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Freudenberg (Unternehmen)

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Freudenberg SE

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Freudenberg logo.svg
Rechtsform SE
Gründung 1849
Sitz Weinheim, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Thomas Herr (CFO)
  • Frank Heislitz (CTO)
  • Esther Maria Loidl (CHRO)
  • Mathias Thielen (GA-Vors.)
Mitarbeiterzahl 50.968 (2025)<ref name="GB-25"/>
Umsatz 11,73 Mrd. Euro (2025)<ref name="GB-25">Freudenberg-Gruppe: Geschäftsbericht 2025. 30. März 2026, abgerufen am 30. März 2026.</ref>
Branche Mischkonzern
Website www.freudenberg.de
Stand: 31. Dezember 2025
Datei:Hermannshof Weinheim 031.jpg
Der Hermannshof im Schau- und Sichtungsgarten in Weinheim war Wohnsitz der Familie Hermann Ernst Freudenberg und wird heute von der Unternehmensleitung als Konferenz- und Seminarhaus genutzt
Datei:Weinheim Firma Freudenberg 20120918.jpg
Blick vom Weinheimer Bahnhof auf das Freudenberg-Firmengebäude

Die Freudenberg SE ist die Konzernobergesellschaft der Freudenberg-Gruppe, einem Mischkonzern mit Sitz in Weinheim. Freudenberg ist Automobilzulieferer, aber auch in der Maschinenbau-, Textil-, Bau- und Telekommunikationsindustrie tätig. Das Unternehmen gilt als Weltmarktführer für technische Textilien.

Geschichte

Von Gründung bis einschließlich 2. Weltkrieg

Das Unternehmen ging unter der Leitung Carl Freudenbergs aus der Handelsgesellschaft und Gerberei Heintze und Sammet hervor. Bereits seit 1844 war Carl Johann Freudenberg Teilhaber an dem Unternehmen, damals mit einem Anteil von zwanzig Prozent.

Carl Johann Freudenberg und sein Partner Heinrich C. Heintze übernahmen 1849 eine Gerberei im Müllheimer Tal in Weinheim. Das Unternehmen wuchs aufgrund des zunehmenden Exports innovativer Produkte, wie Lackleder. 1874 zahlte Carl Johann Freudenberg die Partnerfamilie Heintze aus. Der Sohn des Unternehmensgründers, Hermann Ernst Freudenberg, entwickelte zwischen 1900 und 1904 das bereits in den USA praktizierte Chrom-Gerbeverfahren in eigenen Versuchen weiter. Mit der Verwendung von Chromsalzen anstelle von pflanzlichen Gerbstoffen konnte die Produktionszeit von vielen Monaten auf wenige Wochen verkürzt werden, und Freudenberg wurde eine der größten Gerbereien in Europa.<ref name=":0">Michael Horchler: Von der Gerberei zum globalen Technologiekonzern. Die Internationalisierung der Freudenberg Gruppe (1849-2002). In: Ute Engelen, Michael Matheus (Hrsg.): Regionale Produzenten oder Global Player? (= Geschichtliche Landeskunde). Band 74. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2018, ISBN 978-3-515-11916-0, S. 129–140.</ref>

Der Erste Weltkrieg, die Inflation und die Weltwirtschaftskrise 1929 trafen das Unternehmen hart, denn bis zu diesem Zeitpunkt gingen mehr als 70 Prozent des fertigen Leders in den Export, der nun ausfiel. Aus diesem Grund entwickelten die Enkel des Firmengründers, Hans Freudenberg als Ingenieur, Richard Freudenberg als Verantwortlicher für Personal und Finanzen, Otto Freudenberg als Zuständiger für den Verkauf und Walter Freudenberg für den Einkauf, eine neue Strategie: Zunächst wurden Lederreste verwertet und Ersatzstoffe entwickelt. Daraus gingen ab 1929 Dichtungen aus Leder und von 1932 an Radialwellendichtringe mit einer Dichtlippe zunächst aus Leder (später aus dem Kunstkautschuk Perbunan) hervor, die unter dem Namen Simmerringe ein Begriff wurden. Seit Mitte der 1930er-Jahre entwickelten die Forscher und Ingenieure bei Freudenberg aus dem Kunstkautschuk Buna S und Buna N Dichtungen und Schuhsohlen.<ref name=":0" />

