Deetz (Groß Kreutz (Havel))
Deetz Gemeinde Groß Kreutz (Havel)
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(891)&title=Deetz 52° 27′ N, 12° 46′ O
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dim=10000 | globe= | name=Deetz | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
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| Höhe: | 45 m ü. NN | |||||
| Einwohner: | 891 (31. Dez. 2022)<ref name="Ortsteil-Deetz">Gemeinde Groß Kreutz – Ortsteil Deetz. Abgerufen am 21. November 2023.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 26. Oktober 2003 | |||||
| Postleitzahl: | 14550 | |||||
| Vorwahl: | 033207 | |||||
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Deetz ist ein Ortsteil der Gemeinde Groß Kreutz (Havel) im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg<ref>Kommunalverwaltung: Groß Kreutz (Havel). Dienstleistungsportal der Landesverwaltung des Landes Brandenburg, abgerufen am 19. August 2025.</ref> mit knapp 900 Einwohnern.<ref name="Ortsteil-Deetz" />
Lage
Deetz liegt nördlich des Gemeindezentrums an der Havel und grenzt im Norden an die Gemeinde Ketzin/Havel. Die Wohnbebauung liegt auf einer Höhe von rund 40 Metern und steigt in Richtung des südöstlich gelegenen Eichelbergs auf bis zu 89,6 Meter hin an. Die westlich gelegenen Flächen werden durch den Graben L 080, die östlich gelegenen Flächen durch den Graben L 082 in den Havel entwässert.<ref>Deetz, Brandenburgviewer, abgerufen am 15. März 2026.</ref> Der Siedlungsgrundriss bildet ein angerartig verbreitertes Straßendorf. Südöstlich des Ortes liegen der Eichenberg bzw. Eichelberg; um die bis über 90 m Höhe aufsteigende Bergkuppe verlief zwischen der 87-93-m-Höhenlinie ein rund 1,50 m tiefer Graben, dahinter erhob sich ein etwa 4 m hoher Wall. Der so geschützte Innenraum war besiedelt, was auf eine Befestigung hinweist; im Südwesten liegt die wüste Feldmark Butzow.<ref name="Rohrlach89">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 89)</ref>
Geschichte und Etymologie
Etymologie
Die urkundlichen Nennungen reichen bis in die hochmittelalterliche Kolonisationsphase zurück: 1193 erscheint der Ort als in deciz, 1375 als Deyst, Detzet und 1450 als Tyecz, Deticz sowie 1580 als Deetz.<ref name="Rohrlach89" /> Der Name leitet sich aus dem Slawischen ab und bedeutet so viel wie „Ort, wo Leute eines Mannes namens Det wohnen“<ref>Reinhard E. Fischer: Die Ortsnamen der Länder Brandenburg und Berlin, Band 13 der Brandenburgischen Historischen Studien im Auftrag der Brandenburgischen Historischen Kommission, be.bra wissenschaft verlag, Berlin-Brandenburg 2005, S. 43, ISBN 3-937233-17-2.</ref>.
