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Otto Rethel

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Otto Rethel (* 26. Dezember 1822 in Aachen; † 7. April 1892 in Düsseldorf) war ein deutscher Historien-, Genre- und Porträtmaler.

Leben und Wirken

Datei:Abbildung des Hofgärtnerhaus in Düsseldorf, Seite aus dem Unica Album von Otto Rethel, um 1867.jpg
Abbildung des Hofgärtnerhaus in Düsseldorf, Seite aus dem Unica Album von Otto Rethel, um 1867

Rethel, der jüngere Bruder des bekannten Historienmalers Alfred Rethel, war anfangs für den Kaufmannsstand bestimmt,<ref>Wolfgang Müller von Königswinter: Alfred Rethel. Blätter der Erinnerung. F. A. Brockhaus, Leipzig 1861, S. 137.</ref> studierte nach seiner Aachener Schulzeit von 1840 bis 1842 das Fach Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Karl Ferdinand Sohn und Wilhelm von Schadow. Danach spezialisierte er sich zunächst bis in die 1850er Jahre auf biblische Motive sowie größere Altarbilder. Er wird zur Künstlergruppe der Düsseldorfer Malerschule gezählt.

Datei:Die Gartenlaube (1880) 181.jpg
Aus dem Album Die Gartenlaube, 1880

Als sein Bruder Alfred ab 1852 zunehmend an einer Gehirnerkrankung mit einhergehender Demenz erkrankte, unterstützte Rethel ihn auf seinem Leidensweg und sorgte nach dessen Tod im Jahr 1859 auch für die junge Witwe des Bruders, Marie, Tochter des Malers August Grahl, und deren gerade erst sechs Jahre alte Tochter Else, die später den Maler Karl Rudolf Sohn, Sohn seines ehemaligen Lehrers, heiratete. Diese belastenden Erlebnisse scheinen der Auslöser für seinen Wechsel von biblischen Motiven zu den jetzt entstehenden Genrebildern wie beispielsweise: „Wiedersehen nach überstandener Krankheit, am Herd, im Trauerhaus, te Kindheit“ und andere zu sein. Darüber hinaus folgten noch zahlreiche eindrucksvolle Porträtbilder. Dabei wurden von Kunstkritikern besonders die ausdrucksvolle Darstellung der Persönlichkeit und die Farbtöne des Fleisches in den Porträts gewürdigt.

Rethel war zeitlebens in Düsseldorf tätig und aktives Mitglied im Künstlerverein Malkasten<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Bestandsliste Künstlerverein Malkasten. (Memento des Vorlage:IconExternal vom 30. Dezember 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/malkasten.org</ref>, wo er beispielsweise 1879 an der Aufführung Lebender Bilder nach dem Bild seines verstorbenen Bruders Alfred „Hannibal hat die Alpen überquert“ zum Besten der Künstler-Witwen-Kasse auftrat.<ref>Volker Frech: Lebende Bilder und Musik am Beispiel der Düsseldorfer Kultur. Diplomica, Hamburg 1999, ISBN 3-8386-3062-9, S. 77.</ref> Eine seiner privaten Schüler war Margarete Hoenerbach.

