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Kaliumcitrat

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Strukturformel
Strukturformel von Kaliumcitrat
Allgemeines
Name Kaliumcitrat
Andere Namen
Summenformel C6H5K3O7 · H2O
Kurzbeschreibung

farb- und geruchlose, hygroskopische Kristalle<ref name="Alfa" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 212-755-5
ECHA-InfoCard 100.011.596
PubChem 13344
ChemSpider 12775
DrugBank DB09125
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

A12BA02

Eigenschaften
Molare Masse
  • 306,39 g·mol−1
  • 324,41 g·mol−1 (mit Kristallwasser)
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,98 g·cm−3<ref name="Alfa" />

Schmelzpunkt

>180 °C (Abgabe von Kristallwasser)<ref name="Alfa" />

Siedepunkt

>230 °C (Zersetzung)<ref name="Alfa" />

Löslichkeit
  • löslich in Wasser (1538 g/l)<ref>Potassium Citrate. In: The Merck Index: An Encyclopedia of Chemicals, Drugs, and Biologicals. 15. Auflage. Merck & Co., Whitehouse Station NJ 2013, ISBN 978-1-849736-70-1, S. 1418.</ref> und Glycerin<ref name="Alfa" />
  • praktisch unlöslich in Ethanol<ref name="Alfa" />
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="Alfa" />
Toxikologische Daten

7200 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="Alfa" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Kaliumcitrat ist das Kaliumsalz der Citronensäure. Es ist ein weißes, leicht hygroskopisches, geruchloses Pulver mit leicht salzigem Geschmack. Es wird in der Medizin, der Lebensmitteltechnik sowie in der Pharma- und Kosmetikindustrie eingesetzt.

Darstellung

Industriell wird Kaliumcitrat aus Citronensäure synthetisiert, welche möglicherweise unter Einsatz gentechnisch veränderter Organismen gewonnen wird.<ref>Zitronensäure E330. In: transGEN Datenbank. Abgerufen am 9. April 2024.</ref> Das gilt insbesondere für Produktionsstandorte außerhalb der EU, wie beispielsweise China. Innerhalb der EU wird Citronensäure GVO-frei produziert und ist für die Verarbeitung in Bio-Produkten zugelassen.<ref>Verordnung (EG) Nr. 1254/2008 der Kommission. EUR-Lex, 10. April 2011, S. 96, abgerufen am 9. April 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Verwendung

Medizin

Kaliumcitrat wird vorwiegend zur Behandlung von Nierensteinen eingesetzt. Es wird vom Körper nach oraler Zufuhr sehr schnell aufgenommen; ein Übermaß an Kalium- oder Citrationen wird über den Urin wieder ausgeschieden. Kaliumcitrat ist eine wirksame Vorbeugung gegen Nierensteine aus Harnsäure (eine Begleiterscheinung bei Gicht), Cystin oder Calciumoxalat, wobei das Wirkprinzip bei den organischen Steinen die Alkalisierung des Urins, und bei Oxalat die Erhöhung der Löslichkeit durch Komplexierung ist. Die Wirksamkeit gilt nicht für alle Steinzusammensetzungen. Eine Studie an 500 Patienten mit wiederkehrenden Nierensteinen hat gezeigt, dass sich durch Behandlung mit Kaliumcitrat die durchschnittliche Anzahl an Steinen pro Jahr von zwei auf einen halben reduzieren ließ.<ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref><ref>Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>

Ähnlich vielen anderen Kaliumsalzen kann Kaliumcitrat Herzrhythmusstörungen verhindern, die durch Kaliummangel im Blut hervorgerufen werden. Außerdem ist für Kaliumcitrat in klinischen Studien nachgewiesen, dass es dem Calciumverlust über die Niere und dem Calciumabbau aus den Knochen entgegenwirkt.<ref name="Jehle">Jehle S et al.: Partial neutralization of the acidogenic western diet with potassium citrate increases bone mass in postmenopausal women with osteopenia. In: J Am Soc Nephrol. (2006) 17: 3213–3222, PMID 17035614.</ref><ref>Marangella M et al.: Effects of potassium citrate supplementation on bone metabolism. Calcif Tissue Int (2004) 74: 330–335, PMID 15255069.</ref><ref>Sellmeyer DE et al.: Potassium citrate prevents increased urine calcium excretion and bone resorption induced by a high sodium chloride diet. J Clin Endocrinol Metab (2002) 87: 2008–2012, PMID 11994333.</ref> So zeigte eine prospektive kontrollierte Interventionsstudie bei 161 postmenopausalen Frauen mit Osteopenie, dass die partielle Neutralisierung einer diätinduzierten Säurebelastung (mittels 30 mmol Kalium aus Kaliumcitrat pro Tag, entspricht 3,24 g Kaliumcitrat) über einen Zeitraum von zwölf Monaten die Knochendichte signifikant erhöhte und die Knochenstruktur deutlich verbesserte. Kaliumcitrat wirkte dabei genauso effektiv wie Raloxifen, ein Östrogen-Rezeptor-Modulator, der bei der Behandlung und Prävention von Osteoporose bei postmenopausalen Frauen eingesetzt wird.<ref name="Jehle"/> Außerdem hat Kaliumcitrat eine blutdrucksenkende Wirkung und reduziert den Blutdruck nachweislich genauso effektiv wie Kaliumchlorid.<ref>He et al.: Effect of short-term supplementation of potassium chloride and potassium citrate on blood pressure in hypertensives. In: Hypertension. (2005) Apr;45(4):571-4, PMID 15723964.</ref>

Lebensmitteltechnik

Kaliumcitrat findet als Säuerungsmittel und Säureregulator sowie als Komplexbildner oder Schmelzsalz Verwendung. Es findet sich oft als Säuerungsmittel in Getränken wie Limonaden oder wird bei der Gelierung mit Pektin eingesetzt. Es ist in der EU als Lebensmittelzusatzstoff der Nummer E 332 ohne Höchstmengenbeschränkung (quantum satis) für alle Lebensmittel allgemein zugelassen.

Handelsnamen

  • Kalium Verla (D)
  • Urocit (CH)

Weblinks

Einzelnachweise

<references />