1938 startete Freudenberg mit der Produktion des Syntheselatex-Kunstleders Viledon, das vor allem aufgrund der Lederverknappung in den Vorkriegsjahren der 1930er-Jahre durch den bei Freudenberg arbeitenden Chemiker Carl Ludwig Nottebohm als Ersatzmaterial für Taschen und Koffer entwickelt wurde.<ref name=":0" />

Freudenberg gehörte während der Zeit des Nationalsozialismus zu den rund 79 deutschen Unternehmen, die ihre Materialien von KZ-Häftlingen im Konzentrationslager Sachsenhausen testen ließen. Auf der sogenannten „Schuhprüfstrecke“ des KZ Sachsenhausen musste das Schuhläufer-Kommando unter anderem Material des Unternehmens Freudenberg durch Ablaufen auf Verschleiß testen.<ref>Anne-Sophie Lang: Experimente im Konzentrationslager: Blut im Schuh. 13. November 2014, abgerufen am 27. August 2020.</ref> Die „Schuhprüfstrecke“ wurde von der Lager-SS als Strafkommando genutzt. Die Häftlinge mussten täglich Entfernungen von etwa 30 bis 40 Kilometer auf der Strecke zurücklegen und dabei zusätzlich mit Sand oder Ziegelsteinen gefüllte Säcke auf dem Rücken tragen. Viele Häftlinge brachen zusammen und starben.<ref>Joachim Scholtyseck: Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur. C.H.Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68853-9, S. 443–454.</ref> Täglich sollen, nach konservativen Schätzungen und Zeugenberichten, 10 bis 20 Häftlinge bei diesen Materialtests ermordet worden sein.<ref>Claudia Gottfried: Konsum und Verbrechen – Die Schuhprüfstrecke im KZ Sachsenhausen. In: LVR-Industriemuseum Ratingen: Glanz und Grauen: Mode im „Dritten Reich“. Ratingen 2012, ISBN 978-3-9813700-2-7, S. 48.</ref><ref name=":0" />

Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Nutzung von Vliesstoffen, die zunächst als Trägermaterial für das vom Unternehmen gefertigte Kunstleder entwickelt wurden, als Ersatz und Ergänzung gewebter Stoffe. Durch die vielseitige Einsetzbarkeit der Vliesstoffe wurden sie bald sehr bekannt. Seit 1948 gibt es Einlagestoffe aus Vliesstoffen unter dem Namen Vlieseline<ref>Vlieseline – ein neu entwickelter Einlagestoff. In: Rund um den Pelz Heft 8, Köln, 20. August 1949, S. 14.</ref> und Haushaltsprodukte der Marke Vileda.<ref>Joachim Scholtyseck: Freudenberg. Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur. C.H.Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68853-9, S. 561.</ref> Ein Produktionsprogramm von Filtern für Industrie und Konsum mit der Marke Viledon nahm 1957 seinen Anfang.<ref name=":0" />

Nach dem Zweiten Weltkrieg investierte das Unternehmen während des Wiederaufbaus von neuem im Ausland. Freudenberg gründete einen Standort in Lowell, Massachusetts.<ref>Joachim Scholtyseck: Ein Familienunternehmen in Kaiserreich, Demokratie und Diktatur. C.H.Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-68853-9, S. 557.</ref> Dort wurden ab 1950 Vliesstoffe zunächst zusammen mit einem amerikanischen Partner produziert.<ref name=":0" /> Von 1954 an gab es in den USA eine Fabrik für Dichtungen und Formteile,<ref>Raymond Sprey: Disogrin Historical Review. In: Unternehmensarchiv Freudenberg. Nr. 3/03596.</ref> und ab 1968 beteiligte sich Freudenberg bei einem amerikanischen Dichtungshersteller, der später vollständig übernommen wurde.<ref>Freudenberg & Co.: 150 Jahre Freudenberg. Die Entwicklung eines Familienunternehmens. Druckhaus Beltz, 1999, S. 208.</ref>

