Hotelplan
| Hotelplan Group / MTCH AG
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| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Logo Hotelplan Group RGB.svg | |
| Rechtsform | Aktiengesellschaft<ref name="Zefix">MTCH AG. In: Zefix. Abgerufen am 5. September 2022.</ref> |
| Gründung | 1935 |
| Sitz | Opfikon, Schweiz<ref name="Zefix" /> |
| Leitung | Markus Glesti (Geschäftsführer) Ingo Burmester (VR-Präsident)<ref name="mtch">MTCH AG. Handelsregisteramt des Kantons Zürich, abgerufen am 11. November 2025.</ref> |
| Mitarbeiterzahl | 2'589 (2024)<ref name="jb2024">Jahresbericht 2024. (PDF) In: assets.hotelplan.com. Januar 2025, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref> |
| Umsatz | 1,78 Mia. CHF (GJ 2023/2024)<ref name="jb2024" /> |
| Branche | Tourismuskonzern |
| Website | www.hotelplan.com |
Die Hotelplan Group (kurz: Hotelplan) ist ein Schweizer Reiseunternehmen. Es wurde 1935 von Gottlieb Duttweiler als Genossenschaft Hotel-Plan gegründet und 1981 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. 2024 gab die Migros-Gruppe bekannt, Hotelplan verkaufen zu wollen. Am 12. Februar 2025 wurde bekannt, dass die DERTOUR Group die gesamte Hotelplan Group mit Ausnahme von Interhome übernimmt. Interhome wird von der Hometogo Group übernommen.<ref>Hotelplan Group. Abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref> Am 29. August 2025 wurde der formelle Abschluss des Verkaufsprozesses bekanntgegeben.<ref>Neue Eigentümerschaft. Abgerufen am 24. Oktober 2025.</ref> Dies umfasst den Bereich der Reisevermittlung- und Veranstaltung in der Schweiz, Deutschland und Grossbritannien. Infolge der Übernahme hat DERTOUR Suisse eine neue Struktur für die gemeinsame Organisation entwickelt. Mit der geplanten Zusammenführung werden voraussichtlich bis zu 250 Stellen bis Ende 2027 abgebaut. Hotelplan wird als Marke bestehen bleiben.<ref>DERTOUR Suisse setzt auf starke Marken und stärkt das Kundenerlebnis. In: dertour-suisse.com. 2. Dezember 2025, abgerufen am 2. Dezember 2025.</ref>
Geschichte
Anfang
Im März 1935 schlug der deutsche Reisefachmann Rudolf Nehring dem Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler vor, mit Pauschalreisen den Tourismus in der Schweiz zu beleben. Dieser steckte wegen stark gesunkener Gästezahlen und überhöhter Preise in einer existenziellen Krise. Rasch entschlossen setzte Duttweiler die Idee in die Tat um und gründete am 29. April die Genossenschaft Hotelplan, an der die Migros und touristische Unternehmen beteiligt waren (der Name ist eine Kreation seiner Mitarbeiterin Elsa Gasser). Menschen aus einfachen Verhältnissen sollten sich mit preisgünstigen All-inclusive-Angeboten (eine Woche für 65 Franken) erstmals überhaupt Ferien leisten können. Im Gegensatz zu den totalitären Massenorganisationen Dopolavoro und Kraft durch Freude (die Duttweiler verabscheute) sollten die Urlauber ihre Freizeit innerhalb einer bestimmten Region individuell gestalten können. In wenigen Wochen baute der leitende Angestellte Emil Rentsch eine Organisation auf. Bereits am 1. Juni fuhr der erste Sonderzug von Zürich nach Lugano, erste internationale Gäste trafen zwei Wochen später ein und weitere Destinationen kamen in kurzer Folge hinzu.<ref>Alfred A. Häsler: Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. Hrsg.: Migros-Genossenschafts-Bund. Migros Presse, Zürich 1985, S. 80–82.</ref> Rentsch leitete Hotelplan als Direktor von ihrer Gründung bis zu seiner Pensionierung 1962.<ref>Rudolf Suter: Emil Rentsch gestorben. In: Die Tat. Nr. 295, 16. Dezember 1972, S. 3 (online).</ref> Nach Duttweilers Tod wurde er 1962 zum Verwaltungspräsidenten von Hotelplan ernannt.<ref>Hotelplan-Generalversammlung in Zürich. In: Die Tat. Nr. 167, 23. Juni 1962, S. 4 (online).</ref> Von 1961 bis 1974 war Gerhard Walter (1917–1984), ein Neffe Duttweilers, Geschäftsleiter und Hauptdirektor des Unternehmens.<ref>Gerhard Walter tritt zurück. In: Wir Brückenbauer. 10. Januar 1975, S. 2 (online).</ref><ref>Zum Tod von Gerhard Walter. In: Wir Brückenbauer. 26. Dezember 1984, S. 2 (online).</ref>