Besitzgeschichte
Grund- und Patronatsverhältnisse zeigen eine frühe klösterliche Prägung: Bis 1197 lag die Oberhoheit beim Markgrafen, 1197–1542 beim Zisterzienserkloster Lehnin, das bereits 1193 Hebungen und seit 1198 den Zehnten bezog, anschließend von 1542 bis 1872 beim Amt Lehnin.<ref name="Rohrlach89" />
12. bis 16. Jahrhundert
Als Siedlung ist Deetz 1193 und 1207 als Dorf (villa) belegt. 1375 wurden 30 Hufen genannt, davon vier Hufen beim Pfarrer; dazu 14 Kossäten, ein Krug und die Fischereirechte beim Kloster. 1438 erhielt das Kloster Lehnin das Recht, bei Deetz auf der Havel eine Fähre zu halten. 1450 sind erneut 30 Hufen, davon vier beim Pfarrer, 1451 ein Krug, ein See und elf Kossäten sowie eine Herde verzeichnet; 1472 wurde der Schulze erwähnt, 1480 sind zwei Herden belegt. Im 16. Jahrhundert wurden 1538 insgesamt 22 Hufen, neun Kossäten und ein Schmied genannt; 1541 wurden etwa 80 Kommunikanten gezählt.<ref name="Rohrlach89" /> Der Pfarrer hatte zwei Hufen zu zwölf Wispel, besaß Wiesen auf dem Hufschlag und hatte darüber hinaus von der Freiheit Wiesen zugekauft, die acht Fuder Heu lieferten; er hielt zudem einen Kohlgarten und besaß die Fischerei im Bruch. Der Küster verfügte über ein Küsterhäuslein, dazu ein Stück Land zu drei Viertel Saat, eine Wiese zu ungefähr sechs Fuder Heu sowie jährlich drei Brote und Ostereier. Die Kirche hatte in einem Felde zu vier Scheffel Saat Land und bezog Wiesenwachs.<ref name="Rohrlach90">Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 90)</ref>
17. Jahrhundert
Im Jahr 1605 wurden ein Schulze mit zwei Lehn und drei Erbhufen, zwei Fünfhufner, sechs Vierhufner, eine Dreihufner sowie elf Kossäten ausgewiesen, von denen sechs die Fischerei gebrauchten. 1624 bestanden zehn Hufner, fünf Kossäten, sechs Fischer mit sechs Wehren, ein Schäfer, zwei Paar Hausleute, ein Hirte, ein Schmied sowie die Schäferknechte; insgesamt wurden 42 Hufen und zwei Hufen des Pfarrers gezählt. Im Jahr 1652 sind zehn Hufner (darunter der Schulze) und neun Kossäten sowie 27 Personen verzeichnet; 1662 lebten im Dorf zehn Bauern, elf Kossäten und acht Häusler. Für 1687 hieß es: ein Fünfhufner (Schulze), zwei Fünfhufner, sechs Vierhufner (einer noch frei), ein Dreihufner sowie elf Kossäten (davon sechs Fischer), die jeder für drei Viertel gute Hufen geben und nichts als ihre Höfe besitzen; außerdem ein Schmied, ein Leineweber, zwei Hausleute, ein Schäfer mit Knecht und ein Kuhhirte. Insgesamt bestanden 42 schoßbare Hufen und zwei Pfarrhufen; 12¼ Hufen standen wegen Besandung bis August 1687 für die Wintersaat aus.<ref name="Rohrlach89" />
18. Jahrhundert
Im Jahr 1729 wurden neun Bauern und elf Kossäten, 1745 zehn Bauern, elf Kossäten und eine Windmühle genannt. 1746 sind der Lehnschulze mit zwei Lehn und drei Erbhufen, neun Bauern, sechs Fischer Kossäten, fünf Acker Kossäten, vier Büdner (darunter Leineweber und Schmied) sowie eine Erbwindmühle vor dem Dorf verzeichnet. 1772 bestanden zwei Prediger, ein Freischulze, sieben Bauern, 14 Kossäten, ein Müller und eine Schmiede.<ref name="Rohrlach90" />
19. Jahrhundert
Im Jahr 1801 lebten im Ort ein Lehnschulze, neun Ganzbauern, fünf Ganzkossäten, sieben Büdner, 17 Einlieger, zwei Schiffer und sechs Fischer; es bestanden eine Schmiede, ein Krug, eine Windmühle sowie 96 Morgen Ackerholz. Insgesamt wurden 42 Bauernhufen und zwei Lehnhufen sowie 51 Feuerstellen (= Haushalte) gezählt. 1837 war Deetz ein Dorf mit 55 Wohnhäusern; 1858 bestanden sechs öffentliche Gebäude, 53 Wohn und 118 Wirtschaftsgebäude, darunter eine Ziegelei und eine Getreidemühle.<ref name="Rohrlach90" /> Die Flächenausstattung betrug 1858 insgesamt 4636 Morgen, davon 66 Morgen Gehöfte, 2557 Morgen Acker, 1315 Morgen Wiese und 1698 Morgen Weide. Der Ort bildete einen Gemeindebezirk und wies 1895 die Wohnplätze Tongräberei am Großen Wiesendamm und Tongräberei im Seebruch auf.<ref name="Rohrlach89" />
