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Bazenheid

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Bazenheid
Staat: Vorlage:CHE2
Kanton: Kanton St. GallenDatei:Coat of arms of canton of St. Gallen.svg St. Gallen (SG)
Wahlkreis: Toggenburgw
Politische Gemeinde: Kirchberg SGi2
Postleitzahl: 9602
Koordinaten: 723078 / 252406Koordinaten: 47° 24′ 39″ N, 9° 4′ 10″ O; CH1903: 723078 / 252406
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  }}
Höhe: 598 m ü. M.
Einwohner: 5455 (1. Juli 2022, mit Müselbach)<ref name="Einwohner">Vorlage:Bevölkerung pro PLZ</ref>
Website: www.bazenheid.ch
Datei:Bazenheid.jpg
Bazenheid
Bazenheid
Karte
ww{w

Bazenheid, schweizerdeutsch Bàzehäid oder Bàzed<ref>Bazenheid Auf ortsnamen.ch (Online-Datenbank), abgerufen am 25. Juni 2020</ref> ist eine Ortschaft in der politischen Gemeinde Kirchberg im unteren Toggenburg im Kanton St. Gallen in der Schweiz. In Bazenheid leben 3560 Personen (Stand 31. Dezember 2013) mit einem Ausländeranteil von 30 %.<ref>Simon Dudle: Wie ein Unternehmen die Struktur eines Dorfes verändern kann. Auf: hallowil.ch, 23. August 2018</ref> Aus der hügeligen Umgebung gut zu sehen ist die katholische Kirche von Bazenheid.

Das Dorf ist Standort der Kehrichtverbrennungsanlage des regionalen Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). Gleich daneben steht eine der beiden Tiermehlfabriken der Schweiz.

Geographie

Bazenheid liegt leicht erhöht am westlichen Ufer der Thur an der Verkehrsachse WilWattwil. Geographisch und historisch gehört Bazenheid zum Toggenburg.

Geschichte

Datei:ETH-BIB-Bazenheid-LBS H1-010793.tif
Luftbild von Werner Friedli von 1948

Eine möglicherweise eisenzeitliche Befestigungsanlage liegt bei Unterbazenheid.<ref>Hans Büchler: Kirchberg (SG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref> Bazenheid wurde in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen als Pacinweidu erwähnt, die auf 778 oder 779 datiert wird.<ref>StiASG, Urk. I 61. Online auf e-chartae, abgerufen am 12. Juni 2020.</ref> Seit dem 13. Jahrhundert sind die Teile Ober- und Unterbazenheid belegt. Im Früh- und Hochmittelalter war das Kloster St. Gallen Grundherr in Bazenheid. Im 14. und 15. Jahrhundert gingen die Gerichtsherrschaft und zahlreiche grundherrschaftliche Rechte an die Grafen von Toggenburg über. Als deren Dienstleute sind 1228 Ulrich ab Egg in Oberbazenheid und 1249 Rudolf von Unterbazenheid erwähnt. 1468 kaufte die Fürstabtei St. Gallen den gräflichen Besitz in Bazenheid und teilte das Gericht Bazenheid dem Unteramt zu. 1803 wurde Bazenheid in die neue politische Gemeinde Kirchberg eingegliedert. Bazenheid war Sitz des Bezirksamts Alttoggenburg.<ref name="HLS" /> Mit dem Inkrafttreten der neuen Kantonsverfassung 2003 wurden die Bezirke aufgehoben und durch grössere Wahlkreise ersetzt.

Datei:Christophorus-Haus Bazenheid.jpg
Christophorus-Haus

Das mehrfach umgebaute Christophorus-Haus datiert aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Die um 1480 erbaute Laurentius-Kapelle erfuhr 1644 eine Erweiterung. 1894/95 entstand die neugotische katholische Pfarrkirche, und 1900 wurde Bazenheid zur katholischen Pfarrei erhoben.

Bevölkerungsentwicklung<ref name="HLS" />
Jahr 1826 1900 1992
Einwohner 375 626 3469

1834 zerstörte ein Brand Teile von Unterbazenheid. Nach dem Bahnbau im Jahr 1870 entstand zwischen den beiden Ortsteilen das Bahnhofquartier. 1896 fusionierten die beiden Schulkreise. Der industrielle Aufschwung der Region Wil nach 1960 veränderte auch Bazenheid, wo heute die regionale Kehrichtverbrennungsanlage, eine Tiermehlfabrik,<ref name="HLS" /> ein Betrieb des Fleischverarbeiters Micarna sowie das Toggenburger Schmiede- und Werkzeugmuseum stehen.