Darüber hinaus eröffnete das Unternehmen in den 1950er- und 1960er-Jahren zahlreiche weitere Produktionsstätten in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika. 1960 begannen zwei Partnerschaften mit japanischen Unternehmen. Mit der Nippon Oil Seal Industry Company (NOK) kooperierte man im Bereich Dichtungstechnik, mit der Japan Vilene Company im Bereich Vliesstoffe. Von 1970 bis 1989 baute Freudenberg ein weltweites Netz von Produktions- und Vertriebsstandorten auf, zu denen Nord-, Mittel- und Südamerika, Australien, Südafrika und Ostasien gehören. Währenddessen wurde auch die Produktpalette erweitert. Von 1962 bis 1965 wurde die Technik zur Herstellung von Spinnvliesstoffen entwickelt, die seither in der Medizin, der Landwirtschaft und der verarbeitenden Industrie verwendet werden.<ref name=":0" /> Der Schmierstoffhersteller Klüber Lubrication wurde 1966 erworben<ref name=":0" />, und ab 1977 erfolgte der Einstieg in die Fertigung von elektromechanischen Bauteilen, die 1981 zusammen mit den japanischen Partnern um flexible Leiterplatten erweitert wurden.<ref>Freudenberg: Verträge und Unterlagen zum Aufbau des Produktprogramms. In: Unternehmensarchiv Freudenberg. Nr. 3/0 und 3/06921.</ref>

Seit den 1990er Jahren

Ab Mitte der 1990er Jahre eröffnete Freudenberg gemeinsam mit seinen japanischen Partnern NOK und Japan Vilene Company erste Produktionsstätten in China. In Changchun und Wuxi wurden Dichtungsfabriken und in Suzhou eine Produktion für Einlagestoffe aufgebaut.<ref name=":0" />

Der erste Sprecher der Unternehmensleitung, der nicht der Familie Freudenberg angehörte, war von 1997 bis 2012 Peter Bettermann.<ref>Matthias Kros: "Verlieren eine große Persönlichkeit". In: Rhein-Neckar-Zeitung. 24. September 2021, abgerufen am 12. Dezember 2022.</ref>

Nach der deutschen Wiedervereinigung übernahm Freudenberg die früheren Fabrikhallen und Verwaltungsbauten der Gummiwerke Berlin in der Friedrichshainer Boxhagener Straße.<ref>Alfons Freese: Umzug: 200 Arbeitsplätze von Friedrichshain nach Adlershof. In: Der Tagesspiegel. 20. Mai 2010, abgerufen am 12. Dezember 2022.</ref> Im Jahr 2011 zog das Freudenberg-Werk nach Berlin-Adlershof.<ref>Historie des Freudenberg-Areals, abgerufen am 18. Mai 2017.</ref> Die verbliebene Fläche in Friedrichshain fand 2011 einen neuen Käufer und Investor, der die Entwicklung und schließliche Bebauung zunächst unter der Bezeichnung Freudenberg-Areal vornahm. 2017 wurde der Name geändert in Box Seven.<ref>Grün einkaufen gleich um die Ecke. Box Seven jetzt mit eigenem Biomarkt. In: Berliner Zeitung. Immobilienbeilage, 6. Juli 2019, S. 3.</ref>

1997 gründet Freudenberg in Italien die Freudenberg Politex Nonwovens zur Herstellung von Polyester-Vliesstoffen aus recycelten PET-Flaschen.<ref>Michael Wortmann: Ausländische Direktinvestitionen und Arbeitsplatzexport? (PDF) Eine Untersuchung des externen und internen Auslandswachstums deutscher Unternehmen. Forschungsgemeinschaft für Aussenwirtschaft, Struktur- und Technologiepolitik e. V., 2002, S. 32, abgerufen am 14. Dezember 2022.</ref><ref>Freudenberg Performance Materials ist Finalist. In: textile-network.de. 28. Februar 2020, abgerufen am 14. Dezember 2022.</ref>