Der Schweizerische Hotelierverein und die Schweizerische Verkehrszentrale lehnten die von Duttweiler angebotene Zusammenarbeit aufgrund von unüberbrückbaren Differenzen ab. Hingegen fand er mit dem Reisebüroverband und dem Verband schweizerischer Transportanstalten kooperationswillige Mitstreiter. Trotz Bedenken ihres Verbandes waren zahlreiche Hoteliers bereit, ihre Dienstleistungen wesentlich günstiger als üblich anzubieten. Die Discounter-Strategie und die von Josef Dahinden gedrehten Werbefilme trugen wesentlich zum Erfolg bei; bis Ende Jahr konnten mehr als 52'000 Wochenarrangements verkauft werden, viele Gäste kamen aus dem Ausland. Bis 1939 beteiligten sich über 800 Hotels, Bahnbetriebe und Schifffahrtsgesellschaften am Hotelplan.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. Die 60 Jahre junge Idee. S. 82–84.</ref> Der Zweite Weltkrieg unterbrach die stürmische Entwicklung jäh und Hotelplan schrumpfte vorübergehend zu einem kleinen Reisebüro für Inlandreisen zusammen. Duttweiler entliess die Mitarbeiter nicht, sondern setzte sie für einige kriegswirtschaftliche Funktionen wie das Rationierungswesen der Migros ein.<ref>Curt Riess: Gottlieb Duttweiler – eine Biografie von Curt Riess. Europa Verlag, Zürich 2011, ISBN 978-3-905811-32-2, S. 80–81.</ref>
Expansion
Unmittelbar nach Kriegsende organisierte Hotelplan die ersten Reisen ins Ausland, die nach Mailand, Venedig, Florenz und an die Riviera führten. Umgekehrt kamen 1946 nur britische Gäste in die Schweiz, da Großbritannien damals das einzige europäische Land war, das Devisen für Auslandsreisen zur Verfügung stellte. 1947 eröffnete Hotelplan in Mailand die erste Tochtergesellschaft, 1948 und 1949 kamen weitere in den Niederlanden und Frankreich hinzu.<ref>Geschichte 1940–1949. Hotelplan, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2019; abgerufen am 14. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> 1955 erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Migros-Genossenschafts-Bund die Eröffnung des ersten Feriendorfes, des Riviera Beach Club in Hyères. 1958 nahm Hotelplan im grösseren Umfang den Ferienreiseverkehr nach dem Fernen Osten auf, 1959 wurde das Reisebüro Esco-Reisen übernommen.<ref>Geschichte 1950–1959. Hotelplan, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2019; abgerufen am 14. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Mit der Übernahme von Inghams Travel begann 1962 die Expansion nach Großbritannien, das sich zum zweiten Standbein des Konzerns entwickeln sollte.<ref>Geschichte 1960–1969. Hotelplan, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2019; abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref> 1977 besass Hotelplan weltweit 72 Büros und Verkaufsstellen.<ref>Geschichte 1970–1979. Hotelplan, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2019; abgerufen am 14. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref>
