Krielow
Krielow Gemeinde Groß Kreutz (Havel)
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| Das Ortswappen bitte nur als Dateipfad angeben! | ||||||
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(393)&title=Krielow 52° 25′ N, 12° 48′ O
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| Höhe: | 35 m ü. NN | |||||
| Einwohner: | 393 (31. Dez. 2022)<ref name="gemeinde">Groß Kreutz. Gemeinde Groß Kreutz (Havel), abgerufen am 29. April 2023.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 | |||||
| Postleitzahl: | 14550 | |||||
| Vorwahl: | 033207 | |||||
Krielow ist seit dem 26. Oktober 2003 ein Ortsteil der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.<ref>StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003</ref> In der Nähe, auf der Nordseite des Spitzen Bergs (Gemarkung Krielow) an der Grenze zu Derwitz (52° 24′ 48″ N, 12° 49′ 22″ O
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|name=Erstflugsort Otto Lilienthal
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}}), führte Otto Lilienthal 1891 mit seinem Derwitzer Apparat die ersten kurzen Gleitflüge durch. Am 21. September 1991 wurde auf dem Windmühlenberg (52° 24′ 45″ N, 12° 49′ 13″ O
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|name=Denkmal zum Erstflug von Otto Lilienthal
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}}) zwischen Krielow und Derwitz das Lilienthaldenkmal errichtet.<ref>Hans-Georg Dachner: Otto Lilienthals erste Flugversuche in Derwitz/Krielow. In: Heimatkundliche Blätter. Heft 41, Juli/August. Brandenburg an der Havel 2015, S. 10–20 (lilienthal-museum.museumnet.eu [PDF; 490 kB] Publikation des Arbeitskreises Stadtgeschichte im Brandenburgischen Kulturbund e. V.).</ref>
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Krielow erschien 1248 erstmals als uillam dictam Crile. Weitere Namensformen waren 1375 Krile bzw. Kryle, 1580 Kriele sowie 1805 Krielow und Krylow.
13. bis 15. Jahrhundert
Grundherrschaftlich gehörte Krielow bis 1248 den Markgrafen Johannes I und Otto III, von 1248 bis 1542 dem Kloster Lehnin (seit 1249 auch bezüglich des Zehnten) und anschließend bis 1872 dem Amt Lehnin. Im Jahr 1248 war das Dorf 32 Hufen groß. 1375 wurden erneut 32 Hufen genannt, dazu sieben Kossäten, ein Krug, eine Windmühle sowie ein dem Kloster gehörender See. 1450 bestanden weiterhin 32 Hufen; 1451 wurden Kossäten, Mühle und Herde erwähnt. 1481 ist erneut die Mühle belegt. 1538 wurden 28 Hufen, drei Kossäten und ein Müller genannt; 1541 zählte man etwa 50 Kommunikanten.<ref name="Rohrlach205">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 205)</ref> Das Kirchenpatronat lag bis 1542 beim Kloster Lehnin, danach beim Kurfürsten bzw. Fiskus. Der Pfarrer erhielt 1541 Einnahmen von einer Wispel 17½ Scheffeln Roggen sowie ein Drittel des Fleischzehnten; der Küster erhielt drei Brote aus jedem Haus sowie zwei Ostereier von jedem Hufner und Kossäten und besaß 13 Scheffel. 1541 besaß die Kirche einen „Heiligen Mann“ und erhielt von einer Wiese und Land einen halben Schock und den Fleischzehnten.<ref name="Rohrlach206">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 206)</ref> 1598 verfügte der Lehnschulze über vier freie Hufen und den Burgwall hinter seinem Hof.<ref name="Rohrlach205" />
17. Jahrhundert
1602 hatte Krielow acht Bauern, fünf Kossäten und vier Häusler. 1605 besaß der Schulze vier Lehn‑ und zwei Erbhufen; es folgten vier Vierhufner, drei Dreihufner sowie fünf Kossäten (davon einer mit einer Hufe, ein Müller und ein Schneider). 1624 bestanden acht Hufner, fünf Kossäten, ein Müller und ein Hirte. 1652 wurden ein Laufschmied, ein Paar Hausleute und der Hirtenknecht erwähnt; es bestanden weiterhin 32 Hufen. 1662 gab es sieben Hufner (darunter den Schulzen) und drei Kossäten mit zehn Personen im Ort. 1687 lebten im Dorf acht Bauern und vier Kossäten.<ref name="Rohrlach206" />
18. Jahrhundert
Im Jahr 1729 bestand das Dorf aus sieben Bauern, einem Halbbauern und zwei Kossäten; zudem war ein Müller nachweisbar. 1745 umfasste die Siedlung acht Bauernstellen sowie vier Kossätenstellen, und es existierte eine Windmühle. Für 1746 wurde überliefert, dass der Lehnschulze vier Lehnhufen und zwei Erbhufen innehatte. Insgesamt zählte der Ort zu dieser Zeit sieben Bauern und fünf Kossäten, darunter ein Kossät mit einer Hufe, während eine weitere Stelle wüst lag; außerdem war ein Müller ansässig. Ergänzend wurden zwei Büdner erwähnt, ein Schmied und ein Leineweber. Im Jahr 1772 setzte sich die Dorfgemeinschaft aus einem Freischulzen, sieben Bauern, vier Kossäten, einem Müller und einem Schmied zusammen.<ref name="Rohrlach206" /> Nachdem 1795 ein Dorfbrand sechs Höfe einäscherte, wurden diese weiter auseinandergezogen neu errichtet. Prägend war lange Zeit die Windmühle an der Chaussee an der Wegegabelung Deetz-Schmergow.
