17. Juli 2023.</ref><ref>Christina Tilmann: Film: Kameramann Thomas Plenert mit 72 Jahren gestorben. In: Märkische Oderzeitung. 17. Juli 2023, abgerufen am 17. Juli 2023.</ref> Er ist beerdigt auf dem Dorffriedhof in Barkow (Barkhagen).

Filmografie

Dokumentarfilme

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  • 1977: Inti-Illimani – Regie: Rainer Ackermann
  • 1977/79: Floh de Cologne – Regie: Rainer Ackermann
  • 1977: Im Lohmgrund – Regie: Jürgen Böttcher
  • 1978: Das Glück in den Schuhen – Fußballnotizen aus Ragösen – Regie: Rainer Ackermann
  • 1978/1990: Heim – Regie: Angelika Andrees, verboten, erst 1990 gezeigt
  • 1979: Clowns – Regie: Rainer Ackermann
  • 1979: Sonnabend, Sonntag, Montagfrüh – Regie: Hannes Schönemann
  • 1980: Drei Herren in Sorrent – Regie: Rainer Ackermann
  • 1980: Alle Spiele – alle Nationen – Regie: Rainer Ackermann
  • 1982: Verwandlungen: Potters Stier
  • 1982: Verwandlungen: Venus nach Giorgione
  • 1982: Verwandlungen: Die Frau am Klavichord
  • 1982: Ein Bauer und seine Frau – Regie: Eduard Schreiber
  • 1982: Drei Tage im Sattel – Regie: Eckhard Potraffke
  • 1984: Sylvia
  • 1984: Friedensfahrer
  • 1984: Freundinnen – Regie: Rainer Ackermann
  • 1984: Rangierer – Regie: Jürgen Böttcher, mehrere Preise
  • 1985: Briefe von der Fahne
  • 1985: Kurzer Besuch bei Hermann Glöckner – Regie: Jürgen Böttcher, ein Preis
  • 1986: Die Küche – Regie: Jürgen Böttcher
  • 1986: Auf dem Familienschacht – Regie: Rainer Ackermann
  • 1987: Ich war einmal ein Kind – Regie: Thomas Plenert, Tamara Trampe
  • 1987: Die Schmelzer – Regie: Rainer Ackermann
  • 1987: Rock ’n’ Roll – Regie: Jörg Foth
  • 1987: In Georgien – Regie: Jürgen Böttcher
  • 1987: DEFA Kinobox 1987/56 (Beitrag über die Kneipe Bötzow privat)
  • 1988: Winter adé – Regie: Helke Misselwitz, mehrere Preise, einer der wichtigsten DEFA-Dokumentarfilme
  • 1988: Feuerland – Regie: Volker Koepp
  • 1988: Die Cousins – Regie: Rainer Ackermann, Christian Lehmann, Thomas Plenert
  • 1989: Wer fürchtet sich vorm schwarzen Mann (auch Co-Drehbuch) – Regie: Helke Misselwitz, ein Preis
  • 1989: Märkische Ziegel – Regie: Volker Koepp, mehrere Preise
  • 1989: Tuba wa Duo – Regie: Jörg Foth
  • 1989: Ach du jeh – Ein Hans Dampf und Wurst Dokument – Regie: Jörg Foth
  • 1990: Märkische Heide, märkischer Sand – Regie: Volker Koepp, Lobende Erwähnung
  • 1990: La Villette – Regie: Gerd Kroske
  • 1990: Die Mauer – Regie: Jürgen Böttcher, mehrere Preise
  • 1991: Verriegelte Zeit – Regie: Sibylle Schönemann, mehrere Preise
  • 1991: Märkische Gesellschaft mbH – Regie: Volker Koepp
  • 1991: Sperrmüll – Regie: Helke Misselwitz
  • 1991: In Grüneberg – Regie: Volker Koepp
  • 1992: Sammelsurium. Ein ostelbischer Kulturfilm – Regie: Volker Koepp
  • 1993: Zeit der Götter. Der Bildhauer Arno Breker – Regie: Lutz Dammbeck
  • 1993: ZAST – Regie: Hannes Schönemann
  • 1993: Schönes Fräulein, darf ich’s wagen? – Regie: Helke Misselwitz
  • 1993: Die Wismut – Regie: Volker Koepp, mehrere Preise
  • 1995: LaBENDIG – Regie: Hannes Schönemann
  • 1995: Kalte Heimat – Regie: Volker Koepp, mehrere Preise
  • 1996: Meine Liebe, deine Liebe – Regie: Helke Misselwitz
  • 1996: Dürers Erben – Regie: Lutz Dammbeck
  • 1997: Das 7. Jahr – Ansichten zur Lage der Nation (3 Segmente) – Regie: Helke Misselwitz, Volker Koepp, Pepe Danquart
  • 1998: Das Meisterspiel – Regie: Lutz Dammbeck
  • 1999: Julias Wahn – Regie: Hannes Schönemann
  • 1999: Herr Zwilling und Frau Zuckermann – Regie: Volker Koepp, mehrere Preise
  • 2000: Heimspiel – Regie: Pepe Danquart
  • 2000: Die Königin. Marianne Hoppe – Regie: Werner Schroeter
  • 1996/2001: Berlin Babylon – Regie: Hubertus Siegert
  • 2001: Kurische Nehrung – Regie: Volker Koepp
  • 2001: Konzert im Freien – Regie: Jürgen Böttcher
  • 2001: Fremde Oder – Regie: Helke Misselwitz
  • 2002: Uckermark – Regie: Volker Koepp
  • 2004: Frankfurter Tor – Regie: Volker Koepp
  • 2004: Das Netz – Regie: Lutz Dammbeck
  • 2004: Dieses Jahr in Czernowitz – Regie: Volker Koepp
  • 2005: Pommerland – Regie: Volker Koepp
  • 2005: Schattenland – Reise nach Masuren – Regie: Volker Koepp
  • 2007: Holunderblüte – Regie: Volker Koepp, mehrere Preise
  • 2007: Söhne – Regie: Volker Koepp
  • 2008: Memelland – Regie: Volker Koepp
  • 2009: 24h Berlin – Ein Tag im Leben (Segment Groß-Bäckerei Kamps / Kneipen in Pankow) – Regie: Volker Koepp, mehrere Preise
  • 2009: Sehnsucht Berlin – Regie: Peter Zach
  • 2009: Berlin – Stettin – Regie: Volker Koepp
  • 2012: Goldrausch – Die Geschichte der Treuhand – Produzent: Thomas Kufus
  • 2016: Brezmejno – Beyond Boundaries Regie: Peter Zach
  • 2021: Die Frau des Dichters – Regie: Helke Misselwitz

