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Walter II. von Hochschlitz

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Datei:Augsburg Dom Grabplatte Walter von Hochschlitz.jpg
Bischofsgrabmal im Dom zu Augsburg

Walter II. von Hochschlitz (* um 1320; † 4. Oktober 1369 in Mindelheim) war von 1357 bis 1362 und nochmals von 1368 bis 1369 Reichsvikar in Pisa und Lucca<ref>Roland Pauler: Das Wirken der Augsburger Bischöfe Markward von Randeck und Walter von Hochschlitz in Pisa. In: Kommission für bayerische Landesgeschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte. Band 58. Separatdruck, 1995.</ref>, Rat Karls IV.<ref>Miriam Spiller, geb. Pagenkemper: Spurensuche. Zeitgenössische Diskurse und Diskutanten über Probleme in der Reichspolitik des deutschen Spätmittelalters. Inaugural-Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Philosophie des Fachbereichs Geschichtswissenschaften. In: Universität Gießen. Justus-Liebig-Universität, 2004, S. 45, abgerufen am 10. Januar 2024.</ref> sowie Bischof von Augsburg in den Jahren 1365 bis 1369.

Leben

Abstammung aus der Familie Hochschlitz von Hausen

Walter stammte aus der in Pfauhausen ansässigen schwäbischen Adelsfamilie der Hochschlitz von Hausen. Er war der Sohn des Edelknechts Fritz Hochschlitz von Hausen mit seiner ersten Frau Agnes von Randeck.<ref name=":0" />

Datei:Hochschlitz-Scheibler59ps.jpg
Wappen der Hochschlitz von Pfauhausen nach Scheibler

Ausbildung sowie kirchliche und weltliche Laufbahn

Studium in Bologna

Wie sein Onkel mütterlicherseits Marquard I. von Randeck hatte er von 1340 bis 1343 in Bologna Kirchenrecht studiert<ref>Gustav Carl Knod: Deutsche Studenten in Bologna (1289-1562). Biographischer Index zu den Acta nationis germanicae Universitatis Bononiensis. R. v. Decker's Verlag, G. Schenck, Berlin 1899, S. 203 (google.de [abgerufen am 27. April 2025]).</ref> und erwarb die akademische Würde eines „baccalaureus in decretis“.<ref name=":1">F. X. Glasschröder: Walther von Hochschlitz, Bischof von Augsburg (1365 -1369). In: Augsburger Postzeitung: 1890, 25. Okt. - Dez. Haas & Grabherr, 1890, S. 2 f. (google.de [abgerufen am 27. April 2025]).</ref> Nach seiner Rückkehr aus Italien begleitete er seinen Onkel mindestens einmal an die Kurie nach Avignon. Bei dieser Gelegenheit verlieh im Papst Clemens VI. am 31. August 1343 ein Kanonikat an der Domkirche zu Augsburg.<ref name=":1" /><ref>Hochschlitz, Walter von – Oberdeutsche Personendatenbank. Abgerufen am 2. Februar 2025.</ref>

Im Dienste Konrads IV. von Teck

Datei:Schloss Rodenegg, Südtirol, Wappen Herzog Konrad IV. von Teck.jpg
Wappen Herzog Konrads IV. von Teck im Innenhof von Schloss Rodenegg, Südtirol

Im Gefolge Herzog Konrads IV. von Teck, der von Ludwig dem Brandenburger zum Viztum von Tirol ernannt worden war, ist Walter während der 15-jährigen Sedisvakanz des Bistums Trient dort von 1349 bis 1353<ref>Ellen Widder: Itinerar und Politik: Studien zur Reiseherrschaft Karls IV. südlich der Alpen. Böhlau, 1993, ISBN 978-3-412-06592-8, S. 207 (google.de [abgerufen am 8. Februar 2026]).</ref> gemeinsam mit dem Konrad IV.<ref>Emanuele Curzel: I canonici e il Capitolo della cattedrale di Trento dal XII al XV secolo. 5. Il Capitolo della città (1350-1409). In: PUBBLICAZIONI DELL’ ISTITUTO DI SCIENZE RELIGIOSE IN TRENTO, series maior. Istituto Trentino di Cultura, 2001, S. 160, abgerufen am 7. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> als 'Capitanus' bezeugt<ref>Heraldisch-Genealogische Gesellschaft "Adler": Neues Jahrbuch. 1899, S. 162 (google.com [abgerufen am 30. Januar 2024]).</ref>. Der Friedensvertrag von Verona, den Ludwig der Brandenburger am 20. März 1352 mit Cangrande II. della Scala, seiner Schwester Elisabeth von Bayern, und den Herren von Castelbarco schloss,<ref>Julia Hörmann: Das Spezialkanzleibuch Ludwigs von Brandenburg HHStA, Codex blau 128. In: Mitteilungen des Instituts für Österreichische Geschichtsforschung. Universität Wien, Januar 2019, S. 103, abgerufen am 8. Februar 2026.</ref><ref>AT-OeStA/HHStA HS B 128 Kanzleibuch Ludwig von Brandenburg für Tirol, 1348-1352 (Einzelstück (Aktenstück, Bild, Karte, Urkunde)). Archiviert vom Vorlage:IconExternal; abgerufen am 8. Februar 2026.</ref> wurde neben Marquard von Randeck, Konrad von Teck, dem Brixener Stiftshauptmann Heinrich von Beringen auch von Walter von Hochschlitz mitbesiegelt.<ref>Wilhelm Baum: Margarete Maultasch: Erbin zwischen den Mächten. Styria, 1994, ISBN 978-3-222-12245-3, S. 145 (google.de [abgerufen am 11. November 2025]).</ref> Noch 1353 war er Pfleger im Dienste seines Herzogs auf Schloss Rodenegg.<ref>Forschungen und Mitteilungen zur Geschichte Tirols und Vorarlbergs. Das Archiv, 1907 (google.com [abgerufen am 30. April 2024]).</ref>

