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Isaccea

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Isaccea
İshakçı
Datei:ROU TL Isaccea CoA.jpg
Basisdaten
Staat: RumänienDatei:Flag of Romania.svg Rumänien
Historische Region: Dobrudscha
Kreis: Tulcea
Koordinaten: Vorlage:Infobox Ort in Rumänien/adm2iso_type:city(4408) 45° 16′ N, 28° 27′ OKoordinaten: Vorlage:Infobox Ort in Rumänien/adm2iso_type:city(4408) 45° 16′ 13″ N, 28° 27′ 29″ O
 {{#coordinates:45,270277777778|28,458055555556|primary
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  }}
Zeitzone: OEZ (UTC+2)
Höhe: 15 m
Fläche: 101,68 km²
Einwohner: 4.408 (1. Dezember 2021<ref>Volkszählung 2021 in Rumänien bei citypopulation.de.</ref>)
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km²
Postleitzahl: 825200
Telefonvorwahl: (+40) 02 40
Kfz-Kennzeichen: TL
Struktur und Verwaltung (Stand: 2024<ref>Autoritatea Electorală Permanentă: Primar. prezenta.roaep.ro, 9. Juni 2024, abgerufen am 21. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>)
Gemeindeart: Stadt
Gliederung: 2 Gemarkungen/Katastralgemeinden: Revărsarea, Tichilești
Bürgermeister : Ștefan Neculai (AUR)
Postanschrift: Str. 1 Decembrie, nr. 25
loc. Isaccea, jud. Tulcea, RO–825200
Website:

Vorlage:Check Geschlecht gegen Wikidata

Isaccea (<phonos file="Ro-Isaccea.ogg">Aussprache</phonos>/?; {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)) ist eine Kleinstadt im Kreis Tulcea in der rumänischen Dobrudscha.

Lage

Isaccea liegt am Südufer der Donau, die hier die Grenze zur Ukraine bildet. Der Beginn des Donaudeltas und die Kreishauptstadt Tulcea befinden sich etwa 30 km östlich.

Geschichte

Antike

Datei:Noviodunum-Tabula.jpg
Isaccea unter dem Namen Novioduni xli auf der römischen Karte Tabula Peutingeriana

Das Gebiet der heutigen Stadt ist seit langer Zeit bewohnt; im nordwestlichen Teil der Stadt wurden Reste einer Siedlung gefunden, die etwa auf das Jahr 4000 v. Chr. zu datieren ist.<ref name="inthist"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Integratio: Dobrogea de Nord: Isaccea: History, ein Projekt des Centro Universitario Europeo per i Beni Culturali. Dezember 2006. (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive)</ref><ref name="haita">Constantin Haită: Studiu sedimentologic preliminar pe situl neolitic Isaccea-Suhat. Campania 1998, Peuce, 2003, 14 ISSN 0258-8102, S. 447–452.</ref>

Später folgten Geten, die von hellenischer Kultur beeinflusst waren.<ref name="haita" /> Im 3. Jahrhundert v. Chr. dehnten die Kelten ihr Einflussgebiet bis an die untere Donau aus und gaben dem Ort den Namen Noviodunum.<ref name="celts">D.M. Pippidi u. a.: Dicționar de istorie veche a României. Editura Științifică și Enciclopedică. 1976, OCLC 251847977, S. 149.</ref><ref name="barneaI">Alexandru Barnea: Noviodunum, azi Isaccea. In: Ziarul Financiar. 17. August 2007, abgerufen am 21. Juni 2009.</ref>

Der Persische König Dareios I. überschritt 514 v. Chr. wahrscheinlich hier mit einer Schiffbrücke die Donau, um gegen die Skythen zu kämpfen. Griechische Chronisten wie Claudius Ptolemäus und Hierokles bezeichneten den Ort als „Polis“.<ref name="istorieveche" />

Das Römische Reich übernahm im Jahr 46 n. Chr. die Kontrolle über die Stadt, die Teil der Provinz Moesien wurde. Noviodunum – das 2 km östlich der heutigen Stadt liegt – wurde befestigt und das wichtigste militärische und wirtschaftliche Zentrum der Region.<ref name="inthist" /><ref>Bărbulescu, Hitchins, Papacostea, Teodor, Deletant u. a.: Istoria Românilor. Hrsg. vom Institutul de Istorie Nicolae Iorga, 1998, ISBN 973-45-0244-1, S. 73.</ref> Hier war die Basis der Römischen Marine an der unteren Donau, dann zeitweise das Hauptquartier der Legio V Macedonica, der Legio I Italica und der Legio I Iovia.<ref name="inthist" /><ref>J. J. Wilkes: The Roman Danube: An Archaeological Survey. In: The Journal of Roman Studies. 95, 2005, ISSN 0075-4358, S. 217.</ref>