Spielfilme

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Fernsehproduktionen

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Theaterfilm/Musikfilm

Darsteller

Auszeichnungen und Ehrungen

Ausgezeichnete Filme

Siehe auch Filmografie

Thomas Plenert wirkte an etwa 20 preisgekrönten Spiel- und Dokumentarfilmen maßgeblich mit, darunter Die Beunruhigung (1982), Winter adé (1988), Blonder Tango (1986), Die Mauer (1990), Verriegelte Zeit (1991), Die Wismut (1992), Kalte Heimat (1994), Herr Zwilling und Frau Zuckermann (1998), Holunderblüte (2007) und Der Himmel über Berlin (1988, als Gast).

Persönliche Auszeichnungen
Weitere Ehrungen
  • 2024 Retrospektive "Kamera DDR" im Kino Babylon, mit 40 Filmen von Thomas Plenert<ref>Verweis, in taz vom 12. März 2024 (Text): vom 6. bis 20. März 2024, darunter Winter adé, Rangierer, Holunderblüte und viele andere </ref>

Würdigungen

Die Filmemacherin Helke Misselwitz, die mit Thomas Plenert einige erfolgreiche Filme machte, lobte ihn in ihrer Laudatio für den Preis der DEFA-Stiftung 2008

„Für Thomas Plenert ist die Kamera kein Instrument, sondern ein Organ, ein lebenswichtiges. (…) „Neugierig bleiben und reagieren“, das sind die beiden Fähigkeiten, die Tommy selbst, als die beiden wichtigsten seines Berufes bezeichnet. (…) Die Lebendigkeit zu bewahren, die aus der Genauigkeit der Beobachtung resultiert und den Zufall einschließt, ist ihm wichtiger, als ausgeklügelte Perfektion. (…) Das Gedächtnis von Tommy scheint unendlich aufnahmefähig. Wenn ein lebendiger Impuls darauf trifft, holt er Bilder daraus hervor, die einen bezaubern und das Gefühl vermitteln, das man nicht allein auf der Welt ist. Kein anderer scheint Menschen, Landschaft und Meer mit solcher Zärtlichkeit in Schwenks filmen zu können.“<ref>Helke Misselwitz: Preis zur Förderung der deutschen Filmkunst: Thomas Plenert. In: DEFA-Stiftung. 25. November 2008, abgerufen am 16. Juli 2023.</ref>

Literatur

  • Peter Badel: Im Gespräch mit Thomas Plenert. Ein Film mit Jürgen Böttcher ist wie ein Ritterschlag. In: Peter Badel: Kamera läuft. Band II. Schriftenreihe der DEFA-Stiftung. Berlin: 2007, ISBN 978-3-00-021830-9, S. 392–415.
  • Matthias Dell: Nachruf auf Thomas Plenert. In: Tagesspiegel, vom 18. Juli 2023 Text

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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