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Wirtschaft Guineas

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Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 9. November 2025 um 12:48 Uhr durch imported>Flucco (Bild von Simandou-Eisenbahnlinie).
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Die Wirtschaft Guineas ist noch heute durch die Misswirtschaft von Sékou Touré geschädigt, die bis in die 1980er Jahre andauerte. Sie führte zum Erliegen der Infrastruktur, außerdem waren die meisten Betriebe in Guinea in Staatsbesitz. 1984 wurde damit begonnen ein marktorientiertes Wechselkurssystem zu errichten und sämtliche Staatsbetriebe entweder zu privatisieren oder aufzulösen. Folge war ein starkes Wachstum im Bauwesen und eine zunehmende Aktivität von Kleingewerbetreibenden. Ab 2000 jedoch begann die Regierung weitere Reformen zu unterbinden, was vor allem einen Anstieg der Korruption zur Folge hatte (CPI 2019: Rang 130 von 180<ref>Transparency International e. V.: Corruption Perceptions Index 2019. Abgerufen am 4. Januar 2021.</ref>). Das Bruttoinlandsprodukt belief sich im Jahr 2019 laut Weltbank auf 12,3 Milliarden USD.<ref>https://data.worldbank.org/country/guinea</ref>

Basisdaten

Einige Kennziffern der Wirtschaft Guineas:

  • Anteil der Wirtschaftssektoren am BIP (2017):
    • Landwirtschaft: 19,8 % (obwohl rund drei Viertel der Beschäftigten in dem Sektor arbeitet)
    • Industrie: 32,1 %
    • Dienstleistungen: 48,1 %
  • Bruttosozialprodukt pro Kopf: 1.100 US-Dollar (2011)
  • Durchschnittl. Jahreseinkommen je Einwohner: 190 Euro pro Jahr
  • Inflation: 34,7 % im Jahr 2006 (IWF), 16 % in 2011, 9,8 % in 2018
  • Exporte: 5,04 Mrd. US-Dollar (2019)
  • Importe: 7,92 Mrd. US-Dollar (2019)
  • Auslandsverschuldung: 3,3 Mrd. (2007); 1,4 Mrd. US-Dollar (2018)
  • Das Wachstum der Wirtschaft lag 2006 bei 2,2 % (IWF), 2011 bei 4 %, 2016 bei 10,8 %. In den Jahren 1992–2002 waren es durchschnittlich 4,3 % pro Jahr. Nach der Ebolaepidemie und dank des Bauxitbooms betrug das Wachstum 2016 bis 2019 durchschnittlich 8,1 %.<ref name="wirtschaft"><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />guinee.gov.gn (Memento vom 7. November 2008 im Internet Archive)</ref><ref name="ipicture.de">ipicture.de abgerufen am 22. Oktober 2012</ref><ref>Wirtschaftsdaten kompakt Guinea, November 2019, Website gtai.de (Germany Trade & Invest)</ref>

Landwirtschaft

Datei:Ici y'a banane.jpg
Bananen aus Guinea.
Datei:Reisernte 4283.jpg
Traditionelle Reisernte

Trotz guter natürlicher Bedingungen ist die Landwirtschaft wenig produktiv, weil die meist kleinbäuerlichen Familienbetriebe mit rudimentären, traditionellen Bewirtschaftungsmethoden arbeiten. Auch die Brandrodung ist noch weit verbreitet. Weniger als 5 % des Bodens werden aktiv bebaut. Die Nahrungsmittelerzeugung reicht daher nicht für den Eigenbedarf aus.

Hauptnahrungsmittel ist Reis. Obwohl innerhalb von zehn Jahren bis 2004 die Reisproduktion verdoppelt werden konnte, muss viel Reis aus Asien importiert werden. Weitere wichtige Grundnahrungsmittel sind Maniok, Foniohirse, Süßkartoffeln, Erdnüsse und Mais.

Wichtige landwirtschaftliche Erzeugnisse, die in den Export gehen, sind Kaffee, Palmöl, Bananen, Ananas, Kakao und Baumwolle. Der Nahrungsmittelexport macht nur etwa 2 % der Exporte Guineas aus.

Auch die Fleischproduktion reicht für den Eigenbedarf nicht aus. Der Fischfang hingegen gewinnt immer größere Bedeutung und erreicht inzwischen Mengen von bis zu 100.000 Tonnen pro Jahr.

Bergbau

Nur wenige afrikanische Länder haben so viele Bodenschätze wie Guinea. Sie erbringen etwa 85 % (2004) der Exporterlöse des Landes.

