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Konrad Reimer

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Konrad Reimer

Georg Konrad Reimer (* 28. Juli 1853 in Berlin; † 1. März 1915 Berlin-Lichterfelde<ref>StA Lichterfelde, Sterbeurkunde Nr. 17/1915</ref>) war ein deutscher Architekt, der im Berliner Raum ab 1886 in Gemeinschaft mit Friedrich Körte Wohnhäuser, Verwaltungsgebäude, Klinik- und Industriebauten schuf. Ihre bekanntesten Werke sind die Archenhold-Sternwarte, das Jüdische Krankenhaus und große Teile der Industrieanlage für die Borsigwerke in Berlin-Tegel.

Leben

Nach dem Schulbesuch machte Konrad Reimer eine Ausbildung im Baugewerbe. Er war Schüler von Johann Heinrich Strack und konnte 1878 die Bauführerprüfung ablegen, 1882 die Baumeisterprüfung. Im Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin befinden sich unter der Bezeichnung „Monatskonkurrenz“ erste Entwurfsarbeiten von Konrad Reimer, dazu gehören:

Im Jahr 1886 gründete Reimer mit dem Architekten Friedrich Körte die Sozietät Reimer & Körte. Gemeinsam arbeiteten beide an Plänen und Realisierungen von Wohnbauten, Verwaltungsgebäuden, Fabrikhallen im Berliner Zentrum und im Umland.

Werke (Auswahl)