Erster Italienzug Karls IV. und Statthalter in Pisa

Gemeinsam mit seinem Onkel Marquard nahm er im Rahmen des ersten Italienzugs Karls IV. von 1354 bis 1356 an den Kämpfen mit den Visconti teil und war ab 1357 bis zum Oktober 1362 kaiserlicher Statthalter in Pisa<ref>Autori Vari, Andrea Zorzi: Le signorie cittadine in Toscana: Esperienze di potere e forme di governo personale (secoli XIII-XV). 6. Gualteri di Hochschlitz, "capitano e defensore del comune e del Popolo di Pisa" e o suio vicari (1357-1362). Viella Libreria Editrice, 2014, ISBN 978-88-6728-244-9 (google.de [abgerufen am 26. Februar 2024]).</ref>. 1355 heiratete er in Lucca Lorenza Alder, die Tochter des Pisaner Bannerherrn Ritter Heinrich Alder<ref>Karl Heinrich Schäfer: Deutsche Ritter und Edelknechte (Band III): In Italien während des 14. Jahrhunderts im päpstlichen Dienste. BoD – Books on Demand, 2013, ISBN 978-3-8457-0101-1, S. 34 (google.de [abgerufen am 25. Juli 2024]).</ref>. Allerdings übte er dieses Amt nicht ununterbrochen vor Ort aus. So stiftete er am 12. März 1360 für seinen Onkel und sich einen Jahrtag ihres Ablebens in der Pfarrkirche von Kaufbeuren, deren Patronatsrecht er zuvor im Jahre 1357 überschrieben bekommen hatte<ref>Helmut Lausser: Eine schwäbische Reichsstadt im Reich. In: Kaufbeurer Heimatverein und Kaufbeurer Stadtarchiv (Hrsg.): Kompendiums der Quellen zur Geschichte der Stadt Kaufbeuren im Mittelalter. Band 2. Bauer-Verlag, Thalhofen 2014, ISBN 978-3-95551-047-3, S. 108 ff.</ref>.

Bischof von Augsburg

Ernennung in Avignon 1365

Am 23. November 1365 wurde er im Palast von Avignon von Papst Urban V. zum Nachfolger seines Onkels auf dem Stuhle des Hl. Ulrich ernannt.<ref>Wolfgang Haberl: Lebensbilder aus dem Bayerischen Schwaben. Konrad, 1952, ISBN 978-3-87437-478-1, S. 19 (google.de [abgerufen am 8. Februar 2026]).</ref> Die Regalien erhielt er aus der Hand Kaiser Karls IV am 19. August 1366 in Iphofen.<ref name=":1" /> Nach seiner Wahl zum Bischof und der päpstlichen Bestätigung war Walter erst Subdiakon; wann er die Bischofsweihe empfing, ist nicht bekannt.<ref>Erwin Gatz, Clemens Brodkorb: Die Bischöfe des Heiligen Römischen Reiches, 1198 bis 1448: ein biographisches Lexikon. Duncker & Humblot, 2001, ISBN 978-3-428-10303-4 (google.de [abgerufen am 8. Februar 2026]).</ref>

Zweiter Italienzug Karls IV. und Reichsvikar für Pisa und Lucca

Beim zweiten Italienzug Karls IV. in den Jahren 1368/69 zählten Walter und Marquard von Randeck wiederum zum kaiserlichen Gefolge und wurden nochmals als Reichsvikare und Statthalter für Pisa und Lucca eingesetzt<ref>Roland Pauler: Die deutschen Könige und Italien im 14. Jahrhundert: von Heinrich VII. bis Karl IV. Hrsg.: Roland Pauler. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1997, ISBN 3-534-13148-7, S. 221.</ref>. Zeichnerische Darstellungen hierzu finden sich in der Chronik Cronache delle cose di Lucca von Giovanni Sercambi, die im Staatsarchiv von Lucca aufbewahrt wird. Ein Szene zeigt Walter zusammen mit seinem Onkel Marquard beim Einzug in Pisa im September 1368<ref name=":0">Bernhard Niemela: „Bekannt bis an die Enden der Welt“: Die Geschichte der Ritter von Randeck. Books on Demand, Norderstedt 2020, ISBN 978-3-7519-8924-4, S. 94, 246.</ref>.

