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Christian Ulmen

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Datei:Christian Ulmen Berlinale 2008.jpg
Christian Ulmen auf der Berlinale 2008
Datei:Christian Ulmen sagt das Präsidium der Academy an (18595913990).jpg
Christian Ulmen (2018)

Christian Ulmen (* 22. September 1975 in Neuwied) ist ein deutscher Moderator, Hörspielsprecher, Entertainer, Satiriker sowie Produzent, Schauspieler, Synchronsprecher, Autor, Regisseur, Filmeditor und Medienunternehmer.

Leben

Frühes Leben und Tätigkeiten als Moderator

Christian Ulmen wurde als Sohn eines Stadtplaners und einer Friseurin geboren. Er wuchs in Hamburg auf.<ref>Christian Ulmen im Munzinger-Archiv, abgerufen am 22. November 2022 (Artikelanfang frei abrufbar)</ref> Bereits in seiner Jugend war er als Moderator für Radio Hamburg, Radio 107 und OK Radio tätig. Zudem hatte er eine eigene monatlich im Fernsehen ausgestrahlte Call-in-Sendung im Offenen Kanal Hamburg. Die Sendung hieß wie seine spätere bei MTV Unter Ulmen.

Ulmen bestand 1995 am Charlotte-Paulsen-Gymnasium in Hamburg das Abitur.<ref name="Bausch">Vgl. Setzen, Sechs! – Schulgeschichten aus Deutschland (3/3). Experiment Schule. Dokumentarfilm von Susanne Bausch im Auftrag des SWR, deutsche Erstausstrahlung am 22. Dezember 2005</ref> Weil das Fach Evangelische Theologie keinen Numerus clausus hatte (Ulmen hatte einen Abiturschnitt von 3,6), schrieb er sich an der Universität Hamburg für dieses Fach ein, obwohl er sich trotz Mitgliedschaft in der Jungschar und Konfirmation als „eigentlich nicht gläubig“ bezeichnet.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.hr-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im April 2018. Suche im Internet Archive ) (ab der 21. Minute)</ref> Da er drei Wochen vor Semesterbeginn ein Angebot von MTV bekam, nahm er das Studium allerdings nie auf.<ref>https://www.vip.de/vips/christian-ulmen-t2613.html gefunden bei vip.de, abgerufen am 4. September 2019</ref> Stattdessen arbeitete er weiterhin an Hörfunk- und Fernsehsendungen.

In einer solchen Produktion wurde er 1996 von einem US-amerikanischen Talentscout entdeckt, der ihm einen Job bei MTV Europe anbot. Mit 20 Jahren zog Ulmen nach London und arbeitete fortan für das damals noch europaweit sendende Musikfernsehen MTV und moderierte aufgrund dessen auf Englisch. Dabei sprach er bewusst mit starkem deutschem Akzent, was in England gut ankam, wofür er in seiner Heimat jedoch kritisiert wurde. 1998 regionalisierte MTV sein Programm, Deutschland bekam sein eigenes MTV, und Ulmen sprach nun Deutsch. Nach MTV HOT moderierte er die Personality-Show MTVAlarm aus Hamburg, anschließend Live aus Berlin. Wegen Differenzen mit der neuen Programmdirektion bei MTV kündigte Ulmen 1999.

Danach schrieb er für diverse Printmedien und moderierte bei Radio Fritz (damals ORB, heute RBB), was er noch heute hin und wieder tut, wie auch für das WDR-Programm 1 Live. In dieser Zeit produzierte er mit Harald Schmidt auch eine Pilotshow für Sat.1, die jedoch nie ausgestrahlt wurde. Im Jahr 2000 kehrte Ulmen als Produzent von Unter Ulmen zu MTV zurück, die bis 2003 lief. Von 2004 bis 2006 moderierte er bei MTV mit Ulmens Auftrag eine weitere Sendung. Mit dieser Show erzielte MTV höhere Einschaltquoten als mit Unter Ulmen.

