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Twannberg (Meteorit)

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Vorlage:Infobox Meteorit

Der Meteorit Twannberg ist der grösste Meteorit, der bisher in der Schweiz gefunden worden ist. Der Fall ereignete sich vor ca. 160'000 Jahren, das Streufeld hat eine Länge von über 6 km. Es handelt sich um das erste in der Schweiz entdeckte Meteoriten-Streufeld und um den einzigen bisher in Europa entdeckten Eisenmeteoriten der Klasse IIG. Von der Kategorie mit besonders geringem Nickel-Anteil existieren weltweit nur sechs Stück. Sie stammen aus dem ersten Tausendstel der Geschichte des Sonnensystems.<ref>Der Schatz von Twannberg, NZZ, 19. August 2016</ref>

Fundgeschichte

Das erste Fragment (mit 15,916 kg) des Meteoriten wurde am 9. Mai 1984 von einer Bäuerin bei Twann im Kanton Bern aufgefunden. Ein zweites Stück des Meteoriten mit einer Masse von 2,25 kg wurde 16 Jahre später, im Jahr 2000 eingemauert auf einem Dachboden eines Hauses in Twann entdeckt. Ein drittes Stück des Meteoriten wurde 2005 entdeckt, als das Museum Schwab in Biel seine geologischen Bestände als Dauerleihgabe an das Naturhistorische Museum Bern übergab und sich bei der Begutachtung der Objekte herausstellte, dass es sich bei einem als Hämatit geführten Stein in Wahrheit um einen Meteoriten handelte.<ref>Beda A. Hofmann, Marc Jost, Andreas Koppelt: Der Twannberg Eisenmeteorit Funde1984-2016. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 14. Oktober 2020; abgerufen am 12. April 2026.</ref>

Bis zum Sommer des Jahres 2009 entdeckten Goldsucher im Twannbach immer wieder kleinere Fragmente des Meteoriten. Die räumliche Ausdehnung des Streufeldes wurde ab dem Jahr 2009 systematisch von einem Suchteam kartiert, das aus Wissenschaftlern, ehrenamtlichen Meteoritenforschern und Meteroritensuchern bestand.<ref name=":0"></ref>

Bis August 2016 wurden ca. 600 Fragmente mit einer Gesamtmasse von über 72 kg aufgefunden. Bis zum Jahr 2020 wuchs die Zahl der Funde auf knapp 1.800 Fragmente mit einer Gesamtmasse von mehr als 140 kg.<ref name="ORF">Schweiz schenkt NHM Meteoritenteil? Auf: orf.at, 1. Oktober 2020, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Bis Ende 2022 hat sich die Zahl der Funde auf mehr als 2.000 Fragmente erhöht, die bekannte Gesamtmasse beträgt mehr als 152 kg.<ref>Strewnfield members of Twannberg. In: lpi.usra.edu. Abgerufen am 12. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":0" />

Sammlung

Ein beträchtlicher Teil der Gesamtmasse im Umfang von mehr als 50 kg bestehend aus mehr als 500 Fragmenten befindet sich im Naturhistorischen Museum Bern.<ref></ref> Das Naturhistorische Museum Fribourg konnte im Jahr 2016 ein ca. 1 kg schweres Stück erwerben, das vom zweitgrößten Fundstück – mit einer Masse von 5,75 kg – abgetrennt worden war.<ref>Naturhistorisches Museum Freiburg: Ein Berner in Freiburg : der Twannberg-Meteorit. Abgerufen am 12. April 2026.</ref> Einzelne Funde gibt es auch am Naturhistorischen Museum Basel, Naturmuseum St. Gallen, Musée d’histoire naturelle Genève, Musée Cantonal de Géologie Lausanne, im Sauriermuseum Aathal und an der ETH Zürich.<ref></ref> Im Oktober 2020 wurde dem Naturhistorischen Museums Wien ein Fragment mit einer Masse von 370 g geschenkt, das in der Meteoritensammlung ausgestellt ist.<ref>Schweizer Twannberg Meteorit im Naturhistorischen Museum Wien. Abgerufen am 12. April 2026.</ref><ref>Naturhistorisches Museum Wien - Pressemitteilung-Detailseite. Abgerufen am 12. April 2026.</ref> Zwei Exemplare befinden sich auch im Fersman Mineralogical Museum in Moskau.<ref></ref>

Siehe auch

Literatur

  • Beda A. Hofmann, Silvio Lorenzetti, Otto Eugster, Urs Krähenbühl, Gregory Herzog, Feride Serefiddin, Edwin Gnos, Manuel Eggimann und John T. Wasson: The Twannberg (Switzerland) IIG iron meteorites: Mineralogy, chemistry, and CRE ages. In: Meteoritics & Planetary Science, 44 (2009), S. 187–199 (PDF; 7,3 MB).

Weblinks

Einzelnachweise

<references />