Anfang der 2000er Jahre führt das Unternehmen die verschiedenen Aktivitäten der Gruppe im Bereich der Brennstoffzelle in einer Geschäftseinheit zusammen (Freudenberg Fuel Cell Components Technology).<ref name=":1">Die Entwicklung der Freudenberg Gruppe. (PDF) 1849–2019. Freudenberg Gruppe, Dezember 2019, S. 22, abgerufen am 14. Dezember 2022.</ref> 2002 beendet Freudenberg das Ledergeschäft.<ref>Stefan Scheytt: Alt, aber oho. In: brand eins. März 2005, abgerufen am 14. Dezember 2022.</ref> Das Unternehmen begründete dies mit „Geschäftsverlagerungen und Produktionsreduktionen bei großen Kunden“ sowie mit stark gestiegene Rohwarenpreise und einer damit einhergehenden Unrentabilität.<ref name=":1" /> Durch den Zukauf des amerikanischen Unternehmens O’Cedar erschloss sich Freudenberg 2003 den amerikanischen Markt für Haushaltsprodukte.<ref>Freudenberg schließt Konzernumbau ab. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. Mai 2004, S. 19.</ref> Im Rahmen eines Joint Venture mit der indischen Sigma-Gruppe und der japanischen NOK entstand im Jahr 2003 in Mohali die erste Fabrik von Freudenberg in Indien.<ref name=":0" />

2004 kaufte Freudenberg den Gleitringdichtungs-Hersteller Burgmann Industries aus Wolfratshausen auf.<ref>Freudenberg kauft Burgmann Dichtungswerke. Chemie Technik, 16. März 2004, abgerufen am 14. Dezember 2022.</ref> Mit dem japanischen Partnerunternehmen Eagle Industries bildet Burgmann Industries seit 2005 die EagleBurgmann-Gruppe.<ref>Der Adler kommt. Burgmann Deutschland nimmt "Eagle" in Namen auf. Süddeutsche Zeitung, 9. Dezember 2009, S. R2.</ref> Ebenfalls im Jahr 2004 erwarb Freudenberg den amerikanischen Hersteller von Trennmitteln, Chem-Trend. Das Unternehmen wurde anschließend gemeinsam mit den Freudenberg-Unternehmen Klüber Lubrication und OKS im neuen Geschäftsfeld Freudenberg Chemical Specialities zusammengefasst.<ref>Freudenberg übernimmt Chem-Trend. In: prozesstechnik online. 3. Juni 2004, abgerufen am 20. Dezember 2022.</ref>

Mit dem Erwerb von Jenline Industries stieg Freudenberg 2004 in den Markt für Medizintechnik ein. 2006 und 2008 wurden weitere Unternehmen in dem Tätigkeitsfeld hinzugekauft: Helix Medical in 2006 und Anura Plastics Engineering in 2008.<ref>Freudenberg Group buys stake in Vistamed Ltd. In: Medical Product Outsourcing. 17. Mai 2010, abgerufen am 20. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2007 verkaufte Freudenberg den Bereich Bausysteme und Schuhkomponenten an ein Investorenkonsortium; das Unternehmen firmiert seitdem unter nora systems.<ref>Aus Freudenberg Bausysteme KG wird nora systems GmbH. In: FussbodenTechnik. Juni 2007, abgerufen am 20. Dezember 2022.</ref>

