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Yogyakarta-Prinzipien

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Die Yogyakarta-Prinzipien (Im Original: The Yogyakarta Principles. Principles on the application of international human rights law in relation to sexual orientation and gender identity) wenden mit 29 Prinzipien die Menschenrechte in Bezug auf sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität an. Sie sollen angewandt werden in Fällen einer möglichen Verletzung der Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen und Transgeschlechtlichen Personen, zusammengefasst LGBT. Sie wurden am 23. März 2007 von international anerkannten Menschenrechtlern im indonesischen Yogyakarta veröffentlicht.

Am 10. November 2017 wurden die Yogyakarta-Prinzipien plus 10 verabschiedet. Damit sollen die Yogyakarta-Prinzipien aufgrund bedeutender Entwicklungen sowohl im Bereich des internationalen Menschenrechts als auch im Verständnis von Rechtsverletzungen gegenüber LGBT-Personen ergänzt werden.<ref>Yogyakarta Principles plus 10 – Yogyakartaprinciples.org. Abgerufen am 28. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Hintergrund

In dem Dokument wird international geltendes Menschenrecht auf das Problem der Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Geschlechtsidentität oder sexueller Orientierung angewandt. Es werden Maßnahmen benannt, welche Staaten ergreifen sollen, um Menschenrechtsverletzungen entgegenzuwirken. Ziel ist es, auf internationaler und nationaler Ebene Richtlinien zum diskriminierungsfreien Umgang zu schaffen. Die Prinzipien verbieten Folter, Todesstrafe, Ehrenmord<ref>UNHCR Guidance Note on Refugee Claims Relating to Sexual Orientation and Gender Identity</ref> und staatliche Diskriminierung und schreiben das Recht, eine Familie zu gründen, und das Recht auf Schutz der Gesundheit vor. Die deutsche Bundesregierung nannte die Yogyakarta-Prinzipien 2007 „einen wichtigen Beitrag der Zivilgesellschaft, der geeignet ist, die Debatte zum Thema Diskriminierung aufgrund sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität zu versachlichen“.<ref>Bewertung und Einschätzung der Yogyakarta-Prinzipien durch die Bundesregierung. Deutscher Bundestag, 27. Dezember 2007, abgerufen am 28. März 2026.</ref>

Neben dem maßgeblichen Dokument in englischer Sprache liegen offizielle Übersetzungen in die anderen fünf Amtssprachen der Vereinten Nationen vor. Im Sommer 2008 wurden die Richtlinien von der Hirschfeld-Eddy-Stiftung ins Deutsche übertragen.

In 71 Staaten sind gleichgeschlechtliche sexuelle Handlungen verboten, wobei in 8 Ländern die Todesstrafe droht (Stand 2017).<ref>Aengus Carroll, Lucas Ramón Mendos: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />State-Sponsored Homophobia 2017. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. Juli 2019 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ilga.org A world survey of sexual orientation laws: criminalisation, protection and recognition. ILGA. Mai 2017. Abgerufen am 22. Mai 2017. S. 37–40.</ref> Dies führt zu Anfeindungen, Verletzung der Persönlichkeit bis hin zu körperlichen Angriffen, Vergewaltigungen und sogar Tötungen. Hinzu kommen Festnahmen und Gefangenschaft. Auch in Europa werden LGBT behördlicherseits vielfach diskriminiert. Vielfach wird ihnen das Recht auf freie Entfaltung ihrer Persönlichkeit abgesprochen. Anhand der Yogyakarta-Prinzipien kann geprüft werden, inwieweit die Menschenrechte für LGBT vollständig umgesetzt wurden.

Die Prinzipien zielen auf eine kohärente und umfassende Identifizierung der Verpflichtung der Staaten ab, alle Menschenrechte – insbesondere in Bezug auf die individuelle sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität – zu respektieren.<ref>Michael O’Flaherty, John Fisher: Sexual Orientation, Gender Identity and International Human Rights Law: Contextualising the Yogyakarta Principles. Human Rights Law Review (2008) 8(2):207–248, doi:10.1093/hrlr/ngn009.</ref>

Eine Auswahl der Erstunterzeichner:

Die Yogyakarta-Prinzipien

Die Yogyakarta-Prinzipien sind mit einer 29-Punkte-Liste gegliedert. „Die Yogyakarta-Prinzipien sind die erste systematische Gesamtschau auf die Menschenrechtsgewährleistung für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans* und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI)“.<ref>Yogyakarta-Prinzipien. Hirschfeld-Eddy-Stiftung, abgerufen am 28. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie wenden in internationalen Menschenrechtspakten kodifizierte Rechte auf LGBTI an.

Einzelnachweise

<references />

Literatur

  • Michael O’Flaherty, John Fisher: Sexual Orientation, Gender Identity and International Human Rights Law: Contextualising the Yogyakarta Principles. In: Human Rights Law Review. Band 8, Nr. 2, 2008, ISSN 1461-7781, S. 207–248.

Siehe auch

Weblinks