Aufgrund der Marktsättigung und des harten Konkurrenzkampfs im europäischen Reiseveranstaltergeschäft beschloss die Genossenschaft Hotelplan ihre Umwandlung in eine Aktiengesellschaft (vorerst unter dem Namen Hotelplan Internationale Reiseorganisation AG, später umbenannt in Hotelplan AG), die am 21. April 1981 vollzogen wurde. Die Genossenschaft wurde aufgelöst und deren Aktivitäten an die neugegründete AG übertragen. Das Aktienkapital von 5 Millionen Franken wurde durch den Migros-Genossenschafts-Bund voll gezeichnet.<ref>Umwandlung von Hotelplan in eine Aktiengesellschaft. In: Neue Zürcher Zeitung. Nr. 93, 23. April 1981 (online [abgerufen am 11. November 2025]).</ref> 1984 gründete Hotelplan die Horizonte Clubferien und Clubhotels AG, im Januar 1985 konnte das Unternehmen den zehnmillionsten Kunden begrüssen.<ref>Häsler: Das Abenteuer Migros. S. 354.</ref> 1989 erfolgte die Übernahme der Interhome-Gruppe, eines Anbieters von Ferienwohnungen und -häusern, womit die Gruppe nun 36 Unternehmungen mit über 140 Geschäftsstellen in zwölf Ländern umfasste.<ref>Geschichte 1980–1989. Hotelplan, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Oktober 2019; abgerufen am 14. Oktober 2019. Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> 1990 erzielte Hotelplan erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Franken. Bis 1999 stieg dieser auf 1,94 Milliarden.<ref>Geschichte 1990–1999. Hotelplan, abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref> Von 1988 bis 1992 übernahm Walter Zürcher († 2019) die Leitung von Hotelplan Schweiz, bevor er bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1995 als Geschäftsleiter der Hotelplan-Gruppe amtete. Danach war Zürcher bis 2000 weiterhin als Mitglied des Verwaltungsrates der Hotelplan-Gruppe tätig.<ref>Walter Zürcher, ehemaliger CEO von Hotelplan Group, ist gestorben. In: travelnews.ch. 24. Januar 2019, abgerufen am 2. April 2026.</ref>
Ab 1996 gab es das McPlane, ein von Hotelplan bei Crossair gechartertes Flugzeug (McDonnell Douglas MD-83) mit McDonald’s-Angeboten.<ref>Stefan Eiselin: 80 Jahre Mc Donald's: Als Big Macs an Bord serviert wurden. In: aerotelegraph.com. 15. Mai 2020, abgerufen am 23. Juni 2024.</ref>
2000–2010
Am 3. November 2001 wurde die Fluggesellschaft Belair gegründet, weil die damalige Balair als Tochtergesellschaft der Swissair am 2. Oktober 2001 gegroundet war, zur Sicherung des eigenen Charterfluggeschäfts. Im Geschäftsjahr 2001 erzielte Hotelplan einen Umsatzrekord von 2.29 Milliarden Franken. Ende 2001 bezog Hotelplan den neuen Hauptsitz in Glattbrugg und gab die dezentralen Verwaltungsstandorte in der Region Zürich auf, darunter den vormaligen Hauptsitz in Zürich. Per 1. Januar 2002 wurden der Reiseveranstalter Ernst Marti AG übernommen und Teil der neu gegründeten Marti Reisebüro AG, an der Hotelplan Schweiz rund 70 % hielt. Ende Januar 2004 lancierte Hotelplan die Marke EASY! Einfach-Ferien.ch, die das Tiefpreissegment anvisiert. Mitte 2004 wurde die Hotelplan-Tochter TPT tourisme pour tous SA mit Sitz in Lausanne in die Muttergesellschaft einfusioniert, blieb aber als Marke bestehen. Per 1. November wurde die Marti Reisebüro AG übernommen und mit Hotelplan fusioniert. Rückwirkend auf den 1. November wurde die Esco-Reisen AG in Hotelplan einfusioniert und als Marke beibehalten.<ref name="hist2000">Geschichte 2000–2009. Hotelplan, abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref>
2005 übernahm Hotelplan die Aktienmehrheit an der Travelwindow AG, die unter anderem das Online-Reiseportal travel.ch betreibt. Mit dem Zukauf baute Hotelplan ihre Position auf dem Schweizer Online-Reisemarkt aus. Die Tochter Hotelplan Italien lancierte mit T-Club einen neuen Markennamen auf dem italienischen Markt. 2006 wurde die Tochter Hotelplan Holland mit ihren gut 400 Mitarbeitern an die niederländische Oad-Gruppe verkauft.