Im Jahr 2010 hat Freudenberg Chemical Specialities das Oberflächentechnik-Unternehmen SurTec International mit Hauptsitz in Zwingenberg übernommen. SurTec bietet Produkte und Lösungen für Oberflächenbehandlung und Galvanotechnik, beispielsweise für das Reinigen, Entlacken, Färben, Beschichten und Galvanisieren von Oberflächen aus Metall und Kunststoff.<ref>Stéphane Itasse: Surtec wird Geschäftsbereich von Freudenberg. In: MaschinenMarkt. 17. Dezember 2010, abgerufen am 20. Dezember 2022.</ref> Des Weiteren wurde im Jahr 2010 das Joint-Venture-Unternehmen Freudenberg Schwab GmbH, welches 1999 in Kooperation mit der Schweizer Schwab AG gegründet wurde und zu 50 Prozent der Freudenberg Gruppe angehörte, vollständig aufgekauft. Das Unternehmen wurde 2016 an die Trelleborg AB verkauft.<ref>Gabriel Pankow: Freudenberg: Schwab Vibration Control geht an Trelleborg. In: Produktion. 10. August 2016, abgerufen am 20. Dezember 2022.</ref>

2012 schlossen Freudenberg und Trelleborg seine schwingungstechnischen Unternehmensteile im dafür neu gegründeten Gemeinschaftsunternehmen, TrelleborgVibracoustic, zusammen. 2016 übernahm Freudenberg das Joint Venture komplett.<ref>Trelleborg’s shareholding in Vibracoustic transferred to Freudenberg. In: Automotive World. 6. Juli 2016, abgerufen am 20. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2015 gründete Freudenberg die neue Geschäftsgruppe Freudenberg Performance Materials, in der die Unternehmen Freudenberg Vliesstoffe und Freudenberg Politex gebündelt wurden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Freudenberg steigert Umsatz um 6 Prozent auf über 7 Milliarden Euro. In: KGK Rubberpoint vom 24. April 2015 (Memento vom 10. Mai 2021 im Internet Archive)</ref>

Gemeinsam mit Toray Industries erwarb Freudenberg im Jahr 2015 alle von freien Aktionären gehaltenen Aktien an der Japan Vilene Company. Seit dem Jahr 2016 wird die Japan Vilene Company als eigenständige Geschäftseinheit und eigenständig operierendes Unternehmen innerhalb des Freudenberg Geschäftsfeldes Vliesstoffe und Filtration geführt.<ref>Freudenberg and Toray to Purchase Japan Vilene. In: Nonwovens Industry. 8. Oktober 2015, abgerufen am 21. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Freudenberg Group: Geschäftsbericht 2015. (PDF) April 2016, S. 9, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref> Zu Beginn des Jahres 2018 übernahm die Geschäftsgruppe Freudenberg Sealing Technologies Teile des Brennstoffzellen-Herstellers Elcore und seiner Schwester-Gesellschaft Elcomax mit Sitz in München. Im Frühjahr 2018 erwarb das Unternehmen 31 Prozent der Anteile an dem US-amerikanischen Hersteller für großformatige Lithium-Ionen-Batteriezellen, -Module und -Systeme XaltEnergy mit über 140 Mitarbeitern und Sitz in Midland, Michigan.<ref>Freudenberg wächst weiter nachhaltig. In: CHEManager. 18. April 2018, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref><ref>Jens Scheiner: Freudenberg: Mehrheitsbeteiligung an Xalt Energy. In: Automobil Industrie. 5. Februar 2019, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref>

Im Februar 2019 verkaufte Freudenberg seine Geschäftsgruppe Freudenberg IT an das IT-Unternehmen Syntax, das dem kanadischen Finanzinvestor Novacap gehört.<ref>Klaus-Dieter Flörecke: Freudenberg IT an Finanzinvestor Novacap verkauft. Automobilwoche, 22. Januar 2019, abgerufen am 25. Juli 2019.</ref> Im selben Jahr übernahm die Geschäftsgruppe Freudenberg Filtration Technologies die Mehrheit an dem chinesischen Luft- und Wasserfiltrationshersteller Apollo Air-cleaner.<ref>Freudenberg baut sein Filtergeschäft weiter aus. In: CHEManager. 29. Januar 2019, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref> Zum 31. Dezember 2019 übernahm die Geschäftsgruppe Freudenberg Performance Materials den slowenischen Nadelvliesstoffhersteller Filc mit seinen rund 360 Mitarbeitern.<ref>Freudenberg completes Filc acquisition. In: Innovation in Textiles. 14. Januar 2020, abgerufen am 21. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Mai 2020 schloss Freudenberg die Übernahme des englischen Konkurrenten Low & Bonar ab (der in Deutschland u. a. das Unternehmen Mehler Texnologies hält<ref>Mehler Texnologies Joining Freudenberg Group. In: Printing News. 26. Mai 2020, abgerufen am 21. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>). Das Unternehmen wurde in die Geschäftsgruppe von Freudenberg Performance Materials integriert.<ref>Jens Scheiner: Low & Bonar ist jetzt Teil der Freudenberg Gruppe. In: Automobil Industrie. 13. Mai 2020, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref>

