Wilfried Hilgert
Wilfried Wilhelm Hilgert (* 8. Juni 1933 in Parey; † 11. November 2016<ref name="TrauerAnzeige" />) war ein deutscher Unternehmer und Schachmäzen. Im Mai 2002 sprach ihm der Deutsche Schachbund Dank und Anerkennung in Form einer Ehrenurkunde aus.<ref name="Schachbund" />
Unternehmer
Hilgert war zunächst im Hotelfach tätig. 1955 begann er mit einem Startkapital von 5000 Mark ein Geschäft als Grundstücks- und Immobilienmakler, welches rasch expandierte. Mitte der 1960er-Jahre umfasste sein Besitz Häuser mit 1200 Wohnungen.
Um 1970 erwarb Hilgert die in Konkurs gegangene Glückstädter Heringsfischerei und eine weitere Reederei.<ref name="Spiegel1970" /> Sein Unternehmen verfügte zeitweise über acht Heringslogger und zwei Hecktrawler und war Marktführer für Matjesheringe in der Bundesrepublik Deutschland.<ref name="Spiegel1981" />
Den Fußballverein 1. FC Köln unterstützte er – obwohl er nach eigenem Bekunden eigentlich Schalke-Fan war<ref name="Express2013" /> – ab 2009 mit einem günstigen Kredit über knapp 11 Millionen Euro.<ref name="KStA2016" /> Als er verstarb, war der Kredit bereits vollständig zurückgezahlt.<ref name="Express2016" />
Schachmäzen
Hilgert erlernte das Schachspiel mit fünf Jahren.<ref name="karl" /> Von 1957 bis zu seinem Tod war er Mitglied der SG Porz,<ref name="SchachNRW" /><ref name="SGPorz" /> in deren 1. Mannschaft er über 20 Jahre lang spielte.
Er hat seinen Verein über lange Jahre finanziell unterstützt und so zum sportlichen Erfolg beigetragen.
Im Jahre 1980 leitete er die Delegation von Robert Hübner, der zu der Zeit Mitglied der SG Porz war, bei dessen Kandidatenfinale gegen Viktor Kortschnoi in Meran. Während des Matches gab Hilgert eine Reihe von Interviews.<ref name="karl" /> Hübner brach das Match nach 10 Partien ab und verließ danach auch die SG Porz. Hübner kehrte erst 1995 nach dem Rückzug seines damaligen Vereins, der Schachabteilung des FC Bayern München noch einmal für zwei Spielzeiten nach Porz zurück.
Bis zur Saison 2006/2007 spielte die 1. Mannschaft der SG Porz in der ersten Schachbundesliga. Von 1990 bis 1992 spielte auch Exweltmeister Michail Tal in der Porzer Mannschaft, mit der er am 8th European Club Cup 1991/1992 teilnahm.<ref name="OlimpBase" />
Zur Saison 2007/2008 zog der Verein seine erste Mannschaft zurück<ref name="ChessBase" />, da Hilgert mit der neuen, vom Deutschen Schachbund unabhängigen Form des Turnieres als „Bundesliga e. V.“ nicht einverstanden war. Dabei missfiel ihm die Vernachlässigung des Amateur- und vor allem des Jugend-Bereichs.
Hilgert war auch weiterhin der Mäzen des Vereins und förderte die 1. Mannschaft, die nach dem Rückzug aus der Schachbundesliga fast geschlossen in der 2. Bundesliga West weiterspielte. Zudem unterstützte er auch ansonsten die SG Porz, insbesondere die aktuell 24 Jugendmannschaften.
Einzelnachweise
<references> <ref name="TrauerAnzeige"> Traueranzeige Wilfried Hilgert. auf wirtrauern.de. Abgerufen am 12. November 2016. </ref> <ref name="Schachbund"> Ehrenurkunden des Deutschen Schachbundes. aus Anlass des 125-jährigen Jubiläums. Deutscher Schachbund, abgerufen am 11. September 2020. </ref> <ref name="Spiegel1970"> Lust am Matjes. In: Der Spiegel. Nr. 20, 1970, S. 89–90 (online – 11. Mai 1970). </ref> <ref name="Spiegel1981"> Knacks gegeben. In: Der Spiegel. Nr. 4, 1981, S. 86–87 (online – 19. Januar 1981). </ref> <ref name="KStA2016"> Trauer um ehemaligen FC-Mäzen Wilfried Hilgert. Kölner Stadtanzeiger, 23. November 2017, abgerufen am 11. September 2020. </ref> <ref name="Express2013"> Hilfe aus Porz – Hilgert: "Ich lasse den FC nicht im Stich!" Express Köln, 7. Februar 2013, abgerufen am 11. September 2020. </ref> <ref name="Express2016"> Trauer um Sport-Mäzen Wilfried Hilgert (†83): Seine Millionen retteten den 1. FC Köln. Express Köln, 22. November 2016, abgerufen am 11. September 2020. </ref> <ref name="karl"> Interview mit Wilfried Hilgert. 3/2002. Karl - Das kulturelle Schachmagazin, März 2002, abgerufen am 11. September 2020. </ref> <ref name="SchachNRW"> Ehrenbriefe des Schachbundes NRW für 50-jährige Mitgliedschaft. Schachbund Nordrhein-Westfalen, abgerufen am 11. August 2009. </ref> <ref name="SGPorz"> Uli Thiemonds / Der Vorstand der SG Porz: Wilfried Hilgert - ein Nachruf. Schachgemeinschaft Porz e. V., 9. November 2016, abgerufen am 11. September 2020. </ref> <ref name="OlimpBase"> 8th European Chess Club Cup 1991/1992. SG Porz (PORZ, Germany). OlimpBase - the encyclopaedia of team chess, abgerufen am 11. September 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)). </ref> <ref name="ChessBase"> Bundesliga: Porz steigt aus. ChessBase Schachnachrichten, 30. Mai 2007, abgerufen am 11. September 2020. </ref> </references>
Weblinks
- Nachspielbare Schachpartien von Wilfried Hilgert auf 365Chess.com (englisch)
- Videointerview mit Hilgert
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hilgert, Wilfried |
| ALTERNATIVNAMEN | Hilgert, Wilfried Wilhelm |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Unternehmer und Schachmäzen |
| GEBURTSDATUM | 8. Juni 1933 |
| GEBURTSORT | Parey |
| STERBEDATUM | 11. November 2016 |