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Pietro Parolin

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Datei:Cardinal Pietro Parolin par Claude Truong-Ngoc juillet 2021.jpg
Pietro Kardinal Parolin (2021)
Datei:Pietro parolin.jpg
Pietro Parolin (2006)
Datei:Coat of arms of Pietro Parolin.svg
Wappen von Kurienkardinal Parolin
Datei:Secretary Pompeo Shakes Hands with Cardinal Parolin (48831176406).jpg
Kardinal Parolin mit US-Außenminister Mike Pompeo (2019)

Pietro Kardinal Parolin [<templatestyles src="IPA/styles.css" />ˈpjetro paroˈliŋ] (* 17. Januar 1955 in Schiavon, Provinz Vicenza, Italien) ist ein römisch-katholischer Kurienkardinal und Diplomat des Heiligen Stuhls. Seit 2013 ist er Kardinalstaatssekretär.

Leben

Herkunft und Aufstieg

Nach dem Schulabschluss an einem humanistischen Gymnasium (Liceo classico) in Vicenza trat Pietro Parolin 1969 in das Priesterseminar von Vicenza ein und studierte dort Katholische Theologie und Philosophie. Dieses Studium schloss er mit dem Bakkalaureat der Theologie an der Theologischen Fakultät von Norditalien in Mailand ab. 1979 wurde er zum Diakon geweiht und wirkte anschließend als Seelsorger in der Pfarrei Santissima Trinità in Schio.

Am 27. April 1980 empfing Pietro Parolin durch Bischof Arnoldo Onisto in der Kathedrale von Vicenza das Sakrament der Priesterweihe. Anschließend war er bis 1982 Kaplan in Schio. Von 1984 bis 1986 studierte Parolin an der Päpstlichen Diplomatenakademie und wurde 1986 an der Päpstlichen Universität Gregoriana bei Jean Beyer SJ mit der Arbeit Il sinodo dei vescovi: natura e funzioni („Die Bischofssynode: Wesen und Aufgaben“) zum Doktor des Kanonischen Rechts (Dr. iur. can.) promoviert.<ref></ref>

Am 1. Juli 1986 trat Parolin in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein und wurde zunächst Mitarbeiter in der Apostolischen Nuntiatur in Nigeria. Papst Johannes Paul II. verlieh ihm am 14. Mai 1988 den Ehrentitel Kaplan Seiner Heiligkeit<ref>Annuario Pontificio per l’anno 1997, Città del Vaticano 1997, S. 2348.</ref> (Monsignore). 1989 wechselte Pietro Parolin an die Apostolische Delegation in Mexiko. 1992 wurde er Nuntiaturrat in der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten des Staatssekretariates und war in dieser Funktion vor allem für die Länder Spanien, Andorra, Italien und San Marino zuständig. Am 30. November 2002 wurde er zum Untersekretär der Sektion für die Beziehungen mit den Staaten berufen,<ref>Nomina del Sotto-Segretario della Sezione per i Rapporti con gli Stati della Segreteria di Stato. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 30. November 2002, abgerufen am 28. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> fungierte also als stellvertretender Außenminister.<ref>Constanze Reuscher: Der Diplomat, der das Machtgerangel beenden soll. welt.de, 1. September 2013, abgerufen am 28. Mai 2018.</ref> Als solcher führte er mehrfach eine Delegation des Heiligen Stuhls an, die seit 1990 Gespräche mit der kommunistischen Regierung in Vietnam aufgenommen hatte, nachdem die diplomatischen Beziehungen im Zuge der kommunistischen Machtübernahme 1975 abgebrochen waren. Ebenso war er für die diplomatischen Verhandlungen zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl zuständig.