Infrastruktur

Datei:Bahnhof Bazenheid 2009.jpg
2009 wurde der modernisierte Bahnhof Bazenheid dem Betrieb über­geben. Der Perron wurde verlängert und überdacht, das Aufnahmegebäude abgebrochen und in einem Technik­gebäude die Fernsteuerung für das neue elektronische Stellwerk unter­gebracht.<ref>Bazenheid, Lütisburg, Bütschwil und Dietfurt: SBB modernisierte Bahnhöfe im Toggenburg. Sandro Hartmeier – Bahnonline.ch, 26. Oktober 2009, abgerufen am 28. Juni 2020.</ref>

In Bazenheid gibt es seit 1984 eine Kehrichtverbrennungsanlage des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). Der 1992 errichtete 95 Meter hohe Kamin der Anlage war der höchste Kamin im Kanton Sankt Gallen. Er wurde im Jahre 2009 durch einen neuen, nur noch 50 Meter hohen Kamin ersetzt.<ref>Ein Wahrzeichen verschwindet. In: Tagblatt, 20. Oktober 2009.</ref> Der ZAB bietet auch Bio- und Grüngutabfuhren an.<ref>Die Bioabfuhr der ZAB reduziert den Hauskehricht um bis zu 25 Prozent. In: tagblatt.ch. 23. Juli 2019, abgerufen am 23. Juli 2019.</ref>

Verkehr

Bazenheid liegt an der Hauptstrasse Wil–Wattwil–Wildhaus. Im Jahre 2006 konnte nach vier Jahren Bauarbeiten die 133,7 Millionen Franken teure Umfahrungsstrasse eröffnet werden, die Bazenheid vom Durchgangsverkehr befreit. Sie enthält zwei Tunnels von 506 und 375 Metern Länge sowie zwei Brücken. Mit flankierenden Massnahmen wurde der Verkehr im Dorf beruhigt, um die Lebensqualität im Dorf zusätzlich zu verbessern.<ref>Ungebremste Fahrt ins Toggenburg. In: Neue Zürcher Zeitung (online), 27/28. September 2006</ref> Nebenstrassen führen nach Kirchberg, Mosnang und über die Thur über Unterrindal nach Lütisburg, Flawil und Uzwil.

Bazenheid hat einen Bahnhof an der Toggenburgerbahn und wird im Halbstundentakt von der S9 Wil–Wattwil der S-Bahn St. Gallen bedient.<ref>80.767 Ganterschwil – Lütisburg – Rindal – Flawil. In: Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2020</ref> Eine Linie von Bus Ostschweiz verbindet Bazenheid im Stundentakt mit Kirchberg.<ref>80.761 Bazenheid – Kirchberg – Dietschwil b. Kirchberg SG. In: Offizielles Kursbuch, Fahrplanjahr 2020</ref>

Durch das Gebiet von Bazenheid verläuft der 60 Kilometer lange Thurweg, ein entlang der Thur von Wil nach Wildhaus führender Wanderweg.

Medien

1885 bis 2015 wurde in Bazenheid der Alttoggenburger herausgegeben.

Persönlichkeiten

  • Hans Germann (vor 1500–um 1550), Söldnerführer und Landvogt im Toggenburg
  • Josef Germann (1658–1724), Landweibel im Toggenburg, opponierte im Zweiten Villmergerkrieg gegen die Fürstabtei St. Gallen
  • Eduard Spelterini (1852–1931), Luftfahrtpionier und Ballonkapitän
  • Josef Büsser (1896–1952), Bildhauer und Maler
  • Remigius Bärlocher (1915–1984), Jurist und Politiker
  • Priya Ragu (* 1985), sri-lankisch-schweizerische Sängerin, wuchs in Bazenheid auf

Sehenswürdigkeiten

Bilder

Weblinks

Commons: Bazenheid – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references> <ref name="HLS"> Hans Büchler: Bazenheid. In: Historisches Lexikon der Schweiz. </ref> </references>