Zum Inhalt springen

Fritz Burmann

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 1. Februar 2026 um 01:01 Uhr durch imported>SchlurcherBot (Bot: http → https).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Datei:Fritz Burmann Mutter Erde.png
Mutter Erde (1938)

Fritz Burmann (* 11. August 1892 in Wiedenbrück; † 20. September 1945 in Ingolstadt<ref>Bestätigung vom Stadtarchiv Ingolstadt. Auch sein Sohn Jasper ist dort 1947 gestorben</ref>) war ein deutscher Maler.

Leben

Datei:Fritz Burmann Strasse.jpg
Fritz-Burmann-Straße in Rheda-Wiedenbrück

Von 1906 bis 1910 machte er eine Lehre als Maler im Atelier des Wiedenbrücker Malers Heinrich Repke. Daran schlossen sich von 1909 bis 1912 Studienjahre an der Kunstakademie Düsseldorf<ref>smkp.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Künstler und Künstlerinnen der Düsseldorfer Malerschule (Auswahl, Stand: November 2016) (Memento vom 21. Oktober 2018 im Internet Archive; PDF; 2,5 MB)</ref> und von 1910 bis 1914 bei dem Historien- und Kirchenmaler Heinrich Nüttgens (1866–1951)<ref>stadt-angermund.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Persönlichkeiten (Memento vom 7. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref> in Angermund bei Düsseldorf an. Hier erlernte Burmann die Techniken der Glas- und Wandmalerei. Nach dem Besuch der Akademie in Düsseldorf und München, wo er bei Heinrich Knirr studierte, führten ihn Studienreisen nach Italien, Frankreich, Belgien und Litauen. Nach seiner Rückkehr wurde Burmann Meisterschüler bei August Deusser.<ref>Burmann Fritz Biografie in Kunstakademie Königsberg 1845–1945. Biografien der Direktoren und Lehrer. Bearbeitet von Ingeborg Nolde., auf kant.uni-mainz.de, abgerufen am 26. März 2017</ref> Am Ersten Weltkrieg nahm er als Soldat teil.<ref>Tagebuch von Willy Spatz (1914–1919), Eintrag vom 31. Oktober 1914, PDF (Scans), S. 6, Stadtarchiv Düsseldorf, 0-1-23-41.0000</ref> Um 1920 schloss er sich mit Werner Peiner und Richard Gessner zum „Dreimann-Bund“ zusammen.<ref>Dieter Pesch; Martin Pesch: Werner Peiner - Verführer oder Verführter: Kunst des Dritten Reichs. In „die Dreimannwerkstätte“, S. 16 bis 17 Online auf Google Books, abgerufen am 26. März 2017</ref> Bis 1926 wohnhaft in Düsseldorf-Oberkassel Kaiser-Wilhelm-Ring<ref>Murmann, Fritz, Kunstmaler, Oberkassel, Kaiser-Wilhelm-Ring 36 IV., in Düsseldorfer Adressbuch, 1924, I. Einwohner und Firmen, S. 71</ref><ref>Murmann, Fritz, Maler, Kaiser-Wilhelm-Ring 36, 4. Etage, in Adressbuch der Stadt Düsseldorf, 1926, Zweiter Teil Alphabetisches Einwohner-Verzeichnis, S. 117</ref>, fertigte Burmann für das „Planetarium“ der GeSoLei, erbaut durch den Architekten Wilhelm Kreis, das Zwickelbild „Architekt und Baumeister“, welches in der heutigen Tonhalle nicht mehr vorhanden ist.<ref>Friederike Schüler: Im Dienste der Gemeinschaft – Figurative Wandmalerei in der Weimarer Republik, Tetum, Marburg, 2017, ISBN 978-3-8288-3768-3, S. 406</ref>

1926 wurde er Professor an der Kunstakademie von Königsberg und leitete für zehn Jahre eine Meisterklasse. Einer seiner Studenten 1931/1932 war Hubert Berke, der im Nachkriegsdeutschland einer der wichtigen Maler des deutschen Informels wurde.