Schauspielerische Tätigkeit

2003 engagierte Leander Haußmann ihn als Hauptdarsteller für den Kinofilm Herr Lehmann. Nach einem Kurzauftritt in Quabecks Verschwende deine Jugend war dies seine erste große Rolle als Schauspieler. Die Tageszeitung Die Welt bescheinigte ihm ein „bestürzend reifes Debüt“. Ein Jahr später erhielt er den Bayerischen Filmpreis für seine Darstellung des Herrn Lehmann.

Es folgten seitdem weitere große Kinoproduktionen, in denen Ulmen Hauptrollen oder größere Nebenrollen spielte. 2005 spielte er in der TV-Produktion Mein neuer Freund des Senders ProSieben; 2007 erschien er dort als Max Munzl in Dr. Psycho, wofür er mit dem Bayerischen Fernsehpreis und dem Adolf-Grimme-Preis geehrt wurde.

Im Oktober 2012 wurde bekannt, dass Ulmen zusammen mit Nora Tschirner als Ermittler-Duo Lessing und Dorn einen Event-Tatort in Weimar für den MDR drehte. Diese Folge mit dem Titel Die Fette Hoppe wurde im Weihnachtsprogramm 2013 der ARD ausgestrahlt.<ref>Neue „Tatort“-Kommissare: Ulmen und Tschirner sollen in Weimar ermitteln. In: Spiegel Online, 24. Oktober 2012, abgerufen am 1. Februar 2016.</ref> Aufgrund positiver Resonanz wurden zehn weitere Tatort-Folgen mit Ulmen und Tschirner produziert. Der von ihm verkörperte Kommissar Lessing starb in der am 1. Januar 2021 ausgestrahlten Folge Der feine Geist den „Serientod“.<ref>@1@2Vorlage:Toter Link/www.faz.netIst der „Tatort“ aus Weimar am Ende? (Seite nicht mehr abrufbar, festgestellt im Dezember 2023. Suche im Internet Archive ) faz.net, 2. Januar 2021.</ref>

Fernsehexperimente mit Mein neuer Freund und Ulmen.tv

Schon seine MTV-Produktionen kennzeichnete ein hohes Maß experimenteller Spielfreude und Provokation. Ulmen nannte das in einem Interview „den alltagsroutinierten Geist überfordern“.<ref>Der rebellische Spießer. In: Die Welt. 25. März 2007, abgerufen am 31. März 2026.</ref> Der Rolling Stone bezeichnete seine meist von versteckten Kameras aufgenommenen Aktionen als Alltagspoesie, die Süddeutsche Zeitung Ulmen selbst als Rächer der Entnervten.<ref>Antje Wewer: Christian Ulmen: Im Stegreif vom MTV-Hofnarren zum Radiofritzen. In: Die Welt. 3. Dezember 1999, abgerufen am 31. März 2026.</ref>

Am 10. Januar 2005 startete auf ProSieben seine Serie Mein neuer Freund, die in den Medien breit diskutiert und mit moralischen Maßstäben gelobt wie kritisiert wurde.<ref>Mein neuer Freund, fernsehserien.de, abgerufen am 19. Juli 2013.</ref> Wegen verhältnismäßig geringer Einschaltquoten (1,2 Millionen Zuschauer in der Prime-Time) setzte der Sender die Serie nach der ersten Episode ab. Die Kritiken großer Zeitungen von FAZ<ref>Daniel Boese: Der Feind in meinem Bett. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 9. Januar 2005, Nr. 1/S. 25, abgerufen am 19. Juli 2013.</ref> über Süddeutsche Zeitung bis Welt am Sonntag waren dagegen positiv. Nach der Einstellung der Serie formierte sich im Internet Widerstand.<ref>dwdl.de, abgerufen am 19. Juli 2013.</ref> Auf der Fanpage der Serie trugen sich knapp 7000 Besucher ins Gästebuch ein und forderten eine Wiederaufnahme ins Programm, was ProSieben Ende Februar 2005 dazu veranlasste, die Serie donnerstags im Spätprogramm (23:15 Uhr) fortzusetzen.<ref>Ratavaara: Tabus, Tabuverletzungen und Grenzüberschreitungen in der Sendung 'Mein neuer Freund': Wie werden Tabus in der Sendung genutzt, gebrochen und verletzt?, 2011, S. 5.</ref> Trotz nun deutlich besserer Marktanteile lagen die Quoten weiterhin unter dem Senderschnitt.<ref>Trotz neuem Sendeplatz: Mein neuer Freund tut sich schwer, dwdl.de, 25. Februar 2005.</ref> Mein neuer Freund war aufgrund von Ulmens „überragender Schauspielkunst“ (Zitat Jury) für den Deutschen Fernsehpreis 2005 nominiert.<ref>Nominierte Titel und Personen für den Deutschen Fernsehpreis 2005</ref>

