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Sturzkampfgeschwader 76

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Sturzkampfgeschwader 76

Aktiv 1. Mai 1939 bis 9. Juli 1940
Staat Deutsches Reich NSDatei:Flag of the German Reich (1935–1945).svg Deutsches Reich
Streitkräfte Wehrmacht
Teilstreitkraft Luftwaffe
Truppengattung Fliegertruppe
Typ Sturzkampfgeschwader
Gliederung

1 Gruppe

Aufstellungsort I. Gruppe Graz-Thalerhof
Zweiter Weltkrieg Überfall auf Polen
Westfeldzug
Führung
Kommodore nicht aufgestellt
Gruppenkommandeur I. Gruppe Hauptmann Walter Sigel
Insignien
Geschwaderkennung S1
Luftfahrzeuge
Bomber Junkers Ju 87B

Das Sturzkampfgeschwader 76 war ein Verband der Luftwaffe der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg. Als Sturzkampfgeschwader, ausgestattet mit Sturzkampfbombern vom Typ Junkers Ju 87, führte es Luftangriffe im Sturzflugverfahren mit Bomben, auf zugewiesene Ziele durch. Das Geschwader beteiligte sich am Überfall auf Polen und dem Westfeldzug. Es wurde am 9. Juli 1940 in das Sturzkampfgeschwader 3 eingegliedert und erreichte vorher nie die damalige Sollstärke von drei Gruppen, sondern bestand lediglich aus der I. Gruppe.

Geschichte

Die I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 76 entstand am 1. Mai 1939 in Graz-Thalerhof<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Austria (1937 Borders). S. 11 abgerufen am 9. Februar 2024</ref> (Lage

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   |name=Fliegerhorst Graz-Thalerhof, im März 1938 Basis der I./StG 76
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  }}) nach dem neuen Benennungsschema der Luftwaffe, aus der I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 168. Kommandeur der Gruppe war während ihres Bestehens Walter Sigel.

Bei einem Demonstrationsflug am 15. August 1939 auf dem Truppenübungsplatz Neuhammer, kam es zu einem folgenschweren Flugunfall. Dabei stürzten 13 Sturzkampfbomber des Geschwaders ab und 26 Besatzungsmitglieder starben. Dieses als Stuka-Flugunfall von Neuhammer bekannt gewordene Ereignis war der schwerste Flugunfall der Luftwaffe vor dem Zweiten Weltkrieg.

Beim Überfall auf Polen am 1. September war das Geschwader dem Fliegerführer z.b.V. der Luftflotte 4 zugeteilt.<ref>Bernhard R. Kroener: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg. Die personellen Ressourcen des Dritten Reiches im Spannungsfeld zwischen Wehrmacht, Bürokratie und Kriegswirtschaft 1939–1942, Band 5/1, Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1988, ISBN 3-421-06232-3, S. 718.</ref> Vom Fliegerhorst Nieder-Ellguth<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 484–485, abgerufen am 8. Februar 2024</ref> (Lage

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  }}) nahm das Geschwader, zusammen mit anderen Sturzkampfgeschwadern am Morgen des 1. September am Luftangriff auf Wieluń teil. Bei insgesamt drei Luftangriffswellen im Laufe des Tages, registrierten die polnischen Behörden laut dem polnischen Historiker Mateusz Piatkowski 127 Tote, was aber nicht ausschließt, dass die Opferzahl höher lag und mehrere Hundert betrug.<ref>Mateusz Piatkowski: Bombardowania powietrzne w okresie II wojny światowej w świetle prawa międzynarodowego: problem ataku na Wieluń 1 września 1939 roku. Przegląd Historyczno-Wojskowy, Nr. XXII, 2021, S. 132–166.</ref> Die Gebäude der Stadt wurden zu 70 Prozent und der Ortskern durch Brände zu 90 Prozent zerstört.<ref name="Zeit">Joachim Trenkner: Zweiter Weltkrieg: Ziel vernichtet, Die Zeit 07/2003.</ref> Historiker wie Hans-Erich Volkmann charakterisierten die Zerstörung Wieluńs als einen Angriff auf ein nicht militärisches Ziel und deshalb als Kriegsverbrechen.<ref>Hans-Erich Volkmann: Wolfram von Richthofen, die Zerstörung Wieluńs und das Kriegsvölkerrecht. In: Militärgeschichtliche Zeitschrift 70 (2011), S. 287–328.</ref>

Im Oktober verlegte es nach Beendigung der Kampfhandlungen nach Köln-Ostheim<ref>Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 351–353, abgerufen am 8. Februar 2024</ref> (Lage

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   |name=Fliegerhorst Köln-Ostheim, im Mai 1940 Basis der I./StG 76
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  }}), wo es dem VIII. Fliegerkorps der Luftflotte 3 zugeteilt war.<ref></ref> Unter dessen Kommando nahm es auch ab dem 10. Mai 1940 am Westfeldzug teil. Ab dem 13. Mai wirkte das Geschwader bei der Schlacht bei Sedan mit, als es durch seine Luftangriffe westlich der Maas, das Übersetzen des motorisierten XIX. Armeekorps mit der 1., 2. und 10. Panzerdivision ermöglichte. In der weiteren Folge brachen die Verbände der Panzergruppe Kleist zur Kanalküste durch und das Geschwader griff mit seinen Sturzkampfflugzeugen immer wieder direkt in die Bodenkämpfe ein.

Nach Beendigung der Kampfhandlung wurde das Geschwader am 9. Juli 1940 in das Sturzkampfgeschwader 3 eingegliedert. Ein Geschwaderstab oder weitere Gruppen wurden bis zur Eingliederung in das Sturzkampfgeschwader 3 nicht aufgestellt. Das Geschwader flog mit der Junkers Ju 87B und hatte die Geschwaderkennung S1.

Bekannte Geschwaderangehörige

Literatur

Einzelnachweise

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