Datei:Singakademie 1a.jpg
Gebäude der Sing-Akademie an der Dorotheenstraße, heute Maxim-Gorki-Theater
Datei:Chausseestrasse 27.JPG
Borsighaus in Berlin-Mitte
  • Für den Unternehmer August Borsig konnten Reimer & Körte bis 1899 ein Verwaltungsgebäude in der Berliner Chausseestraße (Hausnummer 13) fertigstellen. Das zur Straßenseite mit breiten Giebeln, einer Sandsteinfassade sowie ornamentalem und figürlichem Schmuck ausgeführte Gebäude brachte den beiden Architekten für die folgenden Jahre weitere Großaufträge dieser Firma und anderer aufstrebender Verwaltungen ein.<ref>Borsighaus Chausseestraße 13</ref>
  • 1897: Ein „Beamten- und Arbeiterwohnhaus“ steht gegenüber der Borsig-Fabrik in Berlin-Tegel. Reimer & Körte lehnten sich mit den Plänen für das Wohngebäude an die märkische Backsteingotik an. Als Baukörperschmuck wählten sie helle Putzblenden, Holzfachwerk im Obergeschoss, eine mit Holz verkleidete Loggia und ein großes Krüppel-Walmdach. Die Denkmalschützer ordnen den Baustil dem „stilisierten Historismus“ zu, der im ländlichen Bezug zur damaligen Berliner Vorstadt steht. Das Haus zählt als Musterbeispiel unternehmerischer Wohnungsfürsorge, dem sich bald die Errichtung der Wohnstadt Borsigwalde anschloss.<ref>Berliner Morgenpost - Berlin: Baumeister für Berlin: Konrad Reimer. 30. Juli 2003 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />morgenpost.de (Memento vom 9. Dezember 2014 im Internet Archive) [abgerufen am 14. Oktober 2018]).</ref><ref>Baudenkmal: Berliner Straße 70/Ernststraße in Berlin-Tegel, Beamten- und Arbeiterwohnhaus, 1897</ref>
Datei:Borsigwerke B-Tegel 07-2017 img1.jpg
Tor- und Verwaltungsgebäude der Borsigwerke in Tegel, von Reimer und Körte gebaut
  • 1898–1899: Die Borsig-Werksanlage im Bezirk Reinickendorf, Ortsteil Tegel, wurde in mehreren Bauetappen errichtet, nachdem die Produktionsgebäude in der damaligen Oranienburger Vorstadt in der Chausseestraße auf größere Flächen und nach weiter draußen verlegt werden mussten. Ein Verwaltungsgebäude, sechs Werkhallen und das Werktor, geplant und realisiert von Reimer & Körte, entstanden als erste Anlagen. Ein Baubüro der Firma Borsig führte zwischen 1910 und 1940 zahlreiche einfache Erweiterungsbauten aus. In den Jahren 1922 bis 1924 wurden nach Unterlagen der Architektengemeinschaft Eugen Schmohl und dem Charlottenburger Regierungsbaumeister A. Hillenbrand<ref>Hillenbrand, A. In: Berliner Adreßbuch, 1924, Teil 1, S. 1150.</ref> zwei weitere Verwaltungsbauten mit Lohnbüro und Kasino sowie ein Bürohochhaus im expressionistischen Baustil errichtet. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz.<ref>Baudenkmalkomplex: Berliner Straße 19–37, Borsigwerke; 1898/99</ref>
  • 1899–1900: Die erste Berliner Gewerkschaft (Gewerkschaftshaus GmbH) ließ von Reimer & Körte ein Verwaltungsgebäude entwerfen, das am 2. April 1900 an der damaligen Adresse Engel-Ufer 15 in Berlin-Mitte bezugsfertig war.<ref>Engel-Ufer. In: Adreßbuch für Berlin und seine Vororte, 1900, III, S. 141.</ref> Nach der Umbenennung der Straße in Engeldamm erhielt das Gebäude die Hausnummern 62–64.<ref>Engeldamm 62/64, Gewerkschaftshaus, Anbau 1907</ref> Zwischen 1945 und den 1950er Jahren diente das Haus als Städtisches Krankenhaus Berlin-Mitte.<ref>Nachweis zur Nutzung des Gebäudes Engeldamm 62–64 als Krankenhaus aus einem privaten Krankenbericht, 1950.</ref>
Datei:Renaissance-Theater Berlin 06-2014.jpg
Früheres „Motivhaus“
Datei:Bundesarchiv Bild 183-13307-0014, Berlin, Lessing-Nicolai-Haus.jpg
Ehemaliges Gebäude der Berlinischen Feuerversicherungs-Anstalt; 1952
Datei:Berlin Treptow Archenhold Sternwarte 2.jpg
Hauptgebäude der Archenholdsternwarte
  • Die Hauptgebäude der von 1908 bis 1909 in der damaligen Landgemeinde Treptow errichteten „Volkssternwarte“ (später Archenhold-Sternwarte) wurden von Reimer & Körte realisiert. Sie ersetzten die frühere leichte Holz-Einhausung des für die Berliner Gewerbeausstellung 1896 hergestellte Riesenfernrohr durch ein U-förmiges festes Gebäude in Formen des Neoklassizismus. Die Finanzierung der Bauten erfolgte durch die vom Direktor der Sternwarte organisierten Spenden von Gewerkschaftsmitgliedern. Kampfhandlungen am Ende des Zweiten Weltkriegs beschädigten den Bau, der aber bis 1946 repariert und in vereinfachten äußeren Formen wieder eröffnet werden konnte. Das Gebäude beherbergt Vortrags-, Bibliotheks- und Ausstellungsräume und bildet zusammen mit dem umgebenden Garten ein Denkmalensemble.<ref>Baudenkmal Archenhold-Sternwarte, 1908-09 von Reimer & Körte (D) (siehe Gartendenkmal Alt-Treptow) in der Denkmaldatenbank des Landesdenkmalamts Berlin</ref><ref>Institut für Denkmalpflege (Hrsg.): Die Bau- und Kunstdenkmale der DDR, Berlin, II. Henschelverlag, 1984, S. 368.</ref>
  • Die Jüdische Gemeinde ließ von 1910 bis 1914 den preisgekrönten Entwurf von Reimer und Körte für ein Krankenhaus umsetzen. Auf einem Gelände (Exerzierstraße [heutige Iranische Straße] / [heutige] Heinz-Galinski-Straße 1) im damaligen Berliner Vorort Gesundbrunnen entstand ein drittes eigenes Krankenhaus in einem einzigen Hauptbau im Stil der Moderne, das eine frühere Einrichtung in der Spandauer Vorstadt ersetzte. Der Gebäudekomplex mit einem H förmigen Grundriss ist sparsam gegliedert und mit Sandsteinelementen und Putzflächen schlicht gestaltet. Ein Davidstern in den Brüstungsfeldern verweist auf den Bauherrn und die Bestimmung des Krankenhauses. Das Erdgeschoss beherbergte eine Poliklinik, in den oberen Geschossen befanden sich Verwaltungsräume und Wohnungen für Ärzte sowie ein Betsaal. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Krankensäle als Sammelstätte für die Deportation der jüdischen Bevölkerung in Vernichtungslager benutzt, die Verwaltungsräume waren Sitz der letzten verbliebenen Einrichtungen jüdischen Lebens, darunter die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland. Am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die auf dem Gelände vorhanden gewesenen Wirtschaftsgebäude, der Infektionspavillon, die Gynäkologische Abteilung und das Schwesternheim zerstört. Im Zeitraum 1968 bis 1983 erfolgten Rekonstruktions- und Wiederaufbaumaßnahmen. Die erhaltenen Gebäude erhielten über einer Dämmwand eine Keramikverblendung, womit die Fassadenschmuckelemente nicht mehr sichtbar sind.<ref>Kurzgeschichte des Jüdischen Krankenhauses im Wedding, abgerufen am 7. März 2009.</ref><ref>Baudenkmale Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde, im Bereich Berlin-Gesundbrunnen</ref>
Datei:Bundesarchiv Bild 183-09480-0002, Berlin, Dorotheenstraße 43, Kammer der Technik (cropped).jpg
Eh. VDI-Vereinshaus, 1951. Bis 1990 KdT, nun Bestandteil des Jakob-Kaiser-Hauses

Literatur

  • Rudolf Vierhaus: Deutsche biographische Enzyklopädie. (dbe) Verlag Walter de Gruyter, 2007, ISBN 978-3-598-25038-5.

Einzelnachweise

<references />

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