Nachdem seine Shows weniger durch hohe Einschaltquoten als vielmehr durch positive Kritiken im Feuilleton Aufmerksamkeit erregt und seine Sendungen breite Aufmerksamkeit im Internet erhalten hatten, entschied sich Ulmen dafür, neue Schritte im Internet zu unternehmen. Unter ulmen.tv wurden von Ende August 2008 bis Mitte Juni 2009 wöchentlich neue Clips veröffentlicht, die auf einzelnen Charakteren aus Mein neuer Freund basierten.<ref>Mein neuer Freund-Figuren mit Comeback im Web, dwdl.de, 29. August 2008.</ref> Der Unterschied zu Mein neuer Freund besteht darin, dass die Figuren nicht vor versteckter Kamera agieren, sondern unter dem Vorwand, eine Reality-Soap zu drehen, im klar erkennbaren TV-Kontext mit Menschen in Berührung kommen.

Tätigkeit als Produzent

Für ulmen.tv gründete Ulmen 2008 das Unternehmen Ulmen Television GmbH, das er seither zusammen mit der Autorin und Produzentin Janna Nandzik als Geschäftsführer in Berlin betreibt. Er produzierte diverse Fernsehsendungen (zum Beispiel Uwe Wöllner trifft … für den rbb), Online-Formate (z. B. Der 12. Mann in Zusammenarbeit mit dem FC Bayern München) und Werbung. Ab Oktober 2010 zeigte sich Ulmen in der Rolle des Uwe Wöllner mit einer eigenen Talkshow bei rbb und EinsFestival. Von Uwe Wöllner will’s wissen waren insgesamt sechs Episoden geplant.<ref>Nico Kunkel: Uwe Wöllner is back: Christian Ulmen talkt bei rbb und EinsFestival. In: kressreport. 22. September 2010, abgerufen am 23. September 2010.</ref>

Der von Ulmen Television betriebene Web-TV-Anbieter ulmen.tv lief zunächst auf dem Portal MySpass.de in Kooperation mit Brainpool. Zum Herbst 2010 wechselte Ulmen mit ulmen.tv zum Telekom-Portal 3min.de. Die von der Ulmen Television produzierte Serie DIE SNOBS – Sie können auch ohne Dich war dort ab 1. November 2010 zu sehen. Während die Ulmen Television ihre für das Internet produzierten Clips zur Zweitverwertung zuvor dem Fernsehsender Comedy Central verkauft hatte, wurde die Sitcom DIE SNOBS – Sie können auch ohne Dich erstmals am 11. November 2010 auf dem Sender ZDFneo in einer erweiterten Fassung als sechsteilige Miniserie ausgestrahlt. 2011 erhielt sie eine Nominierung für den Adolf-Grimme-Preis in der Kategorie Unterhaltung.