Fritz Burmann war Mitglied im Deutschen Künstlerbund.<ref>kuenstlerbund.de: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ordentliche Mitglieder des Deutschen Künstlerbundes seit der Gründung 1903 (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref> 1933 wurde er zum ordentlichen Mitglied der Preussischen Akademie der Künste ernannt.<ref>Ernennung zu neuen ordentlichen Mitgliedern der Akademie. Maler: Fritz Burmann, in Preußische Akademie der Künste (PrAdK), Signatur 1107: Mitglieder der Akademie zwischen 1933 und 1945</ref> Von 1936 bis zu seinem Tode war Burmann Professor an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst (ab 1939 Staatliche Hochschule für bildende Künste) in Berlin.<ref>Arbeits- und Verdienstbescheinigungen für Hochschulmitarbeiter, u. a. für Fritz Burmann (Bl. 8–10)</ref> In seinem eigenen Schaffen (Gemälde, Kirchenfenster) hat Burmann nie die Gegenständlichkeit verlassen.<ref>Wiedenbrücker Schule: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fritz Burmann, Maler (Memento vom 26. Mai 2009 im Internet Archive)</ref>

In der Zeit des Nationalsozialismus war Burmann Mitglied der Reichskammer der bildenden Künste. Für diese Zeit ist seine Teilnahme an 41 Ausstellung sicher belegt<ref>Martin Papenbrock, Gabriele Saure (Hrsg.): Kunst des frühen 20. Jahrhunderts in deutschen Ausstellungen. Teil 1. Ausstellungen deutsche Gegenwartskunst in der NS-Zeit. VDG, Weimar, 2000; S. 404, passim</ref>, darunter 1939 die Große Deutsche Kunstausstellung in München, auf der Hitler Burmanns Bild Blick aufs Meer für 1.800 RM erwarb.<ref>GDK-Research: Große Deutsche Kunstausstellung. Fritz Burmann: Blick aufs Meer.</ref> Die frühen expressionistischen Werke Burmanns galten als „entartet“, und 1937 wurden im Rahmen der deutschlandweiten konzertierten Aktion „Entartete Kunst“ fünf seiner Werke aus öffentlichen Sammlungen beschlagnahmt.<ref>Freie Universität Berlin: Beschlagnahmeinventar „Entartete Kunst“.</ref>

Zu Ehren von Fritz Burmann wurde in seiner Heimatstadt, dem heutigen Rheda-Wiedenbrück, eine Straße nach ihm benannt.

Werke (Auswahl)

1937 als „entartet“ aus öffentlichen Sammlungen beschlagnahmte Werke

  • Familie (Öl auf Leinwand, um 1923; Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf; zerstört)<ref>Stale Session. Abgerufen am 29. Mai 2022.</ref>
  • Wasserträgerin (Aquarell; Kunstsammlungen der Stadt Königsberg; 1940 zur „Verwertung“ auf dem Kunstmarkt an den Kunsthändler Bernhard A. Böhmer, Verbleib unbekannt)
  • Armenhäuslerin/Alte Frau am Fenster (Öl auf Leinwand, 70,2 × 60,5 cm, 1924; Kunstsammlungen der Stadt Königsberg; zerstört)<ref>Stale Session. Abgerufen am 29. Mai 2022.</ref>
  • Alte Frau (Zeichnung; Vestisches Museum Recklinghausen; zerstört)

Aus der Nationalgalerie Berlin im Kronprinzenpalais wurde das Stillleben mit Kakteen (Öl auf Holz, 66,5 × 53,5 cm, 1925) beschlagnahmt, dann aber zurückgegeben.<ref>Stale Session. Abgerufen am 29. Mai 2022.</ref>

Weitere Werke (Auswahl)

Literatur

Weblinks

Commons: Fritz Burmann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references responsive />

Vorlage:Hinweisbaustein