Der Streit um Mindelheim und Tod 1369

Datei:MN Hermelstr2 Gedenktafel.jpg
Gedenktafel an den Tod Walters von Hochschlitz in Mindelheim

Bei seiner Ernennung zum Bischof von Augsburg in Avignon verzichtete Walter zugunsten des Hochstifts Augsburgs auf seine Besitzansprüche an der Mindelburg, Mindelberg<ref>Werner Meyer: Inventarisation als Voraussetzung der Burgenforschung. In: Deutsche Burgenvereinigung (Hrsg.): Burgen und Schlösser. Band 1961/1, 1961, S. 20.</ref> und der Stadt Mindelheim. Diese hatte er mit seinem in Italien und der Lombardei erworbenem Vermögen im Jahre 1363 gemeinsam mit seinem Onkel Heinrich von Hochschlitz gekauft<ref>Fr. X. Glasschröder: Die Erwerbung des Eigenthumsrechtes an der Herrschaft Mindelheim durch das Hochstift Augsburg. In: J. A. Schlossersche Buchhandlung (Hrsg.): Zeitschrift des Historischen Vereins für Schwaben und Neuburg. 17. Jahrgang. Augsburg 1890, S. 201 ff. (google.com [abgerufen am 15. Februar 2024]).</ref>. 1365 verkauften diese die Besitztümer und übergaben sie während des Verkaufs an Herzog Friedrich von Teck zur zinsfreien Verwaltung. Dieser verweigerte daraufhin die Herausgabe der Besitztümer, sodass Walter II. von Hochschlitz nach seiner Rückkehr aus Italien diese mit Waffengewalt einforderte. Während der Belagerung traf Eberhard I. Graf von Werdenberg-Trochtelfingen den Bischof am 4. Oktober 1369 mit einem Pfeil, woraufhin dieser starb. Die Gedenktafel am ehemaligen Torwächterhaus beim Unteren Tor in Mindelheim erinnert daran, gibt allerdings den Namen des Schützen nicht korrekt an.<ref></ref>

Grabmal im Augsburger Dom

Beigesetzt wurde er in der Agneskapelle<ref>Christian Jakob Wagenseil: Vollständige Geschichte der Stadt Augsburg von ihrem Ursprunge an. Rackl, 1871 (google.com [abgerufen am 27. Februar 2024]).</ref> (heute Liebfrauenkapelle) des Augsburger Domes<ref>Georg Kreuzer: 2) Walter (II.) von Hochschlitz. In: Stadtlexikon Augsburg. Wißner-Verlag, abgerufen am 12. Januar 2024.</ref>, in der die Randeck und Hochschlitz ihr Familienbegräbnis hatten<ref>Helmut Lausser: St. Martin zu Kaufbeuren. Zur Geschichte einer schwäbischen Stadtpfarrkirche. In: Stadtarchiv, Stadtmuseum und Heimatverein Kaufbeuren e. V. (Hrsg.): Kaufbeurer Schriftenreihe. Band 19. Bauer-Verlag, Thalhofen 2018, ISBN 978-3-95551-100-5, S. 78.</ref>. Seine erhaltene Grabplatte aus Rotmarmor befindet sich heute im nördlichen Querschiff. Unter dem Bildnis Walters im Bischofsornat mit beigegebenem Pedum ist links das Wappen des Bistums Augsburg, rechts das Familienwappen der Hochschlitz von Pfauhausen dargestellt<ref>Volker Liedke: Die Augsburger Sepulkralskulptur der Spätgotik: Zum leben und Werk des Meisters Ulrich Wolfhartshauser. Kunstbuchverlag M. Weber, 1979, S. 13 (google.de [abgerufen am 27. Februar 2024]).</ref>. Die Umschrift in ausgegründeten Minuskeln weist auf seine Herkunft „de valle kirchain“ hin, also aus dem Kirchheimer Tal, einem Teil der teckischen Herrschaft, in dem die Stammburg der Hochschlitz stand.

Weblinks

Commons: Walter II. von Hochschlitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Marquard I. von RandeckBischof von Augsburg
1365–1369
Johann Schadland

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