Ab Dezember 2010 war Ulmen Produzent der Sendung Stuckrad Late Night, späterer Titel Stuckrad-Barre, die bis 2013 von Tele 5 gesendet wurde. In der von Benjamin von Stuckrad-Barre moderierten Show hatte Ulmen selbst kleine Auftritte in seiner Rolle als Uwe Wöllner. Das erklärte Ziel der in vier Staffeln ausgestrahlten Nachtshow lautete: „Wir wollen Überraschungsmomente schaffen“.<ref>Anarchisch, um die Ecke, nervig. Ein Gespräch zur neuen Staffel von „Stuckrad Late Night“ mit Stuckrad-Barre und Christian Ulmen. In: taz. 9. Februar 2012.</ref>

2009 gründete Christian Ulmen darüber hinaus die Ulmen Film GmbH, die sich auf die Produktion von Kinofilmen spezialisiert hat. Die Ulmen Television GmbH kümmert sich weiterhin um die Produktion von Fernsehserien, Fernsehshows, viraler Werbung und Internet-TV. Ulmens pseudodokumentarischer Film, bei dem er sechs Wochen lang den 18-jährigen Schüler Jonas verkörperte, der seinen Schulabschluss nachholen möchte, kam 2012 als Jonas – Stell dir vor, es ist Schule und du musst wieder hin! in die Kinos.<ref>tagesanzeiger.ch</ref>

Im Oktober 2012 startete die Onlineplattform ulmen.tv.<ref>Onlineplattform ulmen.tv</ref> Auf ihr sind neben den schon bekannten Inhalten aus der Zeit von MySpass.de auch die Sendung Stuckrad-Barre sowie die Snobs zu sehen.

2013 begann die vorgeblich von seiner Kunstfigur Uwe Wöllner konzipierte und moderierte Reality-Spielshow Who wants to fuck my girlfriend? Zwei vergebene Männer wetten darin, welcher die von anderen Männern begehrtere Freundin hat. In der ersten Staffel wurden zwölf Folgen produziert.<ref>Matthias Matussek: Neue Ulmen-Show: Ach? Veganer sind was anderes als Lesben? In: Der Spiegel. 14. Februar 2013, abgerufen am 10. April 2026.</ref><ref>Ingmar Kreienbrink: Christian Ulmen und Tele 5 im Sexismus-Shitstorm wegen Gameshow. In: WAZ. 13. Februar 2013, abgerufen am 10. April 2026.</ref><ref>Vanessa Steinmetz: Christian Ulmen über "Who wants to fuck my girlfriend?" In: Süddeutsche Zeitung. 14. Februar 2013, abgerufen am 10. April 2026.</ref><ref>Who Wants To Fuck My Girlfriend? Staffel 1 Episodenguide. In: fernsehserien.de. Abgerufen am 10. April 2026.</ref>

Von 2017 bis 2023 fungierte Ulmen als Regisseur, Autor und Hauptdarsteller bei der Comedy-Fernsehserie Jerks. Dort verkörpert er sich selbst als fiktiven Ex-Mann von Collien Fernandes. jerks wurde für mehrere Preise nominiert und gewann u. a. den Deutschen Fernsehpreis und drei Mal den renommierten Deutschen Comedypreis.<ref>Deutscher Comedy Preis: „jerks.“ zum Dritten. Abgerufen am 27. Februar 2022.</ref><ref>Der Deutsche Fernsehpreis: 2019 Beste Comedy-Serie. In: Deutscher Fernsehpreis 2022. Abgerufen am 27. Februar 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2019 gründete Ulmen gemeinsam mit Carsten Kelber und der ProSiebenSat.1 Media SE die Produktionsfirma Pyjama Pictures, unter deren Dach Ulmen u. a. jerks. und Die Discounter für Amazon Prime Video Germany produziert.<ref>Thomas Lückerath: Ulmen, Kelber und ProSiebenSat.1 gründen Pyjama Pictures. In: DWDL.de. 6. November 2019, abgerufen am 27. Februar 2022.</ref><ref>Pyjama Pictures macht für Amazon „Die Discounter“. Abgerufen am 27. Februar 2022.</ref>

Kolumnen

Ulmen schrieb bereits Medien-Kolumnen über Konsumverhalten für Die Zeit und Neon, außerdem für den Tagesspiegel und das Magazin der Süddeutschen Zeitung. Bis zu deren Einstellung 2009 war er auch Kolumnist der deutschen Ausgabe von Vanity Fair.

