Bockelwitz
Bockelwitz Stadt Leisnig
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(167)&title=Bockelwitz 51° 12′ N, 12° 57′ O
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| Höhe: | 215 m | |||||
| Einwohner: | 167 (31. Dez. 2023)<ref>Bürgerinformationsbroschüre der Stadt Leisnig. Abgerufen am 5. September 2024.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Januar 2012 | |||||
| Postleitzahl: | 04703 | |||||
| Vorwahl: | 034321 | |||||
Lage von Bockelwitz in Leisnig
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Bockelwitz ist ein Ortsteil der sächsischen Stadt Leisnig im Landkreis Mittelsachsen. Bis zum 1. Januar 2012 war Bockelwitz eine kreisangehörige Gemeinde.
Geographie
Die Bockelwitz liegt im Sächsischen Burgen- und Heideland. Der Ort ist über den Anschluss Leisnig der A 14 gut zu erreichen. Nahe gelegene Städte sind Mügeln (ca. 7 km) und Döbeln (ca. 14 km). Nahe Bockelwitz verläuft der Mulderadweg.
Geschichte
Das Dorf Bockelwitz ist sorbischen Ursprungs,<ref>nach Eichler, Ernst/Walther, Hans: Die Ortsnamen im Gau Daleminze, Bd. 1: Namenbuch, Berlin 1966: mittelslawisch (8. bis 10. Jahrhundert).</ref> erkennbar an der Tatsache, dass es noch 1403 Wachkorn ins Vorwerk Tragnitz liefern musste, eine Abgabe, die wohl alle Dörfer leisten mussten, die vor der Bildung des Burgwards Leisnig entstanden waren.<ref>Manfred Kobuch: Leisnig im Tafelgüterverzeichnis des Römischen Königs, NASG 64/1993, S. 29–52.</ref> Im Ort aufgegangen ist das Dorf Criscowe (Kreischau).<ref>Bockelwitz im Historischen Ortsverzeichnis von SachsenVorlage:Abrufdatum</ref> 1245 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt in der Schutzurkunde von Kaiser Friedrich II. für Kloster Buch.<ref>Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 417. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 34.</ref> Der Ort war Lehen der Reichsministerialen<ref>Ministerialen, die unmittelbar dem König unterstanden.</ref> von Mildenstein gewesen, von denen es an das Kloster übergegangen war. Kirchlich gehörte der Ort anfangs zur Matthäi-Kirche Leisnig, ab 1286 zur Nikolai-Kirche Altleisnig. Zwischen 1286 und 1306 war wohl eine Filialkirche in Bockelwitz errichtet worden. 1306 wurde diese durch den Bischof von Meißen in eine Pfarrkirche umgewandelt,<ref>Originalurkunde SHStA Dresden: 10001, Ältere Urkunden, Nr. 1781. Druck bei Schöttgen, Codex Diplomaticus Monasterii Buch, als Nr. 130.</ref> wobei die Bauern sowohl den Pfarrer von Altleisnig zu entschädigen als auch für den Unterhalt ihres eigenen Pfarrers aufzukommen hatten. Zugeordnet wurden die Dörfer Kreischau, Kroptewitz, Dobernitz, Leuterwitz, Nicollschwitz, Großpelsen und Kleinpelsen. Patronatsherr blieb der Abt von Kloster Buch.
1378 hatte Bockelwitz jährlich 44 Scheffel Korn und dasselbe in Hafer, dazu ein Küchenrind, an das castrum Leisnig zu liefern.<ref>Vorgänger des Amtes Leisnig, siehe Hans Beschorner (Hrsg.): Registrum dominorum marchionum Missnensem (1378). Leipzig-Berlin (1933).</ref>
1548 wurde es im Amtserbbuch Kloster Buch<ref>Repertorium Saxonicum des ISGV, Amtserbbuch Kloster Buch | Bockelwitz</ref> mit 8 besessenen Mann und 23 Hufen genannt, die alle zum (Amt) Kloster Buch gehörten. Patronatsherr waren nun die Herren von Kötteritzsch auf Sitten.
1797 wurde die Dorfkirche Bockelwitz durch August Bormann und Gottfried Wartig aus Wermsdorf unter Verwendung von Teilen des Vorgängerbaus von 1597 errichtet, die Orgel von Gottlieb Enzemann (1797/98), der Prospekt in Rokokoformen 1807, gestiftet von C.G.Melzner, Lehrer in Bockelwitz.<ref>Georg Dehio: Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler, Sachsen II, S. 77, München 1998, ISBN 3-422-03048-4</ref>
Die Pfarrer und Schulmeister zu Bockelwitz von der Reformation bis 1750 sind in der Chronik von Leisnig zu finden.<ref>Johann Kamprad: Leisnigker Chronica von 1753, Abschrift im Auftrag des Leisniger Geschichts- und Heimatvereins (2013), S. 330–332, ISBN 978-3-00-043035-0.</ref> Dieser Quelle bedient sich auch die Sächsische Kirchengalerie,<ref>Sachsens Kirchengalerie, Fünfter Band, Sechste Abtheilung, Die Inspektionen Nossen, Leisnig, Döbeln und Wurzen, Bockelwitz, S. 41–42, Ergänzung S. 140, Dresden, um 1840.</ref> die u. a. weitere Einzelheiten zum Bau der Kirche anführt.
Leuterwitz und Nicollschwitz kamen im Jahr 1950 zu Bockelwitz.<ref name="Metzler-Poeschel">Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt</ref> Börtewitz wurde 1991 und Naunhof 1992 eingemeindet.<ref name=Metzler-Poeschel/> Polkenberg mit all seinen Ortsteilen gehört seit 1999 zur Gemeinde.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands</ref>
Am 1. Januar 2012 wurde Bockelwitz in die Stadt Leisnig eingemeindet.<ref>StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2012</ref> Vor der Eingemeindung bestand Bockelwitz aus insgesamt 27 Ortsteilen und dem Hauptort Bockelwitz:
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Detaillierte Übersicht aller Eingemeindungen
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Persönlichkeiten
- Ernst Däweritz (1839–1914), Gutsbesitzer in Doberschwitz und Politiker, MdL (Königreich Sachsen)
- Johannes Erich Heyde (1892–1979), Philosoph, Psychologe und Hochschullehrer
Literatur
- Klaus Werner (Hrsg.): 200 Jahre Kirche Bockelwitz 1797 – 1997. Zur Geschichte der Kirchgemeinde seit 1306; eine Festschrift mit Dokumenten. Bockelwitz bei Leipzig: Gemeinde, 1997. – 129 S.
- Cornelius Gurlitt: Bockelwitz. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 25. Heft: Amtshauptmannschaft Döbeln. C. C. Meinhold, Dresden 1903, S. 9.
Weblinks
Einzelnachweise
<references />
Altenhof | Altleisnig | Beiersdorf | Bockelwitz | Bocksdorf | Börtewitz | Brösen | Clennen | Dobernitz | Doberquitz | Doberschwitz | Fischendorf | Görnitz | Gorschmitz | Großpelsen | Hetzdorf | Kalthausen | Kleinpelsen | Klosterbuch | Korpitzsch | Kroptewitz | Leuterwitz | Marschwitz | Meinitz | Minkwitz | Naundorf | Naunhof | Nicollschwitz | Paudritzsch | Polditz | Polkenberg | Queckhain | Röda | Scheergrund | Sitten | Tautendorf | Tragnitz | Wiesenthal | Zeschwitz | Zollschwitz | Zschockau