2007 wurde die bisherige Hotelplan AG durch drei neue Gesellschaften ersetzt. Die Hotelplan Holding AG war eine reine Beteiligungsgesellschaft ohne operative Tätigkeit, die Hotelplan Management AG erbrachte zentrale Dienstleistungen für die einzelnen Gesellschaften der ganzen Gruppe und die Hotelplan Schweiz AG betrieb das operative Reisegeschäft der diversen Schweizer Marken.<ref>Geschichte. Hotelplan, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Februar 2022; abgerufen am 11. November 2025.</ref> Mit dem Warenhaus Globus, einem Unternehmen der Migros, lancierte Hotelplan Suisse 2007 die Marke Globus Reisen. Mit der Übernahme der Travelhouse-Gruppe stieg Hotelplan zum grössten Reiseveranstalter der Schweiz auf und überholte Kuoni. 2007 gingen Hotelplan und Air Berlin eine strategische Partnerschaft ein, gleichzeitig beteiligte sich Air Berlin mit 49 Prozent an Belair. 2008 wurden Hotelplan Schweiz AG und Travelhouse AG in «M-Travel Switzerland» umbenannt und in die MTCH AG fusioniert.<ref name="mtch" /> Die Anbieter Hotelplan, Migros Ferien, Denner Reisen, Globus Reisen, travelhouse, Esco, tourisme pour tous und First Business Travel sind dabei als einzelne Marken von MTCH organisiert.<ref name="hist2000" /> Im Oktober 2009 verkaufte Hotelplan ihren Anteil der Belair an Air Berlin.<ref>Hotelplan verkauft Mehrheit an Fluggesellschaft Belair. Aargauer Zeitung, 29. Oktober 2009, abgerufen am 14. Oktober 2019.</ref>
Seit 2010
Im August 2011 wurde bekannt, dass 27 % der Geschäftsanteile des Ferienhausanbieters Interchalet Ferienhaus zum 1. November 2011 an Hotelplan veräussert werden und zwei Jahre später die restlichen Anteile folgen sollen.<ref>Schweizer kaufen Freiburger Ferienhausanbieter Inter Chalet. Badische Zeitung, 16. August 2011, abgerufen am 16. August 2011.</ref> Im Mai 2012 verkaufte Hotelplan die Beteiligung am defizitären russischen Reiseveranstalter Ascent Travel.<ref>Hotelplan verkauft russische Gesellschaft. Tages-Anzeiger, 10. Mai 2012, abgerufen am 10. Mai 2012.</ref> Per 31. Oktober 2014 nahm Hotelplan Suisse (MTCH AG) die Discount-Reisemarke Denner Reisen vom Markt. Denner als wichtiger Vertriebskanal wird jedoch weiterhin genutzt, beispielsweise mit der Publikation preislich attraktiver Hotelplan-Angebote in der Broschüre „Denner-Woche“.<ref>Geschichte 2010–2018. Hotelplan, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 14. Oktober 2019. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Per 1. Dezember 2015 übernahm Hotelplan den Soft-Adventure-Anbieter Explore Worldwide und den Tauchspezialist Regaldive. Per 31. Oktober 2016 erfolgten die Übernahme des Reisebüros Beo AG Thun und zeitgleich der Verkauf der Geschäftseinheit Hotelplan Italia an den italienischen Reiseveranstalter Eden Viaggi.<ref>Akquisitionen & Veräusserungen (Geschäftsbericht 2016). Migros-Genossenschafts-Bund, abgerufen am 16. November 2017.</ref> Das Online-Reiseportal travel.ch wurde Ende Oktober 2017 eingestellt.