Privates

Datei:Deutscher Fernsehpreis 2012 - Christian Ulmen - Collien Ulmen-Fernandes.jpg
Ulmen mit seiner damaligen Ehefrau Collien Fernandes, 2012

Aus der 2010 geschiedenen fünfjährigen Ehe mit einer Psychologin,<ref>Mit wem Christian Ulmen & Collien Fernandes früher zusammen waren. 30. März 2026, abgerufen am 2. April 2026.</ref> mit der er seit 1999 liiert war, hat er einen Sohn.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Christian Ulmen: Scheidung von Ehefrau Huberta (Memento vom 27. Oktober 2012 im Internet Archive) auf RTL.de vom 31. Juli 2010.</ref>

2011 heiratete er Collien Fernandes;<ref>Christian Ulmen bestätigt Hochzeit: Gut Ding will Eile haben. In: Süddeutsche Zeitung vom 27. Juni 2011.</ref> im April 2012 brachte sie eine gemeinsame Tochter zur Welt.<ref>Nachwuchs im Hause Ulmen-Fernandes – Es ist: ein Baby auf stern.de vom 13. April 2012.</ref><ref>Christian Ulmen & Collien Fernandes: Baby ist da! auf Promiflash vom 12. April 2012.</ref> Ulmen lebte in Potsdam, im Januar 2023 wanderte er mit seiner Familie nach Mallorca aus.<ref>Maria Bode: Ulmens offenbaren ernsten Hintergrund ihrer Mallorca-Auswanderung: „Er hat mich ständig verfolgt“. In: t-online.de. 6. April 2023, abgerufen am 22. November 2023.</ref>

Im September 2025 gaben die beiden ihre Trennung bekannt;<ref>Christian Ulmen und Collien Fernandes geben Trennung bekannt, n-tv.de, 4. September 2025, abgerufen am 4. September 2025.</ref> die Ehe wurde im Februar 2026 in Palma de Mallorca geschieden.<ref>Deepfakes: Warum der Fall Collien Fernandes uns alle angeht, campact.de, 20. März 2026, abgerufen am 22. März 2026.</ref>

Vorwürfe digitaler sexualisierter Gewalt

Im März 2026 wurde bekannt, dass Ulmen von Collien Fernandes beim Bezirksgericht in Palma de Mallorca unter anderem wegen Identitätsdiebstahls, öffentlicher Beleidigung und Körperverletzung angezeigt wurde. Sie gibt an, er habe jahrelang Fake-Accounts in sozialen Medien unter ihrem Namen betrieben, darüber Kontakte mit Männern aufgenommen und pornografisches Material verschickt, das den Eindruck erweckte, es zeige Fernandes. Fernandes wirft ihm „virtuelle Vergewaltigung“ vor.<ref>Lukas Eberle, Roman Höfner, Max Hoppenstedt Heinrichs, Juliane Löffler, Marvin Milatz: Strafanzeige gegen Christian Ulmen: „Du hast mich virtuell vergewaltigt“. In: Der Spiegel. 19. März 2026, abgerufen am 19. März 2026.</ref><ref>Collien Fernandes zeigt Ex-Mann Christian Ulmen an: „Du hast mich virtuell vergewaltigt“. In: WELT. Abgerufen am 19. März 2026.</ref><ref>Marta Ways: Porno-Deepfakes und digitale Gewalt: Collien Fernandes zeigt Ex-Mann an. In: Berliner Morgenpost. 20. März 2026, abgerufen am 20. März 2026.</ref> Ulmen beauftragte daraufhin den Medienanwalt Christian Schertz damit, gegen das Wochenmagazin Der Spiegel rechtliche Schritte wegen dessen Berichterstattung einzuleiten. Schertz hält diese für rechtswidrig, weil darin „unwahre Tatsachen aufgrund einer einseitigen Schilderung“ verbreitet würden.<ref>Alina Schröder, Maximilian Kettenbach, Moritz Bletzinger, Julian Mayr: „Mir wurde über Jahre mein Körper geklaut“: Collien Fernandes zeigt Christian Ulmen an. In: FR.de. 19. März 2026, abgerufen am 19. März 2026.</ref><ref>Michael Hanfeld: Ulmens Anwalt widerspricht Vorwürfen "virtueller Vergewaltigung". In: Frankfurter Allgemeine. 27. März 2026, abgerufen am 28. März 2026.</ref>

Ende März nahm auch die Staatsanwaltschaft Itzehoe Ermittlungen gegen Ulmen auf. Im November 2024 hatte Fernandes Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet wegen zahlreicher auf ihren Namen laufenden Fake-Accounts. Nachdem das Verfahren kurzzeitig eingestellt wurde, richten sich die Ermittlungen nach Bejahung eines Anfangsverdachts nun gegen Ulmen.<ref>Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt wieder im Fall Collien Fernandes. In: Tagesschau.de. 28. März 2026, abgerufen am 28. März 2026.</ref> Zugleich verwies die Strafverfolgungsbehörde darauf, dass die Unschuldsvermutung gelte.<ref>Digitale Gewalt: Staatsanwaltschaft sieht Anfangsverdacht gegen Christian Ulmen. Deutschlandfunk vom 27. März 2026</ref>

Im April 2026 gab das Gericht in Palma de Mallorca bekannt, das Strafverfahren an die deutschen Justizbehörden abzutreten. Als Grund dafür wurde der Bezug des Strafverfahrens zu Deutschland genannt, der aufgrund der Staatsbürgerschaft der verfahrensbeteiligten Personen sowie der Tatsache, dass die mutmaßlichen Deepfakes auf Deutsch produziert wurden und die Zeugen Deutsch sprechen würden, „offensichtlich“ sei.<ref>LTO: Der Fall Ulmen/Fernandes: Gericht in Spanien unzuständig. Abgerufen am 14. April 2026.</ref>

Als Reaktion auf die Vorwürfe gegen Ulmen nahm die Mediengruppe ProSiebenSat.1 Media die TV-Serie jerks., in der Ulmen und Fernandes ein geschiedenes Paar darstellen, aus dem Angebot der Streamingplattform Joyn.<ref>Vorwürfe gegen Christian Ulmen: Joyn nimmt »Jerks« aus dem Streamingangebot. In: Der Spiegel. 20. März 2026, abgerufen am 20. März 2026.</ref> Die von Ulmen mitgegründete Produktionsfirma Pyjama Pictures distanzierte sich von ihm und forderte ihn auf, seine Anteile an dem Unternehmen abzugeben.<ref>Michael Hanfeld: Produktionsfirma „Pyjama Pictures“ bricht mit Christian Ulmen. In: FAZ.net. 21. März 2026, abgerufen am 21. März 2026.</ref>

Filmografie

Kino

Fernsehen

Internet

  • 2008–2010: ulmen.tv; Neues von den neuen Freunden
  • 2009: YouTube Secret Talents (als Uwe Wöllner)
  • 2009: Der 12. Mann (als Frerk Ohm für den FC Bayern München)
  • 2010: YouTube Secret Talents (als Uwe Wöllner)
  • 2010: DIE SNOBS – Sie können auch ohne Dich (als Astor)

Videoalben

  • 2005: Mein neuer Freund (DE: Vorlage:Schallplatte)<ref name="Ausz.">Auszeichnungen für Musikverkäufe: DE</ref>
  • 2008: Der frühe Ulmen – Versunkene Werke der Periode MTV (Vol. 1)
  • 2008: Der frühe Ulmen – Versunkene Werke der Periode MTV (Vol. 2)
  • 2009: Best of ulmen.tv
  • 2010: Uwe Wöllner – Meine goile DVD Box

Hörbücher/Hörspiele (Auswahl)

Literatur

  • Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 453 ff.
  • Christian Ulmen: Für Uwe. Kindler, Juli 2009, ISBN 978-3-463-40563-6.
  • Christian Ulmen: Inkognito. Rowohlt, Oktober 2009, ISBN 978-3-499-62409-4.

Auszeichnungen

Weblinks

Einzelnachweise

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