Zum Inhalt springen

Peter Slodowy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 21. Februar 2026 um 09:54 Uhr durch imported>BonnMath (Leben und Wirken: + Studienstiftung).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Peter Slodowy (* 12. Oktober 1948 in Leverkusen; † 19. November 2002 in Bonn) war ein deutscher Mathematiker, der sich insbesondere mit Anwendungen der Gruppentheorie in der algebraischen Geometrie und Topologie beschäftigte.

Datei:Greuel Slodowy Buchweitz.jpg
Slodowy (Mitte) 1981 in Sevilla, mit Gert-Martin Greuel und Ragnar-Olaf Buchweitz
Datei:Grab Peter Slodowy.jpg
Das Grab von Peter Slodowy auf dem Alten Friedhof in Bonn

Leben und Wirken

Slodowy studierte ab 1967 Physik und Mathematik als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes<ref>Friedrich Hirzebruch, Traueransprache für Peter Slodowy 27. November 2002 , Banach Center Publications, Band 62, 2004, S. 13–17 (online)</ref> an der Universität Bonn (unter anderem bei Friedrich Hirzebruch, Egbert Brieskorn, Jacques Tits)<ref>und ein Semester in Regensburg</ref>, wo er 1974 sein Mathematik-Diplom machte. Nach einem Aufenthalt am IHES in Bures-sur-Yvette, wo er den Pionier der Singularitätentheorie René Thom traf, und Assistententätigkeit an der Universität Regensburg 1975 bis 1978 promovierte er 1978 an der Universität Bonn bei Theodor Bröcker und Brieskorn (Einfache Singularitäten und einfache algebraische Gruppen<ref>Peter Slodowy im Mathematics Genealogy Project (englisch) Vorlage:MathGenealogyProject/Wartung/name verwendet</ref>). Danach war er Assistent an der Universität Bonn (mit Gastaufenthalten an der Yale University und am MSRI in Berkeley), wo er sich 1984 habilitierte (Singularitäten, Kac-Moody-Lie Algebren, assoziierte Gruppen und Verallgemeinerungen<ref>Zitierungen gemäß Google Scholar</ref>). 1986/87 war er Lecturer an der Universität Liverpool und ab 1988 Professor an der Universität Stuttgart. Ab 1990 war er Professor an der Universität Hamburg, arbeitete aber zuletzt am Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn. 2001 ging er wegen einer Erkrankung vorzeitig in den Ruhestand.

Slodowy arbeitete über den schon von Grothendieck und Brieskorn Ende der 1960er Jahre untersuchten<ref> Slodowys Dissertation war die erste ausführliche Darstellung der von Brieskorn bewiesenen Vermutungen von Grothendieck.</ref> Zusammenhang der „einfachen“ Singularitäten (von ihm „Kleinsche Singularitäten“ genannt) algebraischer Flächen mit Liegruppen und algebraischen Gruppen. Später untersuchte Slodowy auch entsprechende Zusammenhänge (diesmal auch mit Kac-Moody-Algebren) bei weiteren („einfachen elliptischen“) Singularitäten. Außerdem befasste er sich mit Mathematikgeschichte<ref> Die von Slodowy in seiner Dissertation untersuchten Zusammenhänge von Singularitätentheorie und Theorie der Liegruppen hat Wurzeln bis hin zu Felix Klein und seinem Ikosaeder-Buch im 19. Jahrhundert, das Slodowy mit Kommentar neu bei Birkhäuser 1993 herausgab.</ref> und Anwendungen der Gruppentheorie in der mathematischen Physik.

Er war seit 1979 verheiratet.

Schriften

  • Singularitäten und algebraische Gruppen, Regensburger Mathematische Schriften, 1978, Dissertation, erweiterte englische Ausgabe: Simple singularities and simple algebraic groups, Lecture Notes in Mathematics 815, 1980, doi:10.1007/BFb0090294
  • Platonic solids, Kleinian Singularities and Lie groups, in: Lecture Notes in Mathematics 1008, 1983, S. 102–138, doi:10.1007/BFb0065703
  • Über das Ikosaeder und die Gleichungen fünften Grades, in: Mathematische Miniaturen, Band 3, Birkhäuser, 1986, S. 71–113, doi:10.1007/978-3-0348-5226-5_3 (hervorgegangen aus der Antrittsvorlesung)
  • The early development of the representation theory of semisimple Lie groups: Hurwitz, I. Schur, Weyl, Jahresbericht DMV, Band 101, 1993, S. 97–115 (online)

Quellen

  • E. Looijenga, T. A. Springer, Peter Slodowy, Nachruf mit Würdigung seiner Arbeiten und Publikationsverzeichnis, Universität Utrecht (online bei ResearchGate)
  • Friedrich Hirzebruch, Traueransprache für Peter Slodowy 27. November 2002 , Banach Center Publications, Band 62, 2004, S. 13–17 (online)

Weblinks

Commons: Peter Slodowy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Verweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein