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Air Zermatt

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Air Zermatt AG
Logo
Basis der Air Zermatt in Zermatt
ICAO-Code: AZF
Rufzeichen: AIR ZERMATT
Gründung: 1968
Sitz: Zermatt, SchweizDatei:Flag of Switzerland within 2to3.svg Schweiz
Heimatflughafen: Zermatt
Unternehmensform: Aktiengesellschaft
Leitung: Daniel Aufdenblatten (CEO)
Mitarbeiterzahl: ca. 95 (2026)<ref name="airz-info">Air Zermatt AG: Air Zermatt - Unsere Firma. In: air-zermatt.ch. Abgerufen am 27. April 2026.</ref>
Flottenstärke: 11 Hubschrauber<ref name="airz-info" />
Ziele: national
Website: www.air-zermatt.ch

Die Air Zermatt AG ist eine Schweizer Fluggesellschaft und Flugschule<ref>Flugschule Air Zermatt</ref> mit Sitz in Zermatt. Das Unternehmen verfügt im Kanton Wallis über ein Büro am Aéroport de Sion und je eine Basis in Gampel, Raron und Zermatt. Es beschäftigt ca. 95 Mitarbeiter.<ref name="airz-info" />

Die 3 Helikopter-Standorte von Air Zermatt

Geschichte

Die Air Zermatt wurde im Jahre 1968 von dem Apotheker Beat H. Perren (1929–2025) gegründet.<ref>Air Zermatt AG: Nachruf auf Beat H. Perren. Abgerufen am 31. Juli 2025.</ref>

Im Jahr 1973 führte die Air Zermatt die Medikalisation in der Helikopterrettung ein. Als erstes Rettungsunternehmen in der Schweiz beschäftigt sie festangestellte Ärzte und Anästhesiepfleger, die die Helikopterbesatzungen auf ihren Rettungseinsätzen begleiten.

Seit den frühen 1980er-Jahren arbeitet Air Zermatt eng mit RECCO zusammen, dem Erfinder der Lawinen-Rettungssysteme. Air Zermatt war eines der ersten Teams, das diese Technologie im Einsatz weiterentwickelte – bis heute ein Standard im alpinen Rettungswesen.

Ab 2017 können die Notärzte der Air Zermatt, als erste Heli-Luftretter im Alpenraum, Schwerstverletzten mit hohem Blutverlust schon während des Transportes Universalspenderblut der Blutgruppe „Null negativ“ transfundieren. Bei langen Flügen zu Spezialkliniken wie Bern oder Lausanne hat der Patient so eine höhere Überlebenschance. Das Spitalzentrum Oberwallis (SZO) stellt am Standort Visp die Blutkonserven bereit und kann sie bei Bedarf auf der Landeplattform des Spitals an das Rettungsteam der Air Zermatt übergeben.<ref>Medizinische Pionierleistung im Oberwallis – Air Zermatt AG. Air Zermatt AG, 5. Januar 2017, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 31. Januar 2017; abgerufen am 19. Januar 2017.</ref>

Seit 2020 besteht eine Unternehmenspartnerschaft mit der Air-Glaciers in Sitten.<ref>Air Zermatt und Air-Glaciers gehen zusammen in die Zukunft, 9. März 2020</ref>

Dienstleistungen

Die Air Zermatt führt mit ihren Hubschraubern Rettungs-, Transport- und Touristenflüge (u. a. Heliskiing<ref>Stefan Häne: Mit SUV und Helikopter direkt auf die Skipiste. In: bernerzeitung.ch. 12. Februar 2019, abgerufen am 14. Februar 2019.</ref>) durch und ist als Partner der Kantonalen Walliser Rettungs-Organisation (KWRO) für die Luftrettung im Oberwallis zuständig. Mit zwei Ambulanzen wird zudem der bodengebundene Rettungsdienst im inneren Mattertal abgedeckt.

Weiterhin kommen die Hubschrauber der Air Zermatt bei Naturkatastrophen im Wallis wie zum Beispiel bei den Unwettern im Herbst 2000 zum Einsatz.

55 % der Flüge dienen Transportaufgaben: Baustoffe, Baumaterial, Versorgung von Alphütten, Seilbahn-Komponenten und Einsätze bei Naturkatastrophen. Diese Routineflüge ermöglichen den Piloten zugleich wertvolle Einsatzerfahrung unter wechselnden Bedingungen. Weitere 20 % dienen Rundflügen. Die restlichen 20 % sind Rettungen. 5 % umfassen Aus- und Weiterbildung.

Flotte

Die Air Zermatt nutzt Eurocopter AS 350 B3 und Bell 429 Hubschrauber.<ref name="bazl">BAZL: Luftfahrzeugregister / Erweiterte Suche. In: Bundesamt für Zivilluftfahrt. Abgerufen am 4. Januar 2026.</ref> Die AS 350 werden für Transport, Taxi- und Rundflüge und aufgrund ihrer grossen Dienstgipfelhöhe für Rettungsflüge z. B. am Matterhorn oder der Dufourspitze eingesetzt. Die Bell 429 werden für Such- und Rettungsflüge eingesetzt und sind blindflugtauglich.

2016 gab die Air Zermatt bekannt, zu den Erstkunden des Leonardo AW09 zu gehören und sich an dessen Entwicklung beteiligen zu wollen.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Marenco Swisshelicopter SKYe SH09 bald im Oberwallis (Memento vom 10. August 2016 im Internet Archive), Air-Zermatt.de</ref>

Ehemalige Hubschraubertypen

Einsätze

Datei:Eurocopter AS-350B-3 Ecureuil, Air Zermatt AN1854842.jpg
Eurocopter AS-350B-3 Ecureuil der Air Zermatt

Besondere Aufmerksamkeit in den Medien erreichten die Einsätze der Air Zermatt im Rahmen des Bergrutsches in Gondo am 14. Oktober 2000 und bei dem Waldbrand oberhalb von Leuk im August 2003.

Die Air Zermatt leistete durch Material- und Personentransporte auch einen grossen Beitrag zum Bau der Luftseilbahn auf das Kleine Matterhorn.

Nach diversen Übungen im Jahr 1970 gelang dem Air-Zermatt-Piloten Günther Amann 1971 als erstes eine Direktrettung mit Hilfe einer Seilwinde aus der gefährlichen Eiger-Nordwand. Er wurde dafür anschliessend in den USA ausgezeichnet.

Im November 2005 leistete die Air Zermatt weitere Pionierarbeit. Im Rahmen des A1 GP in Dubai wurden havarierte Fahrzeuge am Seil einer Lama geborgen.<ref>Dino Kessler: Wüsten-Show: Air Zermatt hilft mit. In: Blick.ch. 11. Dezember 2005, abgerufen am 26. Juni 2019.</ref>

Am 8. März 2011 erhielten der Air-Zermatt-Pilot Daniel Aufdenblatten und Bergretter Richard Lehner für die Rettung von drei Alpinisten im Annapurna-Gebiet im April 2010 den Heroism Award für die bisher höchste Bergrettung in 7000 Metern Höhe mit einem Hubschrauber. Als letztes hatte Chesley Sullenberger diesen Preis für die sichere Notlandung von US-Airways-Flug 1549 erhalten. Aufdenblatten und Lehner befanden sich im April 2010 für eine Rettungsschulung der Air Zermatt in Nepal, als sie einen Notruf erhielten. Sie kamen den Alpinisten zu Hilfe, obwohl bis dahin unklar war, ob eine Rettung in so grosser Höhe mit einem Hubschrauber überhaupt möglich ist.<ref>Ronald D. Gerste: Heldenhafte Rettung in eisiger Höhe. In: nzz.ch. 9. März 2011, abgerufen am 2. August 2025.</ref>

Nach massiven Schneefällen und Lawinenabgängen die sowohl die Bahn- als auch die Strassenverbindung unterbrochen hatten, flog das Unternehmen Ende Januar 2018 mehr als 2000 Menschen und ca. 67 Tonnen Material aus dem abgeschnittenen Zermatt aus.<ref>Ausnahmezustand in den Alpen - höchste Lawinenwarnstufe, Spiegel Online, 22. Jan. 2018</ref><ref>Deutsche Welle: Zermatt wieder nur aus der Luft erreichbar. In: dw.com. 21. Januar 2018, abgerufen am 2. August 2025.</ref>

Zwischenfälle

Medien

Datei:Bell 429 der Air Zermatt.JPG
Bell 429 der Air Zermatt auf dem Heliport des Inselspital

Der ehemalige Pilot der Air Zermatt Siegfried Stangier schrieb 1986 ein Buch mit dem Titel „Retter, die vom Himmel kommen“, das einen Einblick in die Tätigkeit der Air Zermatt in den 1970er bis Mitte der 1980er Jahre gibt.<ref>Siegfried Stangier: Retter, die vom Himmel kommen. e. Pionier d. modernen alpinen Flugrettung schildert seine dramat. Einsätze 1986, ISBN 978-3-502-19693-8</ref>

Die RTL-Sendung Notruf (1992–2006) mit Hans Meiser war wiederholt zu Besuch bei der Air Zermatt oder an vielen Rettungsaktionen beteiligt, die in dieser Sendung nachgestellt wurden; ausserdem war im Vorspann von Notruf Täglich (1998–2001) einer der Rettungshelikopter zu sehen. Von Juli bis August 2006 drehte das Schweizer Fernsehen DRS eine Doku-Serie namens „Die Bergretter – unterwegs mit der Air Zermatt“ über das Unternehmen und seine Mitarbeiter. Die siebenteilige Serie wurde ab Mai 2007 ausgestrahlt. Im Winter 2007/2008 folgte eine Fortsetzung, die im Februar 2007 als „Winterstaffel“ gedreht wurde.

Eine Dokumentation des SRF aus dem Jahr 2011 trägt den Titel „Die Bergretter im Himalaya“ und berichtet über den Aufbau einer Helikopter-Rettungsbasis in Nepal durch Bruno Jelk.<ref>Bergretter der Air Zermatt am Mount Everest im Einsatz, 2011, srf.ch</ref>

Im Jahr 2016 erschien auf Red Bull TV die sechsteilige Serie „The Horn“, die neben der Arbeitsweise des Unternehmens einzelne Mitarbeiter und Einsätze näher beleuchtet.<ref>Red Bull The Horn, air-zermatt.ch</ref>

Literatur

  • Siegfried Stangier: Retter, die vom Himmel kommen. Scherz, München 1986, ISBN 3-502-19693-1.
  • Gerold Biner, Sabine Jürgens: Fliegen um Leben und Tod. Bergretter zwischen Matterhorn und Everest. Orell Füssli, 2014, ISBN 978-3-280-05525-0.
  • Beat H. Perren, Luzius Theler, Gerold Biner, Philipp Perren: Pioniere der Bergrettung. 50 Jahre Air Zermatt 1968 – 2018. Rotten Verlags AG, 2018, ISBN 978-3-906118-78-9.<ref>Rezension (PDF; 4,7 MB)</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

<templatestyles src="Erweiterte Navigationsleiste/styles legacy.css" />Vorlage:Klappleiste/Anfang

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