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N-Methylanilin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Struktur von N-Methylanilin
Allgemeines
Name N-Methylanilin
Andere Namen
  • N-Methyl-N-phenylamin
  • N-Methylphenylamin
  • N-Methylaminobenzol
  • Monomethylanilin
  • NMA
Summenformel C7H9N
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche ölige Flüssigkeit mit anilinähnlichem Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 202-870-9
ECHA-InfoCard 100.002.610
PubChem 7515
ChemSpider 7234
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 107,16 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig<ref name="GESTIS" />

Dichte

0,99 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Schmelzpunkt

−57 °C<ref name="GESTIS" />

Siedepunkt

196 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck
  • 1,59 hPa (40 °C)<ref name="GESTIS" />
  • 3,02 hPa (50 °C)<ref name="GESTIS" />
Löslichkeit
  • schlecht in Wasser (5,62 g·l−1 bei 20 °C)<ref name="GESTIS" />
  • löslich in Ethanol, Ether und Chloroform<ref>wxyschem: N-Methylaniline</ref>
Brechungsindex

1,571 (20 °C)<ref>Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),<ref name="CLP_100.002.610">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der Datenbank ECHA CHEM der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA)Vorlage:Abrufdatum Hersteller bzw. Inverkehrbringer können die harmonisierte Einstufung und Kennzeichnung erweitern.</ref> ggf. erweitert<ref name="GESTIS" />
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301+311+331​‐​373​‐​410
P: 273​‐​280​‐​301+310​‐​302+352+312​‐​304+340+311​‐​314<ref name="GESTIS" />
MAK

Schweiz: 0,5 ml·m−3 bzw. 2,2 mg·m−3<ref>Schweizerische Unfallversicherungsanstalt (Suva): Grenzwerte – Aktuelle MAK- und BAT-Werte (Suche nach 100-61-8 bzw. N-Methylanilin)Vorlage:Abrufdatum</ref>

Toxikologische Daten

360 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="alfa">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Alfa AesarVorlage:Abrufdatum (Seite nicht mehr abrufbar).</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

N-Methylanilin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der sekundären Amine und isomer zu den Toluidinen. Sie liegt in Form einer farblosen bis gelblichen Flüssigkeit mit anilinähnlichem Geruch vor, die sich an der Luft dunkel färbt.

Gewinnung und Darstellung

N-Methylanilin kann durch Reaktion von Anilin und Methanol unter Druck bei 230 °C und Zusatz eines sauren Katalysators wie Schwefelsäure oder Chlorwasserstoff hergestellt werden:<ref>Wissenschaft-Online-Lexika: Eintrag zu N-Methylaniline im Lexikon der Chemie. Abgerufen am 26. August 2009.</ref>

<math>\mathrm{C_6H_5{-}NH_2 + CH_3OH \ \xrightarrow[230^{\circ}C,\ Druck]{H_2SO_4\,/\,HCl}}</math> <math>\mathrm{C_6H_5{-}NH{-}CH_3 + H_2O}</math>
Anilin und Methanol reagieren mit Schwefelsäure oder Chlorwasserstoff als Katalysator zu N-Methylanilin und Wasser.

Eine neuere Methode ist die Umsetzung von Anilin und Formaldehyd mit anschließender Hydrierung des Zwischenprodukts N-Methylidenanilin. Besonders leicht verlaufen beide Reaktionen am Zeolith Y-Katalysator.<ref name=steen>E. V. Steen (Hrsg.), C. Claeys (Hrsg.): Recent advances in the science and technology of zeolites and related materials: proceedings of the 14th International Zeolite Conference, Kapstadt, Südafrika, 25–30. April 2004, Part 3, Gulf Professional Publishing, 2004, ISBN 978-0-444-51825-5, S. 2221–2227.</ref> NMR-spektroskopische Untersuchungen zeigten dabei, dass beim Einsatz von Zeolith das Methanol zunächst zu Formaldehyd oxidiert wird.<ref>G. A. Webb, A. E. Aliev: Nuclear Magnetic Resonance. Volume 32, Royal Society of Chemistry, 2003, ISBN 978-0-85404-342-2, S. 277.</ref><ref>E. G. Derouane (Hrsg.): Principles and methods for accelerated catalyst design and testing. Volume 69 of NATO Science Series, Springer, 2002, ISBN 978-1-4020-0720-0, S. 429.</ref>

<math>\mathrm{C_6H_5{-}NH_2 + CH_2O \ \xrightarrow{Zeolith-Kat.} \ \ C_6H_5{-}N{=}CH_2 + H_2O}</math>
Anilin und Formaldehyd reagieren am Zeolith-Katalysator zu N-Methylidenanilin und Wasser.
<math>\mathrm{C_6H_5{-}N{=}CH_2 + H_2 \ \xrightarrow{Zeolith-Kat.} \ \ C_6H_5{-}NH{-}CH_3}</math>
N-Methylidenanilin wird am Zeolith-Katalysator zu N-Methylanilin hydriert.

Eigenschaften

Die Basizität von N-Methylanilin ist aufgrund der zusätzlichen Methylgruppe höher als die von Anilin, aber niedriger als die der meisten aliphatischen Amine.

Verwendung

N-Methylanilin wird als Zwischenprodukt bei der Herstellung von Farbstoffen und anderen chemischen Verbindungen und als Additiv für Kraftstoffe (als Antiklopfmittel) verwendet.<ref>Betriebsstoffe.ch: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Additive für Ottokraftstoffe (Memento vom 29. August 2010 im Internet Archive)</ref>

Aufgrund seines Brechungsindexes kann es mit Hilfe der Immersionsmethode bei der Bestimmung von Smaragden verwendet werden.

Sicherheitshinweise/Risikobewertung

Die Dämpfe von N-Methylanilin können mit Luft ein explosionsfähiges Gemisch (Flammpunkt 78 °C, Zündtemperatur 500 °C) bilden. N-Methylanilin lädt sich durch Bewegung in der Flüssigkeit elektrostatisch auf. Bei Kontakt mit nitrosierenden Verbindungen kann es zur Bildung von kanzerogenem N-Nitroso-N-methylanilin kommen.

N-Methylanilin wurde 2019 von der EU gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 (REACH) im Rahmen der Stoffbewertung in den fortlaufenden Aktionsplan der Gemeinschaft (CoRAP) aufgenommen. Hierbei werden die Auswirkungen des Stoffs auf die menschliche Gesundheit bzw. die Umwelt neu bewertet und ggf. Folgemaßnahmen eingeleitet. Ursächlich für die Aufnahme von N-Methylanilin waren die Besorgnisse bezüglich kumulative Exposition, Exposition von Arbeitnehmern, hohes Risikoverhältnis (Risk Characterisation Ratio, RCR) und weit verbreiteter Verwendung sowie der möglichen Gefahren durch krebsauslösende und mutagene Eigenschaften. Die Neubewertung läuft seit 2023 und wird von Polen durchgeführt.<ref>Community Rolling Action Plan (CoRAP) der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA): Vorlage:Linktext-CheckVorlage:AbrufdatumVorlage:CoRAP-Status/2023 </ref>

Einzelnachweise

<references />