Zum Inhalt springen

Ahmad Batebi

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 11. April 2026 um 18:15 Uhr durch imported>Khatschaturjan (Unauffindbaren Link von BBC 4 durch CBS Link ersetzt).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:AhmadBatebi.jpg
Ahmad Batebi

Ahmad Batebi (persisch احمد باطبی; * 25. Juli 1977 in Schiraz, Iran) ist ein derzeit in den USA lebender iranischer Menschenrechtsaktivist.

Während seines Studiums an der Universität Teheran erlangte er internationalen Ruhm, als er in der Folge der blutig niedergeschlagenen Studentenproteste am 17. Juli 1999 im britischen Wochenmagazin The Economist die Titelseite zierte, ein T-Shirt hochhaltend mit dem Blut eines anderen Demonstranten befleckt.

Dieses Bild dient bis heute als Symbol für die reformorientierte iranische Studentenbewegung. Die damaligen Studentenproteste begannen am 9. Juli 1999 in Teheran mit friedlichen Demonstrationen gegen das Verbot der reformorientierten Zeitung „Salam“. In der folgenden Nacht griffen staatliche Sicherheitskräfte ein Studentenwohnheim an, wo die Drahtzieher der Demonstration vermutet wurden. Ein Student wurde dabei getötet. Das löste weitere Demonstrationen und schwere Ausschreitungen aus, die sechs Tage währten. Weitere drei Studenten wurden dabei getötet, 200 Personen wurden verletzt. Der Fotojournalist Jamshid Bayrami von der iranischen Zeitung Jame'e schoss im Rahmen dieser Auseinandersetzung zwischen Studenten und staatlichen Sicherheitskräften das Foto von Batebi mit dem T-Shirt eines Freundes, der gerade von Sicherheitskräften brutal geschlagen wurde. Dieses wurde schließlich dem Magazin The Economist zugeleitet.

Batebi wurde nach der Veröffentlichung festgenommen und in einem Gerichtsprozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit wegen „Gefährdung der nationalen Sicherheit“ und „Unterstützung regierungsfeindlicher Propagandazum Tode verurteilt. Nach massiven nationalen wie internationalen Protesten verschiedener Menschenrechtsgruppen und Regierungen gegen das Todesurteil wurde das Strafmaß auf 15 Jahre Haft reduziert. Nach einer Berufung gegen das Urteil reduzierte Staatsoberhaupt Ali Chamenei das Urteil im Frühjahr 2000 noch einmal auf 10 Jahre.

Im März 2005 wurde Batebi vorübergehend aus dem Evin-Gefängnis entlassen, um zu heiraten. Darauf kehrte er nicht ins Gefängnis zurück, wurde dann behördlich gesucht, im Juli 2006 wieder verhaftet und in den Trakt 209 im Evin-Gefängnis verbracht, der dem Geheimdienst untersteht. Hier erlitt er in der Folge zahlreiche Folterungen und Misshandlungen. Nach einem mehrtägigen Hungerstreik wurde er gesundheitlich stark geschwächt zur medizinischen Behandlung vorübergehend in ein Krankenhaus verlagert, von wo ihm mit Unterstützung des Untergrund-Netzwerks der Demokratischen Partei Kurdistan-Iran die Flucht in den Irak gelang. Seit dem 24. Juli 2008 lebt er in den USA, wo ihm die Regierung Asylstatus gewährte.

Er arbeitet heute als Fotograf und Journalist, koordiniert von den USA aus als Sprecher einer Organisation von Exil-Iranern Aktivitäten gegen Menschenrechtsverletzungen.

Weblinks

Commons: Ahmad Batebi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Vorlage:Hinweisbaustein