Zum Inhalt springen

Geothermisches Informationssystem

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 12. Dezember 2025 um 15:34 Uhr durch imported>LukeTriton (Kleinkram).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Vorlage:Medienbox/Kopf
Sprachen Deutsch, Englisch
Betreiber LIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Redaktion LIAG-Institut für Angewandte Geophysik
Registrierung Nein
Online seit 2006
(aktualisiert 2025)
https://www.geotis.de

Das Geothermische Informationssystem (GeotIS) ist ein frei zugängliches Informationssystem für Geothermie in Deutschland, entwickelt und betrieben vom LIAG-Institut für Angewandte Geophysik.<ref>Thorsten Agemar, Jessica-Aileen Alten, Britta Ganz, Jörg Kuder, Klaus Kühne, Sandra Schumacher, Rüdiger Schulz: The Geothermal Information System for Germany – GeotIS. In: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. Band 165, Nr. 2, 1. Juni 2014, ISSN 1860-1804, S. 129–144, doi:10.1127/1860-1804/2014/0060 (schweizerbart.de [abgerufen am 27. Oktober 2024]).</ref><ref>Geothermal Information System. Registry of Research Data Repositories, doi:10.17616/R3M89J.</ref> Das Ziel des GeotIS ist die Harmonisierung und Aufbereitung geothermischer Daten um die erste Bewertung geothermischer Projekte zu erleichtern und das allgemeine Fündigkeitsrisiko zu minimieren.<ref name=":1" />

Stand 2018 ist das GeotIS die größte und umfassendste Sammlung geologischer Daten für die Bewertung geothermischer Ressourcen in Deutschland.<ref name=":1">Thorsten Agemar, Josef Weber, Inga Moeck: Assessment and Public Reporting of Geothermal Resources in Germany: Review and Outlook. In: Energies. Band 11, Nr. 2, 2. Februar 2018, ISSN 1996-1073, S. 332, doi:10.3390/en11020332 (mdpi.com [abgerufen am 11. Dezember 2025]).</ref>

Entwicklung

Für den Ausbau der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland empfahl das Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag im Jahr 2003 unter anderem die Erstellung eines umfassenden Ressourcenatlas. In der Folge förderte das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit 2006 bis 2009 das Projekt „Geothermisches Informationssystem für Deutschland“ (GeotIS), das sich auf die tiefen Grundwasserleiter im östlichen Norddeutschen Becken, im Oberrheingraben und in Süddeutschland konzentrierte. Bereits in dieser frühen Phase entstanden zwei 3D-Struktur- sowie zwei 3D-Temperaturmodelle.<ref name=":0">Entwicklungsgeschichte unseres Geothermischen Informationssystems. In: GeotIS Homepage. Abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref>

Seit seinem Start 2006 wird GeotIS vom LIAG gemeinsam mit zahlreichen Partnern in mehreren Projekten kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt.<ref name=":0" />

Datengrundlage

Die Datengrundlage von GeotIS umfasst mehr als 30.000 Bohrungen, überwiegend aus der Erdöl- und Erdgasexploration, außerdem aus der Geothermie sowie aus Thermal-, Mineralwasser- und Bergbaubohrungen. Ergänzend fließen hydraulische Informationen ein, darunter Porositäts- und Permeabilitätswerte und Testergebnisse aus dem „Fachinformationssystem Kohlenwasserstoffe“ des LBEG, aus den Datenbeständen der Projektpartner und aus dem „Hauptspeicher Bohrungsdaten“ der ehemaligen DDR. Zudem enthält das System Temperaturdaten aus dem Fachinformationssystem Geophysik des LIAG und Strukturdaten aus verschiedenen Kartenwerken und Arbeiten der Projektpartner, einschließlich der staatlichen geologischen Dienste.<ref>Grundlagen für das Geothermische Informationssystem. In: GeotIS Homepage. Abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref><ref>Projektpartner bei der Entwicklung des Geothermischen Informationssystems. In: GeotIS Homepage. Abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref>

Funktionen

Das GeotIS bietet mehrere interaktive Anwendungen, wie Kartendienste, Profil- und Statistikwerkzeuge, aber auch statische Übersichtskarten, zugehörige Publikationen und ein E-Learning-Portal.<ref>Dr. Thorsten Agemar, Jessica Alten, Jens Gramenz, Michael Wolf, Sebastian Sperlich, Mohammad Sazegar: Geothermisches Informationssystem für Deutschland. In: GeotIS Homepage. Abgerufen am 11. Dezember 2025.</ref>

Weblinks

Literatur

  • R. Schulz, T. Agemar, A.-J. Alten, K. Kühne, A.-A. Maul, S. Pester und W. Wirth: Aufbau eines geothermischen Informationssystems für Deutschland. Urban-Verlag, Hamburg-Wien 2007 (geotis.de [PDF]).
  • Thorsten Agemar, Jessica-Aileen Alten, Britta Ganz, Jörg Kuder, Klaus Kühne, Sandra Schumacher, Rüdiger Schulz: The Geothermal Information System for Germany – GeotIS. In: Zeitschrift der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften. Band 165, Nr. 2, 2014, ISSN 1860-1804, doi:10.1127/1860-1804/2014/0060 (schweizerbart.de).

Einzelnachweise

<references />