Um 170 wurden die Römischen Siedlungen in der Dobrudscha vom dakischen Stamm der Costoboci aus dem Gebiet der heutigen Republik Moldau angegriffen.<ref>Bărbulescu u. a., S. 57.</ref> Im 3. Jahrhundert folgten Attacken der Karpen und Goten. Vermutlich im Jahr 247 mussten die Römer Noviodunum aufgeben. Die Karpen plünderten die Stadt und versklavten ihre Bewohner.<ref name="B60">Bărbulescu u. a., S. 60.</ref> Die Festungsanlagen wurden wahrscheinlich während der Einfälle der Goten und Heruler im Jahr 267 zerstört, während der Herrschaft des römischen Kaisers Gallienus. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche archäologische Funde, einschließlich eines Schatzes von 1071 römischen Münzen.<ref name="inthist" /><ref name="istorieveche">D.M. Pippidi u. a.: Dicționar de istorie veche a României. Editura Științifică și Enciclopedică. 1976, OCLC 251847977, S. 431–432.</ref> Die Plünderungen ließen Noviodunum spätestens ab dem Ende des 3. Jahrhunderts unbewohnt und zerstört zurück.<ref name="B60" />

Unter der Herrschaft des Kaisers Konstantin des Großen (306–337) wurden die Festungsanlagen erneuert; Ziel war, die Grenzen des Römischen Reiches an der unteren Donau wieder zu stabilisieren.<ref name="Constantinus">D.M. Pippidi u. a.: Dicționar de istorie veche a României. Editura Științifică și Enciclopedică, 1976, OCLC 251847977, S. 185.</ref>

Im 4. Jahrhundert wurde die Stadt ein Zentrum des christlichen Lebens. Im nahe gelegenen Ort Niculițel wurde 1971 das Grab von vier christlichen Märtyrern entdeckt, die wahrscheinlich in Noviodunum während der Christenverfolgungen unter Diokletian (303–304) und Licinius (308–324) getötet wurden.<ref>Mircea Păcurariu: Sfinți daco-romani și români. Editura Mitropoliei Moldovei și Bucovinei. Iași 1994, ISBN 973-96208-6-8, S. 25.</ref><ref name="barneaI" />

369 fand am gegenüberliegenden Donauufer eine Schlacht zwischen römischen Truppen des Kaisers Valens und den Terwingen unter Athanarich statt.<ref>Michael Kulikowski: Rome’s Gothic Wars. Cambridge University Press, ISBN 978-0-521-84633-2, S. 116.</ref><ref>Ammianus Marcellinus: The Later Roman Empire, AD 354–378. übersetzt von Walter Hamilton. Buch 15, Penguin, 1986, ISBN 0-14-044406-8.</ref>

Nach der Teilung des Römischen Reiches wurde Noviodunum Teil des Byzantinischen Reiches und war ein wichtiger Flottenstützpunkt. Zwischen 434 und 441 gehörte die Stadt zum Hunnischen Reich.<ref>Edward A. Thompson: The Huns. Blackwell Publishing, 1999, ISBN 0-631-21443-7, S. 269–270.</ref> Nach dem Tod Attilas war die Region ein Teil des Herrschaftsgebietes seines Sohnes Hernac.<ref name="B103">Bărbulescu u. a., S. 103.</ref>

Im frühen 6. Jahrhundert begannen sich Slawen anzusiedeln, worüber ein Bericht des Geschichtsschreibers Jordanes aus dem Jahr 551 Zeugnis gibt.<ref>Jordanes: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />The Origins and Deeds of the Goths (Memento des Vorlage:IconExternal vom 24. April 2006 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.acs.ucalgary.ca. Übersetzt von Charles C. Mierow. S. 35.</ref> Die Stadt gehörte wieder zum Byzantinischen Reich, hatte aber unter häufigen Überfällen verschiedener Nomadenvölker (Kutriguren 559, Awaren 561/562) zu leiden.<ref name="B103" /> In der Mitte des 6. Jahrhunderts wurden neue Festungsanlagen errichtet; unter Kaiser Justinian I. wurde die Stadt ein Bischofssitz.<ref name="istorieveche" />