Im Jahr 2021 erwarb Freudenberg zwei amerikanische Unternehmen aus dem Bereich Luftfilter: Im September Protect Plus Air mit rund 940 Mitarbeitern<ref>Freudenberg kauft US-Filterunternehmen. In: Rhein-Neckar-Zeitung. 22. September 2021, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref> und im Dezember das 1969 gegründete Unternehmen RPS Products mit mehr als 200 Mitarbeitern<ref>Freudenberg kauft RPS Products. In: Rhein-Neckar-Zeitung. 2. Dezember 2021, abgerufen am 21. Dezember 2022.</ref>.

Unternehmensübersicht

Struktur

Freudenberg ist ein Familienunternehmen. Die strategische Konzernführungsgesellschaft der Unternehmensgruppe Freudenberg, die Freudenberg & Co. KG, gehört 300 Nachkommen des Unternehmensgründers Carl Johann Freudenberg. Sie ist eine der größten Kommanditgesellschaften Deutschlands. Die Gesellschafter haben einen Gesellschaftsvertrag abgeschlossen, der im Juli 2015 für 30 Jahre verlängert wurde.

Der Aufsichtsrat sowie der Vorstand der Freudenberg SE besteht jeweils aus den gleichen Personen wie der Gesellschafterausschuss bzw. die Unternehmensleitung der Freudenberg & Co. KG.

Die Geschäftsleitungen der verschiedenen Geschäftsfelder berichten an die Unternehmensleitung. Unterhalb der Geschäftsleitungen sind die verschiedenen Unternehmen der Freudenberg Gruppe angesiedelt. Diese Unternehmen haben entweder die Geschäftsform GmbH oder SE & Co. KG (mit der Freudenberg SE als Komplementär).

Geschäftsentwicklung

Im Jahr 2002 lag der Umsatz der Gruppe bei knapp 4 Mrd. Euro, er wuchs seitdem stetig (mit einem kurzen Einbruch während der weltweiten Finanzkrise 2009) auf heute knapp 12 Mrd. Euro (Stand: 2025).<ref name="GB-25" />

Die Zahl der Mitarbeiter wurde von ca. 27.000 im Jahr 2002 seitdem beinahe verdoppelt. Zum 31. Dezember 2025 beschäftigte die Freudenberg-Gruppe 50.968 Mitarbeiter (Vorjahr: 52.104). Die Mitarbeiterzahl verteilt sich folgendermaßen auf die Weltregionen: Nordamerika 11.689, Deutschland 12.303, in Europa ohne Deutschland 15.111, Afrika/Australien 449, Südamerika/Zentralamerika 1095 und Asien 10.321.<ref>Freudenberg-Gruppe Geschäftsbericht 2025. Freudenberg-Gruppe, S. 13, abgerufen am 30. März 2026.</ref>

Freudenberg Stiftung

1984 wurde von Gesellschaftern des Unternehmens die Freudenberg Stiftung gegründet.

Werke

  • Die Häute und Fellmärkte der Welt, 4 Bände. Verlag Eduard Roether, Darmstadt 1954 (Walter Freudenberg)

Literatur

Weblinks

Commons: Freudenberg Gruppe – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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