19. Jahrhundert
Im Jahr 1801 lebten im Dorf der Lehnschulze, sieben Bauern, fünf Ganzkossäten, fünf Büdner und fünf Einlieger. Es gab eine Schmiede und eine Windmühle. Die Bewohner schlugen 20 Morgen Ackerholz und bewirtschafteten in Summe 32 Bauernhufen; es gab 30 Feuerstellen (= Haushalte). Im Jahr 1837 standen im Dorf 29 Wohnhäuser, 1858 waren es fünf öffentliche, 37 Wohn- und 67 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Getreidemühle.<ref name="Rohrlach206" /> Krielow umfasste 3719 Morgen Fläche: 56 Morgen Gehöfte, 14 Morgen Gartenland, 1362 Morgen Acker, 1329 Morgen Wiese, 728 Morgen Weide, 142 Morgen Torf und 88 Morgen Wald.<ref name="Rohrlach205" /> Die Bahnstrecke Berlin-Magdeburg prägte seit 1846 Krielow, die Bahnwärterbude 55 sicherte den Übergang am Dorfende.
20. Jahrhundert
Zur Jahrhundertwende standen im Dorf 68 Häuser; 1931 wurden 82 Wohnhäuser mit 113 Haushaltungen gezählt. Die Freiwillige Feuerwehr Krielow wurde am 1. März 1909 von 17 Männern gegründet. Einstmals waren die Krielower sehr aktiv, so im Kriegerverein, Männergesangsverein, Gemischten Chor, Kleintierzüchterverein, Obstzüchterverein und Sportverein. Im Radfahrerverein wurde Radball gespielt. Der Männergesangsverein hat bis 1929 bestanden, der Gemischte Chor war noch in den 1960er Jahren aktiv. Die land‑ und forstwirtschaftliche Struktur umfasste 1939 einen Betrieb mit über 100 Hektar, vier Betriebe mit 20–100 Hektar, einen mit 10–20 Hektar, zehn mit 5–10 Hektar sowie 52 Betriebe mit 0,5–5 Hektar.<ref name="Rohrlach205" /> Bis 1944 löschte die Feuerwehr Brände mit der von Pferden gezogenen Saug- und Druckspritze, danach mit einer Anhänger-TS8-Motorspritze.
Nach 1945 wurden die Wohnhäuser an der Chaussee durch acht Häuser einer Neubauernsiedlung ergänzt. Das einst 10.000 Hektar große Havelländische Obstanbaugebiet umschließt Krielow. Die zwei Gaststätten, der Konsum und auch der Bäcker, wo man für Kuchen Kakao und Aromen abgeben musste, sind meist schon seit der DDR-Zeit geschlossen, ebenso Kindergarten und vierklassige Schule. Im Jahr 1946 wurden 295,27 ha enteignet: 126,87 Hektar (ha) Acker, 131,63 ha Wiese, 28 ha Wald, 0,5 ha Gärten und 8,27 ha Ödland. Insgesamt 56 Kleinbauern erhielten 114,7 ha, 73 ha gingen an 17 landlose Arbeiter, 45 ha an acht Umsiedler. Im Jahr 1954 gründete sich eine erste LPG Typ III mit 16 Mitgliedern und 221 ha Fläche. Sie bestand im Jahr 1960 mit 83 Mitgliedern und 489 ha Fläche; außerdem gab es eine LPG Typ I mit 17 Mitgliedern und 33 ha Fläche, die 1967 an die LPG Typ III angeschlossen wurde. Im Jahr 1961 bestand eine GPG mit 17 Mitgliedern und 59 ha Fläche, die 1974 an die LPG Typ III angeschlossen wurde.<ref name="Rohrlach205" /> Im Jugendförderungsplan der Gemeinde von 1977 wurden folgende Ziele vorgegeben: politisch-ideologische Arbeit, Initiative der Jugend in der Volkswirtschaft, geistig-kulturelles Leben und Freizeitgestaltung. Heute unterhält die Gemeinde für die Jugend den Bolz- und Spielplatz an der Chaussee. Ein Jugendclub existiert im 21. Jahrhundert nicht mehr.
Über 600 Seiten in vier Bänden hat Ortschronist Karl Birkholz während der DDR-Jahre und in der Nachwendezeit erstellt, die beim Ortsvorsteher eingesehen werden können.
Wappen
Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.
Sehenswürdigkeiten
- Die denkmalgeschützte Dorfkirche Krielow<ref>Eintrag zur Denkmalobjektnummer 09190252 in der Denkmaldatenbank des Landes Brandenburg</ref> ist eine verputzte Fachwerkkirche aus dem Jahr 1698, die 1898–1899 und in den Jahren 1964 und 1965 erheblich erneuert wurde. Im Innern steht unter anderem eine Kanzel aus der Bauzeit der Kirche.
- Eine Besonderheit im 400-Einwohner-Ort ist der frühdeutsche Ringwall, der in der Landschaft jedoch kaum noch wahrnehmbar ist.
Literatur
- Chris Rappaport: Historische Ansichten Gemeinde Groß Kreutz. Detmold: Boken-Verlag, 2009. ISBN 3-935454-05-8
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 205 bis 207)
Weblinks
Fußnoten
<references />
Vorlage:Klappleiste/Anfang Bochow | Deetz | Götz | Groß Kreutz | Jeserig | Krielow | Schenkenberg | Schmergow Vorlage:Klappleiste/Ende