Am 17. August 2009 ernannte ihn Papst Benedikt XVI. zum Titularerzbischof von Aquipendium und zum Apostolischen Nuntius in Venezuela.<ref>Nomina del Nunzio Apostolico in Venezuela. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 17. August 2009, abgerufen am 28. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Bischofsweihe spendete ihm Benedikt XVI. am 12. September desselben Jahres im Petersdom; Mitkonsekratoren waren Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone SDB und der Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre, William Joseph Kardinal Levada.<ref>Capella Papale per l’ordinazione episcopale di cinque Ecc.mi Presuli. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 12. September 2009, abgerufen am 28. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kardinal und Kardinalstaatssekretär

Am 31. August 2013 ernannte Papst Franziskus Parolin mit Wirkung ab 15. Oktober 2013 zum Nachfolger von Tarcisio Bertone als Kardinalstaatssekretär.<ref>Pietro Parolin zum neuen Staatssekretär ernannt. Radio Vatikan, 31. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 16. Januar 2014; abgerufen am 8. Januar 2023.</ref><ref>Erzbischof Parolin: „Tiefe Dankbarkeit“ und „absolute Verfügbarkeit“. Radio Vatikan, 31. August 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 2. September 2013; abgerufen am 8. Januar 2023.</ref>

Im feierlichen Konsistorium vom 22. Februar 2014 nahm ihn Papst Franziskus als Kardinalpriester mit der Titelkirche Santi Simone e Giuda Taddeo a Torre Angela in das Kardinalskollegium auf.<ref>Concistoro ordinario pubblico per la creazione dei nuovi Cardinali: Assegnazione dei Titoli o delle Diaconie ai nuovi Porporati. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 22. Februar 2014, abgerufen am 28. Mai 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem nahm ihn Franziskus am 2. Juli desselben Jahres in die Kardinalskommission auf, die ihn bei der geplanten Kurienreform unterstützen soll.

Nach einer Rede des Papstes vor dem EU-Parlament Anfang Dezember 2014 bezeichnete Kardinal Parolin die Europäische Union als „Werkzeug, um Europa Frieden, Wohlstand und einen Platz in der Welt zu sichern“ und äußerte seine Hoffnung, dass sich Europaskeptiker vom europäischen Projekt überzeugen lassen.<ref>Kardinal Parolin: EU ist ein Friedensprojekt. Radio Vatikan, 4. Dezember 2014, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 4. März 2016; abgerufen am 8. Januar 2023.</ref>

Zum Ergebnis des Verfassungsreferendums in Irland 2015 sagte er unter anderem, „ich denke, dass das nicht nur eine Niederlage der christlichen Prinzipien war, sondern auch ein wenig eine Niederlage der Menschheit“.<ref>Kardinalstaatssekretär: Abstimmung in Irland ist Niederlage. Radio Vatikan, 27. Mai 2015, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 28. Mai 2015; abgerufen am 8. Januar 2023.</ref>

Im November 2017 kritisierte Kardinal Parolin vor einer Tagung katholischer Gesundheitsexperten das globale Gesundheitssystem. Er erklärte, dass „das Grundrecht auf eine angemessene Gesundheitshilfe für alle Menschen gelten“ und „nicht von wirtschaftlichen, gesellschaftlichen oder rechtlichen Faktoren abhängen“ dürfe.<ref>Parolin: Eine Tragödie. Die Tagespost, 17. November 2017, abgerufen am 22. November 2017.</ref>

Papst Franziskus erhob ihn mit Wirkung vom 28. Juni 2018 unter Beibehaltung seiner Titelkirche zum Kardinalbischof.<ref>RESCRIPTUM EX AUDIENTIA SS.MI: Rescritto del Santo Padre Francesco con cui ha deciso di cooptare nell’Ordine dei Vescovi, equiparandoli in tutto ai Cardinali insigniti del titolo di una Chiesa suburbicaria, i Cardinali Parolin, Sandri, Ouellet e Filoni. In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 26. Juni 2018, abgerufen am 28. Juni 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Er gehört der damals vom Papst neu geschaffenen Gruppe jener Kardinalbischöfe an, „welche den Kardinalbischöfen mit suburbikarischem Titel gleichgestellt sind“.