Während der Herrschaft des Kaisers Phokas (602–610) siedelten sich neben Slawen auch zahlreiche Awaren an. Die byzantinische Herrschaft wurde zunehmend geschwächt, bis im Jahr 681 das Byzantinische Reich das Erste Bulgarische Reich anerkannte und seine Ansprüche auf die Region aufgab.<ref name="B103" /> Von da an existieren für mehr als 300 Jahre keine schriftlichen oder archäologischen Hinweise auf die Existenz der Stadt.<ref>Machiel Kiel: Ottoman Urban Development and the cult of a Heterodox Sufi Saint: Sarı Saltuk Dede and towns of Isakçe and Babadagin the Northern Dobrudja. In: Gilles Veinstein: Syncrétismes Et Hérésies Dans L’Orient Seljoukide Et Ottoman (XIVe-XVIIIe Siècles): Actes Du Colloque Du Collège de France, Octobre 2001. Peeters Publishers. 2005, ISBN 90-429-1549-8, S. 288.</ref>

Mittelalter

Um 950 sprach der byzantinische Kaiser Konstantin VII. von sechs wüsten Städten im Gebiet, was die früheste Erwähnung der Stadt nach langer Zeit sein könnte. 971 wurde Isaccea in das Byzantinische Reich eingegliedert, die Verteidigungsanlagen wieder hergestellt.<ref>Paul Stephenson: Byzantium’s Balkan Frontier: A Political Study of the Northern Balkans, 900–1204. Cambridge University Press, 2005, ISBN 0-521-77017-3, S. 103.</ref><ref>Florin Curta: Southeastern Europe in the Middle Ages, 500-1250. Cambridge University Press, 2006, ISBN 0-521-81539-8, S. 302.</ref> 1036 ließen sich Petschenegen nieder.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Observaţii asupra revoltei din Paradunavon din 1072–1091. (Memento vom 23. März 2009 im Internet Archive) In: Istorie și ideologie. Editura Universității din București. 2002, ISBN 973-575-658-7, S. 34–46.</ref> Sie trieben einen lebhaften Handel mit den Byzantinern, was zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Aufschwung führte.<ref>Stephenson, S. 86.</ref> Die Petschenegen assimilierten sich und traten in der Geschichte der Stadt bald nicht mehr in Erscheinung.

Datei:Isaac II Angelos Noviodunum.jpg
Siegel von Isaak II., gefunden in Isaccea

In der Mitte des 12. Jahrhunderts wurde Isaccea durch Angriffe der Kumanen vollständig zerstört und anschließend wieder aufgebaut. Während der nächsten Jahrzehnte wurde die Stadt wieder zu einem wichtigen Militärstützpunkt. Auch aus dieser Zeit stammen wichtige archäologische Funde, u. a. ein Siegel des byzantinischen Kaisers Isaak II.<ref>Curta, S. 319–320.</ref>

Im späten 13. Jahrhundert siedelten sich Tataren an.<ref>Robert Stănciugel, Liliana Monica Bălașa: Dobrogea în Secolele VII-XIX. Evoluție istorică. Bukarest 2005, S. 45.</ref> Zwischen 1280 und 1299 war die Stadt ein Ausgangspunkt Kara Nogai Khans für die Feldzüge gegen die bulgarische Stadt Tarnowo. Sie war damals ein muslimisches Zentrum und Residenz des türkischen Derwischs Sarı Saltuk.<ref>Kiel, S. 289</ref> Der arabische Chronist Abu l-Fida schilderte im frühen 14. Jahrhundert die Stadt als überwiegend türkisch bewohnt und byzantinisch regiert.<ref>Stănciugel u. a., S. 55.</ref> Isaccea wurde Zentrum eines byzantinischen Despotats, das zwischen 1332 und 1337 ein Vasall der Goldenen Horde wurde. In dieser Zeit taucht für die Stadt der Name Saqčï auf.<ref>István Vásáry: Cumans and Tatars. Cambridge University Press, 2005, ISBN 0-511-11015-4, S. 90.</ref>

Die Tataren unterhielten in der Stadt eine Münzprägeanstalt, deren Münzen zwischen 1286 und 1351 mit griechischen und arabischen Buchstaben geprägt wurden.<ref>Vásáry, S. 89–90.</ref>