<ref>Hotelplan Suisse: Tim Bachmann geht, Travel.ch verschwindet. aboutTravel, 21. September 2017, abgerufen am 16. November 2017.</ref> 2019 übernahm Hotelplan den Reiseveranstalter vtours.<ref>Hotelplan Group übernimmt Online-Anbieter vtours. travelnews.ch, 7. Oktober 2019, abgerufen am 7. Oktober 2019.</ref> Infolge der COVID-19-Pandemie hat Hotelplan Suisse angekündigt, dass das Reiseprogramm ins Ausland noch bis zum 14. Juni 2020 ausgesetzt wird.<ref>Reiseveranstalter sagen Auslandreisen bis Mitte Juni ab. In: aargauerzeitung.ch. CH Media, 18. Mai 2020, abgerufen am 18. Mai 2020.</ref> Aufgrund des Verkaufs von Globus durch Migros hat sich Hotelplan Suisse entschieden, ab 1. Februar 2021 unter der Marke «Globus Reisen» keine Reisen mehr zu produzieren und zu vertreiben. Im Zuge der Corona-Krise wurde die Tourismusindustrie schwer getroffen, so auch die Hotelplan Gruppe. Schmerzliche Restrukturierung, das schlechteste Jahresergebnis der Geschichte und ein Umsatzrückgang von 57,7 % im Geschäftsjahr 2019/2020 waren Folgen der Pandemie.<ref name=":0"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Jahresbericht 2019/2020 ( des Vorlage:IconExternal vom 7. November 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.</ref> Der Aktionär, der Migros-Genossenschafts-Bund, stellte in dieser herausfordernden Zeit genügend Liquidität zur Verfügung. So konnten die Kundengelder schnellstmöglich rückerstattet und die Kunden schadlos gehalten werden. Im Mai 2021 wurde bekannt, dass vorerst in den Filialen Olten und Stans ein Teil der Verkaufsfläche an Salt Mobile untervermietet wird.<ref>Ulrich Rotzinger: Hotelplan: Reisetochter der Migros geht mit Salt fremd – Doppelfilialen. In: blick.ch. 18. Mai 2021, abgerufen am 18. Mai 2021.</ref> Von den Herausforderungen während der Pandemie hat sich Hotelplan inzwischen erholt und den Umsatz von 2019 übertroffen. 2023 wurde die Filiale in Zürich-Oerlikon geschlossen bezw. in eine bestehende Filiale von Ex Libris verlegt.<ref>Benjamin Weinmann: Migros spart Mietkosten: Hotelplan und Ex Libris in einer Filiale. In: luzernerzeitung.ch. 17. September 2023, abgerufen am 11. Mai 2024.</ref>
Die Hotelplan Management AG übernimmt gemäss Fusionsvertrag vom 28. April 2020 und Bilanz per 31. Oktober 2019 die Hotelplan Holding AG.<ref>Hotelplan Management AG. Handelsregisteramt des Kantons Zürich, abgerufen am 11. November 2025.</ref> Diese wiederum wurde gemäss Fusionsvertrag vom 17. März 2022 und Bilanz per 31. Oktober 2021 von der MTCH AG übernommen.<ref name="mtch" />
Verkauf