Parolin spricht neben seiner Muttersprache Italienisch auch Französisch, Englisch und Spanisch fließend.<ref>Elisabetta Piqué: Pope Francis: Life and Revolution. A Biography of Jorge Bergoglio. Loyola Press, Chicago 2014; Francis Rooney: The Global Vatican. An Inside Look at the Catholic Church, World Politics, and the Extraordinary Relationship Between the United States and the Holy See. Sheed & Ward, Lanham (Maryland), 2013, S. 189.</ref> Er vertrat den Papst mehrfach als dessen Legat, unter anderem bei den Feierlichkeiten zur Krönung des thailändischen Königs Rama X. vom 4. bis 6. Mai 2019 in Bangkok.<ref>Nomina del Legato alle celebrazioni dell’intronizzazione del Re Rama X della Thailandia, Sua Maestà Maha Vajiralongkorn (Bangkok, 4-6 maggio 2019). In: Tägliches Bulletin. Presseamt des Heiligen Stuhls, 23. März 2019, abgerufen am 26. Dezember 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Oktober 2020 wurde Kardinal Parolin bei der Neubesetzung des Kardinalrats für das IOR nicht mehr berücksichtigt, was zu vielfachen Spekulationen führte.<ref>Nach Neuordnung der Finanzaufsicht bleiben Fragen offen. Domradio, 14. Oktober 2020, abgerufen am 21. Oktober 2023.</ref>

Im Dezember 2020 musste sich Parolin einem chirurgischen Eingriff an der Prostata unterziehen.<ref>Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin im Krankenhaus. katholisch.de, 9. Dezember 2020, abgerufen am 21. Oktober 2023.</ref> Nach einem einwöchigen Krankenhausaufenthalt konnte er seine Arbeit als Kardinalstaatssekretär wieder aufnehmen.<ref>Kardinal Parolin nach Krankenhausaufenthalt zurück im Vatikan. Vatican News, 15. Dezember 2020, abgerufen am 7. Februar 2021.</ref>

Im Februar 2024 äußerte sich Kardinal Parolin zum Krieg in Israel und dem Gazastreifen und fordert, Israels Recht auf Selbstverteidigung müsse „verhältnismäßig sein“, was es „mit mehr als 30.000 Toten sicher nicht“ sei. Seine Äußerung wurde von der Zeitung La Stampa als Schrittwechsel der vatikanischen Diplomatie gewertet und zeigte laut der Zeitung die Entschlossenheit des Papstes, den Krieg zu beenden. Von israelischer Seite wurden Parolins Äußerungen kritisch gesehen.<ref>Rabbiner teilen Kritik an Kardinal Parolin. katholisch.de, 17. Februar 2024, abgerufen am 17. Januar 2025.</ref> Wenige Monate zuvor hatte er den Angriff der Hamas auf Israel als „schrecklich und verabscheuungswürdig“ verurteilt.<ref>Parolin: Vatikan hat Verurteilung der Hamas nicht beschönigt. vaticannews.va, 24. November 2023, abgerufen am 17. Januar 2025.</ref>

Für das Konklave 2025, das er als höchstrangiger Kardinalbischof (und damit höchstrangiger Kardinal) unter 80 Jahren leitete, galt Parolin nicht nur als papabile, er wurde von zahlreichen Buchmachern sogar als Favorit geführt. Letztlich wurde aber Robert Francis Prevost zum Papst gewählt, er nahm den Namen Leo XIV. an.<ref>Peter Prantner: „In wenigen Stunden“ zum Papst. ORF, 9. Mai 2025, abgerufen am 10. Mai 2025.</ref> Anschließend wurde Parolin von ihm “{{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)” (deutsch: „bis anderes verfügt wird“)Vorlage:": Ungültiger Wert: ref= im Amt des Kardinalstaatssekretärs bestätigt.

Ehrungen

Mitgliedschaften

Schriften

Weblinks

Commons: Pietro Parolin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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VorgängerAmtNachfolger
Tarcisio Kardinal BertoneKardinalstaatssekretär
seit 2013

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