Datei:Projekt Simandou Stand 2024.jpg
Werbetafel für Projekt Simandou in Conakry (2024)
  • Eisenerz: Guinea verfügt über große, unerschlossene Eisenerzvorkommen. In den Simandou-Bergen im Osten des Landes befindet sich die größte Eisenerzlagerstätte der Welt von 3 Milliarden Tonnen auf einem Gebiet von 1.500 km² Fläche, die 1998 entdeckt wurde. Der Eisengehalt beträgt 65 bis 66 %. Die guineische Regierung verkaufte die Abbaurechte nacheinander an verschiedene ausländische Investoren, unter der Bedingung, dass diese eine 650 km langen Eisenbahnstrecke zur Erschließung und einen Tiefwasserhafen bei Matakong zur Verladung des Eisenerzes bauen, was insgesamt bis zu 20 Mia Dollar kosten würde. Aufgrund von Korruption, Misswirtschaft, Ebolakrise und tiefem Stahlpreis kam es 2018 nicht zur Verwirklichung des Projektes.<ref>Fabian Urech: Der grösste Eisenerzschatz der Welt schlummert in einer Hügelkette in Guinea. Viele wollten ihn heben, alle sind gescheitert. Eine Reportage In: NZZ, 8. März 2018.</ref> Seit 2014 wurden die Abbaurechte von der chinesischen Firma Chinalco gehalten.<ref>Christoph Jehle: Simandou – ein Musterbeispiel für Misswirtschaft in Afrika. heise.de, 22. April 2018, abgerufen am 22. April 2018.</ref><ref>Bate Felix: Rio says reaches accord with Guinea over Simandou. In: reuters.com. 22. April 2011, abgerufen am 22. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Simandou Iron Ore Project - Mining Technology. In: mining-technology.com. Abgerufen am 22. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Jon Yeomans: Inside Simandou: The mining project that has cursed all who come near it. In: telegraph.co.uk. 5. Juni 2017, abgerufen am 22. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>https://www.jeuneafrique.com/9253/economie/guin-e-les-10-tapes-du-mont-simandou/ Guinée: les grandes étapes du mont Simandou, Jeune Afrique, 12. Juni 2014</ref> Von 2023 bis im November 2025 wurden von einem Konsortium bestehend aus Rio Tinto Simfer und dem chinesisch-singapurischen SMB-Winning Consortium Simandou (WCS) ein Tiefseehafen und die lange Eisenbahnlinie finanziert und erbaut, so dass mit dem Abbau und Transport des hochwertigen Eisenerzs im November 2025 begonnen werden kann.<ref>Bloomberg News: China’s massive African mine threatens to upend iron ore market, Website mining.com (3. November 2025, englisch, abgerufen am 8. November 2025)</ref><ref>Simandou riotinto.com (englisch, abgerufen am 21. Januar 2023 und 9. November 2025)</ref>
  • Gold: Gold aus Guinea wurde bereits im 17. Jahrhundert in London geschätzt und Münzen daraus geprägt. Diese wurden als „Guineas“ bezeichnet. Zwischen 1929 und 1958 bezog die Kolonialmacht Frankreich aus Guinea offiziell 1 Million Unzen Gold.
  • Uran: Im August 2008 gab die Regierung bedeutende Uranvorkommen in der Nähe von Firawa im Süden des Landes bekannt.<ref>BBC NEWS. news.bbc.co.uk, 10. August 2008, abgerufen am 22. April 2018 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Industrie und Energiewirtschaft

Datei:Kaleta-Staudamm.jpg
Staudamm Souapiti bei Kaléta kurz vor Fertigstellung 2020

Die industrielle Produktion wächst jährlich um 7–8 %.

Die Elektrizitätsproduktion deckt mit ca. 840 Mio. kWh etwa den Eigenbedarf. 2015 konnte das erweiterte Flusskraftwerk am Konkouré in Kaléta mit 240 MW Leistung in Betrieb genommen werden, nachdem auch eine 146 Kilometer lange Stromleitung in Richtung Küste erstellt worden war, was die Stromversorgung der Hauptstadtregion Conakry verbessert hatte. Außerdem gibt es das Kraftwerk Garafiri mit einer Leistung von 75 MW. 2021 wurde das Kraftwerk Souapiti fertiggestellt, das 6,3 Millionen Kubikmeter Wasser aufstauen und 450 MW Leistung produziert.<ref name = NS >NS ENERGY - Souapiti Hydropower Station</ref> Die Projekte sind mit 546 Millionen US-Dollar veranschlagt und werden von der China International Water-Electric ausgeführt, die zu 75 % an den Kraftwerksanlagen beteiligt ist.<ref>auswaertiges-amt.de</ref><ref>Moustapha Keita: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Guinea: Neues Wasserkraftwerk soll Stromdefizit verringern - China finanziert 75 Prozent (Memento des Vorlage:IconExternal vom 8. Januar 2021 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/afrika.info, afrika.info, 2. Mai 2012</ref><ref>Neuer Mega-Staudamm sorgt Anwohner in Guinea auf YouTube, 1. April 2015</ref> Mittlerweile wird das Kraftwerk Amaria gebaut, das eine Leistung von 300 MW haben wird.<ref>Country Priority Plan and Diagnostic of the Electricity Sector in Guinea</ref> Dieses soll 2025 fertiggestellt sein. Zusammen sollen die 4 Kraftwerke eine Leistung von 1200 MW haben.<ref>esa - Sentinel Vision, Souapiti Hydropower Station, Republic of Guinea</ref>

Außenhandel

Wichtigste Export-Partner waren 2011: Chile 24,6 %, Spanien 9,2 %, Russland 7,5 %, Indien 5,2 %, Deutschland 5,2 %, Irland 5,1 %, USA 5,0 % sowie die Ukraine mit 4,4 %. Wichtigste Exportprodukte sind Bauxit, Aluminium, Gold, Diamanten, Kaffee, Fisch und landwirtschaftliche Produkte. 2011 wurden Waren im Wert von 1,433 Milliarden US-Dollar exportiert.

Wichtigste Import-Partner waren 2011: China 13,2 %, Niederlande 8,1 % und die USA mit 5,4 %. Wichtigste Importwaren sind Erdölprodukte, Metalle, Maschinen, Transportmittel, Textilien, Getreide und andere Lebensmittel. 2011 wurden Waren im Wert von 2,106 Milliarden US-Dollar importiert.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />CIA World Factbook: Guinea (Memento des Vorlage:IconExternal vom 19. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.cia.gov</ref>

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Klappleiste/Anfang

Vorlage:Klappleiste/Ende