20. Jahrhundert
Im Jahr 1900 wurden 135 Häuser, 1931 165 Wohnhäuser mit 295 Haushaltungen verzeichnet.<ref name="Rohrlach90" /> In Deetz steht eine Feldsteinkirche, die 1901/02 entstand; im Westturm und im westlichen Teil des Schiffes wurden Reste eines mittelalterlichen Vorgängerbaus weiter verwendet. In der näheren Umgebung befinden sich 35 zwischen 0,1 und 3 Hektar große sogenannte „Erdelöcher“, aus denen bis 1959 Ton für die Ziegeleien abgebaut wurde.<ref>Udo Rothe, Günter Siering, Dirk Berger und Jörg Fürstenow: Faunistische Untersuchungen im Gebiet der „Deetzer Erdelöcher“ und Umgebung (Brandenburg, Potsdam-Mittelmark, Mittlere Havel). Teil 1. Zur naturräumlichen Gliederung, erdgeschichtlichen Prägung, Klima, Böden, Vegetation und Nutzung des Gebietes. In: Veröffentlichungen des Naturkundemuseums Potsdam. Band 6, 2020, S. 5–24.</ref> Inzwischen sind sie mit Wasser vollgelaufen und dienen als Angel- und Badegewässer. Im Jahr 1906 bestanden im Ort sieben Ziegeleien, zwei Mühlen und eine Häusergruppe. 1931 war Deetz eine Landgemeinde mit den Wohnplätzen Tongruben am Großen Wiesendamm, Ziegelei Neumann, Ziegelei Thietke, Ziegelei Voigt und Ziegelei Wulkow.<ref name="Rohrlach89" /> Die Wirtschaftsstruktur vor dem Zweiten Weltkrieg zeigt 1939 vier land und forstwirtschaftliche Betriebe mit über 100 Hektar, acht Betriebe mit 20–100 Hektar, sieben mit 10–20 Hektar, zwölf mit 5–10 Hektar und 84 mit 0,5–5 Hektar.
Im Zuge der Bodenreform wurden 1946 insgesamt 654,94 Hektar enteignet (276,54 ha Acker, 199,60 ha Wiese, 105,22 ha Wald, 6,58 ha Ödland, Wege, 10 ha Gewässer) und wie folgt aufgeteilt: 27,4 ha auf 47 Eigentümer (0–1 ha), 41,3 ha auf 27 Eigentümer (1–2,5 ha), 32,8 ha auf neun Eigentümer (2,5–5 ha), 228,5 ha auf 28 Eigentümer (5–10 ha), 182,07 ha auf 16 Eigentümer (10–15 ha), 105 ha anteilig auf 46 Altbauern sowie 21,3 ha an Gemeinde, Landesregierung und Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB). 1953 entstand die erste LPG vom Typ III, die 1957 67 Mitglieder und 467 Hektar landwirtschaftliche Nutzfläche umfasste und noch vor 1960 mit der LPG Typ III Götz zusammengeschlossen wurde. 1960 bestand eine LPG Typ III mit 16 Mitgliedern und 26 Hektar LN; 1962 erfolgte der Übergang zur Groß LPG Götz–Deetz, später GPG, die wieder aufgelöst wurde.<ref name="Rohrlach90" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Das Heimatmuseum präsentiert sich in den historischen Räumen im Gemeindehaus in der Alten Dorfstraße 1. Gezeigt werden Geräte aus dem Haushalt und der Landwirtschaft. Schwerpunkte der Ausstellung sind die Vereine des Dorfes, eine Schusterwerkstatt, Überbleibsel der einstmals sieben Ziegeleien in Deetz sowie die Fotosammlung. 14-täglich finden im Heimatmuseum „Erzählabende“ des 1998 gegründeten Heimatvereins Deetz statt.
- Die Dorfkirche ist ein im Kern rechteckiger Feldsteinbau mit Querturm um 1200, die 1728 vergrößert und 1901 vollständig umgebaut wurde.
Wappen
Das Wappen wurde vom Heraldiker Frank Diemar gestaltet.
Weblinks
- Beitrag zu Deetz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 20. Oktober 2013
- Dorfbericht Deetz (PDF; 3,1 MB). Studie Lebendige Dörfer in Brandenburg – Bürgerbeteiligung im Alltag der Humboldt-Universität Berlin, Institut für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften des Landbaus, 2006
- Objekte mit Bezug zu Deetz bei museum-digital brandenburg
Literatur
- Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 89 und 90)
Einzelnachweise
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