Zum Inhalt springen

Christian Bartenbach

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 14. April 2026 um 11:00 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Christian Bartenbach (* 14. Mai 1930 in Innsbruck, Österreich; † 9. August 2025<ref>Edith Schlocker: Trauer um Tirols „Lichtpapst“: Christian Bartenbach ist tot. In: Tiroler Tageszeitung. Tiroler Tageszeitung, 12. August 2025, abgerufen am 12. August 2025.</ref>) war ein österreichischer Ingenieur, Unternehmer, Erfinder und Hochschullehrer. Er war Spezialist für Beleuchtungstechnik und galt als Pionier der Lichtplanung.<ref>Designline Licht - Im Gespräch: Interview mit Christian Bartenbach. In: designlines.de. BauNetz Media GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Februar 2012; abgerufen am 13. August 2025.</ref><ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.</ref><ref>Licht als Beruf - Interview mit Christian Bartenbach online. In: BauNetz. 5. Juli 2007, abgerufen am 13. August 2025.</ref>

Leben

Datei:ProfChristianBartenbach.jpg
Christian Bartenbach

Bartenbach wuchs in einem technisch geprägten Elternhaus als Sohn des gelernten Elektro- und Radiomechanikers Gustav Adolf Bartenbach sen. (1897–1962) auf, der einen Vorläufer des Tauchsieders erfand und patentierte.<ref>Christian Emil Steppan: Die Bartenbachs. Vom Tauchsieder zum Lichtphilosophen. In: historia.scribere. Nr. 1, S. 74 (scribere.at).</ref>

Bartenbach besuchte die Höhere Technische Lehranstalt in Innsbruck. 1954 schloss er das Studium als Ingenieur für Elektronik und Elektrotechnik ab. Anschließend arbeitete er im Familienunternehmen „G.A. Bartenbach, Innsbruck“ und baute darin die Lichttechnische Entwicklungsabteilung auf. 1960 gründete er zusammen mit seinem Bruder Gustav Adolf Bartenbach jun. die „Leuchtenfabrik Bartenbach Lichtsysteme GmbH“, an der er zur damaligen Zeit 50 Prozent der Anteile hatte. Neben seiner Tätigkeit als damaliger Geschäftsführer erforschte und entwickelte er Kunstlichtsysteme.

Die Begegnung mit Ivo Kohler, dem Leiter des Psychologischen Instituts der Universität Innsbruck, veranlasste ihn zum Ausbau der wissenschaftlichen Forschung innerhalb der Entwicklungsabteilung des Unternehmens, wobei er die Wahrnehmungspsychologie in die angewandte Lichtforschung einband. Ab 1964 widmete sich Christian Bartenbach ausschließlich der angewandten Lichtforschung und reduzierte seine Aktivität als Geschäftsführer. Er entwickelte die Dark-Light-Technik (Spiegelrastertechnologie), die erste blendungsfreie Beleuchtung.

1968 gründete Christian Bartenbach das Planungsbüro „Lichtplanung Christian Bartenbach“ in München, das sich ausschließlich mit dem Medium Licht in Zusammenhang mit der lichtarchitektonischen Gestaltung von Innen- und Außenräumen befasst, und verlegte seinen Wohnsitz von Innsbruck nach München. 1970 wurden die in Österreich erarbeiteten Forschungsergebnisse konsolidiert und 1975 auf das Gebiet der Beleuchtung von Großraumbüros konzentriert.

Er entwickelte die Tageslicht-Umlenktechnik und mehrere Sonnenschutzsysteme, für die in mehreren Ländern Patente erteilt wurden. 1989 schuf Josef Lackner das neue Stammhaus, das „Bartenbach LichtLabor“ in Aldrans. Dort werden im so genannten „Künstlichen Himmel“ Lichtsituationen erzeugt, wie sie an jedem beliebigen Längen- und Breitengrad auf der Welt, jahres- und tageszeitlich exakt determiniert auftreten können.

Ab 1994 befasste sich Christian Bartenbach vornehmlich mit der Tageslichtumlenkung in Innenräumen, insbesondere in Büroräumen. Mit Christian Berger entwickelte er das Cine Reflect Lighting System. 2003 gründete er die Lichtakademie Bartenbach (heute Bartenbach Academy), die ebenfalls in Aldrans situiert war. Seit Oktober 2013 firmiert das von Christian Bartenbach gegründete Unternehmen „Bartenbach LichtLabor“ nur mehr unter der Bezeichnung „Bartenbach GmbH“ mit seinen zwei Divisionen Lighting Design und Research & Development. Ende 2024 verlegte das Unternehmen seinen Standort nach Wattens.<ref>Our history. Bartenbach GmbH, abgerufen am 11. April 2026.</ref>

Am 8. November 2018 wurde ihm der Österreichische Staatspreis Patent für sein Lebenswerk als außergewöhnlicher österreichischer Erfinder verliehen.

Lehrtätigkeit

Ab 1983 lehrte Bartenbach als Honorarprofessor an der Technischen Universität München. Er lehrte außerdem an der Universität Innsbruck sowie ab 1985 an der Akademie der Bildenden Künste München und ab 1994 an der Technischen Universität Wien.

Planungen (Auswahl)

Publikationen

  • mit Peter Bartenstein: Architektur und Tageslicht, Haus Vaucher, Amman, Zürich 1984, ISBN 3-250-10021-8.
  • mit Reinhart Morscher, Hans Spindler: Bauen mit Tageslicht: Bauen mit Kunstlicht, Roland Geller Corthesy (Hrsg.), 1998, ISBN 978-3-528-08104-1
  • Sechstes Symposium Innovative Lichttechnik in Gebäuden – 27. und 28. Januar 2000, Regensburg 2000, ISBN 3-934681-03-4.
  • mit Wolfgang Rang: Licht ist nicht sichtbar, Licht macht sichtbar, Fachhochschule Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2006, ISBN 3-9808490-7-4.
  • mit Walter Witting: Handbuch für Lichtgestaltung – Lichttechnische und wahrnehmungspsychologische Grundlagen, Springer Verlag, Wien 2009, ISBN 978-3-211-75779-6.
  • Licht: Meine Erkenntnisse, Birkhäuser, Basel 2021, ISBN 978-3-0356-2294-2.

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

<references/>

Vorlage:Hinweisbaustein