Im späten 14. Jahrhundert war die Stadt vorübergehend unter Kontrolle des walachischen Fürsten Mircea cel Bătrân. 1417 eroberten die Osmanen unter Mehmed I. die Stadt<ref>Colin Imber: The Crusade of Varna, 1443–45. Ashgate Publishing, 2006, ISBN 0-7546-0144-7, S. 4–5.</ref> und stationierten hier eine Garnison.<ref>David Turnock: The Making of Eastern Europe. Taylor & Francis, 1988, ISBN 0-415-01267-8, S. 138.</ref> 1462 wurde die Stadt von Vlad Țepeș für die Walachei zurückerobert; seine Soldaten verübten ein Massaker an der bulgarischen und türkischen Stadtbevölkerung.<ref>Kurt W. Treptow: Dracula: Essays on the Life and Times of Vlad Tepes. Columbia University Press, 1991, ISBN 0-88033-220-4.</ref> 1484 übernahmen die Osmanen wieder die Herrschaft und gliederten Isaccea in die Provinz Silistrien ein.

Das Massaker und die Zerstörung der Stadt 1462 änderten die ethnische Zusammensetzung der Stadt grundlegend. Diese blieb im 16. Jahrhundert eine kleine, meist von Christen bewohnte Stadt. Durch den Sieg Mehmed II. gegen die Walachen und die Eroberungen Bayezid II. (Kilija und Akkerman) war Isaccea nicht mehr unmittelbar bedroht, so dass die Osmanen keinen Grund mehr sahen, die Festungsanlagen wieder aufzubauen.<ref>Kiel, S. 289–290.</ref>

1574 scheiterte der moldauische Fürst Ioan Vodă cel Viteaz durch Verrat eines Heerführers mit dem Versuch, die Stadt – die rumänisch damals Oblucița genannt wurde – zu erobern.<ref>Bogdan Petriceicu Hasdeu: Ioan Vodă cel Cumplit, 1865, in der rumänischsprachigen Wikisource</ref> 1598/1599 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Osmanen und dem walachischen Fürsten Mihai Viteazul, der Isaccea vorübergehend unter seine Kontrolle bringen konnte.<ref>Ileana Căzan, Eugen Denize: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marile puteri şi spaţiul românesc în secolele XV–XVI (Memento vom 28. Juli 2011 im Internet Archive). Editura Universității din București, 2001, ISBN 973-575-597-1, S. 276.</ref>

1603 setzten Kosaken die Stadt in Brand.<ref>Nicolae Iorga: Studiĭ istorice asupra Chilieĭ și Cetățiĭ-Albe. Institutul de arte grafice C. Göbl, 1900, S. 217.</ref> Sultan Osman II. begann daraufhin mit einer Reihe von Feldzügen gegen die Kosaken; auch veranlasste er 1620 die erneute Errichtung einer Festung, diesmal an einer anderen Stelle.<ref>Kiel, S. 291.</ref>

Im Dezember 1673 wurde im osmanischen Feldlager der Stadt der Adlige Dumitrașcu Cantacuzino zum Fürsten des vom Osmanischen Reich abhängigen Fürstentums Moldau gewählt.<ref>Valentin Gheonea: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Dumitraşcu Cantacuzino - Un fanariot pe tronul Moldovei în secolul XVII. (Memento vom 22. September 2008 im Internet Archive) Magazin Istoric, Dezember 1997</ref>

Neuzeit

Während der Russisch-Türkischen Kriege im 18. und 19. Jahrhundert wurde Isaccea mehrfach von Truppen beider Seiten besetzt, dabei einige Male in Brand gesetzt und komplett zerstört.

In den 1770er Jahren wurde Isaccea drei Mal belagert (1770, 1771, 1779), 1771 dabei von den Russen erobert, die die Festungsanlagen und die Moscheen zerstörten. Nach zehn Jahren des Krieges standen in der Stadt noch 150 Häuser. Im Krieg von 1787–1792 kaperte die russische Flotte bei Isaccea unter José de Ribas die türkische Flotte. Während des Krieges wechselte die Stadt mehrfach den Besitzer.<ref name="brockhaus" /> Im Verlauf des Krieges 1828–1829 kapitulierte die osmanische Besatzung von Isaccea am 30. Mai 1828<ref name="IRA">Сборник История русской армии</ref> ohne Widerstand.<ref name="brockhaus" /> 1853 – während des Krimkrieges – wurde Isaccea erneut von den Russen belagert und am 11. (23.) März 1854 befreit.<ref>История на България, С., 1983, т. 5, изд. на БАН, S. 396.</ref> bevor sich das Kampfgeschen auf die Krim-Halbinsel verlagerte und die Stadt dann von der russischen Armee im Juni verlassen wurde.