Am 2. Februar 2024 gab die Migros-Gruppe bekannt, Hotelplan verkaufen zu wollen.<ref>Die Migros stärkt das Kerngeschäft und sucht für Hotelplan und Mibelle neue Eigentümer. In: corporate.migros.ch. Migros-Genossenschafts-Bund, 2. Februar 2024, abgerufen am 2. Februar 2024.</ref> Mit dem Verkauf wurde die US-Investmentbank Houlihan Lokey beauftragt.<ref>Jean-Claude Raemy: Hotelplan Group: Migros setzt trotz Herausforderungen auf Komplettverkauf. In: blick.ch. 25. Juli 2024, abgerufen am 25. August 2024.</ref> Am 12. Februar 2025 wurde bekannt, dass die DERTOUR Group, unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Behörden, die gesamte Hotelplan Group mit Ausnahme von Interhome übernimmt. Interhome wird von der Hometogo Group übernommen.<ref>Neue Eigentümer für die Hotelplan Group. In: corporate.migros.ch. 12. Februar 2025, abgerufen am 12. Februar 2025.</ref> Am 26. August 2025 wurde bekannt, dass die Wettbewerbskommission (Weko) die Übernahme durch die DERTOUR Group genehmigte.<ref>Kauf von Migros-Tochter - Dertour kann Hotelplan übernehmen. In: srf.ch. 26. August 2025, abgerufen am 26. August 2025.</ref> Am 29. August 2025 wurde der formelle Abschluss des Verkaufsprozesses bekanntgegeben.<ref>Hotelplan Group erfolgreich veräussert. corporate.migros.ch, 29. August 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref> Hotelplan Group CEO Laura Meyer hat das Unternehmen laut einer Ankündigung zum 30. September 2025 verlassen.<ref>Anja Bacher: Kauf vollzogen: DERTOUR Group übernimmt gesamte Hotelplan Group, ausgenommen Interhome. dertour-group.com, 29. August 2025, abgerufen am 29. August 2025.</ref>
Zahlen und Fakten
Im Geschäftsjahr 2023/2024 (1. November 2023 bis 31. Oktober 2024) erzielte das Unternehmen (damals noch inkl. Interhome) einen Umsatz von CHF 1'781.8 Mio. und beschäftigte 2’589 Mitarbeitende.<ref name="jb2024" /> Hotelplan betreibt über ihre Geschäftseinheit Hotelplan Suisse (Stand Januar 2024) 82 Filialen in der Schweiz.
Hotelplan ist die Nummer 1 der Schweizer Reisebranche.<ref>Als Ganzes oder in Teileinheiten! Nummer 1 der Schweiz wird verkauft. Abgerufen am 14. August 2024.</ref>
Geschäftseinheiten
<ref>Kauf vollzogen: DERTOUR Group übernimmt gesamte Hotelplan Group, ausgenommen Interhome. 29. August 2025, abgerufen am 24. Oktober 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Schweizer Geschäft (mit den Marken Hotelplan, Migros Ferien, travelhouse, tourisme pour tous und dem Bereich Geschäftsreisen mit den Veranstaltern bta first travel und Finass Reisen AG) gehört seit der Übernahme durch die DERTOUR Group zu DERTOUR Suisse, der Reiseveranstalter vtours mit Sitz in Aschaffenburg zu DERTOUR Deutschland und Hotelplan UK (mit den Marken Inghams, Inntravel, Santa’s Lapland und Explore Worldwide) gehört zu DERTOUR UK.
- Hotelplan Suisse (Marken: travelhouse, tourisme pour tous), Umsatz 2024: 224.8 Mio.
- Volume Tour Operating (Veranstaltermarken: Hotelplan, Migros Ferien, vtours), Umsatz 2024: 914.6 Mio.
- Hotelplan UK (Marken: Inghams, Inntravel, Santa’s Lapland, Explore Worldwide), Umsatz 2024: 211.7 Mio.
- Business Travel
- bta first travel (Marke), Umsatz 2024: 10.0 Mio.
- Finass Reisen AG, Wetzikon<ref>Finass Reisen AG. In: Zefix. Abgerufen am 25. August 2024.</ref>, Umsatz 2024: 5.7 Mio.
Weblinks
Einzelnachweise
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