Um 1850 wohnte Otto Rethel mit seiner Mutter Johanna und seiner unverheirateten Schwester Emma auf der Kastanienallee 297.<ref>Wohnungsanzeiger und Adreßbuch der Oberbürgermeisterei Düsseldorf, Buchstabe R. (digital.ub.uni-duesseldorf.de).</ref> Im September 1850 heiratete er die Musikerin Emma (1824–1902<ref>Echo der Gegenwart, 15. Mai 1902, S. 3, Rubrik „Familiennachrichten“</ref>), eine geborene Haldensleben aus Brühl,<ref>Josef Ponten: Alfred Rethel; des Meisters Werke. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart 1911, S. 192 (Textarchiv – Internet Archive).</ref><ref>Civilstand der Sammtgemeinde Düsseldorf. Eheversprechen, verkündigt am Sonntag den 22. September 1850, bestehend zwischen: 8. dem Maler Otto Rethel zu Aachen und der Johanne Carol. Emma Haldensleben zu Brühl. In Düsseldorfer Journal und Kreisblatt (No. 236), vom 2. Oktober 1850 (uni-duesseldorf.de)</ref> zog in die Jägerhofstraße Haus Nr. 27 und Ende der 1860er Jahre in die zweite Etage des Hofgartenhauses. Im Haus Nr. 1 wohnte um 1870 auch der Maler Philipp Röth.<ref>Adreßbuch der Obermeisterei Düsseldorf, 1870, im Forum ahnenforschung-bildet.de, abgerufen am 2. August 2015.</ref> Um 1872 kaufte er ein kleines Haus auf der Rosenstraße 38, neben der Kunstgärtnerei Schlagwein.<ref>Rosenstraße 38 und 40, in Adressbuch Düsseldorf 1873.</ref> Dort wohnte er bis zu seinem Tod im Jahre 1892.<ref>Otto Rethel, Rosenstraße 38, Adressbuch Düsseldorf 1889.</ref> Rethel wurde auf dem nördlichen Teil, sein Bruder Alfred und seine Mutter Johanna auf dem südlichen Teil, des historischen Golzheimer Friedhofs begraben.

Familie

Otto und Emma Rethel hatten vier Kinder:

Werke (Auswahl)

Datei:Otto Rethel, Porträt eines jungen Mädchens, 1881.jpg
Porträt eines jungen Mädchens, 1881
  • Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, …; o. J.
  • Torquato Tasso, 1843
  • Der Gang nach Emmaus, ging 1845 auf der Ausstellung des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen<ref>Der Gang nach Emmaus auf der Ausstellung des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1845</ref> durch Gewinnlos an Barthold Suermondt<ref>Der Gang nach Emmaus, von Otto Rethel, auf Nr. 1583, an Herrn Barthold Suermondt in Aachen. In Düsseldorfer Kreisblatt und Täglicher Anzeiger (No. 216), vom 11. August 1845 (uni-duesseldorf.de)</ref>
  • Christus und Judas, 1846<ref>Christus und Judas auf der Ausstellung des Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1846</ref>
  • Alkuin lehrt Kaiser Karl den Großen das Schreiben, Düsseldorfer Kunstausstellung, 1847<ref>Urtheile eines Laien über die diesjährige Düsseldorfer Kunstausstellung (…) „Carl der Große lernt schreiben“ von Otto Rethel. In Düsseldorfer Zeitung (No. 226), vom 16. August 1847 (uni-duesseldorf.de)</ref>
  • Boas findet Ruth Ähren lesend, 1855, (im Museum zu Leipzig)
  • Die tief empfundene Rückkehr des Tobias, Paulus und Silas, o. J. (Altarbild)
  • Christus am Ölberg (evangelische Kirche in Oppeln<ref>Die Franziskanerkirche aus dem 14. Jahrhundert war bis Ende des Zweiten Weltkrieges Stadtpfarrkirche der evangelischen Gemeinde in Oppeln.</ref>), o. J.
  • Segnender Christus, (evangelische Kirche zu Zippnow) o. J.<ref>Friedrich Schaarschmidt: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert, Verl. des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, 1902, S. 69 (uni-duesseldorf.de)</ref>
  • Wiedersehen nach überstandener Krankheit, o. J.
  • Bildniss Lehrer Anton Crumbach, o. J. (vor 1860)<ref>Bildniss des am 25. Dezember 1860 gestorbenen Lehrers Anton Crumbach, der lange Zeit eine Privat-Elementarschule in Düsseldorf gehabt hat, gemalt von Maler Otto Rethel. In Verzeichniss der in dem Historischen Museum der Stadt Düsseldorf befindlichen bildlichen Darstellungen, 1892, S. 104 (uni-duesseldorf.de)</ref>
  • Herrenporträt des Tuchfabrikanten Caspar Heinrich Pauli, Öl auf Holz, 1863
  • Herrenporträt des Eberhard Bergmann aus Aachen, 1863
  • Frauenporträt Emma Helene Willich, 1873
  • Frauenporträt Clara Caron, 1889

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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