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Julius Hochenegg

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Datei:Hochenegg.JPG
Julius von Hochenegg, vor 1930

Julius von Hochenegg (* 2. August 1859 in Wien; † 11. Mai 1940 ebenda) war ein österreichischer Chirurg.

Leben

Datei:Zedler & Vogel PC 02445 Hannover, Altes Haus an der Osterstraße, Adressseite Julius Hochenegg.jpg
„Herrn Hofrat Prof. Dr. Julius Hochenegg / WienGrinzing / Mukenthalerweg 4“;
Ansichtskarte von Zedler & Vogel aus Hannover vom 12. Juli 1907

Hochenegg studierte in Wien und schloss das Medizinstudium mit der Promotion im Jahr 1884 ab, 1889 wurde er Dozent für Chirurgie, 1891 Abteilungsvorstand an der Allgemeinen Poliklinik, 1894 Universitätsprofessor für Chirurgie an der Universität Wien und 1904 Vorstand der dortigen II. Chirurgischen Klinik.

Er befasste sich unter anderem mit der chirurgischen Behandlung von Darmkrebs. Julius Hochenegg wurde am 12. November 1914 von Kaiser Franz Josef in den Adelsstand erhoben.<ref>Arbeitskreis „Österreichisches Familienregister“: Der Adel im Leben Tirols <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Adel im Leben Tirols (Memento vom 8. August 2008 im Internet Archive)</ref> Er hatte im Mai 1892 eine operative Darmausschaltung am Menschen durch die End-zu-End-Vereinigung des Ileums mit Colon ascendens durchgeführt,<ref>Nikolaus Papastavrou: Darm. In: Franz Xaver Sailer, Friedrich Wilhelm Gierhake (Hrsg.): Chirurgie historisch gesehen. Anfang – Entwicklung – Differenzierung. Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 107–131, hier: S. 115.</ref> verbesserte die Krebschirurgie, errichtete ein Röntgeninstitut und gründete 1909 mit Anton Eiselsberg die ersten Unfallstationen der Welt an der I. und II. Univ.-Klinik für Chirurgie im Allgemeinen Krankenhaus Wien.<ref>MedUni Wien: Geschichte <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Geschichte (Memento vom 12. Juni 2008 im Internet Archive)</ref> Mit den Ärzten Anton Eiselsberg, Richard Paltauf, Alexander Fraenkel, Ludwig Teleky und Josef Winter gründete er am 20. Dezember 1910 die k&k österreichische Gesellschaft für Erforschung und Bekämpfung der Krebskrankheit, die Vorläuferorganisation der Österreichischen Krebshilfe.<ref>APA-OTS: 95 Jahre Österreichische Krebshilfe</ref>

Julius Hochenegg wurde am 12. November 1937 zum Ehrenmitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien gewählt.<ref>Verwaltungsratsitzungen: Protokoll vom 12.11.1937. Archiv der Gesellschaft der Ärzte in Wien. Wien 12. November 1937, S. 83–85.</ref>

Er wurde am Grinzinger Friedhof bestattet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Grabstelle Julius Hochenegg (Memento vom 20. Juli 2020 im Internet Archive), Wien, Grinzinger Friedhof, Gruppe 3, Nr. 22.</ref>

Im Jahr 1960 wurde in Wien-Döbling (19. Bezirk) die Hocheneggasse nach ihm und seinem Bruder Carl benannt (Schreibweise aus 1960 – der Straßenname wurde nicht an die neue Rechtschreibung angepasst, nach der es Hochenegggasse heißen müsste).<ref>Hocheneggasse im Wien Geschichte Wiki der Stadt Wien</ref>

Arthur Schnitzler erwähnt Hocheneggs „Rohheit und Dummheit“<ref>Schnitzler-Tagebuch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juni 2021; abgerufen am 14. Juni 2021.</ref> in seinem Tagebuch und benutzte ihn in Professor Bernhardi als Vorlage für den deutschnationalen Abteilungsleiter Ebenwald.<ref>Schnitzler-Tagebuch. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 14. Juni 2021; abgerufen am 14. Juni 2021.</ref>

Familie

Julius Hochenegg stammte aus einer Tiroler Familie. Seine Eltern waren der Hof- und Gerichtsadvokat Johann Baptist Hochenegg (1814–1899) und dessen Ehefrau Cäcilie von Winiwarter (1831–1862). Der Professor Carl Hochenegg (1860–1942) war sein Bruder und der Jurist und Hochschullehrer Joseph von Winiwarter sein Großvater.

Julius Hochenegg heiratete 1890 in Wien Julie Mauthner von Mauthstein (1863–1942), die Tochter des Juristen Wilhelm Mauthner von Mauthstein. Sein Sohn starb als Soldat, seine Tochter Johanna heiratete den Professor der Chirurgie Fritz Kaspar (1885–1943).

Veröffentlichungen (Auswahl)

  • Beiträge zur Chirurgie des Rektums und der Beckenorgane. In: Wiener Klinische Wochenschrift. Band 515, 1888.
  • Zur Therapie der Darmkarzinome. In: Zentralblatt für Chirurgie. Band 108, 1902.
  • Zur Zökalchirurgie und zur Ileokolostomie. In: Wiener Klinische Wochenschrift. Band 947, 1912.
  • Zur totalen Darmausschaltung. In: Wiener Klinische Wochenschrift. Band 947, 1912.

Literatur

Weblinks

Commons: Julius Hochenegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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