Im Zuge des Russisch-Osmanischen Krieges (1877–1878) wurde Isaccea kampflos von russischen Truppen eingenommen; viele muslimische Bewohner flohen aus der Stadt.<ref name="reid">James J. Reid: Crisis of the Ottoman Empire: Prelude to Collapse 1839–1878. Franz Steiner Verlag, 2000, ISBN 3-515-07687-5, S. 317.</ref><ref name="brockhaus">Brockhaus and Efron Encyclopedic Dictionary. (Энциклопедический словарь Брокгауза и Ефрона). I.A. Efron. 1906. Band 13. S. 364</ref> Nach dem Krieg wurde die Dobrudscha und damit auch Isaccea ein Teil Rumäniens.<ref>Keith Hitchins: Rumania: 1866–1947 (Oxford History of Modern Europe). Oxford University Press, 1994, ISBN 0-19-822126-6, S. 47–48.</ref>

1915 beschrieb der rumänische Historiker Nicolae Iorga Isaccea als „eine Ansammlung kleiner und ärmlicher Häuser verteilt auf einem Hügel“.

Während des Ersten Weltkrieges überquerten 1916 russische Streitkräfte die Donau bei Isaccea, um die rumänischen Truppen in ihrem Krieg gegen die Mittelmächte zu unterstützen.<ref name="torrey">Glenn Torrey: Indifference and Mistrust: Russian-Romanian Collaboration in the Campaign of 1916. In: The Journal of Military History, Band 57/2, April 1993, S. 284, 288</ref> Nach dem Scheitern dieser Aktion zogen sich Russen und Rumänen zurück und mussten die Stadt am 24. Dezember 1916 den deutschen und bulgarischen Truppen überlassen.<ref name="torrey" /><ref>Russians still retire in Dobrudja. In: New York Times, 25. Dezember 1916, S. 3.</ref> Nach Kriegsende kam Isaccea wieder unter rumänische Verwaltung.

Die wichtigsten Wirtschaftszweige von Isaccea sind die Landwirtschaft, der Fischfang und der Tourismus.

Bevölkerung

1930 lebten auf dem Gebiet der heutigen Stadt etwa 4500 Bewohner, darunter etwa 3500 Rumänen, 600 Russen, 350 Türken und Tataren und 50 Bulgaren.<ref>Karte der Volkszählung 1930</ref> Bei der Volkszählung 2002 wurden 5374 Einwohner gezählt, darunter 5118 Rumänen, 208 Türken und 21 Ukrainer.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Volkszählung 2002 (Memento des Vorlage:IconExternal vom 7. Januar 2017 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/nepszamlalas.adatbank.transindex.ro, abgerufen am 21. Juni 2009.</ref> Etwa 4800 lebten in Isaccea selbst, die übrigen in den beiden eingemeindeten Ortschaften.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.receptie.roreceptie.ro (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Februar 2016. Suche im Internet Archive ) abgerufen am 21. Juni 2009</ref>

Verkehr

Isaccea verfügt über keinen Bahnanschluss. Durch die Stadt führt die Europastraße 87 von Odessa nach Antalya. Es bestehen regelmäßige Busverbindungen nach Tulcea und Constanța.

Energie

Südlich von Isaccea befindet sich das einzige 750-kV-Umspannwerk in Rumänien, welches neben den Umspannwerken in Suworowo (Bulgarien), Widelka (Polen) und Albertirsa (Ungarn) das einzige derartige Umspannwerk in der EU ist. Es ist das einzige Umspannwerk für 750 kV in der EU, von dem aus zwei 750-kV-Leitungen ausgehen – eine in die Ukraine zum Kernkraftwerk Süd-Ukraine, welche die Donau auf 2118 Meter ohne Masten kreuzt, und eine nach Suworowo. Letztere Leitung wird zurzeit mit 400 kV betrieben.

Sehenswürdigkeiten

  • Reste der römischen Stadt Noviodunum ad Istrum
  • Kirche Sf. Gheorghe (18. Jahrhundert)
  • Moschee Geamia Azizie (18. Jahrhundert)
  • Kloster Cocoș (1883–1913, 6 km südlich)

Söhne und Töchter der Stadt

Weblinks

Commons: Isaccea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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