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Bernhard von Gaza

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Bernhard Wilhelm Franz von Gazen genannt Gaza (* 6. Mai 1881 in Koserow<ref>Berlin, Germany, Deaths, 1874-1985. Abgerufen am 27. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>; † 25. September 1917 in Langemark-Poelkapelle) war ein deutscher Ruderer, der 1908 Olympiadritter im Einer wurde. Gegen Ende seines Lebens war er einer der bekanntesten deutschen Ruderer, der sich auch durch Publikationen über diesen Sport einen Namen gemacht hatte.<ref>Rudersport. In: Allgemeine Sport-Zeitung, Jahrgang 1914, S. 895 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/asz</ref>

Leben

Von Gazas Eltern waren der Pfarrer und spätere Superintendent Bernhard Franz Philipp von Gaza (1829–1912) und dessen Frau Wilhelmina Karoline Holz (1859–1909) aus Barth in Vorpommern stammend. Er wuchs in Koserow auf Usedom auf. Bernhard hatte fünf Geschwister: Wilhelm Phillip Immanuel (1883–1936), Ernst Friedrich Johannes (1884–1935), Susanne Ida Johanna (* 1885), Johannes Gotthold Elias (1886–1945) und Martin Paul Herman (1893–1915). Sein Großvater Wilhelm von Gaza (1790–1867) war königlich preußischer Major, der Urgroßvater Ignaz von Gaza (1740–1829) wiederum preußischer Oberst. Der Urahn Maximilian (1710–1760) nannte sich Gazen respektive von Gazen, er war Kapitän (Hauptmann) in fürstlich-nassauischen Diensten und Ober-Amtmann der Kommende des Deutschen Ordens im schwäbischen Donauwörth. Bekanntester Vertreter der nachfolgenden Familien-Generationen, die sich ab da an von Gaza nannten, wurde der bayrische General Franz von Gaza. Adelsrechtlich wird die Familie in der Genealogie als Gazen genannt Gaza geführt.<ref>Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der D.A.G. Teil B (Briefadel). 1940. Jahrgang 32, Justus Perthes, Gotha 1939.</ref> Franz von Gazen genannt Gaza war sein Onkel.

Bernhard von Gaza von der Rudergesellschaft Wiking Berlin gewann bei der deutschen Meisterschaft im Rudern 1907 den Titel im Einer<ref>Deutsche Meisterschaften (Herren - Teil 1). Abgerufen am 27. März 2026.</ref> und zusammen mit Carl Ekkehard Ernst den Titel im Doppelzweier<ref>RRK 08 Rudern - Deutsches Meisterschaftsrudern - Doppelzweier Männer, Platz 1-3. Abgerufen am 27. März 2026.</ref>. 1908 belegte er den dritten Platz im Einer, konnte aber zusammen mit Ernst seinen Titel im Doppelzweier verteidigen.

Bei den Olympischen Spielen 1908 wurden die Ruderwettbewerbe auf der Themse bei Henley ausgetragen. Der Kurs war so schmal, dass nur jeweils zwei Boote gegeneinander antreten konnten. Bernhard von Gaza gewann seine ersten beiden Rennen gegen den Ungarn Ernő Killer und den Kanadier Lou Scholes. Im Kampf um den Finaleinzug unterlag von Gaza dem Engländer Harry Blackstaffe durch Aufgabe, nachdem sich sein Stemmbrett gelöst hatte. Im offiziellen Ergebnis wurden lediglich die Plätze eins (Harry Blackstaffe) und zwei (Alexander McCulloch) gewertet. Die beiden Ruderer Bernhard von Gaza und der Ungar Károly Levitzky, die im Rennen um den Finaleinzug unterlagen, werden aber analog zum Boxen in vielen Quellen als Olympiadritte geführt.<ref>Erich Kamper, Bill Mallon: Who’s Who der Olympischen Spiele 1896–1992. Who’s Who at the Olympics. AGON Sportverlag, Kassel 1992, ISBN 3-928562-47-9, S. 200.</ref>

Bernhard von Gaza war 1911 zum zweiten Mal Deutscher Meister im Einer und belegte 1912 und 1913 jeweils den zweiten Platz hinter Kurt Hoffmann aus Mainz bzw. Friedrich Graf aus Heidelberg. Die Meisterschaft im Doppelzweier wurde nach einer Unterbrechung von 1909 bis 1912 im Jahr 1913 wieder ausgetragen. Bernhard von Gaza siegte zusammen mit Wenzel Joesten. Bei der Europameisterschaft in Gent belegten Joesten und von Gaza den dritten Platz<ref>RRK 08 Rudern - Deutsche Erfolge bei Ruder-Europameisterschaften. Abgerufen am 27. März 2026.</ref>.

Während des Ersten Weltkriegs wurde Bernhard von Gaza im Jahre 1914 vom Badischen Großherzog Friedrich II. „wegen besonderer Tapferkeit vor dem Feinde durch das Verdienstkreuz des Zähringer Löwen mit den Schwertern ausgezeichnet“.<ref>Dr. Bernhard von Gaza (Bildunterschrift). In: Sport im Bild / Der Silberspiegel, Jahrgang 1914, S. 1142 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sib</ref> 1916 erhielt er außerdem das Eiserne Kreuz I. Klasse.<ref>Dr. Bernhard von Gaza (Bildunterschrift). In: Sport im Bild / Der Silberspiegel, Heft 11/1916, S. 173 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sib</ref>

Im Jahre 1915 war Bernhard von Gaza durch eine Granate schwer verletzt worden, nahm aber nach seiner Rekonvaleszenz den Militärdienst wieder auf.<ref name="19170150SIB">Dr. Bernhard von Gaza †. In: Sport im Bild / Der Silberspiegel, Heft 50/1917, S. 826 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sib</ref> Im September 1917 fiel er als Oberleutnant d. R. im Alter von 36 Jahren.<ref>Bernhard von Gaza. In: Allgemeine Sport-Zeitung, Jahrgang 1917, S. 861 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/asz</ref>

„Es war ein Grabenstück verloren gegangen. Er erhielt den Auftrag, es mit einer Sturmabteilung wieder zu nehmen. Das glückte auch. Die Engländer belegten darauf den Graben mit Trommelfeuer stärkster Art. Mit weit überlegenen Kräften griffen sie darauf an, überrannten und umzingelten den Graben. B. von Gaza war mit seinen Leuten eingeschlossen. Einer seiner Leute schlug sich durch und berichtete, daß er ihn am 24. schwer verwundet gesehen habe und daß er bei dem einsetzenden Trommelfeuer noch einige Granatsplitter in die Brust erhalten habe. Bis zum letzten Atemzug habe er wie ein Held gekämpft.“

Nachruf der Rudergesellschaft Wiking e. V. Berlin<ref>Bernhard von Gaza's Heldentod. In: Sport im Bild / Der Silberspiegel, Heft 2/1918, S. 30 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/sib</ref>

Schriften (Auswahl)

Literatur

  • Volker Kluge: Olympische Sommerspiele. Die Chronik I. Athen 1896 – Berlin 1936. Sportverlag Berlin, Berlin 1997, ISBN 3-328-00715-6, S. 261.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Navigationsleiste Deutsche Meister im Einer

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